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Ernährung

Ernährung in der Schwangerschaft: Weniger Geburtsschmerz durch die Louwen-Diät?

Diät halten während der Zeit der Schwangerschaft – das klingt erst einmal nicht gerade ratsam. Dennoch wird die Louwen-Diät derzeit unter werdenden Müttern immer populärer. Der Grund: Diese spezielle Art der Ernährung soll die Geburt erleichtern, sie schneller ablaufen lassen und das auch noch, ohne den errechneten Entbindungstermin erheblich zu überschreiten. Kann Essen einen solch großen Einfluss auf den Körper während der Schwangerschaft nehmen? Was steckt dahinter?

Wie sieht die Ernährung während der Louwen-Diät aus?

Den Namen verdankt die Louwen-Diät dem deutschen Arzt und Universitätsprofessor Frank Andre Louwen. Der Pränatalmediziner entwickelte ein Ernährungskonzept für Frauen, die kurz vor der Entbindung stehen. Sechs bis acht Wochen vor der Geburt sollen sie einfache Kohlenhydrate meiden. Das soll die Schmerzen während der Entbindung verringern.

Bei dieser Diät geht es nicht darum, abzunehmen. Das wäre während der Schwangerschaft auch nicht ratsam. Vielmehr geht es darum, dass die werdenden Mütter auf ihren glykämischen Index achten. Der glykämische Index, auch Glyx genannt, gibt an, wie stark der Blutzucker (Insulin) nach dem Genuss bestimmter Lebensmittel ansteigt. Je geringer der glykämische Index ist, desto weniger steigt der Blutzuckerspiegel. Demnach werden jene Lebensmittel vom Speiseplan gestrichen, die den Insulinspiegel schnell stark anheben.

Was dürfen Schwangere während der Louwen-Diät essen?

Schwangere sollen bei der Louwen-Diät nicht komplett auf Kohlenhydrate verzichten, sondern nur jene meiden, die den Insulinspiegel hochschnellen lassen.

Das sollte daher sechs bis acht Wochen vor der Entbindung (32. bzw. 34. Schwangerschaftswoche (SSW)) auf dem Speise- und Getränkeplan stehen und hierauf sollten Schwangere in dieser Zeit besser verzichten:

Erlaubte Nahrungsmittel
  • Frisches Obst
    vor allem Äpfel, Beeren, Pflaumen und Birnen

  • Frisches Gemüse
    vor allem Zucchini, Kohl, Hülsenfrüchte, Gurke und Blattsalate

  • Reis
    Wildreis und Naturreis

  • (Pseudo-)Getreideprodukte
    aus Hafer, Roggen, Buchweizen und Quinoa

  • Müsli
    ohne Zuckerzusatz

  • Nüsse und Samen

  • ungesüßte Milchprodukte

  • Vollkornfrüchtebrot
    als Alternative zu Süßigkeiten

  • ungesüßter Tee und Wasser

Darauf besser verzichten
  • Brot
    aus Weißmehl

  • Zucker und Süßigkeiten

  • Nudeln, Mais und Hirse

  • Reis
    im Vergleich zu Wildreis und Naturreis handelt es sich hierbei um einfache und keine komplexen Kohlenhydrate

  • Bestimmte Obstsorten
    wie Trauben, Bananen, Ananas, Mango, Wassermelone und Papaya

  • Trockenfrüchte
    wie Datteln

  • Bestimmte Gemüsesorten
    wie Kartoffeln, Erbsen, gekochte Karotten, Rote Bete

  • Fertigprodukte
    Pizza, Croissants und ähnliches aus der Bäckerei, Gnocchi

  • Honig und Marmelade

  • Gesüßte Getränke
    Limonaden, Säfte, gesüßte Tees und üppige Kaffeezubereitungen wie Cappuccino

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Wie kann die Louwen-Diät Geburtsschmerzen mildern?

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Wer sich an die Louwen-Diät hält, soll schmerzfreier gebären und das, ohne den Entbindungstermin erheblich zu überschreiten. Doch wie kann das sein?

Im Mittelpunkt der Beobachtungen von Prof. Louwen stehen sogenannte Prostaglandine. Dieses Gewebshormon setzt die Schmerzempfindlichkeit herab und steuert auch Entzündungsreaktionen. Es hilft außerdem dabei, den Gebärmutterhals zu verkürzen und den Muttermund zu öffnen.

Prostaglandine werden ungefähr ab der 35. Schwangerschaftswoche vom ungeborenen Baby ausgeschüttet und gelangen so in die Blutbahn der Mutter. Nun beginnt der Körper der Mutter in den Wochen vor der Geburt, vermehrt Rezeptoren für das Hormon zu bilden. Wenn Wehen Schmerzen erzeugen, docken die Prostaglandine an den Rezeptoren an und lindern diese. 

Forscher gehen davon aus, dass Prostaglandine mit dem Hormon Insulin in Konkurrenz stehen. Wer in dieser Zeit auf eine kohlenhydratreiche Ernährung verzichtet, kann demnach vermeiden, dass Insulin an jene Rezeptoren andockt, die eigentlich für das Prostaglandin bestimmt wären. Das Prostaglandin schwimmt dann nicht frei und ungenutzt durch die Blutbahn der Mutter, so dass die Geburtswehen intensiviert werden und die Geburt weit länger dauert, da sich der Muttermund nicht mehr weit genug öffnet.

Für wen eignet sich die Louwen-Diät nicht?

Vorsicht ist bei Schwangeren geboten, die an Diabetes Typ 1 leiden. Sie dürfen die Louwen-Diät nicht anwenden. Auch wenn Sie an einer Stoffwechselerkrankung leiden, könnte diese spezielle Form der Diät für Sie nicht ratsam sein. Besprechen Sie sich in diesem Fall mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wie sieht die Studienlage zur Louwen-Diät aus?

Bislang liegt eine umfassende Studie vor, in der chinesische Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen niedrigem glykämischem Index und einer termingerechten Entbindung nachweisen. Weitere gesicherte Daten fehlen bislang noch.

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