Ein Umzug kostet Zeit: Sie packen Kartons, reinigen die alte Wohnung und organisieren den Transport. Sie können den Stress ein wenig reduzieren, indem Sie eine Umzugsfirma beauftragen. Profis nehmen Ihnen das Schleppen schwerer Möbel und Kartons ab. Allerdings steigen dadurch auch die Umzugskosten. Mit welchen Kosten Sie beim Möbeltransport rechnen müssen und wie Sie Geld beim Umzug sparen können, erfahren Sie in diesem Ratgeber.
Umzugskosten: So berechnen Sie Ihren finanziellen Aufwand
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Kosten für den Umzug selbst
Zu den Umzugskosten zählen unter anderem die Kosten für Verpackungsmaterial, Umzugswagen und Umzugshelfer. Wenn Sie ein Umzugsunternehmen beauftragen, fallen hierfür zusätzliche Kosten an.
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Kosten für die neue Wohnung
Zu den Kosten für die neue Wohnung gehört in der Regel auch eine Mietkaution. Gesetzlich darf Ihr Vermieter maximal 3 Monatskaltmieten als Sicherheit verlangen (§ 551 BGB). Dazu kommen eventuell noch Kosten für die Renovierung der neuen Wohnung. Vielleicht wollen Sie sich auch neue Möbel kaufen. Unser Tipp: Mit der R+V-MietkautionsBürgschaft sparen Sie sich das Geld für die Mietkaution und haben so mehr Geld für neue Möbel.
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Um- und Anmeldung
Bei der Ummeldung nach dem Umzug kommt vor allem organisatorischer Aufwand auf Sie zu. Telefon, Internet, Auto usw. müssen auf Ihre neue Adresse umgemeldet werden. Meist zahlen Sie für diese Behördengänge keine oder nur geringe Gebühren. Eine umfassende Checkliste finden Sie in unserem Ratgeber „Checklisten Umzug: von der Planung bis zur Ummeldung“.
Sie können viel Zeit und Energie sparen, wenn Sie ein Umzugsunternehmen beauftragen. Dadurch steigen die Umzugskosten allerdings erheblich.
Die Preise von Umzugsunternehmen hängen von der Größe Ihrer Wohnung oder Ihres Hauses sowie von der Entfernung und verschiedenen Zuschlägen ab. Zuschläge fallen an, wenn Sie z. B. im 3. Stock ohne Aufzug wohnen. Oder wenn Sie größere Einrichtungsgegenstände wie Klaviere oder ganze Küchenabteile transportieren lassen wollen.
Ein Umzug-Komplettservice beinhaltet alle anfallenden Aufgaben: Das Umzugsunternehmen baut sämtliche Möbel auf und ab und übernimmt den Transport. Wenn Sie nur einen Mini-Umzug planen, bei dem nur wenige Möbel und Gegenstände transportiert werden müssen, kommen Sie deutlich günstiger weg.
Die Tabelle zeigt die ungefähren Kosten für Umzugsunternehmen (Quelle: umzugspreisvergleich.de):
| Wohnungsgröße | Umzug bis 50 km | Umzug bis 120 km | Umzug über 500 km |
| ca. 40 m² | 400 bis 900 EUR | 600 bis 1.100 EUR | 1.100 bis 1.800 EUR |
| ca. 65 m² | 600 bis 1.200 EUR | 800 bis 1.400 EUR | 1.400 bis 2.400 EUR |
| ca. 90 m² | 800 bis 1.500 EUR | 1.000 bis 1.700 EUR | 1.700 bis 3.000 EUR |
| ab 120 m² | 1.100 bis 2.000 EUR | 1.300 bis 2.100 EUR | 2.200 bis 3.800 EUR |
Der Transport eines Klaviers kann recht teuer sein. Klaviere sind zu groß und sperrig, um sie privat zu transportieren. Planen Sie für diesen Spezialtransport mindestens 350 EUR ein. Der Preis für den Klaviertransport hängt von der Größe des Klaviers und von der Anzahl der Stockwerke ab.
Welche Kosten kommen auf Sie zu, wenn Sie ins Ausland umziehen? Die Umzugskosten sind unter anderem abhängig von der Entfernung, die zurückgelegt werden muss. Dabei unterscheidet man zwischen:
- Luftfracht
- Überlandtransport
- Seefracht
Bei größeren Entfernungen nutzen Sie meist See- oder Luftfracht. Bei innereuropäischen Umzügen ist der Überlandtransport die Standard-Transportvariante.
Je nach Menge des Umzugsguts und der Entfernung können Sie bei einem Überlandtransport mit Umzugskosten zwischen 500 und 4.500 EUR rechnen. Für Luftfracht zahlen Sie zwischen 4.500 und 11.500 EUR, für Seefracht 900 bis 5.000 EUR.
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Private Fahrzeuge beim Umzug nutzen
Ein Umzugswagen verursacht hohe Kosten. Wer selbst ein Fahrzeug mietet und Freunde und Familie als Packhelfer einsetzt, kann die Kosten erheblich senken. Am besten mieten Sie einen geräumigen Transporter oder LKW.
Dabei sollten Sie das Ladevolumen vorausschauend berechnen. Für eine 1-Zimmer-Wohnung benötigen Sie beispielsweise rund 9 m³ Ladevolumen. Für eine 4-Zimmer-Wohnung sind es rund 19 m³.
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Gebrauchtes Packmaterial verwenden
Auch die Verwendung von gebrauchten Kartons ist eine gute Möglichkeit, um Umzugskosten zu sparen. Gebrauchte Utensilien wie Kartons, Polstermaterial und Klebeband können Sie leicht über Online-Portale wie eBay kaufen oder von Freunden leihen. Wichtig: Achten Sie darauf, die Kartons, in denen Sie zerbrechliche Gegenstände transportieren wollen, gut zu polstern. Dazu eignen sich Luftpolsterfolie, Zeitungen oder Handtücher sehr gut.
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Vor dem Umzug ausmisten
Wenn Sie gezielt alte Kleidungsstücke, Möbel und Elektrogeräte ausmisten, sparen Sie nicht nur Umzugskosten, sondern verdienen durch den Verkauf vielleicht sogar Geld.
Dazu müssen Sie nicht unbedingt auf den Flohmarkt gehen. Auch Second-Hand-Läden sind eine gute Möglichkeit, um Gebrauchtes zu verkaufen. Einige Online-Portale wie rebuy oder momox holen Ihre Pakete sogar kostenfrei ab.
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Den Umzugstermin vorausschauend wählen
Die meisten Menschen ziehen zum Ende, zur Mitte oder zum Anfang eines Monats um. Entsprechend sind Umzugsservices und Mietfahrzeuge zu diesen Stoßzeiten besonders teuer. Dasselbe gilt für Wochenenden.
Sie können Ihre Umzugskosten reduzieren, wenn Sie den Wohnungswechsel auf einen eher ungewöhnlichen Termin und einen Wochentag legen.
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Umzugskosten von der Steuer absetzen
Sie können Ihre Umzugskosten oft steuerlich geltend machen, wenn Sie aus beruflichen Gründen umziehen. Mehr dazu erfahren Sie im Ratgeberartikel „Mit Umzugskosten Steuern sparen“.
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Den Umzug gut planen
Fangen Sie rechtzeitig mit der Planung Ihres Umzugs an. Zahlreiche Tipps zur Vorbereitung finden Sie in unserem Ratgeberartikel „Checklisten Umzug: von der Planung bis zur Ummeldung“.
Ein Umzug gilt als beruflich veranlasst, wenn sich Ihr täglicher Arbeitsweg (Hin- und Rückfahrt) um insgesamt mindestens 1 Stunde verkürzt oder der Umzug vom Arbeitgeber gefordert wird. In diesem Fall sind die Kosten als Werbungskosten voll absetzbar.
Die Umzugskostenpauschale für „sonstige Umzugsauslagen“ (z. B. Ummeldung, Schönheitsreparaturen) können Sie bei einem beruflichen Umzug ohne Nachweise in Ihrer Steuererklärung ansetzen. Seit dem 01.03.2024 beträgt sie für Singles 964 EUR und für jede weitere im Haushalt lebende Person (Ehepartner, Kinder) 643 EUR.
Bei privaten Umzügen können Sie diese Pauschale nicht nutzen, dort zählen nur die nachgewiesenen Lohnkosten der Handwerker oder Speditionen.
Bei privaten Umzügen können Sie 20 % der Lohnkosten für das Umzugsunternehmen als haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen (max. 4.000 EUR pro Jahr). Die reinen Materialkosten oder die Miete für den LKW sind privat jedoch nicht absetzbar.
Wenn das Jobcenter den Umzug als notwendig anerkennt (z. B. wegen Kündigung durch den Vermieter), können die Umzugskosten auf Antrag übernommen werden. Dies umfasst meist den Mietwagen und Pauschalen für Umzugshelfer.
Bei einer professionellen Möbelspedition sind etwa 10 EUR bis 20 EUR Trinkgeld pro Helfer und Tag üblich. Auch die Bereitstellung von Getränken und Verpflegung wird als wertschätzende Geste sehr geschätzt.
Zuletzt aktualisiert: April 2026
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