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Garantie und Gewährleistung beim Gebraucht­wagenkauf

Ein neuer Alter soll es sein: Sie haben sich für den Kauf eines Gebrauchtwagens entschieden. Bevor Sie den Kaufvertrag unterzeichnen, sollten Sie sich über Garantie und Gewährleistung gut informieren. Wir geben Ihnen Einblicke über die Rechte des Käufers und die Pflichten des Verkäufers, damit es im Nachhinein nicht zu bösen Überraschungen kommt.

Kauf vom Händler oder von privat?

Der typische Gebrauchtwagen ist durchschnittlich fünf Jahre alt und weist etwa 75.000 Kilometer auf dem Tacho auf. Im Schnitt kostet ein Gebrauchtwagen dieser Kategorie knapp 10.000 Euro – fast 2.000 Euro mehr als noch vor zwei Jahren. Insbesondere diese und teurere Angebote sind bei Autohändlern zu finden.

Deutlich günstiger werden Autos oft von privaten Verkäufern angeboten. Da diese im Gegensatz zu den Händlern Gewährleistungen gänzlich ausschließen können, benötigen Käufer technischen Sachverstand oder die Hilfe eines Profis, der Schwachstellen und den etwaigen Reparaturaufwand abschätzen kann. Wertvolle Hinweise zum Gebrauchtwagenkauf finden sich auch im jährlichen TÜV-Report.

Sichern Sie Ihren Gebrauchtwagen ab!

Wenn Sie einen neuen Gebrauchtwagen gekauft haben und ihn anmelden wollen, denken Sie unbedingt an die Kfz-Haftpflichtversicherung – denn die ist gesetzlich Pflicht. Für umfassenderen Schutz im Straßenverkehr sorgt eine Kfz-Vollkaskoversicherung oder Kfz-Teilkaskoversicherung, ganz nach Ihrem Absicherungsbedarf.

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Häufigste Schäden bei Gebrauchtwagen

Zu den häufigsten Schäden, die im ersten Jahr nach dem Kauf auftreten können, zählen nach Angaben des Autogarantiegebers CarGarantie, Defekte an der Fahrzeugelektrik und -elektronik. Aber auch Motorschäden und nicht ordnungsgemäß funktionierende Kraftstoffanlagen und Kühlsysteme werden relativ häufig gemeldet.

Ob es sich bei den auftretenden Schäden dann auch tatsächlich um Schäden handelt, die durch die Sachmängelhaftung abgedeckt sind, ist oft nur durch Sachverständige zu ermitteln.

Gebrauchtwagenkauf: Vorsicht vor Tricks im Vertrag

Der Gebrauchtwagen scheint beim Kauf gut in Schuss zu sein, aber nach drei Wochen streikt der Motor. Glück im Unglück hat der neue Besitzer, wenn er den Gebrauchtwagen bei einem Gebrauchtwagenhändler erstanden hat. Denn dieser haftet grundsätzlich zwei Jahre für alle Sachmängel. Was viele nicht wissen: Er kann diese Gewährleistung für den Gebrauchtwagen nicht mehr per Vertrag auf ein Jahr reduzieren oder gar komplett ausschließen. Das dürfen lediglich private Verkäufer. Doch auch Autohändler versuchen immer wieder, die Haftung mit zusätzlichen Klauseln im Vertrag ganz zu umgehen.

Aufgepasst!

Klauseln im Vertrag beim Gebrauchtwagenkauf wie „gekauft wie gesehen“ oder „der Käufer verzichtet auf jegliche Gewährleistung“ sind ungültig.

Die gesetzliche Gewährleistung beim Gebrauchtwagenkauf beträgt zwei Jahre. Innerhalb dieser Zeit haftet der Händler dafür, dass das Auto beim Kauf frei von Mängeln war. Auch durch Begriffe wie „Bastlerfahrzeug“ kann sich der Händler seiner Verantwortung nicht entziehen – vor allem wenn das Auto erst wenige Jahre alt und gerade durch den TÜV gekommen ist. Erlaubt ist indes, dass mit Hilfe eines Prüfgutachtens auf konkrete Mängel hingewiesen wird. Ein dem Händler bekannter Unfallschaden muss vor dem Verkauf offengelegt und benannt werden. Für solche Schäden haftet er dann in der Folge nicht mehr, weil sie dem Käufer bekannt waren.

Beweislast liegt beim Händler

Generell gilt: Treten in den ersten sechs Monaten Mängel nach dem Gebrauchtwagenkauf auf, muss der Händler entweder beweisen, dass der Fehler beim Verkauf noch nicht vorlag oder den Schaden kostenlos beheben. Eine andere Alternative wäre, den Gebrauchtwagen gegen einen gleichwertigen umzutauschen. Scheitert die Reparatur zweimal, kann der Käufer den Preis mindern oder – bei einem erheblichen Mangel – vom Kaufvertrag zurücktreten. Das bedeutet, er kann den Gebrauchtwagen zurückbringen und den Kaufpreis zurückverlangen. Diese Gewährleistung gilt aber nicht für Verschleißteile wie Bremsbeläge, Reifen oder Auspuff. Nach einem halben Jahr liegt die Beweislast beim Käufer selbst.

Gebrauchtwagen mit Restgarantie

Vor allem bei jungen Gebrauchten können Käufer sich auf die Restgarantie des Herstellers berufen, wenn es Probleme geben sollte. Dazu muss aber das Garantiescheckheft oder das Garantiebuch vorliegen. Auch müssen alle darin vorgeschriebenen Wartungs- und Pflegeintervalle eingehalten worden sein.

Käufer von Gebrauchtwagen müssen nicht mehr automatisch auf ihren Garantieanspruch verzichten, wenn vorgeschriebene Inspektionen versäumt wurden. Eine entsprechende Klausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen ist unwirksam. Die Reparaturkostengarantie entfällt allerdings, wenn die versäumte Inspektion Ursache des aufgetretenen Schadens war.

Gebrauchtwagenkauf – ist der Preis angemessen?

Wer beim Autokauf vor allem auf das Geld achtet, landet unweigerlich beim Gebrauchtwagen. Denn der Wertverlust eines Fahrzeugs ist in den ersten Jahren nach dem Neukauf am höchsten. Ob ein Preis angemessen ist, können Sie mit Hilfe der Vergleichsportale für Gebrauchtwagen www.autoscout24.de oder www.mobile.de und Marktbewertungen von www.schwacke.de und www.dat.de ermitteln.

Welche Art Gebrauchtwagen soll es sein?

Kaum ein halbes Jahr alt und schon 25 Prozent unter dem Neupreis zu haben? Das geht, zum Beispiel mit Werkswagen von nahezu allen großen Autoherstellern. Wenige Kilometer, mindestens ein Jahr Werksgarantie und fast wie neu. Nicht viel anders sieht es bei Jahreswagenbörsen aus, bei denen Mitarbeiter der Autowerke ihre Jahreswagen anbieten. Preislich ebenfalls attraktiv sind Vorführ- und Dienstwagen von lokalen Autohändlern.

Eine Besonderheit sind Tageszulassungen. Diese Gebrauchtwagen sind in der Regel keinen Kilometer gefahren, aber sie sind einmal zugelassen worden. Das geschieht, wenn der Hersteller die Zulassungszahlen aufbessern möchte oder ein Händler bestimmte Absatzziele bei seinem Hersteller erreichen will.

Versicherungs-Check

Denken Sie an die richtige Absicherung Ihres Autos. Welche Versicherung macht für Sie eher Sinn – die Kfz-Vollkaskoversicherung oder reicht Ihnen eine Kfz-Teilkaskoversicherung?

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Leasing- und Mietwagen-Rückläufer

Günstige Gebrauchtwagen-Preise gibt es auch auf dem Markt für ältere Firmenwagen, die von Leasing- oder Mietwagengesellschaften verkauft werden. Teilweise bieten die Firmen ihre Gebrauchtwagen direkt an, teilweise werden sie über externe Vermarkter verkauft. Die Gebrauchtwagen sind zwischen wenigen Monaten und einigen Jahren alt und haben oft eine überdurchschnittliche Kilometerleistung. Sie werden von Gutachtern geschätzt, optisch hergerichtet und bekommen meist neuen TÜV.

Autor/in

F. Dogan

Mai 2018

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