1. Recht + Geld

Versicherungs­schutz für Fahrgemein­schaften

Viele Berufspendler haben inzwischen Fahrgemeinschaften gegründet, um zusammen mit den Kollegen Tag für Tag zur Arbeit zu fahren. Doch was passiert, wenn es auf dem Weg zur Firma einmal kracht? Wer kommt dann für die Schäden auf?

Wer zahlt, wenn es kracht?

Auch bei Fahrgemeinschaften gilt: Kommt es zu einem Unfall, dann übernimmt die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers die entstandenen Personen-, Sach- und Vermögensschäden. Darunter fallen dann auch Schmerzensgelder. Liegt die Schuld am Unfall beim Fahrer der Fahrgemeinschaft, dann zahlt seine Kfz-Haftpflichtversicherung an die anderen Mitfahrer. Der Fahrer selbst erhält allerdings keine Leistungen von der Haftpflichtversicherung.

Es gibt aber auch Fälle, in denen der Fahrer zwar den Unfall verursacht hat, ihn selbst aber keine Schuld triff, z.B. bei einem geplatzten Reifen oder einem Herzinfarkt am Steuer. Seit der Reform des Schadenersatzrechts im Jahr 2002 zahlt die eigene Haftpflichtversicherung dann auch.

Bei Wegeunfällen zahlt die gesetzliche Unfallversicherung

Bei allen Unfällen, die sich auf dem Weg zur Arbeit und nach Hause ereignen, tritt die gesetzliche Unfallversicherung ein und übernimmt die Kosten für Heilbehandlungen, Berufshilfe, Sterbegeld, Verletzten- und Hinterbliebenenrente. Sie zahlt nicht für Sachschäden oder Schmerzensgeld.

Die Regelungen der gesetzlichen Unfallversicherung gelten auch für Fahrgemeinschaften. Voraussetzung dabei ist jedoch immer, dass der direkte Weg zur Firma gewählt wurde. Dazu zählen natürlich auch die Strecken, die zum Abholen der einzelnen Mitfahrer zurückgelegt werden. Umwege kosten aber den Versicherungsschutz!

Welche Regelungen sind für die Fahrgemeinschaft außerdem noch sinnvoll?

Ferner sollten die Mitfahrer eine Haftungsbeschränkungserklärung unterzeichnen. Diese schützt den Fahrer vor Ansprüchen der Mitfahrer, die über die Leistungen seiner Versicherung hinausgehen. Zudem sollte man innerhalb der Fahrgemeinschaft regeln, wie die Kosten für Bußgelder aufgeteilt werden, damit es dann keine Verstimmungen gibt, wenn der Wagen einmal geblitzt wird.

Außerdem lohnt es sich, ein Fahrtenbuch zu führen. Denn zur genauen Berechnung der Betriebskosten müssen nicht nur die Kosten für den Kraftstoff auf die Mitfahrer umgelegt werden, sondern auch anfallende verschleißbedingte Reparaturen, Ölverbrauch, Inspektionen sowie sonstiger Verschleiß und Steuern. Geeignete Vordrucke gibt es bei den verschiedenen Autoclubs.

Autor/in

C. Wilharm / J. Ollenik

Aug. 2004

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