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Begleitetes Fahren – Führerschein mit 17

Schon vor dem 18. Geburtstag am Steuer sitzen? Für viele Jugendliche ist das der Traum schlechthin. Daher nutzen sie die Möglichkeit, den Führerschein bereits vor ihrer Volljährigkeit in den Händen zu halten. Wir verraten Ihnen, was Sie für den Führerschein mit 17 tun müssen und welche Regeln die Begleitperson beachten sollte.

Optimaler Start für Fahranfänger

Auf Wiedersehen, „Taxi Mama“! Die meisten Jugendlichen zählen die Wochen, bis sie endlich selbst Auto fahren dürfen. Kein Wunder, dass das Begleitete Fahren mit 17 (BF17) oder kurz der „Führerschein mit 17“ so beliebt ist. Denn nach erfolgreich absolvierter Fahrprüfung dürfen die Führerschein-Neulinge in der Übergangszeit bis zur Volljährigkeit mit einer Begleitperson selbst fahren. Pünktlich zum 18. Geburtstag erhalten sie dann den ersehnten „richtigen“ Führerschein im Scheckkartenformat.

Fakten zur Fahrerlaubnis­prüfung

Jugendliche können sich ein halbes Jahr vor ihrem 17. Geburtstag in der Fahrschule für das Begleitete Fahren anmelden. Drei Monate vor ihrem 17. Geburtstag dürfen sie dann die theoretische Führerscheinprüfung ablegen. Danach können sie frühestens einen Monat vor ihrem 17. Geburtstag die praktische Führerscheinprüfung ablegen.

Sind die Prüfungen bestanden, erhalten die BF17-Teilnehmer zunächst eine Prüfungsbescheinigung anstelle des EU-Scheckkarten-Führerscheins. Da die Prüfungsbescheinigung ohne Foto ausgestellt wird, müssen die Kandidaten immer ein Lichtausweisdokument mit sich führen. Dann kann es losgehen: Bis zu ihrem 18. Geburtstag dürfen die Fahranfänger nur mit ihren eingetragenen Begleitpersonen selbst ans Steuer.

Auto fahren vor dem 18. Geburtstag

Den ersten Modellversuch des Begleiteten Fahrens gab es 2004 in Niedersachsen. Seit 2011 können Jugendliche mit 17 Jahren in ganz Deutschland sowie in Österreich mit dem Auto am Straßenverkehr teilnehmen. Das Begleitete Fahren ist bei Fahranfängern sehr beliebt: Im Jahr 2017 waren 37 Prozent der erfolgreichen Prüflinge 17 Jahre oder jünger.

Erster Schritt: Der Antrag zum Begleiteten Fahren mit 17

Alle Formulare für den Antrag zum Führerschein mit 17 gibt es in der Fahrschule, bei der zuständigen Führerscheinstelle oder auf den Webseiten von Städten und Landkreisen.

Auf dem Antrag müssen auch die Begleitpersonen eingetragen werden. Gegebenenfalls müssen diese unterschreiben, dass sie als Begleitpersonen zur Verfügung stehen. Und ganz wichtig ist, dass der Antrag von den Eltern oder den gesetzlichen Vertretern des Führerscheinneulings unterschrieben werden muss.

Denken Sie unbedingt daran, Ihr Auto mit einer gesetzlich vorgeschriebenen Kfz-Haftpflichtversicherung zu versichern.

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PRO Führerschein mit 17

Das Autofahren mit einer Begleitperson ist ein entspannter und sicherer Start in die Fahrpraxis.

Die Fahrprüfung ist trotz Lernstress in Schule und Ausbildung gut zu schultern.

Gemeinsam mit der Begleitperson können Fahranfänger knifflige Verkehrssituationen üben: von der Fahrt im Schnee bis zum Einparken in enge Parklücken.

Der Führerschein mit 17 umfasst gleichzeitig eine Mofa- und Moped-Fahrerlaubnis.

Die Probezeit endet mit 19 statt mit 20 Jahren.

KONTRA Führerschein mit 17

Ohne eine eingetragene Begleitperson dürfen Teilnehmer des Begleiteten Fahrens ab 17 nicht selbst Autofahren.

Eine Begleitperson darf zum Zeitpunkt der Eintragung maximal einen Punkt in Flensburg haben, muss mindestens seit fünf Jahren die Fahrerlaubnis der Klasse B besitzen und das 30. Lebensjahr vollendet haben.

Der Führerschein mit 17 verursacht anfangs Extrakosten: Für jede Begleitperson wird eine Gebühr fällig. Die Höhe dieser Gebühr ist unterschiedlich und bestimmt die jeweils zuständige Behörde.

Benötigte Formulare für das Begleitete Fahren

Die Formulare für den Antrag können Sie sich in Ihrer Fahrschule, bei der zuständigen Führerscheinstelle oder auf den Seiten der Städte und Landkreise besorgen. Mit dem ausgefüllten Antrag gehen Sie anschließend zur Führerscheinstelle.

Dafür benötigen Sie folgende Unterlagen:

  • Personalausweis oder Reisepass (mit gültiger Meldebescheinigung)
  • Biometrisches Passbild
  • Bescheinigung eines Sehtests (nicht älter als zwei Jahre)
  • Nachweis über die Teilnahme an einer Erste-Hilfe-Schulung

Begleitperson: Helfer bei der Fahrt

Die Begleitperson gibt Ratschläge, ermutigt dann, wenn es mal schwierig wird, darf aber beim Fahren nicht aktiv eingreifen. Am häufigsten sind sicherlich die Eltern Begleitpersonen, aber auch Großeltern oder Ausbilder können sich von der Führerscheinstelle in die Prüfungsbescheinigung eintragen lassen. Die Anzahl ist unbegrenzt und Begleitpersonen können jederzeit nachgetragen werden.

Checkliste: Begleitperson

Begleitperson beim Begleiteten Fahren kann jeder werden, der

  • 30 Jahre oder älter ist,
  • seit mindestens fünf Jahren ununterbrochen die Fahrerlaubnis der Klasse B besitzt
  • nicht mehr als einen Punkt im Fahreignungsregister in Flensburg hat.

Wer nicht in die Prüfungsbescheinigung eingetragen ist, gilt nicht als Begleitperson.

Nur mit Begleitperson

BF17-Teilnehmern, die ohne Begleitpersonen fahren, wird die Fahrerlaubnis entzogen.
Darauf folgt ein Bußgeld, ein Punkt in Flensburg und die Probezeit verlängert sich um zwei Jahre. Um die Fahrerlaubnis wiederzubekommen, muss der Fahranfänger ein kostenpflichtiges Aufbauseminar absolvieren.

Begleitetes Fahren: wann brauche ich eine Kfz-Versicherung?

  • Nehmen Sie am BF17-Programm teil, müssen Sie die Nutzung des Autos für diesen Fall der Versicherung melden. Als unter 18-Jähriger können Sie im Rahmen des Begleiteten Fahrens bei einigen Versicherungen wie der R+V Versicherung kostenlos in den bestehenden Kfz-Vertrag der Begleitperson mit aufgenommen werden.
  • Sobald Sie 18 Jahre alt sind und den Führerschein in der Tasche haben, bietet Ihnen die R+V Versicherung einen günstigen Einstieg in die Kfz-Versicherung: Mit dem Angebot Zusatzfahrer können Sie in einem Pkw-Vertrag eingeschlossen werden, der bei R+V, KRAVAG oder Condor besteht. Sie dürfen dann nicht nur das eine Auto (z. B. das der Eltern) fahren, sondern auch weitere bei diesen Gesellschaften versicherte Pkw – sei es das Auto der Oma, des Bruders oder der Firmenwagen des Ausbildungsbetriebs.
  • Ein weiteres Highlight gibt es bei diesem Angebot: Haben Sie später Ihr eigenes Auto, belohnt Sie die R+V mit einer Sondereinstufung in die günstige Schadenfreiheitsklasse 5 – unabhängig davon, wie lange Sie als Zusatzfahrer mit den anderen Autos gefahren sind.
  • Generell gilt: Sind Sie bereits volljährig und möchten ein eigenes Auto versichern, benötigen Sie eine Kfz-Haftpflichtversicherung. Diese ist gesetzlich vorgeschrieben. Im nächsten Schritt sollten Sie über eine Versicherung gegen Schäden an Ihrem Pkw nachdenken. Hier gibt es verschiedene Angebote, die hinsichtlich des Schutzumfangs variieren. Prüfen Sie, ob Ihnen eine Teilkaskoversicherung genügt oder Sie mit einer Vollkaskoversicherung besser fahren.

Berechnen Sie Ihre Kfz-Versicherung ganz einfach online und lassen Sie sich jetzt zum Angebot Zusatzfahrer beraten. Unsere Ansprechpartner vor Ort helfen Ihnen gerne bei Ihrer Wahl.

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Sicher unterwegs

Das Unfallrisiko ist für junge Fahranfänger besonders hoch, weil ihnen Fahrpraxis und Erfahrungen fehlen. Begleitetes Fahren macht die Straßen sicherer: Aktuellen Studien zufolge verursachen Jugendliche, die am Programm Begleitetes Fahren teilnehmen, weniger Unfälle und Verkehrsverstöße. Auch eine Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen bestätigt: In ihrem ersten Jahr waren die Fahranfänger des BF17-Programms seltener in Unfälle verwickelt als die gleichaltrigen Fahranfänger, die ihren Führerschein auf „normalem“ Weg gemacht hatten.

Autor/in

J. Einspänner-Pflock

Juli 2019

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