1. Hilfe im Schadenfall

Unwetter: Weiteren Schaden verhindern

Sturm, Hochwasser, Blitzeinschlag: Solche Naturereignisse können großen Schaden an Häusern anrichten. Viele Betroffene sind im ersten Moment ratlos: Was ist zuerst zu tun? Wie groß ist der Schaden? Wer hilft?

Große Naturgewalten in Deutschland

Damit Sie eine Vorstellung davon bekommen, wie hoch Versicherungsschäden nach großen Naturgewalten ausfallen können, hier ein Überblick:

Die Schadenminderungspflicht

Grundsätzlich haben Versicherungsnehmer eine sogenannte Schadenminderungspflicht. Das heißt, sie müssen den entstandenen Schaden so gering wie möglich halten. Ein Beispiel: Bei einem Gewitter ist der Blitz in den Dachstuhl des Hauses eingeschlagen. Der Brand konnte gelöscht werden, das Dach ist in Teilen zerstört. In diesem Fall ist der Versicherungsnehmer verpflichtet, das Dach gegen Regen abzudichten, damit der Schaden nicht noch größer wird. Allerdings muss sich der Versicherte dafür nicht in Gefahr begeben und auf dem Dach herumklettern. In Absprache mit seiner Versicherung sollte er dann einen Fachmann damit beauftragen.

Sind Fensterscheiben zu Bruch gegangen und Möbel beschädigt, stehen die Betroffenen oftmals einem Organisationschaos gegenüber. In dieser Situation ist es wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren und schnell, aber nicht überstürzt zu handeln. Zunächst muss der Schaden bei der Versicherung gemeldet werden. Das kann telefonisch erfolgen.

Den Schaden richtig melden

Zur Dokumentation des Schadens sind Fotos immer hilfreich und sinnvoll. Versicherungsnehmer dürfen also nicht direkt mit dem Aufräumen beginnen, sondern müssen zunächst den Schaden dem Versicherer melden, dessen Weisungen befolgen und möglichst das Ausmaß des Schadens auf Fotos festhalten. Es muss eine Schadenaufstellung gefertigt werden, in der alle beschädigten Gegenstände aufgelistet sind. Wenn Anschaffungsbelege vorhanden sind, sollten diese der Schadenaufstellung beigefügt werden. Alternativ können der ungefähre Zeitpunkt der Anschaffung und der Neupreis notiert werden.

Beschädigte Möbel als Beweismittel

Zunächst sollte der Versicherungsnehmer für die notdürftige Reparatur des Schadens sorgen. Für die endgültige Reparatur sollte im Vorhinein ein Kostenvoranschlag eingeholt und dem Versicherer vorgelegt werden. Aber auch wenn der Schaden wieder vollständig beseitigt ist: Beschädigte Gegenstände, zum Beispiel Möbel oder auch ausgetauschte Teile, dürfen nicht entsorgt werden. Sie müssen zum Schadennachweis aufgehoben werden.

Checkliste Schadenanmeldung

  • Versicherung telefonisch über den entstandenen Schaden informieren und Weisungen einholen
  • Weiteren Schaden verhindern, dafür gegebenenfalls einen Fachmann beauftragen
  • Fotos vom Schaden machen
  • Schriftliche Schadenaufstellung fertigen
  • Kostenvoranschlag für die endgültige Reparatur einholen und der Versicherung vorlegen
  • Beschädigte Sachen nicht wegwerfen, sondern zum Schadennachweis aufbewahren

Autor/in

K. Albrecht

Sep. 2014

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