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Brand bei Haushaltsgeräten: Wie sicher ist Ihre Elektronik?

Föhn, Toaster und Fernseher haben eines gemeinsam – sie werden fast täglich gebraucht. Sind sie jedoch veraltet, defekt oder werden nicht sachgemäß betrieben, können sie schnell die Ursache für einen Wohnungsbrand werden. In Deutschland werden ein Drittel der Wohnungsbrände durch Elektrizität ausgelöst, hauptsächlich durch Defekte in Elektrogeräten.

Wäschetrockner führen die Liste der brandursächlichen Elektrogeräte an

Eine Untersuchung des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer e. V. (IFS) hat ergeben, dass die meisten Schäden durch Wäschetrockner hervorgerufen werden, gefolgt von Fernsehgeräten sowie Kühl- und Gefriergeräten. Wäschetrockner sind eine besondere Gefahrenquelle, weil sie durch den normalen Betrieb ständigen mechanischen Erschütterungen, wechselnden Temperaturen und Feuchtigkeit im Innenraum ausgesetzt sind.

Quelle der Statistik:

IFS Schadenprisma 04/2012

Trotz aller Vorsicht ist eine Absicherung wichtig

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Im Inneren der Geräte lauern Gefahren

Bei einer Tiefkühltruhe reicht teilweise schon ein Kurzschluss, um ein Feuer hervorzurufen, da die Geräte eine große Menge brennbarer Isolationsmaterialien enthalten. Außerdem versuchen viele Hersteller, Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) durch alternative Kältemittel zu ersetzen, die jedoch leicht entzündbar sind.

Auch andere Elektrogeräte können unerwartete Gefahrenquellen in sich tragen. Heizdecken zum Beispiel sollten nie unbeaufsichtigt eingeschaltet und vor dem Schlafen unbedingt vom Stromnetz getrennt werden, denn abgeknickte Kabel im Inneren oder ein Wärmestau können leicht einen Brand entzünden.

Auch der über Jahre hinweg angesammelte Staub im Inneren von Elektrogeräten kann einen Hitzestau und damit ein Feuer verursachen.

Wie entsteht ein Kurzschluss?

Jede Stromquelle verfügt über zwei unterschiedliche Potenziale, die immer bestrebt sind, sich auszugleichen. Geschieht dies, fließt ein Strom durch den Leiter bzw. durch das Gerät, das zwischen diese beiden Pole geschaltet ist. Nur bedingt durch den elektrischen Widerstand des angeschlossenen Gerätes kommt es hierbei nicht zu einem Kurzschluss zwischen den Potenzialen. Hat der Strom durch ein defektes Kabel oder eindringendes Wasser die Möglichkeit, ohne Umweg durch das Gerät direkt zum anderen Pol zu fließen, wird er diesen Weg bevorzugen, weil er den geringeren Widerstand bietet. Dann entsteht ein Kurzschluss, bei dem sehr viel Strom fließt. Er kann unter anderem zur Erhitzung des angeschlossenen Gerätes oder der elektrischen Leitung führen, wodurch ein Brand ausgelöst werden kann.

Stand-by-Modus vermeiden

Elektrogeräte nur in den Stand-by-Modus zu versetzen ist zwar sehr bequem, aber es kostet eine Menge Energie und ist zudem gefährlich. Denn Fernseher, Stereoanlagen und DVD-Player sind so ständig betriebsbereit und stehen unter Strom. Wenn sie überhitzen und leicht brennbare Materialien wie Gardinen in der Nähe sind, steigt die Brandgefahr. Gerade in alten Röhrenfernsehern sammelt sich außerdem eine Menge Staub. Hier genügt ein einziger Funke durch einen Kurzschluss und das Gerät fängt Feuer. Hinzu kommt, dass die meisten TV-Schränke schlecht belüftet sind und die Temperatur in ihnen ansteigt, wodurch ebenfalls Brände begünstigt werden.

Schon gewusst?

Wenn ein Blitz in der Nähe oder sogar im eigenen Haus einschlägt, werden kurzfristig eine sehr hohe Spannung und viel Strom freigesetzt – es entsteht eine sogenannte Überspannung. Da alle Elektrogeräte nur für eine gewisse Spannung ausgelegt sind, die vom Hersteller in Volt angegeben wird, können sie durch eine Überspannung zerstört werden. Weil Blitzeinschläge nicht vorhersehbar sind, sollten alle Elektrogeräte vom Netz getrennt werden, wenn sie nicht benutzt werden.

Die R+V-Hausratversicherung bietet gegen einen geringen Mehrbetrag einen ergänzenden Versicherungsschutz für Überspannung durch Blitz oder durch sonstige atmosphärisch bedingte Elektrizität.

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Mehrfachsteckdosen nicht überlasten

Steckdosenleisten sind eine praktische Erfindung – wenn sie richtig eingesetzt werden. Sind jedoch zu viele Geräte mit hohem Stromverbrauch an einer einzigen Mehrfachsteckdose angeschlossen, droht eine Überlastung, die zum Brand führen kann. Geräte wie Waschmaschinen, Wäschetrockner und Geschirrspüler sollten deshalb generell nicht an eine Steckdosenleiste angeschlossen werden. Sicherheitshalber sollten Mehrfachsteckdosen auch nicht abgedeckt oder hinter Möbeln versteckt und nicht hintereinander geschaltet werden.

Das VDE-Zeichen steht für geprüfte und sichere Elektroprodukte.

Nur sichere Geräte kaufen

Gerade günstigere Elektrogeräte und Mehrfachsteckdosen sind oft mangelhaft gefertigt. Durch schlechte Verarbeitung können Leitungen abreißen oder durch eine Überlastung verschmoren, bis es zum Brand kommt. Da Qualitäts- und Prüfsiegel leicht zu fälschen sind, sollte man beim Kauf aufmerksam sein und im Zweifelsfall lieber einen Fachhändler aufsuchen.

Bei Haartrocknern empfiehlt der Verband der Elektrotechnik (VDE) Verbrauchern, auf eingebaute Temperaturregler zu achten. Sie sorgen dafür, dass sich das Gerät abschaltet, wenn Haare oder Staub in die Lüftung geraten. Außerdem sollte auch das Gitter in der Zuluftöffnung regelmäßig von Staub gereinigt werden.

Generell lohnt es sich beim Kauf elektronischer Geräte auf das VDE-Zeichen zu achten, denn es steht für geprüfte und hochwertige Qualität. Auf der Internetseite des Verbandes steht eine detaillierte Online-Suche aller VDE-geprüfter Elektrogeräte zur Verfügung.

So verhindern Sie einen Wohnungsbrand durch Elektrogeräte

  • elektrische Geräte nie unbeaufsichtigt angeschaltet lassen
  • immer den Stecker ziehen, wenn das Gerät nicht gebraucht wird
  • Geräte nicht in den Stand-by-Modus versetzen, sondern ausschalten
  • Geräte, die nicht richtig funktionieren, schnell vom Fachhändler überprüfen lassen
  • in der Nähe von Elektrogeräten, die sich leicht erwärmen, keine brennbaren Materialien aufbewahren
  • bei Leuchtmitteln immer auf die maximal zulässige Leistung achten
  • geeignete Feuerlöscher (z. B. Feuerlöschsprays) immer griffbereit halten
  • Installation von Rauchwarnmeldern in Räumen, in denen elektrische Geräte dauerhaft betrieben werden (in einigen Bundesländern sind sie bereits gesetzlich vorgeschrieben)

Wie man sich vor Bränden durch elektrische Geräte schützen kann, wird auch im Merkblatt des VdS zur Schadenverhütung ausführlich erklärt:

Merkblatt des VdS zur Schadenverhütung (VdS 2015)

Was tun, wenn es brennt?

Verständigen Sie die Feuerwehr unter 112

Antworten Sie bitte auf folgende Fragen:

  • Wo ist etwas passiert? Geben Sie den Brandort mit Straße, Hausnummer und Etage bekannt.
  • Was ist passiert? Schildern Sie die Situation so genau wie möglich.
  • Wie viele Betroffene? Geben Sie an, ob und wie Menschen oder Tiere betroffen sind.
  • Wer spricht? Nennen Sie nun Ihren Namen.
  • Warten Sie auf Rückfragen und Anweisungen des Feuerwehrbeamten. Beenden Sie nie das Gespräch von sich aus – erst nach deutlicher Aufforderung.

Handeln Sie umsichtig

  • Gehen Sie kein Risiko ein! Jeder Brand ist gefährlich, weil er innerhalb von Sekunden unkontrollierbar werden kann. Große Gefahr geht insbesondere von den Rauchgasen aus – zwei bis drei Atemzüge können tödlich sein.
  • Überschätzen Sie nicht Ihre eigenen Fähigkeiten. Wenn möglich, bitten Sie andere um Hilfe.
  • Schalten Sie elektrische Geräte ab.
  • Schließen Sie eventuell vorhandene Gashähne.
  • Versuchen Sie kleinere Brandherde mit einer festen Stoffdecke zu ersticken.
  • Löschen Sie brennendes Fett und brennende Flüssigkeiten nie mit Wasser.
  • Verlassen Sie Räume, in denen es größere Brand- oder Rauchentwicklung gibt.
  • Schließen Sie, wenn möglich, Türen und Fenster. Zugluft fördert den Brand. Schließen Sie nicht ab!

Bringen Sie sich und andere in Sicherheit

  • Informieren Sie gefährdete Personen und helfen Sie Kindern, Menschen mit Einschränkungen und älteren Menschen.
  • Benutzen Sie Flucht- und Rettungswege.
  • Benutzen Sie niemals Aufzüge.
  • Umgehen Sie stark verrauchte und/oder brennende Räume. Falls dies nicht möglich ist, halten Sie sich ein Tuch vor Nase und Mund, gehen Sie geduckt unter den Rauchschwaden hindurch ins Freie. Wenn nötig, kriechen Sie. Kohlenmonoxid und andere Gase können in wenigen Minuten zur Bewusstlosigkeit führen.
  • Wenn keine Fluchtmöglichkeit besteht, versuchen Sie sich am Fenster bemerkbar zu machen. Bei Rauchentwicklung im Raum legen Sie sich auf den Boden und atmen Sie flach über dem Boden.
  • Laufen Sie nicht zurück, um Ihr Hab und Gut zu retten. Sie können sich damit in Lebensgefahr bringen!

Unterstützen Sie die Einsatzkräfte vor Ort

  • Erklären Sie, wo sich der Brandort befindet.
  • Erklären Sie, wo sich möglicherweise noch Personen in Gefahrenbereichen befinden.
  • Informieren Sie – sofern Sie Kenntnis darüber haben – welche Besonderheiten das Gebäude hat: Baustellen, weitere Zugänge, gefährliche, giftige oder explosive Stoffe, Gasleitungen.
  • Vermeiden Sie alle Behinderungen der Einsatzkräfte und befolgen Sie deren Anweisungen.

Checkliste zum Download

Was tun, wenn es brennt?

Informieren Sie Ihre Versicherung

  • Sie sind in Sicherheit und das Feuer ist gelöscht? Melden Sie den Schaden unverzüglich Ihrer Versicherung, wenn Sie eine Hausratversicherung oder Wohngebäudeversicherung abgeschlossen haben.
  • Sprechen Sie mit Ihrer Versicherung über mögliche Sanierungsmaßnahmen.
  • Sind Sie bei R+V versichert? Dann wenden Sie sich im Schadensfall direkt an die R+V-Schaden-Hotline 0800 533-1111* oder melden Sie den Schaden online.
  • Räumen Sie ohne Freigabe der Versicherung den Brandort nicht auf, sondern machen Sie Fotos und befolgen Sie die Weisungen Ihres Versicherers.

* Kostenfrei aus allen deutschen Fest- und Mobilfunknetzen.

Autor/in

K. Albrecht

Jul. 2017

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