1. Bauen + Wohnen
  2. Recht + Geld
  3. Versicherungsinfos

Laufende Kosten Haus: Tipps für das erste Eigenheim

Hausbesitzer haben eine Reihe monatlicher Belastungen zu tragen. Planen Sie diese laufenden Kosten daher – neben den Finanzierungskosten für Ihr Haus – von Anfang an mit ein. Unsere Checklisten unterstützen Sie bei der Kostenplanung. Wir sagen außerdem, welche neuen Aufgaben und Pflichten auf Sie als frischgebackene Hauseigentümer zukommen. 

Checkliste zum Berechnen der monatlichen Hauskosten

Mit diesen laufenden monatlichen Kosten müssen Sie rechnen: Grundsteuer, Strom- und Heizkosten, Gebühren für Schornsteinfeger, Wasser, Abwasser, Müll und Straßenreinigung, Telefon-, Internet- und Rundfunkgebühren sowie Versicherungsbeiträgen. Außerdem empfiehlt es sich, monatlich einen festen Betrag für Instandhaltungsarbeiten und Reparaturen zurückzulegen.

Die individuellen monatlichen Kosten für ein Haus können je nach Lage und Größe sehr unterschiedlich sein. Mit dieser Checkliste können Sie die individuellen Kosten für Ihre Immobilie berechnen:

Checkliste: Laufende monatliche Kosten fürs Haus

Müll und Abwasser: große regionale Unterschiede

Die Kosten für die Müll- und Abwasserentsorgung werden in Kubikmeter abgerechnet, sind abhängig vom Verbrauch und werden von jeder Kommune individuell geregelt.

Bei der Müllentsorgung hängen die Gebühren von der Größe des regelmäßig geleerten Abfalleimers ab. Die Gebührenordnung ist beim zuständigen Müllentsorger erhältlich. Regional gibt es erhebliche Unterschiede. Ein Ranking der Müllgebühren in den 100 größten Städten Deutschlands aus dem Jahr 2016 zeigt einen Unterschied von 600 Euro zwischen der günstigsten und der teuersten Stadt. Preisgünstigste Dienstleister sind nach der Studie Flensburg, Chemnitz und Nürnberg. Am meisten Geld müssen Hauseigentümer in Moers, Karlsruhe und Leverkusen für die Müllentsorgung auf den Tisch legen.

Haus & Grund-Präsident Kai Warnecke weist darauf hin, dass die Müllabfuhr bis zu zehn Prozent der Wohnnebenkosten ausmacht. Im Schnitt bezahlen die Bürger für die Müllabfuhr mehr als für Straßenreinigung, Grundsteuer, Schornsteinfegergebühr und Gartenpflegearbeiten zusammen.

Auch bei den Kosten für die Abwasserentsorgung – die sogenannten Abwassergebühren – gibt es in Deutschland große Abweichungen.

Strom, Wasser und Heizung: individueller Verbrauch entscheidend

Strom, Wasser und Heizungskosten hängen vom individuellen Verbrauch und der Bauweise des Hauses ab. Durch eine energiesparende Bauweise sowie die Verwendung von modernen und effizienten Heizungs- und Wassersystemen lassen sich mehrere hundert Euro an Betriebskosten einsparen. Auf den ersten Blick hohe bzw. höhere Investitionskosten beim Bau können sich schnell wieder amortisieren. So lässt sich langfristig viel Geld einsparen.

Auch wer eine gebrauchte Immobilie kauft, sollte also überlegen, ob eine Modernisierung oder Sanierung nicht langfristig zu erheblichen Einsparungen führen könnte. Zumal es eine Reihe staatlicher Zuschüsse für energieeffiziente Sanierungen gibt. Mehr dazu im Ratgeberartikel:

Bauen, kaufen und sanieren: Staatliche Förderungen und Zuschüsse für Bauherren

Lassen Sie sich nicht jede Versicherung aufschwatzen!

Haben Sie schon über den passenden Versicherungsschutz für Ihr Traumhaus nachgedacht? Sie müssen nicht jedes Risiko versichern, aber einige Versicherungen sollten Hausbesitzer in jedem Fall abschließen, beispielsweise eine Wohngebäudeversicherung und eine Haftpflichtversicherung für Hausbesitzer. Gemeinsam mit Ihnen finden wir den passenden Versicherungsschutz für Ihr Haus. Unsere Ansprechpartner beraten Sie gerne.

Ansprechpartner finden

Reparaturen und Instandhaltung: rechtzeitig Rücklagen bilden

Jeder Hausbesitzer sollte von Anfang an Geld für Reparaturen und Instandhaltungsmaßnahmen zurücklegen. Der Verband privater Bauherren (VBP) vertritt die Auffassung, dass Bauherren von Anfang an mindestens 1 Euro pro m² und Monat auf die Seite legen sollte. Generell kann bei neuen Häusern diese Quote etwas niedriger liegen, da die regelmäßigen Instandhaltungsmaßnahmen – etwa für das Dach oder neue Fenster – erst später anfallen. Das Geld sollte möglichst angelegt werden, da Anschaffungen in der Zukunft in Folge der Inflation auch teurer werden. Je älter das Haus, desto höher sollten die Rückstellungen sein.

Grundsteuer: Hebesatz bestimmt die Höhe

Die Grundsteuer ist im Grundsteuergesetz (GrStG) geregelt. Das Gesetz unterscheidet zwei verschiedenen Formen der Grundsteuer:

  • Grundsteuer A für land- und forstwirtschaftliche Betriebe
  • Grundsteuer B für alle übrigen Grundstücke

Grundlage der Berechnung ist der Einheitswert. Diesen ermittelt das zuständige Finanzamt. Die Gemeinde wiederum bestimmt, mit welchem Prozentsatz – auch Hebesatz genannt – die Grundsteuer dann zu erheben ist.

Der Hebesatz gilt einheitlich für die Gemeinde und wird von dieser für mindestens ein Kalenderjahr festgelegt. Die Höhe der Grundsteuer ist von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich und hängt von der Größe des Grundstücks ab. Tendenziell lässt sich sagen: Je größer ein Ort gemessen an der Einwohnerzahl ist, desto höher fällt auch die Grundsteuer aus. Eine Übersicht über die Realsteuer-Hebesätze je Bundesland finden Sie auf den Seiten der Deutschen Industrie- und Handelskammer.

Versicherungen für Hausbesitzer

Auch den notwendigen Versicherungsschutz für Ihr Haus müssen Sie in die monatlichen Kosten einrechnen.

Die Wohngebäudeversicherung ist unverzichtbar für jeden Hauseigentümer. Sie schützt Sie vor den finanziellen Folgen eines durch Brand, Überspannung durch Blitz, Explosion, Leitungswasser oder Sturm/Hagel verursachten Schadens an Ihrem Wohnhaus. Die Hausratversicherung deckt Schäden an der Einrichtung, etwa an Möbeln und Geräten, ab.

Hauseigentümer sind verantwortlich für mögliche Gefahren, die von ihrem Grundstück ausgehen, zum Beispiel Schnee räumen im Winter oder Streuen bei Eis und Glätte. Was aber, wenn Sie einmal nicht dazu kommen? Eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung schützt Sie vor den finanziellen Folgen, wenn einmal etwas passiert.

Die R+V-Experten beraten Sie gerne und finden mit Ihnen den passenden Versicherungsschutz für Ihre Immobilie.

Ansprechpartner finden

Das erste eigene Haus: To-dos für Hausbesitzer

To-dos

Damit Sie in der Hektik von Hauskauf und Umzug den Überblick behalten, haben wir hier die wichtigsten To-dos für Sie zusammengestellt.

To-do-Liste: Erstes eigenes Haus

Dafür sind Hausbesitzer verantwortlich

Für viele Dinge, die bisher der Vermieter für Sie erledigt hat, sind Sie als frischgebackener Hausbesitzer jetzt selbst verantwortlich – hier ein paar Beispiele:

Versorgungsunternehmen informieren und anmelden

  • Müllabfuhr und Straßenreinigung
  • Abwasser
  • Stromversorger
  • Wasserversorger
  • Telefon- und Internet-Anbieter

Das Haus in Schuss halten

  • Dachrinnen vierteljährlich säubern
  • Wasserrohre vor dem Frost winterfest machen
  • Bäume regelmäßig kontrollieren
  • Monatlich eine feste Summe für Instandhaltung und Reparaturen zurücklegen
  • Gehwege vor dem Haus und auf dem Grundstück verkehrssicher halten
  • Mögliche Gefahrenquellen auf dem Grundstück regelmäßig prüfen und beseitigen
  • Öltank regelmäßig prüfen (lassen)
  • Ausreichende Außenbeleuchtung des Hauses
  • Hecken, Bäume und Sträucher, die auf den Gehweg ragen, regelmäßig zurückschneiden

Autor/in

K. Waldheim

Okt. 2018

Produkte zu diesem Ratgeber Plus Artikel

Weitere Ratgeber Plus Artikel