Ford Kuga PHEV im Drive Check
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    Der Neue: 2020 Ford Kuga PHEV – Plug-in-Hybrid – Fahrbericht

    Er fuhr Ford und kam… Moment mal! Das ist doch gar kein Ford, sondern ein Porsche Macan!? Nein, das stimmt nicht! Das ist ein Ford Kuga Plug-In Hybrid in der Vignale Ausstattung. Und in dieser macht der Americano-Kölner richtig was her. Interessant ist aber eher das, was unter dem Blech steckt: Ford kombiniert einen frei atmenden Benziner mit einem Elektromotor. Was das bringt und wie es sich fährt, klären wir beim Test des Ford Kuga Plug-in-Hybriden.

    Ford Kuga Plugin-Hybrid Fahrbericht

    Das Ford Kuga PHEV Vignale Design im Test

    Die langgezogenen, großen Scheinwerfer, die flache, glatte Nase und die Form eines SUV: Das muss ein Porsche Macan sein. Zugegeben, der neue Ford Kuga sieht dem Zuffenhausener wie aus dem Gesicht geschnitten aus, doch er ist eben ein Ford! Der große Kühlergrill, der wiederum etwas an einen Aston Martin erinnert, ist da nicht besonders hilfreich. Unter dem Strich ist der Ford Kuga aber ein ansehnlicher Zeitgenosse, der eher etwas rundlich, als mit Ecken und Kanten daherkommt. Sein Erscheinungsbild wirkt insgesamt reduziert und modern.

    Kuga PHEV Review

    Seitlich stechen zunächst die 20-Zoll-Felgen ins Auge. Serienmäßig rollt der Ford Kuga in der gefahrenen Vignale-Ausstattung auf 18-Zoll-Rädern daher. Woran man den Vignale erkennt? Zum einen an den Signets unterhalb der Außenspiegel und zum anderen an der Vollausstattung mit jeder Menge Luxus. So sind die Scheiben ab der B-Säule abgedunkelt und es gibt reichlich Chrom. Hinzu gesellt sich das schwarz lackierte Dach, das als optische Verlängerung des Panorama-Glasdachs wirkt. Ansonsten zeigt sich die Seitenlinie insgesamt recht schnörkellos. Einzig im unteren Türbereich ist sie etwas ausmodelliert.

    Am Heck – und das wird man sicherlich nicht auf den ersten Blick erkennen – installiert Ford Rückleuchten mit teilweise klassischen Leuchtmitteln. Voll-LED ist hier also kein Thema. Das ist vielleicht auch nicht schlecht, da man im Falle eines Defekts auch einfach selbst das Birnchen tauschen kann, anstatt eine teure, neue Rückleuchte zu kaufen. Für einen sportlichen Touch sorgt der Dachspoiler. Praktisch hingegen: die zwar ungeschützt angebrachte Rückfahrkamera, die aber über eine eigene Sprühreinigung verfügt. Auf der sportlichen Seite stehen wieder die beiden großen Endrohre links und rechts.

    Heiß auf weiß?

    Und wer genau hingesehen hat, wird bemerkt haben, dass der Ford Kuga über zwei „Tankklappen“ verfügt. Die eine, fahrerseitig im hinteren Fahrzeugbereich, für das Tanken fossilen Brennstoffs. Die andere ebenfalls auf der Fahrerseite, jedoch im vorderen Kotflügel integriert. Hier verbindet man das Kabel zum Aufladen der Akkus.

    Zum Abschluss dieses Kapitels wollen wir dann noch die reinen Abmessungen zum Besten geben: Der Ford Kuga ist 4,61 m lang, mit Außenspiegeln 2,18 m breit und inklusive seiner Dachreling 1, 68 m hoch. Damit ist er für die meisten linken Baustellenspuren zu breit! Der Radstand von 2,71 m ist hingegen sehr willkommen, verschafft er dem Ford Kuga einen guten Geradeauslauf und Platz im Fond.

    Ford Kuga Plug-In-Hybrid Vignale Innenraum-Test

    Und damit wären wir direkt im Interieur des weißen Ford Kuga angelangt. In der ersten Reihe begrüßen die Passagiere bequeme Sitze, deren Sitzfläche etwas wenig Seitenhalt, deren Lehnen sie dafür mit einem angenehmen Halt begrüßen. Das Gestühl lässt sich gut elektrisch einstellen und bietet jedermann eine bequeme Sitzposition. Darüber hinaus lässt sich das Lenkrad in einem weiten Rahmen in der Tiefe sowie in der Höhe verstellen und verfügt über eines meiner Lieblingsdetails: eine Lenkradheizung. Löblich auch, dass Ford sich die Gurthöhenverstellung nicht gespart hat!

    Viel Platz und bequeme Sitze vorne!

    Auffällig unauffällig zeigt sich der Innenraum, was das Thema Tasten anbelangt. War man bislang eine echte Tastenflut bei Ford gewohnt, darf man sich über das aufgeräumte Layout freuen. Das Lenkrad hat allerdings doch noch einige davon zu bieten. Links der Tempomat und die Lautstärkensteuerung, rechts die Steuerung für das Head-Up Display, die digitalen Instrumente, die Sprachbedienung und das Telefon. Die digitalen Uhren sind übrigens sehr schön dargestellt und haben grundsätzlich ein blaues Cluster.

    Vom Focus kennen wir das auf dem Armaturenbrett thronende Infotainment mit 8-Zoll-Touchscreen. Es hört auf den Namen Sync 3 und funktioniert wirklich gut. Im unteren Bereich verstecken sich Direktwahltasten, sodass die Bedienung auf Anhieb gelingt. Darüber hinaus gibt es Apple CarPlay und Android Auto. Schön: Ford hat die Drehregler für Lautstärke und das Zoom der Navi-Karte nicht gestrichen! Auch das Radio behielt ein paar separate Tasten. Das gilt auch für die Klimaautomatik, die eine Taste hat, die man nicht in jedem Auto findet: Die Frontscheibenheizung. Die Heizdrähte in der Scheibe können empfindliche Naturen aber stören.

    Aufgeräumter Innenraum!

    Beim Rangieren helfen die Front- und Heckkamera, eine 360-Grad-Ansicht ist nicht erhältlich. Auch könnte das Bild der Kameras etwas schärfer sein. Gefällig wirkt hingegen die Darstellung auf dem Head-Up-Display. Schade nur, dass es auf eine kleine Scheibe und nicht in die Windschutzschiebe projiziert wird. Freude und viel Licht bringt das große Panorama-Dach, das fast schon ein wenig Cabrio-Feeling erzeugen kann.

    Sehr viel Platz auch hinten!

    In der zweiten Sitzreihe muss man ebenfalls nicht leiden. Hier steht reichlich Platz für die Beine bereit. Zudem ist der Mitteltunnel recht flach, sodass eine Fahrt auch zu dritt auf kurzen Strecken machbar ist. Darüber hinaus bietet der Ford Kuga Vignale eine Sitzheizung für links und rechts. Besonders komfortabel wird es mit den in der Neigung verstellbaren Rücksitzlehnen. Natürlich stehen auf den äußeren Rücksitzen Isofix Verankerungen bereit. Und wenn das Tablet des Sprösslings einmal Power braucht, steht ein Stromanschluss mit 230 V bereit.

    Auch der Kofferraum kann sich sehen lassen!

    Beim Kofferraum geht es komfortablen weiter: die Klappe öffnet auf vier verschiedene Weisen. Entweder per Fuß-Kick, per Fernbedienung, über den Taster an der Heckklappe oder über ein Knöpfchen am Armaturenbrett. Das Kofferraumvolumen variiert je nach Motorisierung, könnte allerdings durchaus größer ausfallen. 441 Liter sind es mindestens, 1.534 Liter maximal.

    Ford Kuga PHEV Vignale Motoren-Test

    Schauen wir unter die Haube: Hier deuten orangene Kabel an, dass Strom an Bord ist. Der Ford Kuga PHEV fährt mit der Kraft der zwei Herzen und kombiniert einen 2,5 Liter Benziner mit einem Elektromotor. Die Systemleistung beträgt 165 kW/225 PS und wird über ein Stufenloses CVT-Automatikgetriebe an die Vorderräder übertragen. Ein Allradantrieb ist nicht vorgesehen. Ist die Batterie leer, wird man allein vom Benziner mit 112 kW/152 PS angetrieben. Ist sie hingegen vollgeladen, darf der Elektromotor allein für Vortrieb sorgen und entfaltet 97 kW/ 131 PS.

    Typ-2 Ladedose!

    Rein elektrisch sind maximal 135 km/h und eine Reichweite von realistischen 56 km drin. Im Zusammenspiel der Aggregate kann der Ford Kuga in 9,2 Sekunden auf 100 km/h spurten und ist maximal 200 km/h schnell. Angesichts der Systemleistung sind das vielleicht etwas maue Fahrdaten, hinsichtlich des Gewichts vom 1.844 Kilogramm, gehen sie aber wieder in Ordnung. Vor allem, wenn man sich die Verbräuche vor Augen führt. Im realen Alltag schafft man 4,8 bis 5,5 Liter Super. Die Herstellerangabe von 1,2 Litern kombiniert ist natürlich Utopie. Am besten lädt man die 14,4 kW Batterie also über Nacht an der Haushaltssteckdose. Eine Vollladung dauert hier rund vier Stunden.

    Dieser Kuga hat die Kraft der zwei Herzen!

    Ford Kuga PHEV Vignale Fahreindruck-Check

    Ford ist ja dafür bekannt, dynamische Fahrzeuge auf die Straße zu stellen. Bei der Lenkung ist das nicht unbedingt der Fall: Sie reagiert etwas zu indirekt – vor allem um die Mittellage herum. Das Fahrwerk ist hingegen klasse. Vor allem dann, wenn man bedenkt, dass 20-Zoll-Felgen montiert sind, darf der Fahrkomfort mit gut eingestuft werden. Dynamische Anflüge werden außerdem mit einem knackigen Ansprechverhalten belohnt.

    Ford Kuga PHEV: Zwei "Tankklappen" auf der linken Seite!

    Der 2,5-Liter-Benziner – ohne Aufladung, wohlgemerkt – begeistert mit seinem geringen Verbrauch. Selbst mit leerem Akku – also im reinen Benzin-Betrieb – sind Verbräuche unter 6 Liter möglich. Und zwar ohne, dass man zum Verkehrshindernis wird. Über den Fahrmodus-Schalter kann man zudem wählen, mit welcher Maschine man fahren möchte.

    Der 2.5 Liter Motor ist richtig sparsam!

    Ansonsten ist der Ford Kuga natürlich ein modernes Hybrid-Elektrofahrzeug mit allerhand Fahrerassistenzsystemen. Sie arbeiten alle so, wie sie sollen. Achten sollte man hingegen auf das Bremsen: Zunächst wird per Rekuperation verzögert, ohne dass man den Fuß auf das Bremspedal setzten muss. Dann kommt erst die herkömmliche Bremse hinzu. Vorrausschauende Fahrerinnen und Fahrer können den Akku also gut beim Fahren laden. Großer Pluspunkt und ausschlaggebend für den Komfort: Der Innenraum ist insgesamt angenehm leise.

    Ford Kuga PHEV Vignale Preis-Check

    Der Ford Kuga Plug-in-Hybrid mit Basis-Ausstattung und Basis-Motorisierung kostet 26.300 €. Kein Super-Schnäppchen, aber erschwinglich. Schauen wir uns aber den Testwagen an. Der kommt in Arktis-Weiß mit adaptiven LED-Scheinwerfern, einer aktiven Geräuschkompensation, einem aktiven Parkassistenten, digitalen Instrumente, einem Fahrspurassistenten, einer Falschfahrerwarnfunktion sowie Verkehrsschilderkennung vorgefahren. Hinzu kommen serienmäßig Nettigkeiten wie der Fernlichtassistent, der Müdigkeitswarner, der Tempomat, das Head-Up Display sowie das Infotainment, die elektrische Heckklappe und die Premium-Lederpolster. Spaß macht darüber hinaus das Bang-Olufsen-Soundsystem.

    Aufgesetztes Infotainment-Display!

    Macht unter dem Strich aber 45.800 €. Mit den Extras, wie dem Fahrerassistenzpaket für 1.100 €, dem Panoramadach für 1.450 € und weiteren Gimmicks, standen beim Testwagen aber 51.150 € auf dem Zettel – und das ist sehr viel für ein Kompakt-SUV. Andererseits stecken viel Ausstattung und moderne Technik unter dem Blech. Außerdem ist der Ford Kuga PHEV förderbar. Sprich: Durch seine rein elektrische Reichweite ist der PHEV für ein E-Kennzeichen vorgesehen. Entsprechend kann ein Zuschuss vom Staat beantragt werden.

    Ford Kuga Plugin-Hybrid Fahrbericht

    Ford Kuga PHEV im Drive Check

    Ford Kuga PHEV Vignale Zielgruppencheck und Fazit

    Der Ford Kuga hat sich ganz schön gemacht. Zuerst war ein der Dynamiker im Feld der Kompakt-SUV, dann, in der zweiten Genration technisch kein großer Wurf, wohl aber ein großes SUV. Und nun? Die Nummer drei bei Ford, direkt nach dem Ford Fiesta und Focus und ist ein wichtiges Standbein für die amerikanisch-deutsche Marke. Dass Ford dies erkannt hat, zeigt sich in der Ausgereiftheit der Technik im neuen Modell. Beim Kofferraum nur Mittelmaß, beim Antrieb hingegen top! Vor allem, was die Verbräuche anbelangt. Man darf also in eine rosige Zukunft für den neuen Ford Kuga prognostizieren.

    Gut zu wissen:

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    Autoquartett-Daten: Ford Kuga PHEV Plug-in-Hybrid

    Motorleistung: 97 kW/ 131 PS
    Drehmoment: 235 Nm
    0-100 km/h: 9,2 Sek.
    Vmax: 200 km/h
    Kofferraumvolumen: 1.534 Liter
    Verbrauch: 4,8 l/100 km              
    Basispreis: 26.300 Euro

    Der Ford Kuga PHEV Plug-in-Hybrid überzeugt im Test

    Als Hybrid kann der Ford Kuga gegenüber Verbrennern in vielfacher Hinsicht punkten. Käufer profitieren neben dem Umweltbonus von der soliden Motorleistung und dem niedrigen Kraftstoffverbrauch des Modells. Letzteres trifft besonders bei kurzen Fahrten zu – beispielsweise zur Arbeit –, die der Elektromotor mit einer Reichweite von 56 km problemlos schultert.

    Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h ist er kein Rennwagen, genügt aber dem Durchschnittsfahrer in jedem Fall.

    Die gute Motorleistung, das geräumige Innere und die moderne Ausstattung haben die Erfahrung mit dem Ford Kuga Plug-in-Hybrid für uns zu einem echten Highlight gemacht. 

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    Zuletzt aktualisiert: November 2021

    Jens Stratmann

    Automobil-Journalist

    Baujahr 1979, technisch im einwandfreien Zustand! Nach einer Ausbildung und über elf Jahren Erfahrung im KFZ-Bereich, machte Jens seine Passion zu seinem Beruf. Jens schreibt Beiträge über Neu- und Gebrauchtwagen, die auf persönlichen Erfahrungen und Fahrtests zu dem jeweiligen Auto basieren.

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