1. Altersvorsorge

Altersvorsorge für 50-Jährige: Aufstocken für den Lebensabend

Die ersten großen Karriereschritte, der Bau des Eigenheims, Kinder im schulpflichtigen Alter: Das alles hat Bernd schon hinter sich. Seine Kinder sind teilweise ausgezogen und das Haus ist abbezahlt. Er hat eine leitende Position in einem mittelständischen Unternehmen inne, steht finanziell gut da und ist 50 Jahre alt.

Altersvorsorge wieder im Vordergrund

In den vergangenen 15 Jahren hatte Bernd die Ausgaben für seine Altersvorsorge auf das Nötigste beschränkt, denn seine Frau arbeitete wegen der Kinder nur halbtags. Für das Ehepaar war damals das wichtigste Ziel, den Kredit für das Haus zu bedienen. Für die eigene Altersvorsorge hat er bislang nur mit einer staatlich geförderten Rürup-Rente vorgesorgt. Außerdem nutzt er noch die Möglichkeit mit einer betrieblichen Altersversorgung durch Entgeltumwandlung die gesetzliche Rente zu ergänzen.

Nun sind es noch rund fünfzehn Jahre bis zum Ruhestand und Bernd weiß, dass die gesetzliche Rente allein nicht ausreichen wird, um ihm den gewohnten Lebensstandard zu sichern. Er möchte seine Rente aufstocken.

Die verbleibenden Arbeitsjahre nutzen

Bernd hat nachgerechnet und festgestellt, dass er für einen finanziell sorgenfreien Lebensabend noch etwas tun sollte. Seine Rürup-Rente wird ihm zwar lebenslang ein monatliches Zusatzeinkommen garantieren. Doch damit er finanziell später noch flexibler sein kann, hat er als weitere Absicherung eine private Rentenversicherung gewählt. Dabei hat er sich angesichts seiner finanziell entspannten Situation für die Zahlung von relativ hohen monatlichen Beiträgen entschieden. Außerdem profitiert Bernd von Steuervorteilen bei der Auszahlung, wenn er sich für eine einmalige Kapitalauszahlung, eine lebenslange monatliche Rentenzahlung oder eine Mischung aus beidem entscheidet.

Sehen Sie in unserer Grafik, wie Bernd für seinen Ruhestand vorsorgt und welche Lücke er noch schließen muss.

Und Ihre persönliche PrivatRente können Sie hier auch ganz einfach berechnen.

Die neue 12/62-Regel beachten

Der Staat unterstützt die privaten Vorsorgebemühungen mit Steuervergünstigungen. Wählt der Versicherte eine einmalige Kapitalauszahlung, so galt bis 2011 bei privaten Rentenversicherungen die sogenannte 12/60-Regel: Wenn der Vertrag über mindestens zwölf Jahre lief und der Steuerpflichtige (Vertragsinhaber) zum Zeitpunkt der einmaligen Kapitalauszahlung mindestens 60 Jahre alt war, so blieben 50 % der Erträge steuerfrei. Das heißt, es musste nur die Hälfte der Erträge mit dem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert werden.

Mit der Erhöhung des gesetzlichen Renteneintrittsalters auf das 67. Lebensjahr ("Rente mit 67") gilt für alle seit dem 1. Januar 2012 neu abgeschlossenen Verträge die neue 12/62-Regel. Auch hierbei müssen bei einer einmaligen Kapitalauszahlung nur 50 % der erzielten Erträge mit dem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert werden, wenn der Vertrag mindestens zwölf Jahre bestanden hat. Allerdings ist eine steuerbegünstigte Auszahlung jetzt erst ab dem 62. Lebensjahr möglich.

Entscheidet sich der Versicherungsnehmer gegen eine einmalige Kapitalauszahlung und für eine lebenslange monatliche Rentenzahlung, sind die Erträge in der Ansparphase von der Steuer befreit. Das bedeutet, dass die erwirtschafteten Gewinne im Vertrag bleiben und weiterhin verzinst werden können (Zinseszinseffekt). Wenn der Versicherungsnehmer dann in Rente geht und sich eine lebenslange Rente auszahlen lässt, wird die Rentenleistung nur mit dem Ertragsanteil versteuert.

Gut zu wissen: Die Rürup-Rente

Die nach ihrem Erfinder und ehemaligen Wirtschaftsweisen Bert Rürup benannte private Vorsorgemöglichkeit gibt es seit 2005 und dient vor allem Selbstständigen, Gewerbetreibenden und Freiberuflern als Basis-Rente. Bei der Rürup-Rente handelt es sich in erster Linie um eine staatlich geförderte private Altersvorsorge für Berufsgruppen, die bei der Riester-Rente keine staatlichen Zulagen in Anspruch nehmen können. Aber auch für besser verdienende Angestellte und Beamte kann die Rürup-Rente eine Möglichkeit darstellen, zusätzlich für später vorzusorgen. Die Basis-Rente hat zudem steuerliche Vorteile. So können Sparer in der Ansparphase einen Teil steuerlich geltend machen. Insbesondere ältere Arbeitnehmer und Selbstständige können bei der Rürup-Rente einige Jahre vor Renteneintritt noch einmal aufstocken und hohe Einmalbeiträge investieren.

Weitere Informationen

Gerne stehen Ihnen unsere Ansprechpartner vor Ort zum Thema Altersvorsorge zur Verfügung. So erhalten Sie Ihre persönliche und optimal abgestimmte Vorsorge.

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Autor/in

S. Nies

Juni 2013

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