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    Prävention

    Krebsvorsorge für Frauen: So wichtig ist die gynäkologische Untersuchung

    Brustkrebs ist mit etwa 30 Prozent die häufigste Todesursache von Frauen weltweit. Rund 18.000 Frauen sterben jährlich am bösartigen Mammakarzinom. Die gynäkologische Krebsvorsorge (Krebsfrüherkennung) dient dazu, eventuelle Veränderungen oder Auffälligkeiten der Geschlechtsorgane rechtzeitig zu entdecken und einer Erkrankung, zum Beispiel Brust- oder Gebärmutterhalskrebs, vorzubeugen. Denn je früher ein Tumor oder seine Vorstufen erkannt und behandelt werden, desto größer sind die Heilungschancen.

    Ab welchem Alter sollten Frauen zur Krebsvorsorge

    Die erste gynäkologische Untersuchung erfolgt bei den meisten Frauen wohl, wenn sie sich mit dem Thema Verhütung befassen oder sich für eine HPV-Impfung zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs entscheiden. Möchten sie die „Anti-Baby-Pille“ verschrieben bekommen oder steht die Frage nach anderen Verhütungsmitteln wie z. B. einer Spirale im Raum, ist die Untersuchung beim Frauenarzt unerlässlich. Die HPV-Impfung kann auch der Kinder- oder Hausarzt durchführen.

    Die gynäkologische Untersuchung speziell zur Krebsvorsorge wird ab dem 20. Lebensjahr angeraten. Ab diesem Alter kommen die gesetzlichen Krankenkassen einmal jährlich dafür auf. Mit zunehmendem Alter ändern sich die Empfehlungen für Art und Häufigkeit der Untersuchungen sowie die Kostenübernahme durch die Kassen.

    Was wird bei der Krebsvorsorge untersucht?

    Die reguläre Krebsvorsorge beinhaltet unterschiedliche Untersuchungen je nach Alter der Frau:

    Frauen zwischen 20 und 35 Jahren können einmal jährlich eine Vorsorgeuntersuchung in Anspruch nehmen, bei der die inneren Genitalien abgetastet werden. Außerdem nimmt die Ärztin oder der Arzt einen Abstrich von Gebärmutter und Gebärmutterhals, den sogenannten Pap-Test. Der Pap-Test ist ein zytologischer Test, bei dem die entnommenen Zellen dann im Labor mikroskopisch auf Veränderungen untersucht werden. So soll Gebärmutter- bzw. Gebärmutterhalskrebs rechtzeitig erkannt werden.

    Ab dem 30. Lebensjahr erfolgt zusätzlich eine Untersuchung der Brust, wobei diese genauestens abgetastet wird, um zum Beispiel Knoten aufzuspüren. 

    Seit Januar 2020 gibt es eine neue gesetzliche Regelung, dass die Krankenkassen die Kosten für den Abstrich vom Gebärmutterhals nur noch alle drei Jahre übernehmen. Viele Frauenärzte raten dennoch dazu, die Untersuchung jährlich durchführen zu lassen. Dies geschieht dann allerdings auf eigene Kosten der Patientin. Die Kosten liegen etwa zwischen 25 und 50 Euro und können je nach Praxis variieren, erfragen Sie diese am besten bei Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt. 

    Weiterhin werden jährlich die Tastuntersuchungen der inneren Genitalien und der Brust übernommen.

    Zusätzlich zu den bisherigen Untersuchungen wird Frauen ab dem 50. Lebensjahr alle zwei Jahre zu einer Mammographie geraten, um Brustkrebs bereits in einem frühen Stadium zu erkennen. Bei dieser Untersuchung wird die Brust geröntgt, um eventuelle Veränderungen festzustellen. Die Untersuchung dauert wenige Minuten, anschließend beurteilen zwei Radiologen voneinander unabhängig die Röntgenbilder.

    In Deutschland gibt es ein Mammographie-Screening-Programm, durch das Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre eine schriftliche Einladung  für die Mammographie erhalten. Ob Frauen diese annehmen, muss jede selbst entscheiden. Eine Überweisung zur Mammogaphie ist nicht notwendig, die Krankenkassen übernehmen die Kosten bis zum 70. Lebensjahr. Sollten sich in jüngeren Jahren bei der Tastuntersuchung Auffälligkeiten der Brust zeigen, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Mammographie auch vor dem 50. Lebensjahr. 

    Neben der Mammographie steht ab dem 50. Lebensjahr auch jährlich eine rektale Tastuntersuchung auf dem Plan. Dabei können Tumore im Enddarm getastet werden. Außerdem kann die Frauenärztin oder der Frauenarzt Enddarm und Scheide gleichzeitig tasten und so die Haltebänder der Gebärmutter und der Beckenwand beurteilen. Diese Untersuchung heißt rekto-vaginale Untersuchung.

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    Wie läuft die gynäkologische Krebsvorsorge ab?

    Bei der regelmäßigen Krebsvorsorge führen die Frauenärztin oder der Frauenarzt, je nach Alter der Frau, eine Reihe routinemäßiger Untersuchungen durch.

    Zu Beginn der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung erfolgt die Anamnese. Die Frauenärztin oder der Frauenarzt befragt die Patientin zu folgenden Themen:

    • aktuelle Beschwerden
    • familiäre Vorbelastung durch Krebserkrankungen
    • Menstruationszyklus
    • Verhütung
    • mögliche Zwischenblutungen oder anderer Ausfluss aus der Scheide
    • andere Erkrankungen
    • Einnahme von Medikamenten

    Nach der Anamnese nimmt die Frau auf dem gynäkologischen Stuhl Platz, auf dem sie ihre Füße aufstützt und der Unterleib leicht angehoben wird. Zunächst tastet die Ärztin oder der Arzt die Lymphknoten im Beckenbereich wie Leiste und Unterleib ab. Außerdem werden die äußeren Geschlechtsorgane optisch auf Auffälligkeiten wie Rötungen oder Verletzungen untersucht.

    Anschließend erfolgt die vaginale Untersuchung mit einem Spekulum. Die Ärztin oder der Arzt führt das Spekulum mithilfe eines Gleitmittels vorsichtig in die Scheide ein. Es dient dazu, diese leicht zu spreizen, damit die Ärztin bzw. der Arzt den Muttermund gut erkennen kann. Im Rahmen dieser Untersuchung kann auch der Pap-Test, der Abstrich vom Gebärmutterhals, erfolgen. Dafür werden, zum Beispiel mit einem Wattestäbchen, durch den Abstrich Zellen entnommen und untersucht.

    Nun erfolgt die Tastuntersuchung der Scheide. Mit dem Zeigefinger tastet die Ärztin oder der Arzt die Scheide auf kleine Knötchen oder andere Auffälligkeiten ab und testet die Dehnbarkeit des Gewebes. Mit der zweiten Hand, die auf dem unteren Bauchraum aufliegt, werden zudem die Gebärmutter und die Eierstöcke getastet. 

    Bei Verdacht auf Veränderungen durch die Tastuntersuchung kann zusätzlich eine Ultraschall-Untersuchung der inneren Geschlechtsorgane erfolgen. Der Ultraschallkopf ist so konzipiert, dass er in die Scheide eingeführt werden kann.

    Zuletzt steht noch die Untersuchung der Brust an. Diese tastet die Ärztin oder der Arzt rundherum ab, um Veränderungen des Gewebes zu spüren oder Schmerzen zu erkennen. Zusätzlich ist es sinnvoll, dass Sie selbst regelmäßig Ihre Brust auf möglich Veränderungen abtasten (siehe unten). 

    Der Pap-Test

    Der Abstrich des Gebärmutterhalses (Pap-Test) soll Veränderungen der Zellen rechtzeitig aufdecken

    Der Name „Pap-Test“ leitet sich ab von seinem Erfinder, dem griechischen Arzt George Papanicolaou.

    Für den Pap-Test wird der entnommene Abstrich im Labor mit einer speziellen Lösung angefärbt, wodurch die Zellen sichtbar werden und ihr Aussehen beurteilt werden kann. Anhand einer speziellen Tabelle wird der Befund bestimmt.

    Es gibt insgesamt sieben verschiedene Kategorien von „unauffällig“ über „entzündliche Veränderung“ bis hin zur Diagnose „Gebärmutterhalskrebs“.

    Je regelmäßiger der Test gemacht wird, umso geringer ist das Risiko, dass entartete Zellen zu spät erkannt werden. Frauenärzte empfehlen einen jährlichen Test. Ab dem 35. Lebensjahr übernehmen die gesetzlichen Kassen die Gebühren für diese Untersuchung allerdings nur noch alle drei Jahre (siehe oben).

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    Die Brust selbst abtasten

    Zusätzlich zur Vorsorgeuntersuchung durch den Frauenarzt sollten Frauen ihre Brust regelmäßig selbst abtasten. Der beste Zeitpunkt dafür ist zwischen dem dritten und siebten Tag nach Beginn der Menstruation. Die Brust ist dann weich und Veränderungen im Gewebe gut tastbar.

    Mit dem Beginn der Wechseljahre wird das Brustgewebe insgesamt weicher. Wählen Sie dann am besten einen festen Tag im Monat, um Ihre Brust abzutasten. Lassen Sie sich die Technik dafür am besten von Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt zeigen.

     

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    Welche Kasse übernimmt die Kosten für die Vorsorgeuntersuchungen?

    Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen in bestimmten festgelegten zeitlichen Abständen (siehe oben). Wenn die Ärztin oder der Arzt weitere Untersuchungen empfiehlt, zum Beispiel bei verdächtigen Befunden, werden diese ebenfalls übernommen. 

    Möchten Sie jedoch zusätzliche Untersuchungen wie Ultraschall, einen jährlichen Pap-Test, obwohl Sie bereits älter als 35 sind, eine Mammographie in jungen Jahren oder Tests auf spezielle Infektionen wie zum Beispiel eine Chlamydien-Infektion durchführen lassen, müssen Sie die Kosten dafür normalerweise selbst tragen.

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