Renault Mégane TCe 140 Fahrbericht
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    Test: 2019 Renault Mégane im Fahrbericht & Review

    Heute haben wir den Renault Mégane TCe 140 im Drive Check! Wie heißen sie nicht alle: Focus, Ceed, A3, Leon und natürlich der Golf – der Klassenprimus. Und der Renault Mégane? Der gehört mittlerweile zum Establishment, mischt aber auch schon als Renault R19 die Kompaktklasse auf. Immer mit dabei: Das gewisse Etwas, das ihn von Rest der Mitbewerber differenziert. Was das ist? Hauptsache nicht gewöhnlich. Was der aktuelle Renault Mégane TCe140 im Test Ungewöhnliches mitbringt, klären wir im Folgenden.

    Renault Mégane TCe 140 Design Check

    Renault Megane Design Check

    Gehen wir die Renault Mégane Generationen einmal im Schnelldurchlauf durch: Generation Nr. 1 war etwas bieder und kam mit einem Fließheck daher. Gleichzeitig kam mit ihr aber der erste Renault Mégane Scénic und begründete den Boom der Mini-Vans. Generation Nr. 2 wollte mit dem etwas beliebigen Vorgänger brechen und wirkte etwas skurril, was weniger seinen Sicken und Kanten, als vielmehr dem Enten-Hintern geschuldet war. Der Nachfolger war ebenfalls ein Designer-Stück, zeigte sich aber wieder rundlich. Hier machte vor allem der Renault Mégane R.S. von sich hören. Und Generation vier?

    Renault Megane Front

    Auf 4,36 m Länge erstreckt sich ein seriös und ernst wirkender Kompakter. Der Blick ist konzentriert, das Markenemblem – der „Rhombe“ – stolz und groß und der Gesamtauftritt stämmig-selbstbewusst. Langweilig ist der Franzose aber trotzdem nicht. Dafür sorgen beispielsweise die Scheinwerfer, die aufpreispflichtig in LED-Technik erstrahlen, mit ihrem C-förmigen Tagfahrlicht. Skulptural ausgeformt gibt sich zudem die Seitenpartie, mit ihren prägnanten Einzügen im unteren Türbereich.

    Renault Mégane TCe 140 Fahrbericht

    Dezent und keck wirkt der kleine Anstieg in der unteren Fensterlinie auf dem Weg zu C-Säule. Wenn man sich etwas wünschen dürfte, wären es die optionalen 18-Zöller, da das serienmäßig 17-Zoll-Räderwerk in den Radkästen durchaus Luft lässt. Wie sich das auf den Fahrkomfort auswirkt, klärt der Fahreindruck Check weiter unten.

    Was außerdem auffällt: Die C-Säule des Renault Mégane, der übrigens ausschließlich als Viertürer oder Kombi „Grandtour“ erhältlich ist, wirkt schmal, ist sie aber nicht. Aufgrund der ansteigenden Fensterlinie, der flach stehenden Heckscheibe und der Aerodynamik-Finnen an den Seiten der C-Säule wird die Rundumsicht durchaus eingeschränkt. Dank aktueller Technik, wie Rückfahrkamera und Co, lässt sich der „Function follows form“-Ansatz aber verschmerzen.

    Renault Mégane TCe 140 Test

    Kommen wir zum Heck – für den einen oder anderen sicherlich die Schokoladenseite am Franzosen. Die LED-Rückleuchten ziehen sich breit über die gesamte Heckpartie und geben nur den Bereich um das „Rhombe“ frei – eine Art Betonung des Markenzeichens. Ansonsten fällt der kleine Heckscheibenwischer auf. Und sonst? Keine Auffälligkeiten, mesdames et messieurs.

    Renault Mégane TCe 140 Innenraum Check

    Renault Mégane Innenraum

    Fangen wir mit einem Punkt an, der bei uns im Renault-Mégane-Test für Unverständnis gesorgt hat. Warum ist das Voll-LED-Licht nur im Night-Paket zusammen mit dem Head-Up-Display erhältlich? Natürlich, ein HUD – so die landläufige Abkürzung – ist praktisch und ein gewisser Sicherheitsgewinn. Aber was hat das eine mit dem anderen zu tun?
    Wie dem auch sei; entert man das Interieur, fühlt man sich direkt wohl. Das Ambiente ist zwar durchaus digital, wirkt unter anderem durch den aufgeräumten Look und die in verschiedenen Farben einstellbare Beleuchtung aber angenehm. Und so blickt man auf ein multifunktionales Tachodisplay sowie einen 8,7-Zoll-Infotainment-Bildschirm.

    Renault Mégane Sitze

    Letzterer ist beim Renault Mégane Bose Edition gegen Aufpreis erhältlich. Standardmäßig verbaut Renault ein 7-Zoll-Display. Grund zum Klagen gibt es mit beiden Varianten nicht, schließlich bietet das R-Link2 ein Navigationssystem und die gesamte Klaviatur an Connectivity. Dennoch hat das vertikal verbaute 8,7-Zoll Display seinen Reiz: Es erinnert nicht nur an den Renault Clio, den wir zuletzt fuhren, sondern hat auch etwas von Tesla.

    Renault Mégane Platzangebot

    Platz nimmt man in der Bose Edition auf Stoffsitzen mit Seitenwangen in Lederoptik, die komfortabel sind und einen guten, wenn auch nicht überbordenden Seitenhalt bieten. Als Extra steht eine Lederpolsterung in Anthrazit mit Einsätzen in Alcantara auf der Aufpreisliste. Die braucht man aber eigentlich nicht. Vor allem nicht, um den Qualitätseindruck zu steigern, schließlich ist dieser mit „gut“ zu bewerten. Natürlich, hier und dort sind Hartplastik verbaut. Aber mal ehrlich: Wie oft schmust man mit der Verkleidung im Fußraum?

    Renault Mégane Kofferraum

    Apropos Raum: Ist man in der ersten Sitzreihe noch gut untergebracht, lebt es sich auf der Rückbank deutlich enger. Besonders für die Knie und Füße der hinten Sitzenden wird es knapp. Entschädigen kann dafür der Kofferraum, der ein Basi-Laderaumvolumen von 402 Litern mitbringt. Klappt man die Rücksitzlehnen im Verhältnis von 40:60 vor, stehen bis zu 1.247 Liter bereit.

    Renault Mégane TCe 140 Motoren Check

    Renault Mégane TCe 140 Motoren Check

    Unter der dezent ausgeformten Motorhaube des Renault Mégane TCe 140 steckt ein 1.4 Liter Vierzylinder. Also: Downsizing ja, aber noch nicht ganz so arg, wie es Opel beispielsweise gerade mit dem frisch gelifteten Astra betreibt. Hier sind nur noch Dreizylinder zu finden. Aber zurück zum Renault-Mégane-Motoren-Test: Der TCe 140 generiert recht wache 103 kW/140 PS sowie 240 Nm bei 1.600 Umdrehungen in der Minute. Diese Ausbeute tritt auf ein Leergewicht von 1.306 kg.

    Und so liegen die Fahrleistungen auf einem zu erwartenden Niveau: Der Vortrieb endet bei 205 km/h und der Spurt auf 100 km/h dauert bei forschem Gaspedal-Einsatz 9,5 Sekunden. Den Verbrauch gibt Renault mit 5,5 Litern im Durchschnitt an. In der Realität kommt der obligatorische Liter on top. Mit der nicht sehr präzisen Sechsgang-Handschaltung kann man den Kompakten aber recht leicht in einem günstigen Drehzahlbereich halten.

    Renault Mégane TCe 140 PreisCheck

    Renault Mégane TCe 140 Preis Check

    26.090 Euro kostet der Renault Mégane TCe 140 in der Bose Edition. Das ist natürlich kein Pappenstiel. Hier kommt jedoch das magische Wort: Aber! Rechnet man die Ausstattung, die der französische Kompakte zu diesem Preis mitbringt in den Anfangswert hinein, kann sich die in Falten gelegte Stirn wieder entspannen. An Bord ist das Safety-Paket, natürlich ein Bose Soundsystem, das Renault R-Link 2 Infotainment, eine 2-Zonen-Kimaautomatik, eine Einparkhilfe hinten, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, sowie reichlich Zierrat.

    Empfehlenswert sind die Metallic-Lackierung für 750 Euro, der 8,7-Zoll große Touchscreen für 300 Euro, das Safe-Cruising-Paket mit adaptivem Tempomaten, einem Notbremsassistenten und einem Abstandswarner für 790 Euro sowie das Easy-Parking-System mit Einparkhilfe rundum, 360-Grad-Kamera und Parkassistenten für 890 Euro. Macht unter dem Strich 28.920 Euro. Immer noch viel Geld. In der Kompaktklasse aber mittlerweile Standard. Na ja, man bekommt mit den meisten Kompakten aber echte Vollwert-Autos.

    Renault Mégane TCe 140 Zielgruppencheck und Fazit

    Renault Mégane TCe 140 R+V Drive Check

    Einsteigen, wohlfühlen, losfahren – das klappt mit dem Renault Mégane TCe 140 unserer Erfahrung nach problemlos. Möchte man in die Tiefen des Infotainments eindringen, braucht es etwas Eingewöhnung. Dann aber lässt sich der Franzose gut bedienen. Und es lässt sich generell gut mit ihm leben, da er ein Auto ist, wie man es seit Jahren, wenn nicht sogar Jahrzehnten, kennt. Kupplung, Handschaltung, Verbrennungsmotor ohne Elektrifizierung oder 48V-Bordnetz – fast schon eine Seltenheit in einem Neuwagen. Dass die Franzosen Elektro-Autos bauen können, beweist der Zoe eindrucksvoll.

    Dass es für einen Kompakten ausgereifte, und wenig außergewöhnliche Zutaten braucht, um als Alltagsheld dazustehen, beweist der Renault Mégane im Test. Pfiff hat letztendlich das Exterieur und sticht aus der Masse heraus. Anfreunden sollte man sich aber mit dem Umstand, dass der Renault Mégane vor allem für zwei Personen mit gesteigerten Kofferraum-Ansprüchen geeignet ist. Für Erwachsene ist es auf der Rückbank auf Dauer nicht sehr angenehm. Kinder können sich hingegen wohlfühlen.

    Der Renault Mégane überzeugt im Test

    Der Mégane steht nicht unbedingt für überbordenden Fahrspaß, ist aber das Richtige für alle, die ein grundsolides Familienauto suchen.

    Für den Stadtverkehr ist er durch seine kompakten Maße ideal geeignet.

    Mit einer Fahrleistung von max. 205 km/h und einer Beschleunigung, mit der er innerhalb von 9,5 Sekunden auf 100 km/h kommt, ist er kein Kraftpaket. Dafür verursacht er niedrige Spritkosten und kann durch ein bequemes Platzangebot punkten.

    Auch im Bereich der Assistenzsysteme hat er uns überzeugt – auf Spurhalte- und Müdigkeitswarner sowie den Fernlichtassistenten würden wir ungern verzichten.

    Insgesamt kommt der Renault Mégane ohne größere Schwachstellen oder Makel aus und erhält daher ein positives Testergebnis. 

    Renault Mégane TCe 140 Test

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    Zuletzt aktualisiert: November 2021

    Jens Stratmann

    Automobil-Journalist

    Baujahr 1979, technisch im einwandfreien Zustand! Nach einer Ausbildung und über elf Jahren Erfahrung im KFZ-Bereich, machte Jens seine Passion zu seinem Beruf. Jens schreibt Beiträge über Neu- und Gebrauchtwagen, die auf persönlichen Erfahrungen und Fahrtests zu dem jeweiligen Auto basieren.

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