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Ernährung

Leiden Pseudoallergiker weniger als „echte“ Allergiker?

Menschen, die von einer Pseudoallergie betroffen sind, haben nicht unbedingt weniger Beschwerden als jene, die unter einer „echten“ Allergie leiden. Ganz im Gegenteil: Es kommt sogar zu denselben Symptomen. Dennoch handelt es sich um zwei verschiedene Krankheitsbilder. Lesen Sie hier, wie Sie eine Pseudoallergie feststellen können.

Was ist eine Pseudoallergie?

Etwas irreführend ist der Begriff der Pseudoallergie, da er im Grunde eine andere Bezeichnung für den Begriff Intoleranz darstellt. Es handelt sich also nicht um eine wirkliche Allergie, wie sie z. B. Menschen beklagen, die mit Beginn des Frühlings auf zahlreiche Blüten-, Baum- oder Gräserpollen reagieren und dann unter einer echten Allergie – dem Heuschnupfen – leiden.
 

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Die Pseudoallergie (von griechisch pseudo – falsch, täuschend ähnlich) wirkt nur scheinbar wie eine Allergie, unterscheidet sich aber grundlegend von einer echten Allergie. Der Unterschied besteht darin, dass bei einer Pseudoallergie nicht das Immunsystem involviert ist. D. h., dass im Blut keine Allergie-spezifischen Antikörper (Immunglobulin E, kurz IgE) vorkommen. Somit wirkt die Therapiemaßnahme, die bei einer normalen Allergie angewandt wird – die Hyposensibilisierung (auch Desensibilisierung genannt) – bei der Pseudoallergie nicht. Dabei wird Betroffenen in regelmäßigen Abständen der jeweilige Allergieauslöser (z. B. Pollen oder Bienengift) in langsam ansteigender Dosierung verabreicht. Ziel ist es, dass sich das Immunsystem an das Allergen gewöhnt und mit der Zeit nicht mehr darauf reagiert. Da bei der Pseudoallergie jedoch nicht das Immunsystem angesprochen wird, zeigt die Methode der Hyposensibilisierung keinen Erfolg.

Auch die klassischen Hauttests (Prick-Tests), die dem Nachweis einer Typ-1-Allergie dienen, bleiben bei einer Pseudoallergie negativ. Das macht eine Diagnose ungleich schwerer. Die allergische Reaktion wird bei der Pseudoallergie anders ausgelöst: Etwa bei der Histamin-Intoleranz. Der Botenstoff Histamin, der in zahlreichen Lebensmitteln vorkommt, wird im Körper nicht ausreichend abgebaut, weil die entsprechenden Enzyme fehlen. Der Überschuss an Histamin löst in der Folge eine pseudoallergische Reaktion aus.

Welche Ursachen führen zu einer Pseudoallergie?

Pseudoallergien auf Nahrungsmittel, wie etwa die Histamin-Intoleranz, kommen weit häufiger vor als echte Allergien auf Lebensmittel. Sie können durch unterschiedliche Faktoren ausgelöst werden:

  • Biogene Amine (z. B. Histamin): Hauptsächlich enthalten in geräucherten oder lang gereiften Lebensmitteln wie Hartkäse, Rotwein, Sauerkraut oder speziellen Fischsorten wie Makrele und Sardellen. Histamin ist aber auch in Schokolade enthalten.
  • Salicylate: Zum Beispiel in Beeren, Orangen, Ananas, Gurken, Weintrauben, Wein und Oliven enthalten.
  • Benzoesäure, Benzoate: Zum Beispiel in Zimt, Nelken, Tee und Kakao enthalten.
  • Lebensmittelzusatzstoffe: Etwa Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker, Farb- und Aromastoffe. Viele Menschen reagieren beispielsweise empfindlich auf den speziellen Geschmacksverstärker Mononatrium-Glutamat, der sich in vielen asiatischen Speisen findet (China-Restaurant-Syndrom), aber auch in Fertigprodukten wie z. B. in Tütensuppen oder Gewürzmischungen enthalten sein kann.

Oft vorzufinden etwa in getrocknetem Obst als schwefelhaltige Antioxidationsmittel, um Verfärbungen vorzubeugen. Aprikosen behalten so nach dem Trocknen ihre Farbe und werden nicht braun.

  • Röntgenkontrastmittel
  • einige Schmerzmittel (Acetylsalicylsäure, Metamizol, Diclofenac, Morphin)
  • Schleimlöser (etwa Acetylcystein)
  • Mittel gegen Bluthochdruck und Herzerkrankungen (z. B. Verapamil)
  • bestimmte Antibiotika (z. B. Neomycin, Vancomycin)
  • Mittel gegen Übelkeit und Verdauungsstörungen (Metronidazol oder Metoclopramid)
  • bestimmte Antidepressiva (wie Amitryptilin)

Aufklärung bietet die Verpackung von Lebensmitteln, denn nach EU-Recht müssen Zusatzstoffe gekennzeichnet werden. Derzeit sind über 400 Zusatzstoffe erlaubt. Die meisten Nahrungsmittelzusatzstoffe sind für den Verbraucher nicht immer gleich ersichtlich. So verbergen sich hinter E-Nummern der Gruppe 100 Farbstoffe, hinter denen der Gruppe 200 Konservierungsstoffe, die Gruppe der 300 bezeichnet Antioxidantien und die Gruppe der 400 Stabilisatoren wie auch Emulgatoren.

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Welche Symptome können bei einer Pseudoallergie auftreten?

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Eine Pseudoallergie kann sich durch folgende Symptome bemerkbar machen:
 

  • Schwächegefühl
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Übelkeit
  • Herzklopfen
  • Schweißausbruch
  • Reaktionen der Haut, wie Nesselsucht, Juckreiz, Ausschlag, Schwellungen
  • Schwindel
  • Kribbeln in Finger-, Schulter- und Nackenbereich
  • akutes Asthma
  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall

Pseudoallergie oder Kreuzallergie?

Oft werden die Begriffe Pseudoallergie und Kreuzallergie miteinander vermischt oder es ist nicht ganz klar, worin der Unterschied besteht. Wie bereits erwähnt, liegt einer Pseudoallergie keine echte Allergie zugrunde, auch wenn die Symptome ähnlich sind.

An einer Kreuzallergie leiden häufig Menschen, die auch über Heuschnupfen klagen. Nach dem Verzehr gewisser Obst- und Gemüsesorten, Nüsse oder Gewürze treten bei ihnen allergische Reaktionen auf. Auslöser ist dann eine Kreuzallergie. D. h., dass der vermeintlichen Nahrungsmittelallergie in Wirklichkeit eine Pollenallergie zugrunde liegt.

Schuld ist die ähnliche chemische Struktur der Inhaltsstoffe in den Nahrungsmitteln zu denen der Pollen, auf die das Immunsystem reagiert. Es liegt also eine Verwechslung vor, welche es für die betroffene Person nicht weniger unangenehm macht.

Pseudoallergie: Welche Therapie gibt es?

Da es keine zuverlässigen Haut- oder Bluttests gibt, um die Diagnose einer Pseudoallergie festzustellen, hilft nur eine pseudoallergene Diät, welche die Beschwerden schon nach kurzer Zeit lindern sollte.

Wer diese Diäten selbst durchführt, läuft Gefahr, Diät-Fehler zu machen. Sich z. B. einseitig und damit unausgewogen zu ernähren. Dem können Sie entgegenwirken, indem Sie sich Hilfe holen und von einer ausgebildeten Ernährungsfachkraft beraten lassen. Gesetzliche Krankenkassen unterstützen diese Ernährungstherapien.

Betroffenen wird weiterhin empfohlen, ein Ernährungs- und Symptomtagebuch zu führen, in dem sie ihre Nahrungsmittelaufnahme dokumentieren und Rückschlüsse ziehen können.

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