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    PRÄVENTION

    Schwarzer Hautkrebs (Melanom): Ursachen und Therapien

    Die Fälle von schwarzem Hautkrebs haben in Deutschland seit 2008 kontinuierlich zugenommen, was unter anderem daran liegen könnte, dass in diesem Jahr das Hautkrebs-Screening eingeführt und damit der Krebs häufiger diagnostiziert wurde. Der Anstieg kann aber auch in Zusammenhang mit immer längeren Urlauben in sonnenreichen Regionen stehen, denn nach wie vor ist die UV-Strahlung der Hauptauslöser für schwarzen Hautkrebs. Welche weiteren Risikofaktoren es gibt, wie man diese Krebsart erkennt und welche Therapieformen infrage kommen, erfahren Sie hier.

    Was ist schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom)?

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    Quelle: Robert Koch Institut (RKI), Zentrum für Krebsregisterdaten, 11/2021

    Der schwarze Hautkrebs ist eine aggressive und bösartige Tumorart der Haut. Im Vergleich zum weißen Hautkrebs bildet er häufiger und schneller Tochtergeschwüre (Metasten) in verschiedenen Organen oder Lymphdrüsen. Jedoch tritt diese Krebsart insgesamt seltener auf als andere Hautkrebsarten. 

    Maligne Melanome entstehen meistens aus Veränderungen der Pigmentzellen der Haut, können sich aber beispielsweise auch in den Augen oder in der Schleimhaut entwickeln. Wird der schwarze Hautkrebs frühzeitig erkannt und entfernt, ist die weitere Prognose auf vollständige Heilung durchaus positiv, vor allem wenn die betroffene Stelle nicht größer als 1,5 Millimeter ist. 

    Maligne Melanome können an allen Körperstellen auftreten, auch an denen, die nicht primär der Sonne ausgesetzt werden: Fußsohlen, Hand- und Fußnägel, Genitalbereich, behaarte Kopfhaut.

    Ursachen und Risikofaktoren von schwarzem Hautkrebs

    Es gibt verschiedene Faktoren, die die Entstehung von schwarzem Hautkrebs beeinflussen können. Die wichtigsten sind:

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    UV-Strahlung

    Die UV-Strahlung durch die Sonne ist die häufigste Ursache für ein malignes Melanom, insbesondere die UV-B-Strahlung. Sie verursacht Irritationen und Rötungen der Haut und ruft Sonnenbrand hervor. Der wiederum ist ein starker Risikofaktor für Hautkrebs.

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    Helle Haut

    Besonders Menschen mit heller Haut und blonden oder rötlichen Haaren sind anfälliger für Hautschäden, weshalb sie sich besonders gut vor der Sonne schützen sollten. Das bedeutet, nicht zu lange ohne Sonnenschutz in der Sonne verweilen, dabei eine Creme mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden und Kleidung sowie Kopfbedeckung und Sonnenbrille tragen.

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    Kinder benötigen besonderen Schutz

    Vor allem Kinder sollten besonders vor UV-Strahlen geschützt werden, da ihre Haut empfindlicher und damit anfälliger für Schädigungen ist.

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    Genetische Veranlagung, Neigung zu Leberflecken

    Genetische Veranlagung kann bei Hautkrebs ebenfalls eine Rolle spielen sowie eine Neigung zur Bildung von übermäßig vielen Leberflecken und der häufige Besuch von Solarien.

    Und: Wer bereits einmal einen Hauttumor hatte, ist automatisch anfälliger für weitere.

    Wie erkennt man schwarzen Hautkrebs

    Da die Tumore des schwarzen Hautkrebses sich in vielen unterschiedlichen Erscheinungsformen äußern können, ist es gar nicht so leicht, diesen zu erkennen. Häufig entwickeln sie sich aus einer bereits pigmentierten Hautstelle, wie etwa einem Muttermal, oder es bildet sich mit hoher Geschwindigkeit ein neuer dunkler Hautfleck. Allerdings gibt es auch farblose Hautwucherungen, bei denen es sich um maligne Melanome handelt.

    Mögliche Warnsignale

    Einen ersten Hinweis auf Hautkrebs liefert etwa die Form des Pigmentflecks. Ist dieser eher asymmetrisch und lässt sich nicht scharf von der umgebenden Haut trennen, kann das auf ein malignes Melanom hindeuten.

    Weitere Symptome sind die Größe – Hautveränderungen von über 5 Millimetern sind verdächtig – und die Farbe. Sie ist häufig nicht einheitlich, sondern kann ins Rötliche, Bräunliche, Blaue oder Schwarze tendieren.

    Die ABCDE-Regel

    Jede noch so kleine Hautveränderung sollten Sie im Blick haben und vorsichtshalber von Ihrer Hautärztin oder Ihrem Hautarzt abklären lassen. Die sogenannte ABCDE-Regel kann helfen, auffällige Hautveränderungen zu identifizieren. Bei Muttermalen sollten Sie dementsprechend darauf achten:

    • A = Asymmetrie
    • B = Begrenzung
    • C = Colour (Farbe)
    • D = Durchmesser
    • E = Erhabenheit
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    Welche Arten von schwarzem Hautkrebs gibt es?

    Es wird zwischen vier unterschiedlichen malignen Melanomen unterschieden:

    Dies ist die häufigste Art von schwarzem Hautkrebs. Etwa 60 Prozent aller Fälle sind SSM-Arten. Sie entstehen vermehrt an Armen, Beinen, Brust und Rücken und sind von der Gestalt eher flach und knotenartig und haben eine scharfe Begrenzung. SSM können braun, rosafarben oder grau sein, allerdings unter Umständen auch als blau-schwarze Tumore auftreten.

    Das noduläre Melanom ist die bösartigste aller schwarzen Hautkrebsarten, da sie tief ins Gewebe eindringt. Häufig kommt es am Rücken, an der Brust oder den Extremitäten zum Vorschein. Der Hauttumor ist dunkelbraun bis blau bzw. schwarz, ragt aus der Haut deutlich heraus und ist knotig. In manchen Fällen kann er auch bluten.

    Vor allem ältere Menschen leiden an dieser Form von Hautkrebs. Er entsteht an Stellen, die der Sonne besonders ausgesetzt sind, wie Gesicht, Hals, Arme und Hände. Diese Melanome gehen nach einigen Jahren aus der Vorstufe Lentigo maligna hervor. Das LMM äußert sich meist in Gestalt eines asymmetrischen mittel- bis dunkelbraunen Flecks auf der Haut, der Ähnlichkeit mit einem Leberfleck hat. Er kann zusätzlich schwarze Stellen aufweisen.

    Das Akrolentiginöse Melanom ist die seltenste Art von schwarzem Hautkrebs. Dabei bilden sich unscharfe Flecken mit verschiedenen Farben an den Handflächen, Fußsohlen, Fingern oder Zehen. Die Tumore können aber auch unter den Nägeln auftreten, weshalb sie häufig mit Nagelpilz verwechselt werden.

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    Schwarzer Hautkrebs: Wie wird die Diagnose gestellt?

    Auffällige Hautveränderungen sollten von einer Dermatologin oder einem Dermatologen näher untersucht werden. Dabei wird der Fleck durch ein spezielles Mikroskop für die Haut (Dermatoskop) betrachtet. 

    Um eine sichere Diagnose stellen zu können, werden verdächtige Stellen direkt entfernt und im Labor näher untersucht. Das findet meistens bereits in der Arztpraxis statt. So können Angaben über die Art des Hautkrebses und das Stadium gemacht werden. 

    Besteht der Verdacht auf Metastasen, sind weitere Untersuchungen notwendig, wie eine Computertomografie (CT) oder eine Magnetresonanztomografie (MRT). Da die Tumore auch in benachbarte Lymphdrüsen gestreut haben können, werden diese meist ebenfalls entfernt und mit einem Ultraschallgerät auf Krebszellen überprüft.

    Wie ist der Krankheitsverlauf bei schwarzem Hautkrebs?

    Der Verlauf der Krankheit ist abhängig von der Art des Krebses, da einige Varianten schneller wachsen als andere und früher metastasieren. Ist das bereits der Fall, ist die weitere Behandlung erschwert und die Prognose fällt weniger positiv aus, vor allem, wenn sich der schwarze Hautkrebs im Endstadium befindet. Denn dann ist das Melanom bereits tief in das Gewebe eingedrungen und hat weitere Tumore im Körper entwickelt. 

    Sonst gilt: Je früher das Melanom erkannt und entfernt wird, desto besser stehen die Heilungschancen. Die Zellveränderung eines Muttermals ist quasi die Krebsvorstufe. Deshalb sollte dieses engmaschig beobachtet werden. Den genauen zeitlichen Abstand für die Kontrollen legt die Hautärztin oder der Hautarzt fest. 

    Handelt es sich bereits um ein beginnendes Melanom (Melanoma in situ), befindet sich der schwarze Hautkrebs im Frühstadium und damit lediglich in der obersten Zellschicht (Epidermis).  Der anfängliche Hauttumor ist dann noch nicht mit Blutgefäßen oder Lymphdrüsen verbunden. Das bedeutet, dass noch keine Metastasen entstehen können. Wird die betroffene Stelle rechtzeitig operiert, kann mit einer nahezu 100-prozentigen Heilungschance gerechnet werden.

    Behandlungsmöglichkeiten bei schwarzem Hautkrebs

    Das erste Mittel, um ein malignes Melanom zu behandeln, ist in der Regel die Operation. Der Tumor soll nämlich daran gehindert werden, in andere Organe zu streuen. Daher wird er mit einem Skalpell zusammen mit ein wenig angrenzendem Gewebe chirurgisch entfernt. 

    Vor dem Eingriff wird die Hautstelle entsprechend betäubt. Bei kleineren Hauttumoren ist meist eine Operation ausreichend. Bei größeren – ab 1,5 Millimetern – wird häufig auch noch der benachbarte Lymphknoten entfernt und untersucht. Sind darin keine Krebszellen zu finden, ist davon auszugehen, dass der Tumor noch keine weiteren Tochtergeschwülste im Körper gebildet hat. Sind jedoch Krebszellen enthalten, werden die anderen angrenzenden Lymphknoten ebenfalls entfernt.

    Hat das Melanom bereits metastasiert oder kann es nicht operativ entfernt werden, eignet sich eine Strahlentherapie. Dadurch soll das Tumorgewebe zerstört werden. Zudem können verschiedene Medikamente den Heilungsprozess unterstützen.

    Bei einer Immuntherapie wird das Immunsystem durch bestimmte Substanzen angeregt, damit es die Krebszellen eigenständig bekämpft.

    Bei einer Chemotherapie werden Zytostatika (chemische Arzneimittel) verabreicht, die die Krebszellen schädigen sollen. Diese Behandlungsmethode kommt meistens erst zum Einsatz, wenn alle anderen Möglichkeiten bereits ausgeschöpft wurden.

    Nachsorge bei schwarzem Hautkrebs

    Wer schon einmal ein malignes Melanom hatte, läuft Gefahr, mit der Zeit einen Zweittumor zu bekommen. Deshalb sollten engmaschige Kontrollen nach der Entfernung des ersten Hauttumors stattfinden. 

    Bei schwarzem Hautkrebs sollten sich die Kontrollen insgesamt über einen Zeitraum von zehn Jahren erstrecken. Dabei erfolgen in den ersten fünf Jahren die Untersuchungen idealerweise alle drei bis sechs Monate, danach kann der Zeitraum dazwischen auch größer sein. Allerdings gibt die Dermatologin oder der Dermatologe individuelle Empfehlungen für die Nachsorge.

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    Welche Kasse übernimmt die Kosten für die Vorsorge-Untersuchungen?

    Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen bei Versicherten ab 35 Jahren die Kosten für ein Haut-Screening zur Früherkennung von Hautkrebs im Abstand von zwei Jahren.

    Möchten Sie jedoch zusätzliche Untersuchungen, wie zum Beispiel ein Hautkrebs-Screening mit Auflichtmikroskop oder ein Sreening, wenn Sie jünger als 35 sind, müssen Sie die Kosten dafür in der Regel selbst tragen.

    Hier kann sich der Abschluss einer privaten Zusatzversicherung, wie beispielsweise der R+V-Zusatzversicherung Sehhilfen + Vorsorge, lohnen. Je nach gewähltem Tarif erstatten wir Ihnen bis zu 400 Euro innerhalb von zwei Kalenderjahren für zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen. Erfahren Sie jetzt mehr:

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