Verbringen Sie täglich viele Stunden vor dem Monitor? Viele Menschen, die konzentriert am Bildschirm arbeiten, klagen am Feierabend über brennende Augen, Kopfschmerzen oder Einschlafprobleme. Eine Blaulichtfilter-Brille verspricht hier Abhilfe, indem sie das hochenergetische Licht digitaler Displays abmildert. Doch ist die Anschaffung für jeden sinnvoll? In diesem Ratgeber gehen wir der Frage nach, was diese speziellen Sehhilfen im Arbeitsalltag leisten, wo die medizinischen Grenzen liegen und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen.
Blaulichtfilter-Brillen: Sinnvoller Schutz oder Modetrend?
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Mehr Sehkomfort bei der Bildschirmarbeit
Eine Blaulichtfilter-Brille filtert hochenergetische Blauanteile Ihrer Monitore. Dies entlastet Ihre Augen spürbar bei der täglichen Arbeit am PC. Sie beugen so brennenden oder trockenen Augen vor und bleiben auch bei langen Sitzungen länger konzentriert.
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Schutz für Ihren natürlichen Schlafrhythmus
Displaylicht am Abend hemmt das Schlafhormon Melatonin. Die beste Lösung bleibt der Verzicht auf das Smartphone vor dem Schlafen. Alternativ unterstützt eine Blaulichtfilter-Brille Ihren Körper dabei, zur Ruhe zu kommen und erleichtert das Einschlafen.
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Alltagstauglich ohne Sehstärke
Sie erhalten die Blaulichtfilter-Brille mit oder ohne Sehstärke. Die dezente Tönung von 5 bis 7 % schränkt Ihre Farbwahrnehmung kaum ein. So nutzen Sie den Schutz flexibel und unkompliziert in jeder Situation.
Blaulicht ist ein natürlicher Bestandteil des Sonnenlichts und erfüllt wichtige Aufgaben: Spezielle Nervenzellen in Ihrer Netzhaut (Ganglienzellen) nehmen Licht im Bereich von 440 bis 490 nm auf. Dies signalisiert Ihrem Körper, dass Tag ist. Fehlt dieser Anteil, fühlen Sie sich müde oder werden nicht richtig wach. Zudem gilt langwelliges Blaulicht als stimmungsaufhellend.
Diskutiert wird vor allem kurzwelliges Blaulicht zwischen 400 und 450 nm. Es kann im Laborversuch freie Radikale freisetzen, die das Augengewebe potenziell schädigen. Ein direkter klinischer Nachweis, dass Monitorlicht AMD (altersabhängige Makuladegeneration) auslöst, fehlt jedoch nach aktuellem Forschungsstand (z. B. Cochrane-Review). Eine Blaulichtfilter-Brille dient daher primär der Entlastung bei digitalem Sehstress.
Ein hoher Blaulicht-Anteil am Abend – etwa durch Smartphones oder Monitore – kann Ihren Schlafrhythmus stören. Viele Geräte bieten daher integrierte Nachtmodi an, um diese Anteile zu regulieren.
Vor allem LED-Leuchtmittel emittieren verstärkt blaues Licht bei 435 nm. Nutzen Sie lichtstarke Taschenlampen o. ä. daher nur gemäß Herstellerempfehlung, um Ihre Netzhaut zu schützen.
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Konzentrationsstörungen
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Kopfschmerzen
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Trockene, gereizte und tränende Augen
Die Gläser einer Blaulichtfilter-Brille besitzen eine Spezialbeschichtung, die kurzwellige Blauanteile reduziert. Diese Gläser weisen meist eine 5- bis 7-prozentige Gelbtönung auf. Sie erhalten diese Modelle mit oder ohne Sehstärke.
Fälschlicherweise wird oft angenommen, dass das schädliche, kurzwellige Blaulicht nur in Kunstlicht vorhanden ist. Das stimmt nicht: Die größte Blaulichtquelle ist das Sonnenlicht.
Prof. Hans-Jürgen Grein (TH Lübeck) empfiehlt für Sonnenbrillen Filter bis etwa 450 nm. So erreicht Sie im Bereich bis 500 nm noch ausreichend Licht für die positiven biologischen Effekte. Fragen Sie Ihre Augenärztin oder Ihren Optiker nach diesen sogenannten „Transmissionskurven“ der Gläser.
Vorteile einer Blaulichtfilter-Brille
Nachteile von Blaulichtfilter-Brillen
Unterschied zwischen Blaulichtfilter-Brille und Bildschirmarbeitsplatz-Brille
Eine Blaulichtfilter-Brille hat nichts mit einer Arbeitsbrille (auch Bildschirmarbeits-Brille) zu tun.
Die klassische Bildschirmarbeitsplatz-Brille gleicht gezielt Fehlsichtigkeiten im Arbeitsabstand aus. Seit 2008 haben Sie ein Recht auf Kostenübernahme durch Ihren Arbeitgeber, sofern diese Brille für Ihre Tätigkeit medizinisch notwendig ist. Eine Blaulichtfilter-Brille kann hierbei als zusätzliche Option integriert werden.
Blaulichtfilter-Brillen gibt es auch für Kinder. Experten wie Prof. Hans-Jürgen Grein sehen den Einsatz bei Kindern kritisch. Natürliches Blaulicht fördert die Dopaminausschüttung, die das Längenwachstum des Auges reguliert und so Kurzsichtigkeit vorbeugen kann. Ein künstlicher Filter könnte hier kontraproduktiv wirken.
Auf was Eltern aber unbedingt achten sollten, ist der richtige UV-Schutz für die Augen, z. B. in Form von einer Sonnenbrille oder mit Hilfe einer Schirmmütze.
Eine Blaulichtfilter-Brille kann sinnvoll sein, wenn Sie täglich mehrere Stunden am Monitor arbeiten und/oder abends digitale Geräte nutzen. Sie reduziert die Blendung und kann helfen, Ihren natürlichen Schlafrhythmus trotz Bildschirmnutzung beizubehalten.
Die Preise hängen stark von der Qualität der Gläser und dem gewählten Gestell ab. Einfache Modelle ohne Sehstärke sind bereits für einen kleinen zweistelligen EUR-Betrag erhältlich. Bei einer Korrekturbrille wird der Blaulichtfilter meist als Zusatzbeschichtung berechnet. Ihr Optiker erstellt Ihnen hierzu ein individuelles Angebot, das auf Ihre Sehstärke abgestimmt ist.
Ja, das ist problemlos möglich. Die dezente Tönung von 5 bis 7 % schränkt Sie im Alltag nicht ein. Bei Berufen mit Fokus auf präzise Farbechtheit (z. B. Grafikdesign) sollten Sie die Brille absetzen.
Wenn die Beschichtung Teil einer verordneten Bildschirmarbeitsplatzbrille ist, trägt Ihr Arbeitgeber in der Regel die Kosten (oder einen Teil davon). Fragen Sie vor dem Kauf am besten in Ihrer Personalabteilung nach.
Ja, für Menschen ohne Sehschwäche gibt es die Blaulichtfilter-Brille mit sogenannten Plan-Gläsern. Sie bietet reinen Schutz und Komfort für die Augen bei intensiver PC-Arbeit.
Zuletzt aktualisiert: April 2026
R+V-Team
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