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Test: Der Hyundai Tucson im Fahrbericht

Er ist der Plattformbruder des Kia Sportage, aber das sieht man ihm gar nicht an. Der Hyundai Tucson wirkt etwas bulliger als sein Bruder, macht vieles richtig und nur wenig falsch. Ganz klar zeigt sich, dass die Koreaner aufgeholt haben und sich vor der arrivierten Konkurrenz nicht zu verstecken brauchen.

Er ist der Plattformbruder des Kia Sportage, aber das sieht man ihm gar nicht an. Der Hyundai Tucson wirkt etwas bulliger als sein Bruder, macht vieles richtig und nur wenig falsch. Ganz klar zeigt sich, dass die Koreaner aufgeholt haben und sich vor der arrivierten Konkurrenz nicht zu verstecken brauchen. Mehr dazu erfahren Sie im großen Hyundai-Tucson-Test.

2018 Hyundai Tucson im Fahrbericht

Hyundai Tucson Design-Test

Wahrlich, verstecken müssen sich weder die koreanischen Fahrzeuge noch deren Fahrer. Der Hyundai sieht auf den ersten Blick gut aus, wirkt bullig, kraftvoll und hochwertig. Es fällt geradezu schwer, ihn nicht zu mögen. Da ist Peter Schreyer, seines Zeichens eigentlich Design-Chef von Kia Motors, ein großer Wurf gelungen. Warum er für Hyundai verantwortlich zeichnet? Ganz einfach: Schreyer gilt als Wunderkind unter den Auto-Designern und ist mittlerweile sogar einer der Präsidenten der Marke. Und da seine Arbeit bei der Hyundai-Tochter Kia so gut fruchtete, übernahm er auch für Hyundai die Gestaltungsverantwortung.

Exterieur Fotogalerie:

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2018 Hyundai Tucson im Fahrbericht

2018 Hyundai Tucson im Fahrbericht

2018 Hyundai Tucson im R+V Drive Check

2018 Hyundai Tucson im R+V Drive Check

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Im Detail bedeutet dies einen prominenten, selbstbewussten Kühlergrill, der auch einem Ingolstädter Produkt gut stehen würde. Jener reicht bis an die mandelförmigen und schelmisch dreinschauenden Scheinwerfer heran. Überhaupt steht die Nase sehr steil im Wind und lässt den Hyundai Tucson damit stattlich erscheinen. Gleiches lässt sich vom optionalen 19-Zoll-Räderwerk behaupten. Freilich, serienmäßig rollt das SUV auf 16-Zoll-Rädern vor, aber wer greift schon gern unten ins Regal? Schließlich fährt das Auge mit.

Und eben jenes erfreut sich an den kraftvollen Proportionen der Seitenpartie. Die hohe Schulter reduziert das Greenhouse, lässt den Koreaner stämmig wirken. Die dezent abfallende Dachlinie schafft dazu einen dynamischen Eindruck, der am Heck von einem Dachkanten-Spoiler ergänzt wird. Ansonsten fallen hier die recht großen Rückleuchten und der angedeutete Unterfahrschutz auf. Ob der Hyundai Tucson sich im Test als echter Offroader zeigt? Nicht wirklich. Allrad ist nur optional und nicht für alle Varianten erhältlich. Sonst bleibt es beim Frontantrieb.

Hyundai Tucson Motoren-Test

Angeboten wird das koreanische SUV mit – im Grunde genommen – zwei Dieseln und zwei Benzinern. Bei den Selbstzündern steht ein 1.7 Liter Vierzylinder in zwei Leistungsstufen (85 kW/116 PS und 104 kW/141 PS) einem 2.0 Liter Vierzylinder gegenüber. Letzterer ist mit 100 kW/136 PS erhältlich und lässt hier die Wahl zwischen Allradantrieb oder Vorderradantrieb. Die stärkere Variante bietet 136 kW/185 PS und ist zwangsläufig an den 4×4 gekoppelt. Der hubraumschwächere Diesel ist mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe oder einem 7-Gang-DCT kombinierbar, während der 2.0 Liter optional eine Sechsgang-Automatik bietet.

Und die aktuell interessanteren Benziner? 1.6 Liter Hubraum sind das Maß der Dinge. Dabei macht man den Einstieg in diese Welt mit einem unaufgeladenen Vierzylinder, der müde 97 kW/136 PS generiert. Wesentlich dynamischer geht der 1.6 T-GDI ans Werk, der 130 kW/177 PS generiert. Darüber hinaus ist er mit Allradantrieb und 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe DCT erhältlich. Mit ihm erreicht man – ganz gleich in welcher Variante – immer mehr als 200 km/h und kann in 8,9 bis 9,8 Sekunden auf 100 km/h spurten. Die Verbräuche sollen sich gemäß der NEFZ-Norm beim Sauger bei einem Mittel von 6,3 Litern/100 km einpendeln. Der turbogeladene 1.6er genehmigt sich einen bis 1,2 Liter mehr.

Hyundai Tucson Innenraum-Test

Wie schon das Äußere, macht auch das Innere einen wirklich guten Eindruck. Der Hyundai Tucson bietet hochwertige Materialien, wie etwa das wahlweise rote, schwarze oder beige Leder sowie angenehme Kunststoffe. Die Verarbeitung geht obendrein in Ordnung. Hinzu kommt ein Hauch von Luxus: Beheizbare und belüftete Sitze und sogar beheizbare Sitze hinten hat längst nicht jeder Mitstreiter zu bieten.

2018 Hyundai Tucson Innenraum

Und wer es wohlig warm am Volant mag, wird sich über die Lenkradheizung freuen. Außerdem steht für alle Passagiere reichlich Platz bereit: Sowohl vorne, wie auch hinten kann man es sich gemütlich machen. Das Platzangebot lässt wenig Wünsche offen. Nur der Seitenhalt könnte in der ersten Reihe etwas besser sein. Aber der Hyundai Tucson zeigt sich im Test ohnehin als Kurvenräuber.

Interieur Fotogalerie:

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Nein, er ist mehr der Komfort-Bote: Großes Panorama-Glasdach, automatischer Einparkassistent und automatische Heckklappe – alles da. Über die hintere Pforte erhält man Zugang zum Kofferraum, der mit 513 bis über 1.500 Liter Ladvolumen aber nur durchschnittlich ausfällt. Überdurchschnittlich gut gefiel uns im Hyundai-Tucson-Test indes das 8-Zoll-Infotainment, das mit Verkehrsinfos, Wetter und der örtlichen Infrastruktur überaus informativ ausgestaltet wurde. Die Bedienung gibt genauso wenig Rätsel auf, wie die schönen Rundinstrumente.

2018 Hyundai Tucson Kofferraum

Hyundai Tucson Fahreindruck-Test

Machen wir es kurz: Besonders sportlich ist der Hyundai Tucson im Test nicht, dafür aber sehr solide. Die Schaltaufgabe habe ich gerne dem 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe überlassen, die verbaute Bremsanlage ist ausreichend groß dimensioniert und lässt sich fein dosieren. Die Lenkung ist nicht gerade sehr direkt und vermittelt auch keine gute Rückmeldung zum Fahrer, aber das ist bei fast allen SUV-Modellen so, kein Grund zur Klage also. Beim Verbrauch kann ich bestätigen, dass man den NEFZ-Wert schaffen kann, allerdings hat das Fahrverhalten dann nicht mehr viel mit Fahrspaß zu tun.

Hyundai Tucson Preis-Test

Echte Billigheimer sind die Koreaner weder bei der Qualität, noch bei den Preisen. Ok, 19.990 Euro Einstiegspreis sind eine Kampfansage. Wer aber „einmal alles“ haben möchte, kann diesen Preis auch verdoppeln. Fangen wir langsam an. Soll es etwas mehr als der Sauger-Benziner sein, berechnen die Koreaner mindestens 28.190 Euro für den Turbo-Benziner. Dieser fährt dann aber schon in der besseren Trend-Ausstattung vor. Mit Allrad kommen nochmals knapp 2.000 Euro Aufpreis dazu, mit DCT rund 2.000 Euro on top.

2018 Hyundai Tucson im R+V Drive Check

Die Diesel starten bei knapp 25.200 Euro für den 1.7 CRDI. Der 2.0 Liter Selbstzünder startet bei 29.840 Euro, der Top-Diesel mit allem Drum und Dran kommt auf 40.490 Euro. Dann ist man in der Premium-Ausstattung unterwegs. Darunter kommen Style, Trend und die Einstiegversion Classic, die nur für die Einstiegsmotorisierungen zu haben ist.

Hyundai Tucson Erfahrung, Zielgruppencheck Fazit

Ein schicker Allrounder ist gesucht? Einer, in dem man angenehm hoch sitzt, der gut verarbeitet ist, angenehmen Platz und Komfort bietet, das Budget aber nicht über Gebühr belastet? Dann lohnt es sich, den Hyundai Tucson einem Test zu unterziehen. Der Koreaner macht vieles richtig, ohne sich Schwächen zu leisten. Nur wer die Ausstattungsliste einmal von oben nach unten ankreuzt, sollte sich auf standesgemäße Preise einstellen. In New York wurde aber gerade das Facelift vorgestellt, nun dürften die Neu- und Gebrauchtwagenpreise etwas günstiger ausfallen.

Der Hyundai Tucson kann im Fahrbericht überzeugen

Nicht nur Tempofreunde kommen mit dem Hyundai-SUV, dessen Vierzylinder immerhin auf 200 km/h kommt, auf ihre Kosten. Was Fahrkomfort und Beinfreiheit angeht, kann er es mit den Top-SUV der Klasse aufnehmen. Kofferraum und Kofferraumvolumen des Hyundai Tucson sind mit maximal 1.500 Litern eher durchschnittlich, dafür punktet er mit edler Ausstattung, Panorama-Glasdach und mehr.

Jens Stratmann

Automobil-Journalist

Baujahr 1979, technisch im einwandfreien Zustand! Nach einer Ausbildung und über elf Jahren Erfahrung im KFZ-Bereich, machte Jens seine Passion zu seinem Beruf. Jens schreibt Beiträge über Neu- und Gebrauchtwagen, die auf persönlichen Erfahrungen und Fahrtests zu dem jeweiligen Auto basieren.

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