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Ein Krankenpfleger nimmt einer jungen Frau Blut ab für das große Blutbild.
Prävention + Vorsorge

Das Große Blutbild: Wann ist es sinnvoll?

Inhalt:

Fühlen Sie sich oft abgeschlagen oder leiden Sie unter häufigen Infekten? Ein großes Blutbild bietet Ihnen hier Klarheit und ist ein wichtiger Baustein Ihrer Vorsorge. In diesem Ratgeber erfahren Sie, worin genau der Unterschied zum kleinen Blutbild liegt und welche Bedeutung die einzelnen Werte für Ihre Gesundheit haben. Ob als Routine-Check oder bei konkreten Beschwerden – wir erläutern Ihnen alle wichtigen Laborwerte verständlich, damit Sie eine sichere Basis für Ihr nächstes Arztgespräch haben.

Auf einen Blick

Das Wichtigste zum Thema „Großes Blutbild“

  • Umfang der Untersuchung

    Ein großes Blutbild ergänzt die Werte des kleinen Blutbilds um das sogenannte Differential-Blutbild, das Ihre weißen Blutkörperchen (Leukozyten) detailliert in 5 Untergruppen aufschlüsselt.

  • Aussagekraft für Ihre Gesundheit

    Die Analyse hilft Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt dabei, Infektionen, Entzündungen oder Blutarmut präzise zu diagnostizieren und gibt wichtige Hinweise auf die Funktion Ihrer Organe.

  • Kosten und Vorsorge-Intervalle

    Für gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren übernimmt die Krankenkasse alle 3 Jahre die Kosten im Rahmen des Check-ups, während die Untersuchung für Selbstzahler meist bei rund 100 EUR liegt.

Was ist ein großes Blutbild?

Ein großes Blutbild gibt Ihnen einen detaillierten Überblick über Ihre Blutwerte. Es umfasst alle Werte des kleinen Blutbilds, wie zum Beispiel die Anzahl der roten und weißen Blutkörperchen. Im kleinen Blutbild werden allerdings weniger Werte geprüft. Für die Blutuntersuchung entnimmt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt eine Blutprobe aus der Vene. Ein Fachlabor wertet diese anschließend mit modernen Zählautomaten aus. 

Diese Werte bestimmt das Labor beim kleinen Blutbild

  • Rote Blutkörperchen (Erythrozyten)
  • Weiße Blutkörperchen (Leukozyten)
  • Roter Blutfarbstoff (Hämoglobin)
  • Anteile der Zellen im Blut (Hämatokrit)
  • Blutplättchen (Thrombozyten)
  • Mittleres Zellvolumen eines roten Blutkörperchens
  • Mittlere Konzentration von Hämoglobin eines einzelnen roten Blutkörperchens
  • Mittlere Konzentration von Hämoglobin in allen roten Blutkörperchen

Beim großen Blutbild werden zusätzlich diese Werte kontrolliert

Zu dem großen Blutbild gehört neben den Werten des kleinen Blutbildes auch das sogenannte Differentialblutbild. Hierbei untersucht das Labor verschiedene Typen der Leukozyten und bestimmt deren prozentualen Anteil im Blut . Dies sind:

  • Stab- und segmentkernige Granulozyten
  • Eosinophile und basophile Granulozyten
  • Monozyten
  • Lymphozyten

Warum wird ein großes Blutbild gemacht?

Ein großes Blutbild gibt Aufschluss über eine mögliche Blutarmut. Es macht zudem akute oder chronische Infektionen in Ihrem Körper sichtbar. Anhand der Werte erkennt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt zudem organische Probleme, etwa an Ihren Nieren oder Ihrer Leber. Darüber hinaus kann die Untersuchung einen Mineralstoff- oder Vitaminmangel aufdecken.Dabei werden keine Vitamine oder Mineralien untersucht, sondern Verschiebungen der anderen Blutwerte lassen darauf schließen. Um Gewissheit zu haben, müssen dann Mineralien, Spurenelemente oder Vitamine im Speziellen untersucht werden.

Müssen Sie für das große Blutbild nüchtern erscheinen?

Bestimmte Getränke und Lebensmittel können die Werte des großen Blutbildes verfälschen. Dies gilt insbesondere für Werte, die Auskunft über den Zucker- oder Fettstoffwechsel geben. Trinken Sie daher vor der Blutentnahme nur Wasser.

Meistens werden die Blutuntersuchungen frühmorgens gemacht, dann ist die Periode des „Fastens“ nicht so lange.

So optimieren Sie Ihren Gesundheitsschutz

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) bietet Ihnen lediglich eine Grundversorgung. Für Zahnersatz oder eine Unterbringung im Ein- und Zweibettzimmer bei einem Krankenhausaufenthalt müssen Sie z. B. einen Großteil oder sogar alle Kosten selbst tragen.

Mit den R+V-Krankenzusatzversicherungen können Sie diese Kosten deutlich reduzieren und sich eine bessere medizinische Versorgung leisten.

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Das sind die Normalwerte im großen Blutbild

Die Normalwerte des großen Blutbilds können je nach Geschlecht etwas unterschiedlich sein. In der Tabelle finden Sie eine Übersicht. Allerdings sind die Werte nur ein Richtwert und können individuell variieren. Daher sollten Sie die Blutwerte immer mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen.

Wert Frauen Männer
Erythrozyten 4,3 bis 5,2 Mio/μl 4,8 bis 5,9 Mio/μl
Leukozyten 4.000 bis 10.000/μl 4.000 bis 10.000/μl
Thrombozyten 150.000 bis 400.000/μl 150.000 bis 400.000/μl
Hämatokrit 37 bis 47 % 40 bis 54 %
Hämoglobin 12 bis 16 g/dl 14 bis 18 g/dl
Mittleres Zellovolumen eines roten Blutkörperchens (MCV) 78 bis 94 fl (Anmerkung: 1 fl ist 1 Femtoliter, also 1 Billiardstel Liter) 78 bis 94 fl
Mittlere Konzentration von Hämoglobin eines einzelnen roten Blutkörperchens (MCH) 28 bis 34 pg (Anmerkung: 1 pg ist 1 Pikogramm, also 1 Billionstel Gramm) 28 bis 34 pg
Mittlere Konzentration von Hämoglobin in allen roten Blutkörperchen (MCHC) 30 bis 36 g/dl (Anmerkung: 1 dl ist 1 Deziliter, also 100 Milliliter)  30 bis 36 g/dl
Stabkernige Granulozyten 3 bis 5 % 3 bis 5 %
Segmentkernige Granulozyten 54 bis 62 % 54 bis 62 %
Basophile Granulozyten 0 bis 1 % 0 bis 1 %
Eosinophile Granulozyten 1 bis 4 % 1 bis 4 %
Monozyten 3 bis 8 % 3 bis 8 %
Lymphozyten 25 bis 45 % 25 bis 45 %

 

Die wichtigsten Werte im Überblick

Die Blutwerte können Verdachtsdiagnosen bestätigen oder auch aufdecken, woher bestimmte Symptome wie beispielsweise Dauermüdigkeit kommen. Trotzdem müssen leichte Abweichungen der Normalwerte nicht gleich Anlass zur Sorge sein.

Wenn die Werte allerdings deutlich verändert sind, sollten weitere Untersuchungen erfolgen. Die Bedeutung der wichtigsten Werte haben wir für Sie zusammengefasst:

  • Erythrozyten

    Erythrozyten sind Ihre roten Blutkörperchen. Sie stellen den größten Anteil in Ihrem Blut dar und transportieren Sauerstoff in Ihre Zellen.

    Ist der Erythrozyten-Wert zu niedrig, liegt eine Anämie, also Blutarmut, vor. Dies kann unter anderem einen Eisenmangel oder auch eine Nierenerkrankung verursachen. Liegt gleichzeitig eine (Thrombozytopenie) oder ein Mangel an Leukozyten (Leukopenie) vor, kann zum Beispiel auch das Knochenmark erkrankt sein.

    Sind zu viele Erythrozyten im Blut (Polyglobulie), ist häufig Sauerstoffmangel die Ursache. Dies geht oft mit Bluthochdruck oder Durchblutungsstörungen einher.

  • Hämoglobin

    Hämoglobin ist ein eisenhaltiges Protein. Es verleiht Ihrem Blut die rote Farbe.

    Enthält das Blut im Rahmen einer Anämie zu wenig Hämoglobin, kann dies auf einen Mangel an Eisen, Folsäure oder Vitamin B12 hinweisen.

    Ein erhöhter Wert (Polyglobulie) entsteht schnell bei Flüssigkeitsmangel. Aber auch starke Raucher haben oft zu viel Hämoglobin im Blut.

  • Leukozyten

    Die Leukozyten sind Ihre weißen Blutkörperchen. Sie werden im Knochenmark gebildet und schützen den Körper vor Infektionen. Sie befinden sich im Blut, im Gewebe, den Lymphknoten und Schleimhäuten. Es gibt verschiedene Typen der Leukozyten: die Granulozyten, Monozyten und Lymphozyten.

    Bei zu hoher Anzahl von Leukozyten im Blut sprechen Ärzte von einer Leukozytose. Diese tritt zum Beispiel bei Entzündungen, Allergien, Vergiftungen oder Stoffwechselstörungen auf. Aber auch Stress, Rauchen oder die Einnahme bestimmter Medikamente können die Leukozytenanzahl im Blut ansteigen lassen.

    Sind zu wenig Leukozyten im Blut, liegt eine sogenannte Leukopenie vor. Diese kann zum Beispiel im Rahmen einer Chemotherapie oder durch bestimmte Viruserkrankungen entstehen.

  • Thrombozyten

    Die Thrombozyten (Blutplättchen) sind für Ihre Blutgerinnung lebenswichtig. Bei Gefäßverletzungen heften sie sich an, verklumpen (Aggregation) und bilden innerhalb von Sekunden einen Pfropf, um Blutungen zu stoppen.

    Bei zu vielen Thrombozyten im Blut liegt eine Thrombozytose vor. Dies kann nach Operationen oder Geburten der Fall sein, aber auch auf schwerwiegende Erkrankungen hindeuten wie chronische Darmkrankheiten oder Tumore.

    Bei einer Thrombozytopenie ist der Wert zu niedrig. Dadurch kann es zu Blutungen kommen. Auslöser für den Mangel können zum Beispiel Infektionen, Verletzungen, Autoimmunerkrankungen, Schwangerschaft oder Vitaminmangel sein.

    Der Wert normalisiert sich oft wieder von allein. Liegt allerdings eine schwere Thrombozytopenie vor (ab einem Wert < 10.000 pro Mikroliter Blut), müssen Betroffene Thrombozyten-Konzentrate erhalten.

  • Lymphozyten

    Die Lymphozyten sind vor allen in lymphatischen Organen wie der Milz, den Mandeln oder den Lymphknoten vorhanden. Sie schützen den Körper vor Bakterien.

    Eine Lymphopenie (Mangel) kann z. B. bei Stress, einer Erkrankung des Immunsystems oder durch eine Kortisontherapie entstehen.

    Ein erhöhter Wert (Lymphozytose) deutet häufig auf eine Infektion durch Viren oder Bakterien hin. Gerade bei Kindern passiert dies oft, wenn sie einen Infekt haben.

  • Granulozyten

    Granulozyten sind wichtige Helfer unseres Immunsystems, denn sie schützen uns vor Infektionen. Es gibt die neutrophilen, basophilen und eosinophilen Granulozyten.

    Die neutrophilen Granulozyten sind meist erhöht, wenn der Körper mit einem Infekt zu kämpfen hat. Dann werden viele Granulozyten freigesetzt, um die Erreger zu bekämpfen. Aber auch ein niedriger Wert kann auf eine Erkrankung hindeuten.

    Die eosinophilen Granulozyten bekämpfen Eindringlinge wie Parasiten. Liegt ein Befall vor, ist der Wert meist erhöht. Auch eine allergische Reaktion lässt den Wert ansteigen. Ein Mangel liegt hingegen oft bei Stress oder Burn-out vor.

    Die basophilen Granulozyten sind vor allem im Gewebe des Körpers angesiedelt und unterstützen ebenfalls unser Immunsystem. Ein erhöhter Wert ist selten, kann jedoch zum Beispiel bei Diabetes vorkommen. Ist der Wert zu niedrig, spricht das oft für eine sehr starke Infektion.

Was kostet ein großes Blutbild und wer trägt die Kosten?

Ab dem Alter von 35 Jahren wird ein großes Blutbild alle 3 Jahre empfohlen. Die Kosten hierfür trägt die gesetzliche Krankenkasse. Sie übernimmt auch die Kosten, wenn das Blutbild aufgrund einer Erkrankung oder von Symptomen notwendig ist.

Soll das Blutbild auf Ihren eigenen Wunsch häufiger gemacht werden, müssen Sie die Kosten meist selbst tragen. Hierfür fallen Kosten von rund 100 EUR an. Da ist es gut, wenn Sie eine private Zusatzversicherung haben.

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FAQs

Häufige Fragen und Antworten zum großen Blutbild

In der Regel erhalten Sie Ihre Ergebnisse innerhalb von 1 bis 2 Werktagen. Da Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Probe an ein Fachlabor sendet, hängt die Dauer von den dortigen Kapazitäten und dem Postweg ab.

Ein großes Blutbild ist kein spezifischer Krebstest, liefert aber wichtige erste Hinweise. Stark veränderte Werte bei den Leukozyten können zum Beispiel ein Indiz für eine Leukämie sein, erfordern dann aber immer weitere, spezialisierte Untersuchungen.

Dieser Rhythmus ist gesetzlich für den allgemeinen Gesundheits-Check-up festgelegt. Besteht jedoch ein medizinischer Verdacht oder leiden Sie unter konkreten Symptomen, übernimmt Ihre Versicherung die Kosten für ein großes Blutbild in der Regel auch in kürzeren Abständen.

Wenn Sie für das große Blutbild nüchtern sein müssen, sollten Sie auf Kaffee verzichten, auch auf schwarzen. Inhaltsstoffe wie Koffein können Stoffwechselprozesse beeinflussen und so Ihre Blutwerte verfälschen.

Das kleine Blutbild untersucht die Basiszellen Ihres Blutes, wie rote und weiße Blutkörperchen sowie die Blutplättchen. Das große Blutbild geht einen entscheidenden Schritt weiter: Es schlüsselt die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) in ihre 5 Untergruppen auf, um die Ursache von Infektionen oder Entzündungen genauer zu bestimmen.

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Zuletzt aktualisiert: April 2026

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