Als werdende Mutter sitzen Sie, wenn Sie Autofahrerin sind, vermutlich weiterhin regelmäßig am Steuer. Mit wachsendem Bauch verändert sich Ihr Fahrgefühl jedoch spürbar: Ihre Bewegungsfreiheit nimmt ab und Sie ermüden auf längeren Strecken schneller. Hinzu kommen die Unsicherheiten: Gefährdet der Druck des Gurtes das Baby? Und wie lange dürfen Sie als Schwangere Auto fahren? Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich und Ihr Kind bei jeder Fahrt bestmöglich schützen.
Schwanger Autofahren: Sicher und entspannt mit Babybauch ans Ziel
-
Was grundsätzlich gilt
Ein Fahrverbot für Schwangere gibt es nicht. Solange Sie sich fit fühlen, können Sie auch in der Schwangerschaft Auto fahren.
-
Sicherheit im Auto während der Schwangerschaft
Die richtige Gurtführung und eine passende Sitzposition helfen, Sie und Ihr ungeborenes Kind bei jeder Fahrt zu schützen.
-
Komfort und Belastung beim Autofahren
Mit wachsendem Babybauch wird das Sitzen im Auto oft anstrengender. Planen Sie daher bewusst Pausen ein und achten Sie auf Ihr Wohlbefinden.
Das Autofahren in der Schwangerschaft ist grundsätzlich erlaubt. Aber hören Sie immer auf Ihren Körper und prüfen Sie, ob Sie sich fit fühlen und konzentrieren können. Verzichten Sie bei Beschwerden wie starker Müdigkeit auf das Autofahren oder fragen Sie vorab in Ihrer Arztpraxis um Rat. So vermeiden Sie unnötige Risiken für sich und Ihr ungeborenes Kind.
Mit fortschreitender Schwangerschaft und wachsendem Babybauch kann sich das Autofahren beschwerlich anfühlen. Viele Frauen entscheiden daher, ihre Fahrten anzupassen oder zu reduzieren.
Schwanger Auto fahren: Welche Regeln gelten?
In der Schwangerschaft gelten im Straßenverkehr für Sie dieselben Regeln wie für alle Autofahrer: Das heißt, Sie müssen sich an die allgemeinen Verkehrsregeln halten und jederzeit am Steuer sicher handeln können.
Dazu gehört auch die Anschnallpflicht gemäß § 21a StVO (Straßenverkehrsordnung). Sie müssen sich im Auto immer mit dem Sicherheitsgurt sichern – unabhängig davon, wie weit Ihre Schwangerschaft fortgeschritten ist. Der Gurt schützt Sie und Ihr ungeborenes Kind bei einem Aufprall und reduziert das Risiko schwerer Verletzungen deutlich.
Schwangere haben beim Autofahren statistisch ein leicht erhöhtes Unfallrisiko (Quelle: Canadian Medical Association Journal). Die Studie zeigt, dass das Unfallrisiko vor allem im 2. Trimester statistisch etwas ansteigt.
Typische Faktoren, die die Aufmerksamkeit im Straßenverkehr beeinflussen können:
-
Müdigkeit und Erschöpfung: Ihr Körper braucht jetzt viel Energie, weshalb Sie sich schneller müde fühlen als sonst.
-
Konzentrationsstörungen: Die hormonelle Umstellung kann dazu führen, dass Sie sich manchmal etwas schwerer fokussieren können.
-
Eingeschränkte Beweglichkeit: Je mehr Ihr Babybauch wächst, desto unhandlicher werden manche Bewegungen – das kann im Ernstfall schnelle Reaktionen erschweren.
Unabhängig davon kann das Autofahren auch körperlich belastend sein. Längeres Sitzen im Auto beeinträchtigt unter Umständen Ihre Durchblutung und erhöht das Thromboserisiko. Auch die Folgen eines Aufpralls können sich verändern. Bei einem Unfall wirken Kräfte auf den Körper, die auch den Bauchbereich betreffen und damit das ungeborene Kind gefährden können.
Wenn Sie als Schwangere Auto fahren, können Sie mit einfachen Maßnahmen das Risiko für sich und Ihr ungeborenes Kind reduzieren. Eine angepasste Sitzposition, der korrekt angelegte Sicherheitsgurt und ein ausreichender Abstand zum Airbag schützen Ihren Babybauch.
Die folgenden Tipps helfen Ihnen, sich im Auto sicher und möglichst komfortabel zu bewegen:
Eine aufrechte und stabile Sitzhaltung sorgt dafür, dass Sie das Auto sicher kontrollieren können. Stellen Sie den Sitz so ein, dass Sie bequem die Pedale erreichen und gleichzeitig genügend Abstand zum Lenkrad haben.
Schieben Sie den Sitz möglichst weit nach hinten. Richten Sie die Rückenlehne leicht nach hinten aus. Halten Sie zwischen Ihrem Bauch und dem Lenkrad einen Abstand von mindestens 25 cm ein. So verringern Sie das Risiko, dass bei einem Aufprall Druck auf den Bauch wirkt.
Anschnallen ist auch in der Schwangerschaft Pflicht. Der Gurt schützt Sie und Ihr Kind bei einem Unfall. Nahezu alle Autos haben einen Dreipunktgurt, der aus einem Schulter- und einem Beckengurt besteht.
So legen Sie den Gurt richtig an:
- Beckengurt: Führen Sie den Beckengurt unterhalb Ihres Babybauchs möglichst tief über Ihre Oberschenkel. So vermeiden Sie Druck auf Ihren Bauch.
- Schultergurt: Der Schultergurt verläuft zwischen den Brüsten und seitlich am Bauch vorbei. Führen Sie ihn nicht über den Bauch.
- Gurtverlauf prüfen: Achten Sie darauf, dass der Dreipunktgurt eng am Körper anliegt und nicht verdreht ist.
Zusätzlich können Sie einen sogenannten Schwangerschaftsgurt verwenden. Diesen können Sie am Sitz befestigen. Der Schwangerschaftsgurt hilft dabei, den Beckengurt dauerhaft unter dem Bauch zu halten. Er ist kein Ersatz für den normalen Sicherheitsgurt, sondern eine Ergänzung für mehr Komfort und eine stabile Gurtführung.
Der Airbag ist ein wichtiger Bestandteil der Fahrzeugsicherheit. Lassen Sie ihn auch während der Schwangerschaft aktiviert. In Kombination mit dem Sicherheitsgurt trägt er dazu bei, die Kräfte bei einem Unfall besser zu verteilen. Halten Sie ausreichend Abstand zwischen Ihrem Bauch und dem Lenkrad. Wenn Sie zu nah am Lenkrad sitzen, kann die Wucht beim Auslösen des Airbags zusätzlichen Druck auf den Bauch ausüben. Ein größerer Abstand reduziert diese Belastung, ohne die Schutzwirkung des Airbags zu beeinträchtigen.
Längere Autofahrten sind in der Schwangerschaft oft anstrengend. Langes Sitzen, eingeschränkte Beweglichkeit und ein wachsender Babybauch belasten den Körper zusätzlich. Planen Sie daher Ihre Fahrten bewusst und legen Sie regelmäßig Pausen ein.
So gestalten Sie lange Autofahrten angenehmer:
-
Bewegen Sie Ihre Beine
Nutzen Sie Pausen, um kurz zu gehen und leichte Übungen zu machen. Das kann das Risiko für Thrombosen reduzieren.
-
Tragen Sie bequeme Kleidung
Lockere Kleidung verhindert zusätzlichen Druck auf den Bauch und verbessert den Sitzkomfort.
-
Legen Sie regelmäßige Pausen ein
Planen Sie etwa alle 2 Stunden eine Pause ein, um sich zu bewegen und die Durchblutung zu fördern.
-
Trinken Sie ausreichend
Achten Sie darauf, genug Wasser zu trinken. So beugen Sie Kreislaufproblemen vor.
-
Passen Sie Ihre Fahrten an
Vermeiden Sie lange Strecken am Stück und planen Sie ausreichend Zeit ein.
-
Kein Risiko eingehen
Wenn Sie sich während der Fahrt unwohl fühlen oder Schmerzen haben, halten Sie an. Nehmen Sie dann lieber ein Taxi, nutzen Sie den ÖPNV oder lassen Sie sich von Freunden fahren.
Das hängt vor allem davon ab, wie fit Sie sich fühlen und wie gut Sie noch auf Verkehrssituationen reagieren können. Eine feste Grenze gibt es nicht. Lassen Sie in diesen Situationen das Autofahren lieber bleiben:
-
Starke Beschwerden wie Schwindel oder Schmerzen
-
Eingeschränkte Beweglichkeit
-
Ärztliche Empfehlung
-
Vorzeitige Wehen oder Komplikationen
-
Deutliche Müdigkeit oder Konzentrationsprobleme
-
Letztes Schwangerschaftsdrittel mit Beschwerden
Verhalten nach einem Unfall in der Schwangerschaft
Auch ein leichter Unfall kann während der Schwangerschaft Auswirkungen auf Sie und Ihr ungeborenes Kind haben. Selbst wenn Sie sich zunächst gut fühlen, können Erschütterungen oder Druck auf den Bauch zu Komplikationen führen.
Deshalb sollten Sie nach einem Autounfall in der Schwangerschaft immer zu Ihrem Arzt oder ins Krankenhaus gehen. Je nach Stärke des Aufpralls können Verletzungen, vorzeitige Wehen oder Probleme mit der Plazenta auftreten.
Versicherungsschutz besteht natürlich auch für werdende Mütter. Die einzige Einschränkung bezieht sich auf das Fahren, wenn Sie körperlich nicht mehr in der Lage dazu sind (§ 2 StVO).
Probleme können entstehen, wenn Sie nicht mehr fahrtüchtig sind:
- Deutliche körperliche Einschränkungen: Treten starke Beschwerden wie Schwindel, Schmerzen oder einsetzende Wehen auf, sollten Sie nicht mehr selbst Auto fahren.
- Fahrt trotz fehlender Kontrolle: Setzen Sie sich dennoch ans Steuer, obwohl Sie das Fahrzeug nicht sicher führen können, gilt dies laut § 81 Versicherungsvertragsgesetz unter Umständen als grob fahrlässig.
Wenn Sie unsicher sind, ob Sie noch fahren können, verzichten Sie im Zweifel auf das Auto. So schützen Sie sich und Ihr ungeborenes Kind und vermeiden mögliche Nachteile beim Versicherungsschutz.
Auch wenn Sie hochschwanger sind, dürfen Sie grundsätzlich Auto fahren. Es gibt kein gesetzliches Verbot. Aber viele Frauen empfinden das Autofahren im letzten Drittel der Schwangerschaft als anstrengend oder fühlen sich unsicher. Wenn Ihre Beweglichkeit eingeschränkt ist oder Beschwerden auftreten, reduzieren Sie Ihre Fahrten oder verzichten Sie ganz darauf.
Nein, schalten Sie den Airbag nicht aus. In Kombination mit dem Sicherheitsgurt bietet er Schutz bei einem Unfall. Sie sollten aber ausreichend Abstand zum Lenkrad einhalten. So kann sich der Airbag im Ernstfall korrekt entfalten, ohne zusätzlichen Druck auf Ihren Babybauch auszuüben.
Zwischen Ihrem Bauch und dem Lenkrad sollte ein Abstand von mindestens 25 cm bestehen. Dieser Abstand hilft, die Belastung auf den Bauch bei einem Aufprall zu reduzieren. Achten Sie gleichzeitig darauf, dass Sie alle Pedale sicher erreichen und das Fahrzeug jederzeit kontrollieren können.
Eine einzelne „kritische Woche“ gibt es nicht. Studien zeigen jedoch, dass das Unfallrisiko im 2. Trimester leicht erhöht ist. Dies liegt unter anderem daran, dass Müdigkeit und Konzentrationsprobleme zunehmen.
Solange Sie sich anschnallen und sicher fahren, ist Ihr ungeborenes Kind beim Autofahren nicht gefährdet. Ein Risiko besteht vor allem bei Unfällen oder wenn der Gurt falsch angelegt ist. Nehmen Sie die Anschnallpflicht ernst und führen Sie den Gurt korrekt unterhalb des Bauchs.
Dafür gibt es keine feste Grenze. Längeres Sitzen kann jedoch die Durchblutung beeinträchtigen und das Thromboserisiko erhöhen. Machen Sie daher am besten alle 2 Stunden eine Pause und bewegen Sie sich.
Zuletzt aktualisiert: Juni 2026
R+V-Team
Mehr als nur die Versicherung! Das R+V-Team schreibt über Erfahrungen sowie Kenntnisse rund um die Produktpalette der R+V. So arbeitet ein bunt gemischtes Team daran, die Faszination und das Wissen für alles rund um das Thema Versicherungen zu teilen.