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Sie wollen Ihrem Kind Zuversicht geben – und sind selbst unsicher?

Inhalt:

Klima, Kriege, künstliche Intelligenz, die Rente – die Nachrichten sind voll davon, und im Kopf laufen sie weiter, lange nachdem das Handy oder der Fernseher aus ist. Sie fragen sich, in welcher Welt Ihre Kinder einmal leben werden und wollen ihnen trotzdem Halt geben. Wenn Sie das kennen, sind Sie damit nicht allein. Rund 80 % der Familien in Deutschland fühlen mentalen Druck im Alltag (R+V-Studie, INNOFACT 2026)

Diese Dauerbelastung durch Zukunftsthemen hat einen Namen: Mental Load – die unsichtbare Denkarbeit, die nie Feierabend macht. Bei gesellschaftlichen und globalen Themen entsteht sie dort, wo große Sorgen, auf die man kaum Einfluss hat, auf den ganz normalen Familienalltag treffen. Auf dieser Seite geht es nicht darum, die Krisen selbst zu lösen – sondern darum, wie Sie mit der Last umgehen, die sie auslösen.

Triggerwarnung: Diese Seite enthält emotionale Inhalte rund um Erschöpfung und Selbstbild. Sie entscheiden selbst, wie tief Sie einsteigen möchten. Wenn Sie gerade in einer schwierigen Situation sind und akute Hilfe benötigen, finden Sie unter „Wenn Sie Unterstützung brauchen“ fachliche Anlaufstellen und wichtige Kontaktpunkte für weiterführende Unterstützung.

Kennen Sie das?

Sorgen um die Zukunft tauchen selten dann auf, wenn man Zeit für sie hätte. Sie kommen beim Lesen oder Hören von Nachrichten, mitten in einer Kinderfrage oder im stillen Moment vor dem Einschlafen – und bleiben dann länger, als einem lieb ist. 

Vielleicht ist einer dieser Momente Ihnen vertraut:

  • Sie scrollen durch die Nachrichten und können danach schlechter abschalten als vorher.
  • Ihr Kind fragt Sie etwas Großes – ob Krieg kommt, ob die Welt untergeht – und Sie ringen um eine Antwort.
  • Sie möchten zuversichtlich wirken und sind sich im Inneren selbst nicht sicher.
  • Sie liegen wach und fragen sich, ob Ihre Kinder es einmal schwerer haben werden als Sie.

Wenn Sie an einer Stelle genickt haben: Das ist kein Schwarzsehen und kein Zeichen davon, dass Sie sich zu viele Gedanken machen. Es ist ein Muster, das viele Eltern gerade kennen.

Echte Geschichten, echte Familien

Wie andere Familien über ihre Zukunftssorgen sprechen, sagt oft mehr als jede Statistik. In diesen beiden Familienporträts aus unserer Gedankenkreisel-Dokumentation kommen beide Seiten zu Wort: erst die Eltern mit ihrem Blick auf Gesellschaft und Weltlage, dann die Kinder mit ihrem eigenen Blick nach vorn.

Gesellschaft und Weltlage

„Insbesondere die Dinge, auf die wir keinen Einfluss haben, bereiten mir Sorge." In diesem Film sprechen Eltern offen über das, was sie umtreibt: die Flut schlechter Nachrichten, die Sorge um den Zusammenhalt in der Gesellschaft und die Angst, in welcher Welt ihre Kinder einmal leben werden. Der Film zeigt, dass hinter all den einzelnen Themen oft dasselbe Gefühl steckt – die Ohnmacht gegenüber dem Großen und Ganzen. Wenn Sie das kennen, sehen Sie hier, dass Sie mit dieser Sorge nicht allein sind. 

 

Zukunft

„Ich freue mich – und andererseits habe ich auch Angst davor." In diesem Film blicken vor allem junge Menschen selbst nach vorn: auf Wünsche und Träume, aber auch auf die Unsicherheit vor dem eigenen Weg ins Erwachsenenleben. Er zeigt, dass Sorge und Zuversicht nebeneinander Platz haben – und dass gerade Kinder und Jugendliche beides zugleich in sich tragen. Für Eltern ist er eine Einladung, die Zukunft einmal mit den Augen der eigenen Kinder zu sehen. 

Triggerwarnung: Diese Filme zeigen echte emotionale Belastung. Wenn Sie sich gerade in einer Krise befinden, empfehlen wie Ihnen zuerst den Bereich „Wenn Sie Unterstützung brauchen“ weiter unten.

Gesellschaftliche und globale Herausforderungen verstehen

Gesellschaftliche und globale Herausforderungen – das sind die großen Themen, auf die eine einzelne Familie kaum Einfluss hat: der Klimawandel, Kriege und Krisen, der Zusammenhalt in der Gesellschaft, die Entwicklung und Auswirkungen von künstlicher Intelligenz, die Frage nach der Rente. Auf dieser Seite geht es nicht darum, diese Themen zu bewerten oder zu lösen. Es geht darum, warum sie so viel Raum im Kopf einnehmen – und wie Sie damit umgehen. 

Das Belastende ist dabei selten ein einzelnes Thema. Es ist die Gleichzeitigkeit: Kaum ist eine Sorge zur Ruhe gekommen, meldet sich die nächste. Dazu kommt ein Gefühl, das viele Eltern teilen – wie eine Mutter in unserer Dokumentation es beschreibt: Gerade die Dinge, auf die man keinen Einfluss hat, bereiten die größte Sorge. Diese Mischung aus vielen Themen zugleich und dem Erleben, wenig ausrichten zu können, ist der eigentliche Grund, warum Zukunftssorgen so schwer wiegen. 

Viele Eltern fragen sich, ob sie zu empfindlich sind oder zu viele Nachrichten schauen. Das greift zu kurz. Ein Teil der Belastung entsteht tatsächlich in uns – durch das verständliche Bedürfnis, informiert zu sein und die eigene Familie zu schützen. Der größere Teil aber kommt von außen: aus einem scheinbar ständigen Strom schlechter Nachrichten, die heute rund um die Uhr auf dem Handy verfügbar sind. Krisen, die früher weit weg waren, sind jetzt in Echtzeit im Wohnzimmer. 

Eine Mutter aus unserer Dokumentation bringt es auf den Punkt: Der permanente Input schlechter Nachrichten den ganzen Tag mache etwas mit einem. Das ist keine Schwäche und kein Schwarzsehen. Es ist eine nachvollziehbare Reaktion auf eine Welt, die uns mehr Krisen näher und schneller zeigt als je zuvor. 

Zukunftssorgen sind zunächst einmal Gedanken – und Gedanken kosten Kraft, besonders wenn sie sich wiederholen. Genau hier entsteht die Verbindung zum Mental Load: Es ist nicht das einzelne Nachdenken über Klima oder Rente, das ermüdet, sondern das ständige Mitlaufen dieser Themen im Hinterkopf, neben allem anderen, was der Familienalltag ohnehin verlangt. Die großen Weltthemen legen sich wie eine zusätzliche Schicht auf die vielen kleinen Aufgaben, an die Sie täglich denken. 

Damit die Begriffe klar bleiben, hilft eine einfache Unterscheidung: 

Begriff  Was ist gemeint Ein Beispiel
Zukunftssorge Der konkrete Gedanke an ein Thema, das Ihnen wichtig ist. „Wie wird die Welt aussehen, wenn mein Kind erwachsen ist?"
Mental Load bei Zukunftsfragen Die Last, all diese Gedanken dauerhaft mitzutragen – neben dem Alltag. Beim Kochen läuft im Kopf die Sorge um die Zukunft nebenher.
Belastende Angst Der Punkt, an dem die Sorge nicht mehr zur Ruhe kommt.  Nachts wach liegen, weil die Gedanken nicht aufhören zu kreisen.

 

Man kann es sich als Abfolge vorstellen: Eine einzelne Sorge ist normal. Tragen Sie viele davon dauerhaft mit sich herum, werden sie zu einem Teil Ihres Mental Load. Und bleibt diese Last ohne Ausgleich, kann daraus eine Angst werden, die den Alltag bestimmt. 

Sorge ist nicht dasselbe wie Angst – auch wenn sich beides ähnlich anfühlen kann. Eine gesunde Sorge gehört zum Leben dazu: Sie zeigt, dass Ihnen etwas wichtig ist und sie kann sogar antreiben, etwas zu tun. Zur Belastung wird sie erst, wenn sie dauerhaft wird, den Schlaf raubt und das Handeln lähmt, statt es zu ermöglichen.  

Der Unterschied lässt sich an einigen Anzeichen erkennen: 

Woran Sie es erkennen  Eine gesunde Sorge Eine belastende Angst
Handeln spornt an, etwas zu tun – und sei es etwas Kleines lähmt und führt zu Rückzug
Schlaf und Alltag  ist da, lässt sich aber beiseitelegen  hält wach und bestimmt den Tag 
Dauer kommt und geht wieder  bleibt und wird eher stärker 
Blick nach vorne lässt Raum für Zuversicht  verdrängt jede gute Aussicht 

 

In der Forschung trägt die belastende Form, wenn sie sich z.B. auf Umwelt und Klima bezieht, den Namen Eco-Anxiety oder Klimaangst. Fachleute sind sich einig, dass man solche Ängste ernst nehmen sollte – und ebenso, dass nicht jede Sorge um die Zukunft gleich eine Erkrankung ist. Die allermeisten Zukunftssorgen sind eine gesunde Reaktion. Woran Sie erkennen, wann sie zu viel werden und wann Unterstützung sinnvoll ist, lesen Sie weiter unten. 

Kinder spüren sehr genau, wie es ihren Eltern geht – oft mehr, als wir denken. Wenn zu Hause viel über Krisen gesprochen wird, wenn die Nachrichten ständig laufen oder die eigene Anspannung wächst, überträgt sich das leicht. Das ist kein Grund für ein schlechtes Gewissen, sondern ein Hinweis: Wie Sie mit Ihrer eigenen Sorge umgehen, prägt mit, wie Ihr Kind der Welt begegnet. 

Hilfreich ist ein Mittelweg zwischen zwei Extremen. Das eine ist, alles zu beschwichtigen – „das wird schon irgendwie". Das andere ist, jede Nachricht ungefiltert weiterzugeben. Kinder brauchen weder das Gefühl, dass alles hoffnungslos ist, noch das Gefühl, dass niemand ehrlich mit ihnen redet. Sie brauchen Eltern, die Sorgen ernst nehmen, ohne sie größer zu machen, als sie sind. 

Diese Seite möchte Sie dabei unterstützen und Ihnen Wege aufzeigen. Sie kann jedoch keine psychologische Beratung leisten oder ersetzen. Wenn Sie merken, dass die Sorgen bei Ihnen oder Ihrem Kind über Wochen anhalten, den Schlaf oder den Alltag bestimmen, ist der Gang zu einer Fachperson kein Zeichen von Schwäche, sondern ein kluger und starker Schritt. Wo Sie passende Unterstützung finden, zeigen wir Ihnen weiter unten im Bereich „Wenn Sie Unterstützung brauchen".

HIGHLIGHTS VOM „SORGENFRESSER FAMILIENTA

Experten hören, Antworten finden.

Zwei Experten-Videos, die Wissen vermitteln, ohne zu überfordern: Fachvorträge mit Tiefe, Mehrwert und Denkanstößen.

Ann Lang: „Jeder kann etwas verändern. Jeden Tag."

In diesem Vortrag beim R+V-Sorgenfresser-Familientag erzählt Ann Lang vom Jane Goodall Institut, warum das Gefühl der Ohnmacht angesichts großer Krisen so lähmend wirkt – und wie man ihm etwas entgegensetzt. Am Beispiel von Jane Goodalls Lebenswerk zeigt sie, dass niemand allein die Welt retten muss, dass aber viele kleine Schritte zusammen einen echten Unterschied machen. Ein Vortrag, der Mut macht, ins Handeln zu kommen, statt in der Sorge zu verharren.

 Ann Lang engagiert sich beim Jane Goodall Institut Deutschland für Natur-, Arten- und Umweltschutz und begleitet dort Pat:innen, Mitglieder und Spender:innen. Inspiriert von Jane Goodalls Vision einer nachhaltigen und mitfühlenden Welt setzt sie sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit Mensch, Tier und Natur ein. Ihre Arbeit verbindet Nachhaltigkeit, gesellschaftliche Verantwortung und Bildung mit der Überzeugung, dass jeder Mensch einen Beitrag zu einer lebenswerteren Zukunft leisten kann – und macht deutlich, wie eng das Wohl von Mensch, Umwelt und kommenden Generationen zusammenhängt.  

Mehr zu ihrer Arbeit: Jane Goodall Institut Deutschland.

Über Ann Lang schließen

Fünf Gedanken zum Mitnehmen

  1. Niemand muss die ganze Welt retten. 
    Der Anspruch, allein alles lösen zu müssen, lähmt. Entlastend ist der Gedanke, dass niemand die großen Probleme im Alleingang stemmen kann – aber jeder seinen Teil beitragen kann, nicht muss. 

  2. Hinschauen, anfangen, weitermachen.
     
    Mehr braucht es nicht, um etwas zu bewegen. Am schwersten fällt dabei oft der zweite Schritt – das Anfangen. Gerade dort setzt Veränderung an, nicht bei den großen Plänen. 

  3. Kleine Entscheidungen wirken.
     
    Was man kauft, was man wegwirft, was man weitergibt – im Alltag steckt mehr Wirkung, als man ihm zutraut. Das nimmt der Ohnmacht ihre Grundlage: Man ist nicht handlungsunfähig, sondern entscheidet ständig mit. 

  4. Handeln tut auch einem selbst gut.
     Etwas zu bewegen verändert nicht nur die Sache, sondern auch das eigene Gefühl. Aus „Ich kann nichts tun" wird „Ich tue etwas" – und dieses Gefühl der Wirksamkeit ist ein wirksames Mittel gegen die eigene Sorge. 

  5. Auf sich selbst aufpassen gehört dazu. 
    Wer für andere da sein will – für die eigenen Kinder, für die Umwelt, für die Gemeinschaft –, muss auch für sich selbst sorgen. Gerade an Tagen, an denen der Mental Load überhandnimmt, ist Selbstfürsorge kein Luxus, sondern die Grundlage. 

Sascha Eschmann: „Die Zukunft wird großartig – wir müssen sie nur gestalten"

In diesem Vortrag beim R+V-Sorgenfresser-Familientag geht Zukunftsforscher Sascha Eschmann der Frage nach, warum uns die vielen Krisen oft wie gelähmt zurücklassen – und wie wir wieder ins Handeln finden. Er zeigt, dass nicht fehlendes Wissen das Problem ist, sondern der Dauerstress, der uns kreativ und handlungsfähig macht. Ein Vortrag darüber, wie aus dem Gefühl der Ohnmacht wieder Zuversicht werden kann – mit kleinen Schritten, die heute beginnen.

Sascha Eschmann ist Zukunftsforscher, Berater, Speaker und Experte für Transformation, Innovation und gesellschaftlichen Wandel. Er unterstützt Menschen und Organisationen dabei, Zukunftsszenarien zu entwickeln, Veränderungen aktiv zu gestalten und Chancen in einer komplexen Welt zu erkennen, und verbindet dabei Erkenntnisse aus Zukunftsforschung, Psychologie und Neurowissenschaften mit kreativen Methoden. Seine Schwerpunkte – Zukunftskompetenzen, Bildung und nachhaltige Transformation – betreffen Familien und kommende Generationen unmittelbar. Mit seinen Impulsen ermutigt er dazu, Wandel nicht als Bedrohung, sondern als Chance zu verstehen.  

Mehr zu seiner Arbeit: sascha-eschmann.de.

Über Sascha Eschmann schließen

Fünf Gedanken zum Mitnehmen

  1. Wir wissen viel und handeln wenig.
     
    Das eigentliche Problem ist selten fehlendes Wissen, sondern die Lähmung davor. Wer versteht, dass dieser Widerspruch normal ist, muss sich nicht schuldig fühlen – und kann leichter den ersten kleinen Schritt tun. 

  2. Der Dauer-Alarm im Kopf blockiert.
     
    Unser Gehirn ist für kurze Gefahren gemacht, nicht für einen endlosen Strom schlechter Nachrichten. Wer ständig im „roten Bereich" ist, kann schlechter denken und gestalten. Deshalb ist es kein Rückzug, den Alarm bewusst herunterzufahren, sondern eine Voraussetzung fürs Handeln. 

  3. Auf niemanden warten, der es löst. 
    Die große Lösung von oben kommt nicht. Das klingt zunächst ernüchternd, ist aber befreiend: Wenn niemand anderes die Krisen abnimmt, liegt die Gestaltung bei uns – und wird damit möglich, statt aussichtslos. 

  4. Zukunft ist kein fertiger Plan.
     Sie war immer ein Möglichkeitsraum, den man mitgestaltet. Gegen die Angst hilft weniger das Verdrängen als ein Bild davon, wie es schön werden könnte – gerade auch im Gespräch mit den eigenen Kindern. 

  5. Mit Kleinigkeiten anfangen – und auf sich achten. 
    Man muss nicht die Welt retten, sondern kann „die erste Stufe kehren": eine kleine Sache im eigenen Umfeld verändern. Und weil das nur gelingt, wenn man nicht dauererschöpft ist, gehört auch Selbstmitgefühl dazu – bewusste Pausen statt Hamsterrad.

TOOL-KARTEN

Ihr Werkzeugkasten für den Alltag

Direkt nutzen – kein Anmelden, kein Aufwand, sofort anwendbar.

Zukunftssorgen lassen sich nicht abstellen – aber der Umgang mit ihnen lässt sich Schritt für Schritt leichter machen. Die folgenden Werkzeuge brauchen weder viel Zeit noch besondere Voraussetzungen. Sie stammen aus den Impulsen unserer beiden Experten und lassen sich sofort ausprobieren. Suchen Sie sich eines aus, das sich für Sie stimmig anfühlt und fangen Sie klein an.

Wichtig vorab: Diese Werkzeuge sind Hilfen für den Alltag – sie sind keine Beratung und ersetzen keine Therapie. Sie sollen unterstützen, entlasten und ein erster kleiner Schritt sein. Wenn die Sorgen größer werden, ist der Weg zu einer Fachperson die richtige Vorgehensweise. 
 

Wenn Sie Unterstützung brauchen

Es gibt Tage, da reichen kleine Werkzeuge nicht aus – und das ist völlig in Ordnung. Sich Unterstützung von außen zu holen, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein kluger und starker Schritt. Sie müssen das nicht allein tragen. Wenn Sie merken, dass alles zu viel wird, finden Sie hier sofort Hilfe.

Telefonseelsorge

116 123

Unterstützung in schwierigen Lebenslagen

Nummer gegen Kummer

116 111

für Kinder und Jugendliche, bundesweit kostenlos und anonym erreichbar

Nummer gegen Kummer

0800 111 0 550

Beratung für Eltern und andere Bezugspersonen

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Begriffe kurz erklärt

Mental Load

Die unsichtbare Denk- und Organisationsarbeit, die im Kopf mitläuft – auch bei Zukunftsthemen. Nicht das einzelne Nachdenken über Klima oder Rente ermüdet, sondern das ständige Mittragen dieser Gedanken neben allem anderen im Familienalltag. 

Zukunftssorge

Der konkrete Gedanke an ein Thema, das einem wichtig ist und dessen Ausgang offen ist – etwa die Frage, wie die Welt aussehen wird, wenn die eigenen Kinder erwachsen sind. Eine gesunde Sorge gehört zum Leben und kann sogar antreiben, etwas zu tun. 

Zukunftsangst

Die belastende Form der Sorge, die sich auf große, kaum beeinflussbare Entwicklungen richtet – auf Klima, Kriege und Krisen, die Arbeitswelt von morgen oder die Sicherheit im Alter. Anders als eine gesunde Zukunftssorge kommt sie nicht mehr zur Ruhe: Sie raubt Schlaf und lähmt das Handeln, statt es anzustoßen. Ein bekanntes Beispiel ist die Klimaangst (Eco-Anxiety), die sich gezielt auf den Zustand von Umwelt und Klima bezieht.

Ohnmachtsgefühl

Das lähmende Empfinden, den großen Entwicklungen nichts entgegensetzen zu können. Es entsteht dort, wo Sorgen auf Themen treffen, die eine einzelne Familie kaum beeinflussen kann – und lässt sich am besten durch kleine, konkrete Handlungen auflösen.

Häufige Fragen zu Zukunftssorgen und Mental Load

Ja, das ist sehr verbreitet. Rund 80 % der Familien in Deutschland fühlen mentalen Druck im Alltag, und Sorgen um Klima, Weltlage oder die Zukunft der Kinder gehören für viele dazu. Eine Sorge, die kommt und wieder geht, ist gesund. Erst wenn sie dauerhaft bleibt, den Schlaf raubt und den Alltag bestimmt, lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Eine gesunde Sorge lässt sich zwischendurch beiseitelegen und kann sogar antreiben, etwas zu tun. Eine belastende Angst dagegen bleibt, raubt den Schlaf und lähmt das Handeln. Wichtig ist die Dauer: Hält der Zustand über Wochen an oder wird stärker, ist das ein Signal, sich Unterstützung zu holen.

Weil unser Kopf für kurze Gefahren gemacht ist, nicht für einen endlosen Strom schlechter Nachrichten. Krisen, die früher weit weg waren, sind heute rund um die Uhr auf dem Handy direkt vor der eigenen Nase. Dieser Dauerstrom hält das Nervensystem in Anspannung – das ist keine Schwäche, sondern eine nachvollziehbare Reaktion.

Hilfreich ist, die Gedanken erst sichtbar zu machen – aufzuschreiben, was Sie beschäftigt, schafft Abstand. Danach helfen feste Grenzen: keine Nachrichten in der letzten Stunde vor dem Schlafen. Wenn das Grübeln über Wochen anhält und den Schlaf raubt, sprechen Sie mit einer Ärztin oder einem Arzt darüber.

Kinder spüren Anspannung, auch wenn wir sie verbergen. Deshalb ist der erste Schritt, gut für sich selbst zu sorgen – wer ruhiger wird, überträgt weniger. Sie müssen nicht angstfrei sein. Es genügt, ehrlich zu sein und dem Kind zu zeigen, dass man mit Sorgen umgehen kann.

Nehmen Sie die Frage ernst, aber machen Sie sie nicht größer, als sie ist. Antworten Sie ehrlich und altersgerecht in einem Satz – und schließen Sie mit etwas, das Halt gibt, etwa: „Viele Menschen arbeiten daran, dass es besser wird." Kinder brauchen keine perfekten Antworten, sondern das Gefühl, dass man offen mit ihnen redet.

Hören Sie zu, ohne die Angst wegzureden. Bestätigen Sie, dass die Sorge verständlich ist und lenken Sie den Blick dann auf das, was man tun kann – gemeinsam etwas Kleines im Alltag. Das Gefühl, selbst handeln zu können, ist das wirksamste Mittel gegen kindliche Ohnmacht. Bei anhaltender starker Belastung hilft eine Beratungsstelle.

Reduzieren Sie den Nachrichtenkonsum am Abend deutlich, besonders auf dem Handy. Sprechen Sie tagsüber über das, was das Kind beschäftigt, statt kurz vor dem Schlafen. Ein fester, ruhiger Abendablauf gibt Sicherheit. Halten die Schlafprobleme an, sprechen Sie mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt. 

Diese Seite gibt keine Berufsberatung – aber sie hilft mit der Sorge selbst. Hilfreich ist, den Blick vom Unbeeinflussbaren auf das Machbare zu lenken: Kein Mensch kann vorhersagen, welche Berufe es in 20 Jahren gibt. Was Sie geben können, ist Rückhalt und Zuversicht. Für konkrete Berufsfragen sind die Berufsberatung der Agentur für Arbeit, die Schule oder Wirtschaftsverbände die richtige Adresse.

Es gibt keine feste Zahl – entscheidend ist die Wirkung. Wenn Sie sich nach dem Nachrichtenlesen informierter und ruhiger fühlen, passt es. Wenn Sie sich danach ohnmächtiger und angespannter fühlen, ist es zu viel. Feste Zeiten und ein nachrichtenfreier Abend helfen den meisten Menschen spürbar.

Nein. Sich um Klima, Frieden oder die Zukunft der Kinder zu sorgen, zeigt, dass Ihnen etwas wichtig ist – das ist kein Schwarzsehen. Zum Problem wird es erst, wenn die Sorge lähmt statt anzutreiben. Der Weg heraus führt selten über weniger Nachdenken, sondern über kleine, konkrete Schritte.

Gegen dieses Ohnmachtsgefühl hilft kein großer Plan, sondern eine kleine Handlung. Wer etwas tut – und sei es winzig – spürt wieder Wirksamkeit. Aus „Ich kann nichts tun" wird „Ich tue etwas". Konzentrieren Sie sich bewusst auf das, was in Ihrer Hand liegt, statt auf das, was Sie nicht ändern können.

Wenn Anzeichen wie kreisende Gedanken, Schlafprobleme oder Antriebslosigkeit über Wochen anhalten, sich häufen oder Ihren Alltag bestimmen. Das gilt für Sie selbst wie für Ihr Kind. Sich Unterstützung zu holen, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein kluger Schritt. Erste Anlaufstellen finden Sie im Bereich „Wenn Sie Unterstützung brauchen"

Wir müssen nicht das Große ändern. Das kann keiner. Aber wenn alle etwas ändern, dann macht es insgesamt einen Unterschied.
Ann Lang,
Vertreterin des Jane Goodall Instituts Deutschland für Natur-, Arten- und Umweltschutz
Zukunft war noch nie ein fertiger Plan. Sie wr immer ein Möglichkeitsraum.
Sascha Eschmann,
Zukunftsforscher, Speaker und Experte für Transformation, Innovation und gesellschaftlichen Wandel

Erstellt am: 15. Juli 2026
Zuletzt aktualisiert am: 15. Juli 2026 

Quellenverzeichnis

Die Zahlenangabe zum mentalen Druck im Familienalltag stammt aus der R+V-Studie 2026. Die inhaltlichen Impulse dieser Seite stammen aus zwei Fachvorträgen des R+V-Sorgenfresser-Familientags sowie aus zwei Familienporträts unserer Gedankenkreisel-Dokumentation. Hier finden Sie die vollständigen Angaben.

Primärquelle

  • INNOFACT AG (2026): Umfrage „Mental Load 2026". Repräsentative Befragung im Auftrag der R+V Allgemeine Versicherung AG unter 1.000 Familien mit Kindern unter 18 Jahren in Deutschland. Feldzeit März 2026. Düsseldorf/Wiesbaden. 

    • Belegt: mentaler Druck im Familienalltag (rund 80 %). 

Doku-Videos

(„Gedankenkreisel“ R+V-Mental-Load-Dokumentation)

  • „Gesellschaft und Weltlage" – Familienporträt. 
  • „Zukunft" – Porträt junger Menschen. 

Vorträge

(R+V-Sorgenfresser-Familientag, Schlachthof Wiesbaden)

  • Lang, Ann (Jane Goodall Institut Deutschland): Vortrag „Jeder kann etwas verändern. Jeden Tag." 
  • Eschmann, Sascha (Zukunftsforscher): Vortrag „Die Zukunft wird großartig – wir müssen sie nur gestalten." 

Beratungsangebote

(Kontaktdaten geprüft am 12.07.2026)

  • TelefonSeelsorge: 116 123 · rund um die Uhr, kostenlos, anonym 
  • Nummer gegen Kummer, Kinder- und Jugendtelefon: 116 111 · Mo.–Sa. 14–20 Uhr, kostenlos 
  • Nummer gegen Kummer, Elterntelefon: 0800 111 0 550 · Mo.–Fr., kostenlos, anonym und kostenlos 
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