Gürtelrose ist eine schmerzhafte Virusinfektion, deren Symptome meist nach wenigen Wochen abheilen. Eine frühe Behandlung ist entscheidend, um Nervenschmerzen zu lindern und das Ansteckungsrisiko zu senken. Den wirksamsten Schutz bietet eine Impfung: Die STIKO empfiehlt diese als Standard für alle Menschen ab 60 Jahren sowie ab 18 Jahren bei Vorerkrankungen oder Immunschwäche. Erfahren Sie hier alles Wichtige zu Symptomen und Vorsorge.
Gürtelrose: Wie Sie Symptome frühzeitig erkennen und vorsorgen
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Spätfolgen einer Windpocken-Infektion
Gürtelrose ist kein neuer Infekt, sondern eine Reaktivierung von Viren, die nach Windpocken in Ihrem Körper schlummern. Schwächelt Ihr Immunsystem, wandern die Viren entlang der Nerven an die Hautoberfläche.
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Risikoanstieg ab 50
Ab dem 50. Lebensjahr lässt die körpereigene Immunabwehr natürlich nach. Laut Robert Koch-Institut (RKI) steigt das Krankheitsrisiko ab dieser Grenze signifikant an. Etwa 2 Drittel aller jährlich 400.000 Fälle betreffen diese Altersgruppe.
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Prävention durch Impfung
Eine Impfung bietet den wirksamsten Schutz vor schweren Verläufen und chronischen Nervenschmerzen. Die STIKO empfiehlt sie standardmäßig ab 60 Jahren, bei Vorerkrankungen oder einer Immunschwäche bereits früher.
Was ist Gürtelrose?
Bei Gürtelrose (fachsprachlich auch Herpes Zoster genannt) handelt es sich um eine Viruserkrankung, die durch das Varizella-Zoster-Virus (VZV) ausgelöst wird.
Erste Anzeichen sind oft brennende Schmerzen oder ein Kribbeln auf der Haut. Erst nach einigen Tagen zeigt sich der typische gerötete, bläschenförmige Ausschlag. Begleitend treten häufig Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl auf.
Bricht nach dem Erstkontakt mit Varizella-Zoster-Viren ein Infekt aus, kommt es zu Windpocken. Die Viruszellen verbleiben, typisch für Infektionen mit Herpes-Viren, auch nach Abheilen der Krankheit ein Leben lang im Körper und sammeln sich in den Spinal-Ganglien an. Das sind Nervenzellen entlang des Rückenmarks. Von dort aus können die Viren auch viele Jahre und Jahrzehnte später aktiviert werden und eine Gürtelrose auslösen.
Die Inkubationszeit – also die Zeitspanne von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit – beträgt bei Varizellen 10 bis 21 Tage.
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In Deutschland erkranken jährlich ca. 400.000 Menschen an Gürtelrose.
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2 Drittel der Betroffenen sind älter als 50 Jahre.
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Die STIKO (Ständige Impfkommission) empfiehlt allen Menschen ab 60 eine Schutzimpfung (bei Vorerkrankungen und einer Immunschwäche bereits früher).
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Frauen sind häufiger betroffen als Männer.
Ihr Immunsystem hält die Viren normalerweise im Zaum. Faktoren wie psychischer Stress, UV-Belastung oder der natürliche Alterungsprozess schwächen diese Barriere. Auch bei jüngeren Menschen führt eine hohe Stressbelastung immer häufiger zum Ausbruch. Typische Auslöser sind:
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Erhöhter Stress.
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Erkrankungen, die das Immunsystem beeinträchtigen (etwa eine HIV-Infektion).
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Therapien, die das Immunsystem unterdrücken (z. B. bei Autoimmunkrankheiten wie Allergien oder rheumatoider Arthritis).
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Der normale Alterungsprozess, welcher zum Nachlassen der Immunabwehr führt.
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Zu hohe UV-Belastung und von Sonnenbrand geschädigte Hautpartien.
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Krebs schwächt das Immunsystem sowie oft damit einhergehende Chemotherapien (diese zerstören auch Abwehrzellen des Immunsystems).
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Angeborene Immunschwächen und dadurch fehlende, spezifische Antikörper.
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Frauen nach der Menopause (wahrscheinlich durch die hormonelle Umstellung begünstigt, die das Immunsystem schwächt).
Ist die Immunabwehr aufgrund der genannten Faktoren angeschlagen, haben die Viruszellen die Möglichkeit, sich entlang der Nervenbahnen auszubreiten und dort den für die Gürtelrose typischen Hautausschlag auszulösen.
Nur die Flüssigkeit der Bläschen des Gürtelrose-Hautausschlags ist ansteckend. Wer damit in Kontakt kommt oder Dinge berührt, die zuvor eine mit Gürtelrose erkrankte Person in der Hand hatte (Schmierinfektion), läuft Gefahr, sich mit dem Erreger zu infizieren.
Allerdings erkranken nur jene Menschen an Gürtelrose, die zuvor bereits Windpocken hatten. Dann können die in den Nervenzellen schlummernden Viren wieder aktiviert werden und eine Gürtelrose auslösen. Wer aber noch keine Windpocken hatte und sich (z. B. durch die Flüssigkeit der Gürtelrose-Bläschen) mit Varizella-Zoster-Erregern infiziert, erkrankt an Windpocken und nicht an Gürtelrose.
Sie sind so lange ansteckend, bis alle Bläschen verkrustet sind – im Durchschnitt dauert dies 5 bis 7 Tage.
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Allgemeines Unwohlsein im frühen Stadium der Gürtelrose; dazu können z. B. Kopf-, Gliederschmerzen und Fieber zählen.
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Vor dem eigentlichen Hautausschlag kann es an der betroffenen Hautfläche zu Missempfinden und Kribbeln kommen.
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Charakteristisch ist der brennende, gürtelförmige Hautausschlag (man nennt ihn auch Zoster), der sich im Bereich des Rückens und des Bauchs ausbreitet. Er muss aber (auch bei Reaktivierung) nicht zwangsläufig an dieser Stelle entstehen. Die Ausbreitung ist beispielsweise auch im Gesicht möglich. Die meisten Menschen empfinden den Ausschlag als sehr schmerzhaft, da die Viren über die Nervenbahnen an die Hautoberfläche gelangen. Auch nach dem Abklingen der infektiösen Bläschen können diese Schmerzen noch anhalten (etwa in Form von postherpetischer Neuralgie).
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Die oft auch juckenden Bläschen beginnen in der Regel spätestens ab dem 5. Tag abzuklingen. Das bedeutet, dass sie aufplatzen und verkrusten. Die Haut braucht bis zu 4 Wochen, bis die Veränderungen der Gürtelrose wieder vollständig abgeheilt sind.
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In manchen Fällen treten bei der Gürtelrose-Infektion Schmerzen ohne Hautbläschen auf, man spricht dann von „Zoster sine herpete“.
Nach einer Gürtelrose ist es möglich, dass sich Bakterien in der geschädigten Haut ansiedeln. Außerdem können sich nach Abklingen des Ausschlags Narben bzw. Pigmentstörungen bilden. Weiterhin kommt es manchmal zu einem anhaltenden Missempfinden.
In sehr seltenen Fällen befällt das Virus das zentrale Nervensystem und löst Hirn- oder Hirnhaut-Entzündungen aus. Ebenfalls sehr selten ist, dass der ganze Körper von den Zoster-Viren befallen wird (disseminierter Herpes Zoster) und auch innere Organe beschädigt, was lebensbedrohliche Folgen haben kann.
Nach einer Gürtelrose-Infektion kann eine Post-Zoster-Neuralgie (auch Post-herpetische Neuralgie) erfolgen. Das bedeutet, dass der eigentliche Hautausschlag zwar abgeheilt ist, die Schmerzen aber nicht abklingen. Diese anhaltenden Nervenschmerzen (länger als 3 Monate) können, je nach Schmerzintensität, mit unterschiedlichen Medikamenten behandelt werden.
Im schlimmsten Fall bleiben diese Schmerzen ein Leben lang bestehen, wenn betroffene Nerven während der Infektion dauerhaft geschädigt wurden.
Die Therapie erfolgt meistens mit:
- normalen Schmerzmitteln (wie Ibuprofen oder Paracetamol)
- Antiepileptika (krampflösende Mittel)
- Antidepressiva (angstlösende Mittel)
- betäubenden Pflastern für die betroffene Hautregion
Die STIKO (Ständige Impfkommission) des Robert Koch-Instituts empfiehlt für die Gürtelrose-Impfung einen Tot-Impfstoff, der zur Bildung spezifischer Antikörper führen soll.
Für einen umfassenden Schutz sind dafür insgesamt 2 Impfdosen notwendig. Empfohlen wird sie allen Menschen ab 60 Jahren. Auch jüngere Menschen können sich impfen lassen, wenn folgende Faktoren vorliegen:
- eine angeborene oder erworbene Immunschwäche
- Erkrankungen wie HIV, Diabetes, Arthritis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Asthma, chronische Nierenschwäche, systemischer Lupus erythematodes, Lungenkrankheit COPD
Bei Menschen ab 60 Jahren und bei Menschen mit einem erhöhtem Risiko bezahlt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für eine Impfung gegen Gürtelrose.
Wenn Sie sich bezüglich der Impfung unsicher sind, holen Sie sich ärztlichen Rat ein.
Bei einem Verdacht auf Gürtelrose sollten Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt konsultieren. Ebenfalls ist der Gang zu einer Hautarzt-Praxis möglich. Ist das Gesicht betroffen (z. B. Augen oder Ohren), ist eine Hals-Nasen-Ohren- bzw. Augenarzt-Praxis die richtige Anlaufstelle. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann aufgrund der typischen Symptomatik schnell die Diagnose Gürtelrose stellen. Nur im Anfangsstadium ist dies schwierig. Dann ist ein Nachweis des Varizella-Zoster-Virus entweder mittels Wund-Abstrich oder Blutentnahme möglich.
Wer an einer Gürtelrose erkrankt, kann diese mit verschiedenen Medikamenten behandeln:
- Schmerzmittel (wie Ibuprofen oder Paracetamol).
- Pflegende Wirkstoffe für das geschädigte Haut-Areal (z. B. um den Juckreiz zu lindern oder die baldige Verkrustung der Bläschen herbeizuführen).
- Antivirale Arzneimittel (Virostatika, z. B. Aciclovir) wirken direkt gegen das Varizella-Zoster-Virus und können sowohl vorbeugend als auch nach dem Ausbruch der Gürtelrose angewendet werden.
- Befindet sich der Zoster in Gesichtsregionen, kommen auch kortisonhaltige Cremes zum Einsatz.
- Bei einer zusätzlichen bakteriellen Infektion der geschädigten Hautpartien kann ein Antibiotikum verabreicht werden.
Mit zunehmendem Alter durchläuft das Immunsystem einen natürlichen Alterungsprozess (Immunoseneszenz). Ab 50 Jahren sinkt die Fähigkeit des Körpers, die schlummernden Varizella-Zoster-Viren zu unterdrücken, deutlich ab. Laut RKI ist dies der Hauptgrund für die steigenden Fallzahlen in dieser Altersgruppe.
Ja, das ist möglich. Man spricht dann von einem „Zoster sine herpete“. Dabei treten die typischen, brennenden Nervenschmerzen auf, ohne dass sich Bläschen bilden. Dies macht die Diagnose oft schwierig und erfordert eine Blutuntersuchung zum Virusnachweis.
Nein. Man kann mehrmals im Leben an Gürtelrose erkranken, da das Virus im Körper verbleibt. Eine Impfung wird daher auch Menschen empfohlen, die bereits eine Gürtelrose hinter sich haben, um Rückfällen und schweren Komplikationen vorzubeugen.
Zuletzt aktualisiert: April 2026
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