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    PRÄVENTION

    Weißer Hautkrebs: Früherkennung, Ursachen und Behandlung

    Wenn die Sonne scheint und die Temperaturen steigen, zieht es viele Menschen an die frische Luft. Die Sonnenstrahlen wärmen und heben die Stimmung, doch ausgedehnte Sonnenbäder können auch die Haut schädigen. Weißer oder heller Hautkrebs wird nämlich maßgeblich durch UV-Strahlen der Sonne verursacht. Welche Arten es gibt, wie man sie erkennt und wie man sie behandelt, erfahren Sie in diesem Artikel.

    Was ist weißer Hautkrebs?

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    Quelle: Robert Koch Institut (RKI), Zentrum für Krebsregisterdaten, 11/2021

    Die Haut besteht aus mehreren Schichten, wie etwa der Epidermis (Oberhaut). In ihr befinden sich ganz unten die Basalzellen. Aus diesen Zellen sowie aus den Wurzeln der Haarfollikel kann sich weißer oder heller Hautkrebs (auch Basalzell-Karzinom und Plattenepithel-Karzinom bzw. Spinaliom) entwickeln.

    Weißer Hautkrebs ist die häufigste Form von Hautkrebs und entsteht überwiegend (80 Prozent) am Kopf oder Hals, da die Haut dort oft ungeschützt der Sonnenstrahlung ausgesetzt wird. Im Gegensatz zum schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) ist der weiße Hautkrebs weniger gefährlich, da er selten Metastasen in anderen Organen bildet. Dennoch sollten Geschwülste dieser Krebsart umgehend entfernt werden, da sie sich sonst auf umliegendes Gewebe ausbreiten können.

    Welche Arten von weißem Hautkrebs gibt es?

    Zum weißen Hautkrebs zählen:

     

    • das Basallzell-Karzinom (früher auch Basaliom)
    • das Plattenepithel-Karzinom (auch Spinaliom)

    Basallzell-Karzinom (Basaliom)

    Ein Basallzell-Krebs entsteht in den Zellen der Haarwurzelscheide. Aufgrund seines unauffälligen Aussehens ist der Basallzell-Tumor häufig nicht von einer einfachen Hautirritation zu unterscheiden. Allerdings tritt dieser meistens an Körperstellen auf, die direkt von der Sonne bestrahlt werden.

    Wenn die genetische Veranlagung dafür vorhanden ist, treten bei Betroffenen mit der Zeit jedoch immer wieder neue Tumore auf. Dermatologinnen und Dermatologen empfehlen daher, diese zeitnah entfernen zu lassen. Sonst können sich große Geschwüre bilden, die Beschwerden verursachen.

    Von allein heilt weißer Hautkrebs nicht – im Gegenteil, er wächst ungehindert weiter, wenn nicht rechtzeitig eine Behandlung erfolgt.

    Plattenepithel-Karzinom (Spinaliom)

    Das Plattenepithel-Karzinom oder Spinaliom entsteht ebenfalls an Hautpartien, die viel mit der Sonne in Kontakt kommen, wie etwa Gesicht und Oberarme. Die Tumore entwickeln sich langsam über mehrere Jahre, wobei sie sich durch Vorstufen, sogenannte Präkanzerosen, ankündigen. Dazu gehört auch die aktinische Keratose, eine leichte Schädigung der Oberhaut mit braun-rötlichen schuppigen Flecken.

    Von dieser Hautkrebsart geht ebenfalls keine tödliche Gefahr aus, wenn sie rechtzeitig diagnostiziert wird und die Tumore anschließend entfernt werden. Ohne Behandlung kann diese Form von Krebs im fortgeschrittenen Stadium jedoch große Geschwüre und schließlich auch Metastasen bilden. Das Plattenepithel-Karzinom ist damit ein wenig aggressiver als das Basallzell-Karzinom.

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    Die Symptome von weißem Hautkrebs

    Basallzell-Karzinome zeichnen sich durch eine vielfältige Optik aus, das heißt, es gibt unterschiedliche Erscheinungsformen. Im Gegensatz zum Spinaliom existiert hier keine Vorstufe. Erste Anzeichen sind gleichzeitig schon der Tumor, der entfernt werden muss. 

    Manche Geschwülste sehen aus wie Narben und haben eine rauere Oberfläche, andere sind bräunliche oder rötliche Knötchen mit einem Rand, der einer Perlenschnur ähnelt. Ab und an kann es auch zu Blutungen in diesem Bereich kommen. Der Krebs tritt überwiegend im Gesicht oder am Kopf- bzw. Halsbereich auf. Aber auch im Nacken oder an den Händen können Basallzell-Karzinome mitunter auftauchen. Am häufigsten entstehen sie jedoch an den Lippen, der Stirn und auf der Nase. 

    Ein Spinaliom fällt nicht gleich auf den ersten Blick auf. Es kann sich als bräunliche oder rötliche Hautirritation äußern, teilweise mit verkrustetem Gewebe, das unter Umständen bluten kann. Diese Tumore entstehen überwiegend an Hautstellen, die viel UV-Strahlung abbekommen: Nase, Ohren-Außenkanten, Stirn, Nacken, aber auch Hand-Außenflächen. Schuppende und raue Flecken auf der Haut können auf eine Vorstufe des Spinalioms hindeuten. 

    Behalten Sie Ihre Haut im Blick ...

    Um weißen Hautkrebs möglichst früh behandeln zu können, ist es wichtig, ihn rechtzeitig zu entdecken. Allerdings ist er nicht so einfach erkennbar. Daher sollten Sie jede noch so leichte Hautveränderung im Blick behalten:

    Warnsignal 1: Die Form verändert sich

    Wichtige Erkennungsmerkmale, auch im Hinblick auf schwarzen Hautkrebs, sind etwa die Form des Flecks. Sie sollte rund oder oval sein, jedoch nicht asymmetrisch. Eine asymmetrische Form eines Flecks, muss nicht automatisch immer, kann aber in vielen Fällen, ein Anzeichen für einen Tumor sein. Deshalb sollten Sie solche Flecken immer von Fachleuten untersuchen lassen.

    Auffällig ist auch, wenn ein Leberfleck verwaschen wirkt und sich optisch nicht deutlich genug von seiner Umgebung abhebt.

    Warnsignal 2: Die Farbe verändert sich

    Wenn Sie verschiedene Farben erkennen, zum Beispiel rot-braun und schwarz, sollten Sie einen Termin in der Hautarztpraxis vereinbaren. Dabei sollten alle Muttermale mit einer Größe von mehr als 2 Millimetern untersucht werden. Ein Brennen, Jucken oder Bluten des Flecks kann ebenfalls auf Hautkrebs hindeuten.

    ... und gehen Sie regelmäßig zum Haut-Screening

    Seit 2008 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen bei Versicherten ab 35 Jahren ein Haut-Screening zur Früherkennung von Hautkrebs im Abstand von zwei Jahren.

    Das Ziel dabei ist, den Hautkrebs in einem frühen Stadium zu erkennen und besser behandeln bzw. vollständig heilen zu können. Die Hautärztin oder der Hautarzt untersucht dabei den ganzen Körper, auch Hautfalten und Schleimhäute, auf auffällige Hautveränderungen.

    Ursachen und Risikofaktoren von weißem Hautkrebs


    • übermäßige UV-Strahlung (in den meisten Fällen der Hauptauslöser für alle unterschiedlichen Hautkrebs-Arten)

    • genetische Veranlagung und vererbte Vorerkrankungen

    • chemische Gifte wie Teer und Arsen

    • Verbrennungsnarben

    • chronische Wunden

    • Vorerkrankungen der Haut

    • Konsum von Tabak und Alkohol (begünstigt Hautkrebs an den Mundschleimhäuten und der Zunge)

    • beim Spinaliom: Virusinfektion der Haut mit Humane Papillomviren (HPV)

    Wie wird weißer Hautkrebs behandelt?

    Welche Therapieformen infrage kommen, hängt vor allem von der Größe und Lage des Tumors ab.

     

    Basallzell-Karzinome werden in der Regel operiert, indem der Tumor und ein Teil des umliegenden Gewebes mit dem Skalpell chirurgisch entfernt werden.

    Ist der Tumor bereits zu groß oder zu tief ins Gewebe eingedrungen, muss auf andere Behandlungsmöglichkeiten zurückgegriffen werden, wie etwa eine Bestrahlung des Tumors oder eine Vereisung mit flüssigem Stickstoff.

    Bei oberflächlichem Hautkrebs kann über mehrere Wochen auch eine Creme mit dem Wirkstoff Imiquimod oder 5-Fluorouracil auf die betroffene Stelle aufgetragen werden. Dadurch werden die Abwehrzellen des Immunsystems im Körper aktiviert, damit es selbstständig gegen die Krebszellen ankämpft. Allerdings ist hierbei die Rückfallquote relativ hoch.

    Darüber hinaus gibt es noch bestimmte Medikamente, die das Wachstum der Krebszellen hemmen.

    Eine Alternative kann eine photodynamische Therapie sein, eine Kombination aus Hautcreme und Lichttherapie. Sie kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn die Entfernung des Gewebes durch einen chirurgischen Eingriff deutliche Narben auf der Haut hinterlassen würde. Die Methode ist jedoch nicht komplett schmerzfrei.

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    So beugen Sie weißem Hautkrebs vor

    Da Hautkrebs überwiegend durch UV-Strahlung verursacht wird, ist es wichtig, sich ausreichend davor zu schützen. Ein Sonnenbrand kann nämlich das Hautkrebsrisiko erhöhen. Im Sommer und im Urlaub sollten Sie daher Sonnencreme mit einem ausreichend hohen Lichtschutzfaktor verwenden sowie idealerweise mit UV-A- und UV-B-Schutz.

    Tragen Sie leichte Kleidung sowie eine Kopfbedeckung und bevorzugen Sie Schattenplätze oder die Nähe zu einem Sonnenschirm, besonders während der Mittagszeit.

    Die Haut von Kindern ist sehr empfindlich, weshalb diese anfälliger sind als Erwachsene für Hautschädigungen durch zu intensive Sonneneinstrahlung. Achten Sie daher auf eine Sonnenschutzcreme mit hohem Schutzfaktor bei Ihren Kindern.

    Viele Menschen empfinden eine leichte Bräune als attraktiv – und der regelmäßige Gang ins Solarium gehört für sie zum Alltag. Jedoch kann die Bestrahlung ebenfalls weißen Hautkrebs begünstigen. Reduzieren Sie daher den Besuch im Solarium auf ein Minimum oder verzichten Sie am besten ganz darauf.  

    Schützen Sie auch Ihre Augen vor zu intensiver Sonneneinstrahlung und verwenden Sie eine hochwertige Sonnenbrille.

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    Welche Kasse übernimmt die Kosten für die Vorsorgeuntersuchungen?

    Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen bei Versicherten ab 35 Jahren die Kosten für ein Haut-Screening zur Früherkennung von Hautkrebs im Abstand von zwei Jahren.

    Möchten Sie jedoch zusätzliche Untersuchungen, wie zum Beispiel ein Hautkrebs-Screening mit Auflichtmikroskop oder ein Sreening, wenn Sie jünger als 35 sind, müssen Sie die Kosten dafür in der Regel selbst tragen.

    Hier kann sich der Abschluss einer privaten Zusatzversicherung, wie beispielsweise der R+V-Zusatzversicherung Sehhilfen + Vorsorge, lohnen. Je nach gewähltem Tarif erstatten wir Ihnen bis zu 400 Euro innerhalb von zwei Kalenderjahren für zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen. Erfahren Sie jetzt mehr:

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