Reisemobil auf MQB Basis: Der VW Caddy California
Nützliche Infos rund um den Automarkt

Der Neue: Der VW Caddy California im Test

Unbestritten, wenn eine Branche im Jahr 2020 geboomt hat, dann war das neben dem Online-Handel der Camping-Bereich. Kein Wunder also, dass man auch bei Volkswagen alles daran gesetzt hat, den neuen VW Caddy schnellstmöglich als California auf den Markt zu bringen. An dem kleinen Zusatz „California“ erkennt man die Camping-Ausstattung und der Hochdachkombi wird zum Reisemobil. Ich habe mir den VW Caddy California im Test genauer angesehen.

VW Caddy California im Längen-Test

Reisemobil auf MQB Basis: Der VW Caddy California

Diesen gibt es auch in zwei Längen! Den VW Caddy California gibt es nämlich auch in der Maxi-Version, die wir für Reisemobilisten empfehlen würden, denn zu viel Platz kann man auf Reisen eigentlich nie haben. Mit einer Länge von 4,95 Meter bleibt selbst die Maxi-Version noch kompakt genug. Das Fahrzeug ist inkl. Außenspiegeln 2,10 Meter breit und mit Antenne 1,83 Meter hoch – es passt also in die meisten Garagen und Parkhäuser – und der VW Caddy California fällt im Test auch auf vielen Parkplätzen nicht direkt als Reise- bzw. Campingmobil auf.

Auf den ersten Blick sieht er aus wie ein normaler Hochdach-Kombi!

Reisemobil auf MQB Basis: Der VW Caddy California im Fahrbericht

Die ersten kompakten Reisemobile auf MQB-Basis rollen nun vom Band! Im polnischen Volkswagen Werk Poznań (VWP) ist die Serienproduktion des Caddy California bereits gestartet. Die Basis stellt, wie sollte es auch anders sein, der neue VW Caddy 5, welcher die konstruktiven Vorteile des Modularen Querbaukasten (MQB) nutzt. Davon profitiert auch das Reisemobil. Neueste Technologien, gute Assistenzsysteme, moderne Motoren und natürlich auch etwas mehr Platz. Die ersten Auslieferungen an Kunden in Deutschland starten in den kommenden Wochen. Allerdings wird der VW Caddy nicht direkt in Poznań zum Camping- bzw. Reisemobil.

Der Einbau der Campingmodule, sprich der Mini-Küche oder dem Bett, erfolgt im Werk Swarzędz. Für eine Reisemobil-Fertigung vom Band ist es derzeitig wohl noch zu früh, das funktioniert nicht in den normalen Arbeitstakten bei der Fließbandfertigung, wo just in time die richtigen Bauteile ans Band geliefert und montiert werden.

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Auch wenn wir nicht über eine Glaskugel verfügen und in die Zukunft schauen können, so sehen wir in diesem Jahr auch noch einen anhaltenden Boom der Camping-Branche. Urlaub in Deutschland ist nicht nur sicher, sondern auch im Trend. Das eigene Land entdecken. Mit einem Reisemobil, wie dem VW Caddy California, kann dieses ganz einfach sein, zumindest für zwei Personen – das zeigt auch mein Test.

VW Caddy California-Kaufberatung: Die Ausstattung

Die durchdachte Camper-Ausstattung im Heck bietet den Mitreisenden ein ausklappbares Bett mit Tellerfedern und hochwertiger Matratze. Mit einer Größe von 1.980 x 1.070 mm ist das Bett für diese Klasse recht üppig dimensioniert. Auf Wunsch kann der Volkswagen Caddy California optional mit einem 1,4m2 großen Panoramadach inklusive einer Verdunklungsmöglichkeit für die Nacht bestellt werden.

Tagsüber viel Licht, abends den Sternenhimmel und gekocht werden kann auch! Erstmalig gibt es den VW Caddy auch ab Werk mit einer Miniküche, die nach hinten aus dem Heck gezogen wird. Die mobile Küche des VW Caddy California bietet im Test neben einem Gaskocher und einer einfach zu reinigenden Arbeitsfläche auch einen großen ausziehbaren Staukasten mit integrierter Besteckschublade. Dazu gesellen sich weitere clevere Detaillösungen wie z.B. herausnehmbare Stautaschen in den hinteren Seitenfenstern, die gleichzeitig auch das Fenster verdunkeln.

Dank der Küche wird er zum Wohnmobil - auch bei der Zulassung!

Die Lüftungsgitter für die Fahrerhaustüren, mit denen man auch bei Regen frische Luft in den geschlossenen Camper bekommt. Ein Beleuchtungssystem mit dimmbaren LEDs bringt abends Licht ins Dunkle und sorgt so auch für ein gemütliches Leselicht. Erfahrene Camper sehen sicherlich noch etwas Verbesserungspotenzial, aber für ein Werksmodell ist der VW Caddy California im Test schon bereits sehr gut und pfiffig ausgestattet. Wählt man die Küche, dann kann man den VW Caddy California auch als Wohnmobil zulassen.

Bei der Konfiguration sollte man mit Bedacht auch die Motorisierung wählen, es gibt ihn mit Diesel- oder Benzin-Aggregaten. Die Leistungsrange liegt zwischen 55 und 90 kW. Selber schalten oder die Schaltarbeit dem 7-Gang DSG überlassen?

Sicherheit wird auch beim Reisemobil groß geschrieben!

Der VW Caddy California ist im Test mit allen Assistenzsystemen des normalen Caddys erhältlich. So zieht z.B. auch der „Travel Assist“ ein! Dieser Assistent erlaubt das teilautomatisierte Fahren über den gesamten Geschwindigkeitsbereich. 19 verschiedene Assistenzsysteme können aktiviert bzw. optional hinzubestellt werden. Mit dem 55 kW Selbstzünder basiert der VW Caddy California auf dem VW Caddy Life und startet ab 29.886,85 Euro. Weitere Wünsche kosten – wie immer – extra. Wählt man z.B. den 90 kW starken Selbstzünder und das Doppelkupplungsgetriebe, dann erhöht sich der Preis bereits auf 37.978,85 Euro und dann fängt der Spaß ja erst an. 16, 17 oder 18″ Räder?

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Dank der Küche wird er zum Wohnmobil - auch bei der Zulassung!

Dank der Küche wird er zum Wohnmobil - auch bei der Zulassung!

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Fährt das Auge mit? Ein guter Kompromiss sind vermutlich auch was die Folgekosten betrifft, die 17″ Räder. Optisch ansprechender bleibt aber die 18″ Bereifung. Derzeitig stehen 11 Außenfarben zur Auswahl. Erfreulich: viele davon sind frisch. Vom Kirschrot, über ein Golden Green Metallic bis zum Costa Azul Metallic gibt es viele bunte, aber auch gedeckte Farben. Hier dürfte für jeden etwas dabei sein. Die Mini-Küche schlägt noch mal mit 1.410,15 Euro zu Buche, eine Anhängevorrichtung (die man immer gebrauchen kann) mit 922,25 Euro.

Schade ist auch, dass man viele Assistenzsysteme einzeln hinzubuchen muss. Ein Must-have ist die Heckklappe mit Fensterausschnitt und Zuziehhilfe! Diese Zuziehhilfe sorgt dafür, dass man die Heckklappe nicht zuwerfen muss. Einfach anlehnen und die Klappe schließt. Die LED-Scheinwerfer erhöhen ebenfalls den Basis-Preis und so konfiguriert man sich von Wunsch zu Wunsch, denn auch die Schiebetüren gibt es optional mit Zuziehhilfe. Mit ein paar Extras hier und dort kann man den Basis-Preis also schnell auf 47.193,02 Euro und noch mehr konfigurieren.

Fotos: © VWN 2021

Autoquartett-Daten des Tests: VW Caddy California

Motorleistung:

55 bis 90 kW; 75 bis 122 PS

Drehmoment:

320 Nm

0 – 100 km/h:

11,9 Sekunden

Vmax:

181/182 km/h

Kofferraumvolumen:

Standard: 1.213 bis 2.556 Liter

Maxi: 1.720 bis 3.105 Liter

Verbrauch:

Benzin: 5,7 bis 5,8 l/100 km

Diesel: 4,5 bis 5,1 l/100 km

Basispreis:

Ab 29.886,85 €

Der VW Caddy California schlägt sich gut im Test

Normalerweise bringt man den VW Caddy nur mit einem Nutzfahrzeug in Verbindung. Doch das California-Modell beweist während der Testfahrt, dass es dank der Ausstattung ein fantastisches Wohnmobil geworden ist. Stauraum und Fahrkomfort sind durchaus respektabel. Und wer sein Fahrverhalten ein bisschen anpasst, verbraucht auch vergleichsweise wenig Sprit. Einziges Manko ist der Preis. Für jeden kleinen Zusatz muss man draufzahlen – aber das ist mittlerweile ja normal. Alles in allem kann ich nur eine Empfehlung für den VW Caddy California nach meinem Test aussprechen.

Jens Stratmann

Automobil-Journalist

Baujahr 1979, technisch im einwandfreien Zustand! Nach einer Ausbildung und über elf Jahren Erfahrung im KFZ-Bereich, machte Jens seine Passion zu seinem Beruf. Jens schreibt Beiträge über Neu- und Gebrauchtwagen, die auf persönlichen Erfahrungen und Fahrtests zu dem jeweiligen Auto basieren.

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