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Prävention

Was ist HPV?

HPV steht für das Humane Papillomvirus. Es gehört zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Sichtbar wird diese in Form von Genitalwarzen oder auch Warzen auf der Haut. HPV kann auch zu bösartigen Tumoren führen. Frauen wie auch Männer stecken sich gleichermaßen mit dem Virus an. Lesen Sie hier mehr zum Thema.

Welche Ursachen führen zu HPV?

Menschen infizieren sich mit dem Humanen Papillomvirus über einen direkten Haut- bzw. Schleimhautkontakt. Die Viren dringen über kleinste Hautverletzungen in den Körper ein.

Folgende Übertragungswege sind möglich:

 

  • Sehr enger körperlicher Kontakt: Auch wenn beim Geschlechtsverkehr ein Kondom benutzt wird, kann eine Ansteckung aufgrund von Schmierinfektion möglich sein.

  • Kontakt mit infizierten Gegenständen: z. B. Sexspielzeug, Toilettenbrille.

  • Nach der Geburt: Wenn eine an HPV erkrankte Mutter das Virus an ihr Kind weitergibt.

Die Art der Folgeerkrankung hängt vom jeweiligen HPV-Typ ab, mit dem man sich infiziert hat.

Diese HPV-Typen gibt es

Es gibt zirka 200 verschiedene HPV-Typen. Von diesen führen die meisten entweder zu keinen Symptomen oder lediglich zu harmlosen Hautwarzen. 40 davon infizieren jedoch die Schleimhaut der Genitalien. Man unterteilt diese wiederum in weitere Untergruppen – je nachdem, wie häufig sie Krebs auslösen.

 

Niedrigrisiko-Typen (low-risk-HPV) lösen meist keine gefährlichen Genitalwarzen aus. Das Krebsrisiko ist niedrig. Es bilden sich gutartige Gewebswucherungen im Genital- und Analbereich, die man Feigwarzen (Condylomata acuminata) nennt. Sie heilen entweder spontan ab oder bleiben über mehrere Monate oder Jahre.

Hochrisiko-Typen (high-risk-HPV) hingegen führen zu Veränderungen des Gewebes, aus denen sich über die Jahre bösartige Tumore entwickeln können – bei Frauen am häufigsten in Form von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom). Bei Männern kann es z. B. zu Peniskrebs führen.

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Wie wird eine Diagnose gestellt?

Ihre Ärztin oder Ihr Arzt befragt Sie in einem Anamnese-Gespräch zu den möglicherweise auftretenden Symptomen, die auf eine Infektion mit HPV hindeuten könnten. Gibt es beispielsweise Hautveränderungen? Ist im Genital- oder Analbereich Juckreiz oder Brennen vorhanden? Gibt es Blutungen oder Gewebeveränderungen in Form von Warzen? Haben Sie häufig wechselnde Sexualpartner? Auch Vorerkrankungen spielen eine Rolle, vor allem wenn es sich um solche handelt, die das Immunsystem schwächen.

Im Anschluss erfolgt eine Untersuchung. Etwa auf HPV-Merkmale wie Warzen. Die Ärztin bzw. der Arzt kann diese entfernen und zur Untersuchung in ein Labor schicken. Auch der Genitalbereich wird untersucht. Bei Frauen geschieht dies regelmäßig bei der Vorsorgeuntersuchung durch die Frauenärztin oder den Frauenarzt. Von HPV möglicherweise ausgelöste Wucherungen können dabei erkannt werden.

Bei Männern erfolgt die Untersuchung durch die Urologin oder den Urologen.

Mittels eines Zellabstrichs vom Gebärmutterhals („Pap-Test“, Namensgeber ist der Arzt Georges Papanicolaou) kann festgestellt werden, ob eine Frau an Gebärmutterhalskrebs erkrankt ist. Diese Untersuchung wird ab 20 Jahren bei den Vorsorgeuntersuchungen bei der Frauenärztin oder dem Frauenarzt vorgenommen und von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Bei Auffälligkeiten wird Gewebe entnommen und noch einmal genauer untersucht (Biopsie).

Beim HPV-Test kann das Humane Papillomvirus festgestellt werden, etwa über den Gebärmutterhals. Sollte ein Pap-Test auffällig sein, so kann ein zusätzlicher HPV-Test durchgeführt werden. Das Testergebnis legt den genauen Virustyp offen, sodass ein bösartiger Tumor oder Vorstufen davon frühzeitig erkannt werden können. Im Fall eines positiven Tests erfolgen weitere Abstriche – bis wieder ein negatives Testergebnis vorliegt.

Dafür wird, ebenfalls wie beim Pap-Test, ein Abstrich vom Gebärmutterhals genommen. Die Probe wird ins Labor eingeschickt und dort auf HPV untersucht. Die Kosten für den Test werden nicht immer von den Krankenkassen übernommen. Er ist derzeit nur für Frauen ab dem 30. Lebensjahr, zusammen mit dem Pap-Test empfohlen, da Symptome in jüngeren Jahren meist von selbst wieder verschwinden und sich Gebärmutterhalskrebs erst viele Jahre nach der eigentlichen Infektion bildet – im Schnitt nach 15 Jahren. Trotzdem kann der HPV-Test bei einem auffälligen Zellabstrich auch in jüngeren Jahren vorgenommen werden.

Möchten Sie mehr zum Thema Vorsorge-Untersuchungen erfahren, dann wenden Sie sich gern an unsere Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner der R+V.

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Wie wird HPV behandelt?

In den meisten Fällen heilen HPV-Infektionen innerhalb von einigen Monaten durch Immunzellen von selbst ab. 90 Prozent aller Infektionen mit HPV kurieren nach zirka zwei Jahren aus. Nur wenige Patientinnen und Patienten erleiden daraus resultierend eine Krebserkrankung. Eine Infektion mit HPV schützt übrigens nicht vor einer erneuten Ansteckung.

Die Behandlungsmethoden hängen vom Krankheitsbild der zugrunde liegenden HPV-Typen ab. Sie reichen vom Vereisen der Warzen, über Elektrokauterisation, bei der verändertes Gewebe mittels Strom zerstört wird, bis hin zu operativen Eingriffen. Etwa die Lasertherapie, bei der auffälliges Gewebe herausgeschnitten und danach verdampft wird. Im Fall einer Krebsdiagnose durch HPV kann auch eine Chemo- und/oder Strahlentherapie notwendig werden.

Spezielle Medikamente wie Cremes, mit denen die Warzen behandelt werden, können ebenfalls verschrieben werden.

Wie beugt man einer HPV-Infektion vor?

Ein gutes Immunsystem und eine gute Hygiene bieten generell Schutz vor HPV. Sollte jemand, mit dem Sie engeren Kontakt pflegen, beispielsweise Warzen haben, vermeiden Sie es, Handtücher oder Kleider zu teilen bzw. auszutauschen. In fremder Umgebung wie Hotelzimmern, in der Sauna oder öffentlichen Bädern können Sie sich außerdem mit dem Tragen von (Bade-)Schuhen schützen.

 

In welchem Alter ist eine Impfung gegen HPV sinvoll?

Seit 2007 empfiehlt die STIKO (Ständige Impfkommission) des RKI (Robert Koch-Instituts) eine HPV-Impfung für alle Mädchen zwischen neun und 14 Jahren. Im besten Fall noch vor dem ersten Geschlechtsverkehr. Mädchen werden durch die Impfung vor Gebärmutterhalskrebs geschützt.

Seit 2018 wird auch Jungen im Alter von neun bis 14 Jahren diese Impfung empfohlen, da diese auch das Risiko senkt, an Penis- oder Analkrebs sowie an Tumoren in Mund- und Rachenverkehr (durch Oralsex) zu erkranken. Sind auch Jungen durch die Impfung vor HPV geschützt, geben sie diese Viren nicht mehr an ihre Sexualpartnerinnen oder Sexualpartner weiter. In der Regel werden zwei Impfdosen im Abstand von fünf Monaten verabreicht.

Weil es schon beim ersten Geschlechtsverkehr möglich ist, sich mit HPV-Viren zu infizieren und die Impfung dann weit weniger effektiv ist, wird sie bereits vor der ersten sexuellen Aktivität empfohlen. Die Kosten übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen.

HPV-Impfung im Erwachsenenalter

Generell ist es möglich, sich auch als Erwachsener noch gegen HPV-Viren impfen zu lassen. Ob die Kosten dafür erstattet werden, hängt von der jeweiligen Krankenkasse ab.

Die HPV-Impfungen (es gibt derzeit zwei Arten von HPV-Impfstoff), gelten beide als gut verträglich. Die häufigsten Nebenwirkungen betreffen Haut-Reaktionen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Müdigkeit. Diese Symptome klingen in der Regel nach kurzer Zeit von selbst wieder ab. Sollten Sie andauern oder Sie andere Nebenwirkungen feststellen, holen Sie bitte ärztlichen Rat ein.

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Welche Kasse übernimmt die Kosten für die HPV-Vorsorgeuntersuchung?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die gynäkologische Vorsorgeuntersuchung, sowie die HPV-Impfung für Kinder unter 18 Jahren. Wenn die Ärztin oder der Arzt weitere Untersuchungen empfiehlt, zum Beispiel bei verdächtigen Befunden, werden diese ebenfalls übernommen. 

Möchten Sie jedoch zusätzliche Untersuchungen wie einen jährlichen Pap-Test, obwohl Sie bereits älter als 35 Jahre sind oder eine HPV-Impfung im Erwachsenenalter, müssen Sie die Kosten dafür normalerweise selbst tragen.

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