Waldbrände sind in vielen Teilen der Erde traurige Realität. Regelmäßig davon betroffen sind unter anderem Wälder in Südostasien, Lateinamerika, Russland, den USA und Südeuropa. Auch in Europa gibt es immer mehr Waldbrände: 2023 wurden in Europa mehr als eine halbe Million Hektar durch Waldbrände zerstört. Das entspricht der zweifachen Fläche von Luxemburg (Quelle: ARD Brüssel, tagesschau). Damit ist das vergangene Jahr eines der schlimmsten Waldbrand-Jahre in der EU. Und auch deutsche Wälder brennen jedes Jahr. Jeder kann mit umsichtigem Verhalten dazu beitragen, Bränden vorzubeugen.
Naturereignisse
Waldbrände und wie man sie verhindern kann
Grundsätzlich können Waldbrände auch durch einen Blitzeinschlag verursacht werden. Am häufigsten sind aber fahrlässige Waldbesucher schuld daran, dass es im Wald zu brennen beginnt.
Eine achtlos weggeworfene Zigarette, ein Lagerfeuer in Waldrandnähe oder auch heiße Katalysatoren von im Wald abgestellten Autos oder Motorrädern entfachen – gerade in den Sommermonaten – leicht einen Brand. Teilweise sind auch der Funkenflug beim Eisenbahnbetrieb oder schnell drehende Maschinenteile von forst- oder landwirtschaftlichen Maschinen der Auslöser.
Hinzu kommt, dass es durch den Klimawandel immer trockener und wärmer in Deutschland wird. Das begünstigt Waldbrände zusätzlich.
Nach Angaben des WWF ist der Mensch Hauptursache für Waldbrände: „Für weit über 90 Prozent der Waldbrände ist der Mensch, sei es durch Brandstiftung oder Unachtsamkeit verantwortlich. Weltweit haben nur etwa vier Prozent aller Waldbrände natürliche Ursachen wie beispielsweise Blitzeinschlag. Immer dann, wenn Waldbrände zu heftig, am falschen Ort, zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt oder zu häufig auftreten, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass das Ökosystem durch menschliche Eingriffe aus den Fugen geraten ist.“
Brandursachen 2023
Brandursachen 2023
Betroffene Waldflächen 2017-2023
Betroffene Waldflächen 2017-2023
Im Sommer ist zwar die Waldbrandgefahr aufgrund von Trockenheit besonders hoch, doch auch im Winter kann es bei fehlender Schneedecke zu Waldbränden kommen. Im Frühjahr steigt vor dem Austrieb des neuen Grüns die Waldbrandgefahr an und erreicht Ende April bis Anfang Mai bereits einen ersten Höhepunkt. In diesem Zeitraum kann vor allem abgestorbenes Gras aus dem Vorjahr schnell Feuer fangen.
Ein Feuer im Wald beginnt immer am Waldboden. Deshalb kommt es in erster Linie darauf an, wie feucht oder trocken der Boden ist. Zuerst entzünden sich in der Regel Gras und trockener Unterwuchs. Dann kommt es zu einem Erdfeuer, das noch verhältnismäßig leicht bekämpft werden kann. Wächst sich dieses zu einem Lauffeuer aus, kann es – besonders bei Nadelholzbeständen – auf die Baumwipfel überspringen. Das kann zu einem Kronenfeuer und zu einer rasanten Ausbreitung der Flammen führen. Bis zu einem Vollfeuer ist es dann nicht mehr weit, und dieses kann so gut wie nicht mehr gelöscht werden.
Grundsätzlich unterscheidet man also zwischen vier Arten von Waldbränden mit unterschiedlichen ökologischen Auswirkungen:
-
Erdfeuer
Dabei handelt es sich um Schwelbrände am Boden, die besonders leicht entstehen, wenn viel organisches Material wie Laub oder Torf auf dem Waldboden verteilt ist. Erdfeuer zerstören Baumwurzeln sowie Samen und sind deshalb für die Natur am schlimmsten.
-
Lauffeuer (auch Bodenfeuer genannt)
Dabei verbrennen abgestorbenes Pflanzenmaterial (Streu) und die oberirdischen Pflanzenteile. Ob auch Bäume betroffen sind, hängt von deren Rindenstärke ab. Die Abläufe in diesem Zerstörungsprozess können zu einem Nährstoffmangel im Waldbestand führen und somit die Vitalität und Stabilität herabsetzen.
-
Kronenfeuer und Vollfeuer
Sie entstehen, wenn für ein Feuer am Waldboden ausreichend Material vorhanden ist, sodass die Flammen in den Kronenbereich hochschlagen können. Kommt es zu einem Vollfeuer, brennt alles im Wald. Die Regeneration der betroffenen Fläche ist deutlich erschwert und kann sogar den Tod für das betroffene Waldgebiet bedeuten.
Damit es erst gar nicht zu einem Brand kommt, sollten Waldbesucher diese Regeln beachten:
-
Rauchverbot: In ganz Deutschland darf in der Waldbrandsaison vom vom 1. März bis zum 31. Oktober im Wald nicht geraucht werden. In diesen Bundesländern gilt sogar ein ganzjähriges Rauchverbot: Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Bei Verstößen droht ein hohes Bußgeld von bis zu 50.000 Euro.
-
Entzünden Sie kein offenes Feuer im Wald und auch nicht am Waldrand. Das gilt auch für Grillfeuer.
-
Lassen Sie keinen Müll liegen. Denn was generell gilt, wird im Bezug auf die Waldbrandgefahr noch wichtiger. Glasscherben, Blechdosen und andere reflektierende Gegenstände können durch die Bündelung von Sonnenlicht schnell ein Feuer auslösen.
-
Stellen Sie keine Autos, Motorräder und landwirtschaftlichen Nutzfahrzeuge auf Wiesen und Waldwegen ab. Heißgelaufene Katalysatoren können zum Beispiel leicht trockenes Gras oder Laub entfachen.
-
Werfen Sie keine Zigaretten aus dem Auto – denn schon ein kleiner Funke kann zu einem verheerenden Waldbrand führen.
-
Melden Sie Schwelfeuer oder einen Brand unverzüglich der Feuerwehr 112 oder der lokalen Forstdienststelle.
Zuletzt aktualisiert: Juli 2024
R+V-Team
Mehr als nur die Versicherung! Das R+V-Team schreibt über Erfahrungen sowie Kenntnisse rund um die Produktpalette der R+V. So arbeitet ein bunt gemischtes Team daran, die Faszination und das Wissen für alles rund um das Thema Versicherungen zu teilen.