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Waldbrand: Gefahr, Ursachen, Spielregeln

Waldbrände sind in vielen Teilen der Erde traurige Realität. Regelmäßig davon betroffen sind unter anderem Wälder in Südostasien, Lateinamerika, Russland, den USA und Südeuropa. Doch was so weit weg klingt, kann auch hierzulande zu einem Risiko werden – denn auch deutsche Wälder brennen jedes Jahr. Jeder kann mit bedachtem Verhalten dazu beitragen, Bränden vorzubeugen.

Vorsicht Feuer – auch in Deutschland besteht Waldbrandgefahr

Nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung hat es 2016 in deutschen Wäldern 608 Mal gebrannt. Davon war eine Fläche von 283 Hektar betroffen, was knapp 396 Fußballfeldern entspricht. Die Schäden beliefen sich auf 0,6 Millionen Euro.

Damit lag das Jahr 2016 unterhalb des Mittelwerts: Zwischen 1991 und 2016 war es in Deutschland zu durchschnittlich 1.111 Waldbränden gekommen. Dabei war eine Fläche von 691 Hektar betroffen, die Schäden beliefen sich im Schnitt auf 1,8 Millionen Euro.

Mögliche Ursachen für Waldbrand

Grundsätzlich können Waldbrände auch durch einen Blitzeinschlag verursacht werden. Häufig sind nach Einschätzung von Experten aber fahrlässige Waldbesucher schuld daran, dass es im Wald zu brennen beginnt.

Eine achtlos weggeworfene Zigarette, ein Lagerfeuer in Waldrandnähe oder auch heiße Katalysatoren von im Wald abgestellten Autos oder Motorrädern entfachen – gerade in den Sommermonaten – leicht einen Brand. Teilweise sind auch der Funkenflug beim Eisenbahnbetrieb oder schnell drehende Maschinenteile von forst- oder landwirtschaftlichen Maschinen der Auslöser.

Hinzu kommt, dass es durch den Klimawandel immer trockener und wärmer in Deutschland wird. Das begünstigt Waldbrände zusätzlich.

Ein einziger Funke reicht aus, um ein großes Feuer zu entfachen.

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Ein Feuer im Wald kann große Schäden anrichten und uns angesichts der Folgen für das Gebiet und die Natur durchaus einschüchtern.

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Nicht nur im Sommer kann es brennen!

Im Sommer ist zwar die Waldbrandgefahr aufgrund von Trockenheit besonders hoch, doch auch im Winter kann es bei fehlender Schneedecke zu Waldbränden kommen. Im Frühjahr steigt vor dem Austrieb des neuen Grüns die Waldbrandgefahr an und erreicht Ende April bis Anfang Mai bereits einen ersten Höhepunkt. In diesem Zeitraum kann vor allem abgestorbenes Gras aus dem Vorjahr schnell Feuer fangen.

Verlauf eines Waldbrandes

Ein Feuer im Wald beginnt immer am Waldboden. Deshalb kommt es in erster Linie darauf an, wie feucht oder trocken der Boden ist. Zuerst entzünden sich in der Regel Gras und trockener Unterwuchs. Dann kommt es zu einem Erdfeuer, das noch verhältnismäßig leicht bekämpft werden kann. Wächst sich dieses zu einem Lauffeuer aus, kann es – besonders bei Nadelholzbeständen – auf die Baumwipfel überspringen. Das kann zu einem Kronenfeuer und zu einer rasanten Ausbreitung der Flammen führen. Bis zu einem Vollfeuer ist es dann nicht mehr weit, und dieses kann so gut wie nicht mehr gelöscht werden.

Grundsätzlich unterscheidet man also zwischen vier Arten von Waldbränden mit unterschiedlichen ökologischen Auswirkungen:

  • Erdfeuer: Dabei handelt es sich um Schwelbrände am Boden, die besonders leicht entstehen, wenn viel organisches Material wie Laub oder Torf auf dem Waldboden verteilt ist. Erdfeuer zerstören Baumwurzeln sowie Samen und sind deshalb für die Natur am schlimmsten.
  • Lauffeuer (auch Bodenfeuer genannt): Dabei verbrennen abgestorbenes Pflanzenmaterial (Streu) und die oberirdischen Pflanzenteile. Ob auch Bäume betroffen sind, hängt von deren Rindenstärke ab. Die Abläufe in diesem Zerstörungsprozess können zu einem Nährstoffmangel im Waldbestand führen und somit die Vitalität und Stabilität herabsetzen.
  • Kronenfeuer und Vollfeuer: Sie entstehen, wenn für ein Feuer am Waldboden ausreichend Material vorhanden ist, sodass die Flammen in den Kronenbereich hochschlagen können. Kommt es zu einem Vollfeuer, brennt alles im Wald. Die Regeneration der betroffenen Fläche ist deutlich erschwert und kann sogar den Tod für das betroffene Waldgebiet bedeuten.

Welche Gebiete besonders gefährdet sind

Nach Angaben der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald sind dichtstehende Nadelholzreinbestände bis zu einem Alter von 40 Jahren – darunter vor allem Kiefern – am anfälligsten für Waldbrände. Sie sind besonders trocken. Am wenigsten gefährdet sind sogenannte Altholz-Mischbestände. Die Wälder in Mitteleuropa, also auch in Deutschland, sind hauptsächlich Laubmischwälder aus Rotbuche und Stieleiche. Der Vorteil dieser Bäume: Sie halten mehr Feuchtigkeit in Holz, Boden und Luft, weshalb diese Wälder nicht so schnell austrocknen wie reine Nadelholzwälder.

Der Deutsche Wetterdienst veröffentlicht auf seiner Internetseite täglich den Waldbrandgefahrenindex. Dort erfahren Sie, welche Gegenden in Deutschland mehr oder weniger anfällig für die Brandgefahr sind.

So verhalten Sie sich richtig

Damit es erst gar nicht zu einem Brand kommt, sollten Waldbesucher einige Spielregeln beherzigen:

  • Rauchverbot: In vielen Bundesländern darf vom 1. März bis zum 31. Oktober im Wald nicht geraucht werden. In Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen gilt aufgrund erhöhter Waldbrandgefahr sogar ein ganzjähriges Rauchverbot. Daran sollten Sie sich halten.
  • Entzünden Sie kein offenes Feuer im Wald und auch nicht am Waldrand. Das gilt auch für Grillfeuer.
  • Lassen Sie keinen Müll liegen. Denn was generell gilt, wird im Bezug auf die Waldbrandgefahr noch wichtiger. Glasscherben, Blechdosen und andere reflektierende Gegenstände können durch die Bündelung von Sonnenlicht schnell ein Feuer auslösen.
  • Stellen Sie keine Autos, Motorräder und landwirtschaftlichen Nutzfahrzeuge auf Wiesen und Waldwegen ab. Heißgelaufene Katalysatoren können zum Beispiel leicht trockenes Gras oder Laub entfachen.
  • Werfen Sie keine Zigaretten aus dem Auto – denn schon ein kleiner Funke kann zu einem verheerenden Waldbrand führen.
  • Melden Sie Schwelfeuer oder einen Brand unverzüglich der Feuerwehr 112 oder der lokalen Forstdienststelle.

Autor/in

K. Albrecht

Jan. 2018

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