Zum Hauptinhalt überspringen
Ein Mann macht bei seiner Ärztin einen Belastungs-EKG im Rahmen der jährlichen Vorsorgeuntersuchung.
Prävention + Vorsorge

Vorsorgeuntersuchung Mann: Alle wichtigen Checks im Überblick

Inhalt:

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen helfen dem Mann, gesundheitliche Risiken frühzeitig aufzudecken. Je früher Ärzte eine Erkrankung erkennen, desto besser lässt sie sich behandeln. Das kann Ihr Leben retten. Dennoch nutzen viele Männer Früherkennungsangebote erst bei konkreten Beschwerden. Laut Untersuchungen des Robert Koch-Instituts (RKI) nehmen nur etwa 40 % der Männer die gesetzliche Krebsvorsorge wahr. Das birgt unnötige Risiken. In diesem Ratgeber erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten Checks und erfahren, wie Sie Ihre Gesundheit aktiv schützen.

Auf einen Blick

Das Wichtigste zum Thema „Vorsorgeuntersuchung Mann“

  • Früherkennung kann Leben retten

    Viele schwere Erkrankungen wie Prostatakrebs, Darmkrebs oder Herz-Kreislauf-Leiden verursachen im Anfangsstadium keine Schmerzen. Regelmäßige Checks helfen, Risiken und Vorstufen zu erkennen, bevor Beschwerden auftreten.

  • Gesetzlicher Anspruch ab 18 Jahren

    Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) übernimmt für Männer ab 18 Jahren einen einmaligen Check-up. Ab 35 Jahren stehen Ihnen alle drei Jahre ein allgemeiner Gesundheits-Check sowie alle zwei Jahre ein Hautkrebs-Screening zu.

  • Spezielle Krebsvorsorge ab 45 und 50 Jahren

    Ab 45 Jahren zahlt die Kasse die jährliche Genital- und Prostatauntersuchung beim Urologen. Ab 50 Jahren kommen wichtige Untersuchungen zur Darmkrebs-Früherkennung (Stuhltest oder Darmspiegelung) hinzu.

  • Zusatzleistungen sinnvoll ergänzen

    Sinnvolle Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) wie der PSA-Test zur Prostatavorsorge oder Ultraschalluntersuchungen werden von der GKV meist nicht übernommen. Eine private Zusatzversicherung schützt Sie vor Eigenanteilen und schließt Leistungslücken.

Warum Früherkennung bei Darmkrebs Leben retten kann

Darmkrebs ist nach Lungen- und Bronchialkrebs die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache in Deutschland. Männer betrifft das Risiko besonders stark: Seit 2006 sterben hierzulande anteilig mehr Männer als Frauen an dieser Erkrankung. Laut Daten des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2025 entfielen bei den Todesfällen durch Darmkrebs 54 % auf Männer (rund 13.000 Todesfälle im Auswertungsjahr). Auch bei den stationären Krankenhausbehandlungen machten Männer mit 56 % den Hauptanteil aus.

Obwohl das Risiko ab 50 Jahren deutlich steigt, waren 2025 bundesweit rund 9.100 Menschen unter 50 Jahren wegen Darmkrebs in klinikärztlicher Behandlung. Die positiven Zahlen zeigen jedoch: Dank ausgebauter Früherkennungsprogramme und moderner Therapien ist die Zahl der Todesfälle in den letzten 20 Jahren um 17 % gesunken.

Nutzen Sie deshalb regelmäßig die Angebote zur Krebsvorsorge für den Mann: Früh erkannt oder durch das rechtzeitige Entfernen von Vorstufen vorbeugend behandelt, ist Darmkrebs gut heilbar.

Die wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen für Männer

Welche Kontrollen und Vorsorgeuntersuchungen anstehen, hängt vor allem von Ihrem Alter ab. Sichern Sie sich ab, indem Sie diese Termine regelmäßig wahrnehmen – auch ohne Beschwerden. Zu den zentralen Bausteinen gehören:

Wer übernimmt die Kosten für Ihre Vorsorge?

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) übernimmt die Kosten für alle vorgeschriebenen Standarduntersuchungen in festgelegten Intervallen. Empfiehlt Ihr Arzt bei einem konkreten Verdacht weitere Diagnostik, zahlt die Kasse diese ebenfalls.

Zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen

Wenn Sie zusätzliche Untersuchungen und Checks, wie zum Beispiel den PSA-Test, durchführen lassen, müssen Sie die Kosten hierfür in der Regel selbst tragen. Hier kann sich der Abschluss einer privaten Zusatzversicherung, wie beispielsweise der R+V-Zusatzversicherung Sehhilfen + Vorsorge, lohnen.

Zur R+V-Zusatzversicherung Sehhilfen+Vorsorge

Jetzt informieren und beraten lassen

Haben Sie Fragen zu den R+V-Krankenzusatzversicherungen? Wir beraten Sie persönlich und finden den passenden Schutz für Ihre Lebensphase.

Jetzt Beratungstermin vereinbaren

Gesundheitscheck für Männer: Welche Arztpraxis ist die richtige Anlaufstelle?

Die medizinische Fachwelt bietet Spezialisten für fast jedes Organ. Wir zeigen Ihnen, an wen Sie sich für Ihre Vorsorge wenden.

  • Hausarzt-Praxis

    Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt ist die erste Anlaufstelle. Hier führen Sie allgemeine Routinechecks wie Blutbildanalysen, Urintests oder Herz-Kreislauf-Untersuchungen durch. Entsprechend weitergebildete Hausärzte führen auch ein Hautkrebs-Screening durch.

  • Fachärzte für Urologie

    Urologische Praxen sind auf die Harnwege und die männlichen Geschlechtsorgane spezialisiert. Sie sind die richtigen Ansprechpartner für die Krebsvorsorge beim Mann, insbesondere für Untersuchungen der Prostata und der Hoden.

  • Andrologische Fachpraxen

    Die Andrologie bildet die Männerheilkunde ab. Fachärztinnen und Fachärzte dieser Disziplin behandeln Themen wie Unfruchtbarkeit, hormonelle Störungen (etwa Testosteronmangel), Erektionsstörungen sowie Fragen zur männlichen Verhütung. Auch spezielle Vorsorgeuntersuchungen gehören zu ihrem Spektrum.

  • Dermatologische Fachpraxis

    Hautärzte sind die spezialisierten Ansprechpartner für die Früherkennung von Hautkrebs. Sie untersuchen mit Hilfe eines Auflichtmikroskops (Dermatoskop) Muttermale und auffällige Hautveränderungen am gesamten Körper und beraten Sie zu Ihrem individuellen Hauttyp sowie zu passenden Schutzmaßnahmen.

Welche Vorsorgeuntersuchungen für den Mann in welchem Alter anstehen

Medizinische Empfehlungen orientieren sich an Ihrem Alter, da sich Risikofaktoren im Laufe des Lebens verändern. Im Folgenden erfahren Sie, welche Untersuchungen bis zum 50. Lebensjahr und darüber hinaus wichtig sind.

Einmaliger, allgemeiner Check-up in der Hausarzt-Praxis: Dabei untersucht die Praxis Ihr Blut (Cholesterin, Blutzucker), Ihren Urin und misst Ihren Blutdruck. Ziel ist es, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Nierenleiden frühzeitig aufzudecken.

  • Alle 3 Jahre ein allgemeiner Gesundheits-Check-Up zur Früherkennung verschiedener Krankheiten, z. B. Nieren-, Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes.
  • Alle 2 Jahre erstattet die Kasse die Kosten für ein Hautkrebs-Screening. Dermatologen oder geschulte Hausärzte untersuchen dabei die gesamte Haut inklusive Kopfhaut und sichtbaren Schleimhäuten. Das Screening dauert ca. 10 bis 20 Minuten und hilft, hellen und schwarzen Hautkrebs früh zu erkennen. Die Untersuchung umfasst auch eine Beratung zum eigenen Hauttyp und zu Risikofaktoren.

Prostata- und Genitaluntersuchung: Ab 45 Jahren haben Sie einmal jährlich Anspruch auf eine gezielte Krebsvorsorge beim Mann. Ein Facharzt tastet die Prostata vom Enddarm aus ab und prüft die äußeren Geschlechtsorgane sowie die regionalen Lymphknoten auf Veränderungen.

Darmkrebs-Vorsorge: Mit zunehmendem Lebensalter steigt das Risiko für Darmkrebs. Für Männer ab 50 Jahren übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung wahlweise:

  • von 50 bis 54 Jahren einen jährlichen Stuhltest (iFOBT) auf nicht sichtbares Blut
  • ab 55 Jahren alle 2 Jahre einen Stuhltest
  • oder insgesamt 2 Darmspiegelungen (Koloskopie) im Abstand von mindestens 10 Jahren.

Lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt beraten, welche Option in Ihrem Fall am besten geeignet ist. Bei der Beratung werden auch familiäre Vorbelastungen (wie Krebserkrankungen bei Verwandten) berücksichtigt, um die Intervallabstände bei Bedarf anzupassen.

Um Sie an das Programm zu erinnern, versenden die gesetzlichen Krankenkassen im Alter von 50, 55, 60 und 65 Jahren automatische Einladungsschreiben zur Darmkrebs-Früherkennung.

Untersuchung der Bauchschlagader: Männern ab 65 wird empfohlen, zusätzlich zu den bisherigen Checks ihre Bauchschlagader untersuchen zu lassen. Ab diesem Alter steigt das Risiko, dass die Aorta im Bauch reißt.

Vor allem Raucher und Männer mit Bluthochdruck sind gefährdet. Rund 0,7 % der über 65-Jährigen erleiden eine Ausbuchtung der Bauchschlagader, ein sogenanntes Aneurysma, wodurch es zu inneren Blutungen kommen kann. Denn das Aneurysma wird mit der Zeit größer, wodurch die Aorta reißen kann, weil sie dem Zug nicht mehr standhält.

Die große Gefahr entsteht dadurch, dass Betroffene ein Aneurysma zunächst nicht bemerken. Beschwerden treten erst in einem sehr späten Stadium auf, wenn schon akute Lebensgefahr besteht. Bei der Untersuchung wird die Bauchschlagader mittels Ultraschall gescreent.

Dies dauert nur ein paar Minuten und ist völlig schmerzfrei. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen das Screening für Menschen ab 65 einmalig.

Wie oft sollten Sie zur Vorsorgeuntersuchung gehen?

Nutzen Sie die Angebote der gesetzlichen Krankenkassen für Vorsorgeuntersuchungen auch dann, wenn Sie sich kerngesund fühlen. So verringern Sie das Risiko deutlich, dass eine Erkrankung lange unentdeckt bleibt.

Leiden Sie bereits unter Beschwerden oder sind bei Ihnen oder in Ihrer Familie bereits bestimmte Krankheiten aufgetreten, sollten Sie eventuell häufiger zur Vorsorge gehen. Lassen Sie sich hierzu individuell ärztlich beraten.

Das können Sie selbst für Ihre Gesundheitsvorsorge tun

Neben den medizinischen Vorsorgeuntersuchungen können Sie auch selbst eine ganze Menge tun, um Erkrankungen vorzubeugen. Hier ein paar Tipps:

  • Gesundes Gewicht halten

    Viele Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck und Arteriosklerose sind die Folge von Übergewicht. Auch Knochen und Gelenke werden verstärkt beansprucht und verschleißen schneller.

  • Ausgewogen ernähren

    Setzen Sie auf reichlich pflanzliche Lebensmittel, reduzieren Sie Zucker und den Konsum von rotem Fleisch. Eine ausgewogene Ernährung bedeutet, sich abwechslungsreich, vielseitig und bunt zu ernähren.

  • Regelmäßig bewegen

    Regelmäßiger Sport, Fahrradfahren, Schwimmen oder auch Gartenarbeit senken das Risiko, an Krebs zu erkranken. Und Bewegung steigert nicht nur die körperliche Fitness, sie ist auch gut für den Geist.

  • Rauchfrei leben

    9 von 10 Menschen mit Lungenkrebs sind Raucher. Auch das Risiko für Herzkrankheiten, Bluthochdruck, Schlaganfälle und chronische Bronchitis ist bei Rauchern deutlich erhöht.

  • Alkohol reduzieren

    Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) empfiehlt Männern, möglichst wenig Alkohol zu trinken und mindestens 2 bis 3 alkoholfreie Tage pro Woche einzulegen.

FAQs

Häufige Fragen und Antworten zum Thema „Vorsorgeuntersuchung Mann“

Zwischen 18 und 34 Jahren übernimmt die gesetzliche Krankenkasse einen einmaligen Gesundheits-Check-up.

Ab 35 Jahren haben Männer alle 3 Jahre Anspruch auf den Check-up (Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin, Urin) sowie alle 2 Jahre auf ein Hautkrebs-Screening.

Die gesetzliche Krebsvorsorge für den Mann zur Früherkennung von Prostatakrebs beginnt ab dem 45. Lebensjahr. Die Kosten für die jährliche Tastuntersuchung beim Urologen oder Andrologen werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Der PSA-Test (Bestimmung des Prostataspezifischen Antigens im Blut) ist im Rahmen der reinen Früherkennung eine Selbstzahlerleistung (iGeL). Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten in der Regel nur bei einem begründeten Verdacht oder zur Verlaufskontrolle. Private Zusatzversicherungen erstatten diesen Test häufig.

Männer können ab 50 Jahren jährlich einen immunologischen Stuhltest (iFOBT) durchführen lassen oder sich für eine Darmspiegelung (Koloskopie) entscheiden. Da Männer ein höheres Risiko für Darmkrebs tragen, bezahlt die Kasse die Koloskopie bei Männern bereits ab 50 Jahren (bei Frauen erst ab 55 Jahren).

Der allgemeine Gesundheits-Check-up 35 kann ab dem vollendeten 35. Lebensjahr alle 3 Jahre über die gesetzliche Krankenversicherung in Anspruch genommen werden.

Die Ärztin oder der Arzt führt ein Anamnesegespräch durch, untersucht die äußeren Geschlechtsorgane (Hoden und Penis) und tastet die Prostata vorsichtig vom Enddarm aus ab. Zudem werden die umliegenden Lymphknoten kontrolliert. Die Untersuchung dauert meist nur wenige Minuten und ist schmerzfrei.

Ja. Bei familiärer Vorbelastung (z. B. Prostatakrebs oder Darmkrebs bei Verwandten 1. Grades) zahlen Kassen die Vorsorge oft schon früher. Zudem empfiehlt sich für junge Männer ab 18 Jahren das regelmäßige monatliche Selbstabtasten der Hoden zur Früherkennung von Hodenkrebs.

Jetzt Vorsorge-Check starten

Wir bieten Ihnen einen unverbindlichen Vorsorge-Check und blicken gemeinsam auf die drei relevanten Vorsorgefelder: Einkommensschutz, Altersvorsorge und Gesundheitsvorsorge.

Zum Vorsorge-Check

Produkte zu diesem Ratgeber-Artikel

Das könnte Sie auch interessieren

Zuletzt aktualisiert: September 2026

R+V-Team

Mehr als nur die Versicherung! Das R+V-Team schreibt über Erfahrungen sowie Kenntnisse rund um die Produktpalette der R+V. So arbeitet ein bunt gemischtes Team daran, die Faszination und das Wissen für alles rund um das Thema Versicherungen zu teilen.