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    Prävention + Vorsorge

    Hepatitis A und B: Impfung schützt vor Infektion

    Sommerzeit ist auch Urlaubszeit. Für manche geht es in ferne Urlaubsländer. Doch dort sollten Sie vorsichtig sein, denn Sie können sich z. B. über verunreinigte Speisen eine Leberentzündung zuziehen: Hepatitis. Die Erkrankung wird durch verschiedene Virenarten ausgelöst. Es wird daher zwischen fünf Hepatitis-Varianten, Hepatitis A, B, C, D und E, unterschieden. Hepatitis A und B sind die am häufigsten verbreiteten Arten. Dagegen gibt es einen wirksamen Schutz, die Hepatitis-Impfung. Wie diese abläuft, welche Nebenwirkungen dabei auftreten können und wann sie aufgefrischt werden sollte, erfahren Sie in diesem Artikel.

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    Quelle: Robert Koch Institut (RKI), 2019; Deximed, 2021
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    Quelle: Robert Koch Institut (RKI), 2019; Deximed, 2021

    Was ist Hepatitis A?

    Hepatitis A ist eine Infektionskrankheit, die durch das Hepatitis-A-Virus ausgelöst wird. Diese führt zu einer Leberentzündung, bei der die Zellen in der Leber geschädigt werden. Da das Virus über den Darm ausgeschieden wird, überträgt es sich leicht über den Stuhl. Wenn eine infizierte Person damit in Berührung kommt, sich anschließend die Hände nicht wäscht und Lebensmittel zubereitet, die wiederum eine andere Person isst, ist das Risiko für eine Ansteckung sehr hoch.

    Das liegt vor allem auch daran, dass das Virus ziemlich resistent gegenüber Desinfektionsmitteln und hohen Temperaturen ist. Auch eine direkte Übertragung über das Blut oder Blutkonserven ist möglich, jedoch deutlich seltener.

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    Welche Symptome können bei Hepatitis A auftreten?

    Neben einem Gefühl der Müdigkeit können im Anfangsstadium auch Beschwerden im Magen-Darm-Bereich sowie Fieber auftreten.

    Spätere Symptome sind dann:

    • Schmerzen im Oberbauch, meistens auf der rechten Seite
    • Juckreiz
    • Gelbsucht (Verfärbung der Augen und Haut)
    • dunkelfarbiger Urin
    • farbloser bzw. weißlicher Stuhl
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    Wie ist der Krankheitsverlauf bei Hepatitis A?

    Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Infektion bis zum tatsächlichen Ausbruch von Hepatitis, beträgt rund vier Wochen. Die akute Krankheitsphase dauert meistens einige Tage bis hin zu mehreren Wochen und geht mit starken Beschwerden wie Gelbsucht und Bauchschmerzen einher.

    Anschließend dauert es weitere zwei bis vier Wochen bis zur vollständigen Genesung. In dieser Zeit schwächen sich die Symptome ab. Insgesamt beträgt die Dauer einer Hepatitis-Infektion also rund vier Wochen. In wenigen Fällen kann die Erkrankung aber auch über einige Monate andauern.

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    Wie wird Hepatitis A behandelt?

    Die Behandlung von Hepatitis A zielt in erster Linie darauf ab, die Symptome zu lindern. Zudem gilt es, eine Verbreitung der Krankheit zu unterbinden. Einen speziell auf diese Hepatitis-Variante abgestimmten Wirkstoff gibt es nicht. Daher können lediglich die Beschwerden mit den entsprechenden dafür entwickelten Medikamenten behandelt werden.

    Wenn sich die erkrankte Person erschöpft und energielos fühlt, kann eine Bettruhe sinnvoll sein. Während dieser Zeit sollte auf Arzneimittel, die die Leber zusätzlich belasten, wie etwa Paracetamol, verzichtet werden. Alkohol sollte ebenfalls tabu sein, da er die Leber weiter schädigen könnte. Eine vitaminreiche, kohlenhydrathaltige Ernährung mit wenig Fetten kann das Immunsystem bei der Heilung unterstützen. Wenn sich das Wohlbefinden stark verschlechtert oder die Leberfunktion stark beeinträchtigt ist, sollte ein Krankenhausaufenthalt erfolgen.

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    Wie ist die Prognose bei Hepatitis A?

    Die gute Nachricht: Wer einmal Hepatitis A hatte, ist für den Rest des Lebens gegen die Erkrankung immun, kann also nicht noch einmal daran erkranken. Zudem kann Hepatitis A auch keinen chronischen Verlauf nehmen. Gesunde Menschen, deren Immunsystem intakt ist, genesen nach einiger Zeit vollständig.

    In wenigen und seltenen Einzelfällen kann es auch zum Tod kommen. Das betrifft aber hauptsächlich hochbetagte Menschen oder Vorerkrankte.

     

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    Was ist Hepatitis B?

    Hepatitis B wird durch eine Infektion mit Hepatitis-B-Viren hervorgerufen. Anders als bei der A-Variante führen bei Hepatitis B nicht die Erreger direkt zu einem Leberschaden, sondern das Immunsystem des Körpers, dessen Abwehrzellen die Infektion bekämpfen. Die sogenannten T-Zellen, körpereigene Immunzellen, zerstören somit die betroffenen Leberzellen.

    Die Übertragung findet über den Kontakt mit den Schleimhäute einer infizierten Person statt, z. B. beim Geschlechtsverkehr. Eine Ansteckung über das Blut oder eine Bluttransfusion ist ebenfalls möglich. Selbst trockenes Blut auf Oberflächen kann auch noch nach über einer Woche eine Übertragungsquelle darstellen.

    Ein Drittel aller Infizierten mit Hepatitis B entwickelt keinerlei Symptome. Zwei Drittel leiden an:

    • Antriebslosigkeit
    • Appetitlosigkeit
    • Übelkeit
    • Erbrechen
    • Bauchschmerzen
    • Durchfall
    • Fieber
    • Gelenkschmerzen
    • Hautausschlag
    • Gelbsucht (Verfärbung der Augen und Haut)
    • hellem Stuhl
    • dunklem Urin

    Die Symptome von Frauen und Männern sind dabei gleich.

    Der Verlauf von Hepatitis B ähnelt dem von Hepatitis A und dauert in der Regel bis zu vier Wochen. Nach zwei Wochen wird der Höhepunkt erreicht. Danach nehmen die Beschwerden ab. Die Gelbfärbung von Haut und Augen wird schwächer, bis sie schlussendlich verschwindet. Bei einem Prozent aller Erkrankten kommt es zu einem schweren Leberschaden.

    Im Gegensatz zu Hepatitis A besteht bei der B-Variante die Möglichkeit, dass die Erkrankung chronisch wird. Das ist der Fall, wenn sie nach sechs Monaten noch nicht vollständig ausgeheilt ist. Danach treten dann immer wieder leichte Beschwerden, wie etwa Müdigkeit, Bauch- und Gelenkschmerzen oder Appetitlosigkeit auf. Allerdings kann die Leber unter Umständen dauerhaft Schaden nehmen. Dann bildet sich entweder ein Tumor oder aber es entwickelt sich eine Leberzirrhose – gesundes Lebergewebe wird abgebaut und gegen Bindegewebe ersetzt. Bei etwa zehn Prozent der Erwachsenen verläuft die Erkrankung chronisch.

    Die Inkubationszeit bei Hepatitis B kann zwischen einem und sechs Monaten betragen. Im Durschnitt bewegt sich der Zeitraum zwischen zwei und vier Monaten.

    Da eine Hepatitis-B-Erkrankung normalerweise von allein abheilt, verschreiben Ärztinnen und Ärzte lediglich Arzneimittel, die die Beschwerden lindern. In vielen Fällen können zudem antivirale Medikamente helfen, die Viren zu zerstören und eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Davon stärken einige Mittel zusätzlich das Immunsystem. Die Wirkstoffe gibt es in Tablettenform oder als Spritze. Sie werden auch bei chronischen Hepatitis-B-Fällen eingesetzt.

    Kommt es durch die Erkrankung zu einem erhöhten Flüssigkeitsverlust, ist ein Aufenthalt im Krankenhaus ratsam. Dort kann dem Körper die Flüssigkeit mittels Transfusion wieder zugeführt werden. Ist die Leber sehr stark geschädigt, sollte über eine Lebertransplantation nachgedacht werden. In Transplantationszentren können Betroffene weiteren Rat einholen.  

    Die Chancen auf vollständige Heilung stehen bei gesunden Erwachsenen gut. Die Infektion heilt bei ihnen in über 90 Prozent der Fälle innerhalb einiger Wochen vollständig aus. Bei den restlichen knapp 10 Prozent wird die Erkrankung chronisch. Das betrifft hauptsächlich Menschen mit Vorerkrankungen und einem geschwächten Immunsystem. Ein Prozent aller Betroffenen erleidet ein Leberversagen.

    Eine Hepatitis-B-Erkrankung bei Kindern nimmt in den überwiegenden Fällen (zu ca. 90 Prozent) einen chronischen Verlauf. Daher ist es sinnvoll, Säuglinge oder Kinder bereits frühzeitig zu impfen.

    Impfung als Schutz vor Hepatitis A und B 

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    Obwohl es unterschiedliche Hepatitis-Formen gibt, existiert die Schutzimpfung nur für Hepatitis A und B. Sie können sich einzeln gegen die beiden Varianten impfen lassen (Hepatitis-A-Impfung und Hepatitis-B-Impfung). Es steht aber zudem auch ein Kombinationsimpfstoff bestehend aus der Hepatitis-A- und Hepatitis-B-Impfung zur Verfügung.

    Eine Impfpflicht gegen Hepatitis besteht hierzulande nicht, da Deutschland nicht zu den Risikogebieten gehört. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt die Impfung jedoch bei Reisen in bestimmte Regionen, wie etwa Afrika, Südamerika oder die Karibik. Aber auch bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder im Falle eines regelmäßigen Kontakts mit chronischen Hepatitis-B-Erkrankten kann eine Impfung sinnvoll sein. Zudem sollte sich medizinisches Personal von Krankenhäusern impfen lassen, da es bei seiner Arbeit möglicherweise in Kontakt mit den Erregern kommen könnte.

    Für Kinder empfiehlt die STIKO (Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts) eine möglichst frühe Grundimmunisierung gegen Hepatitis B. Säuglinge können diese bereits mit den anderen Impfungen, wie etwa Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten und Kinderlähmung zusammen erhalten.

    Wie läuft die Hepatitis-Impfung ab?

    Bei der Hepatitis-Impfung werden abgetötete Viren (Hepatitis A) oder Teile der Viren (Hepatitis B) in das Muskelgewebe, meistens in den Oberarm, gespritzt. Dadurch soll das Immunsystem dazu angeregt werden, Antikörper gegen die Viren zu bilden. Bei späterem Kontakt mit den eigentlichen Erregern können dann bereits existierende Antikörper diese effektiv abwehren. Um diese Antikörper zu bilden, benötigt der Körper einige Zeit, weshalb der Impfschutz nicht unmittelbar nach der ersten Impfung gegeben ist.

    Bei der Hepatitis-A-Impfung setzt der Impfschutz bereits innerhalb von 12 bis 15 Tagen nach der ersten Impfung ein. Die zweite Impfung sorgt für einen langanhaltenden Effekt von mindestens 12 Jahren.

    Bei der Mehrheit der Hepatitis-B-Geimpften kann nach zwei bis vier Wochen nach der ersten bzw. nach der zweiten Impfung ein Anstieg der Antikörper im Blut nachgewiesen werden. Nach der dritten Impfung ist der vollständige Impfschutz in der Regel hergestellt.

    Hepatitis-A-Impfschema

    • Für die Hepatitis-A-Impfung sind zwei Injektionen notwendig. Die zweite Impfdosis sollte im zeitlichen Abstand von sechs bis zwölf Monaten nach der ersten erfolgen. Der Schutz hält dann mindestens zwölf Jahre an, meistens sogar wesentlich länger. Bei gesunden Erwachsenen kann auf eine Auffrischung nach der Grundimmunisierung meistens verzichtet werden. Bei Unsicherheit kann eine Blutuntersuchung Aufschluss geben, denn damit kann die Zahl der Antikörper im Blut überprüft werden.

    Hepatitis-B-Impfschema

    • Für die Hepatitis-B-Impfung werden drei Dosen injiziert. Die zweite und dritte folgen je einen und sechs Monate nach der ersten Spritze. Bei Kleinkindern und erwachsenen Risikopatientinnen und -patienten wird meistens noch eine vierte Dosis empfohlen. Befragen Sie hierzu bitte Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Erwachsene mit intaktem Immunsystem und ohne Vorerkrankungen benötigen keine Auffrischung mehr.

    • Bei der kombinierten Hepatitis-A-und-B-Impfung sind ebenfalls drei Impfdosen notwendig.

    Wieviel kostet eine Hepatitis-Impfung?

    Menschen, die beruflich in einem medizinischen Bereich arbeiten, in dem das Risiko für eine Infektion erhöht ist, haben einen Anspruch auf die Impfung. Bei Kindern zählt Hepatitis-B zu den Standardimpfungen, weshalb die Krankenkassen diese bezahlen. Bei der Hepatitis-A-Impfung ist das allerdings nicht der Fall. Sie wird daher nur bei Berufsgruppen, die einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind, übernommen, wie etwa Labor-Mitarbeitende.

    Wenn Sie eine private Reise in ein Risikogebiet planen, müssen Sie die Kosten für die Impfung häufig selbst tragen. Die gesetzlichen Krankenkassen sind nicht zur Kostenübernahme verpflichtet. Jedoch haben einige Krankenkassen zusätzliche Reiseimpfungen in ihr Leistungsrepertoire übernommen, sodass in diesen Fällen die Impfkosten vollständig übernommen werden können. Auch die private Zusatzversicherung kann in dem Fall greifen. Für genaue Informationen kontaktieren Sie Ihre R+V-Beraterinnen und -Berater.

    Welche Nebenwirkungen können bei der Hepatitis-Impfung auftreten?

    Der Hepatitis-Impfstoff ist in der Regel gut verträglich. Jedoch kann es auch bei dieser Impfung zu Nebenwirkungen kommen.

    Häufig treten lokale Beschwerden an der Einstichstelle auf, wie etwa Rötung, Schwellung, Schmerzen oder auch eine Verhärtung.

    Weitere Nebenwirkungen können sein:

    • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
    • Kopf- sowie Gliederschmerzen
    • Beschwerden im Magen-Darm-Trakt
    • Fieber
    • allergische Reaktionen
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