Ford Tourneo Courier Test
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    Für viele sind sie nicht wirklich „sexy“, uninteressant und einfach nur langweilig. Für die meisten sind sie aber höchst praktisch, reißen keinen Mariannengraben in das Portemonnaie und sind treue Begleiter durch dick und dünn. Die Rede ist von Hochdachkombis. Und genau dazu zählt auch der Ford Tourneo Courier, den wir im Drive Check einmal gründlich unter die Lupe nehmen.

    Ford Tourneo Courier Fahrbericht

    Ford Tourneo Courier Design Check

    Ford Tourneo Courier Test

    Zugegeben: Ein Hochdachkombi ist nicht wirklich das, was mal als Traumwagen bezeichnen würde. Das gilt – nicht weiter verwunderlich – auch für den Ford Tourneo Courier. Dennoch sieht er für ein Fahrzeug seiner Kategorie, das vor allem den Nutzwert in den Vordergrund stellt, recht schnittig aus. Der große Kühlergrill wurde andernorts auch schon als „Aston-Martin“-Grill bezeichnet. So weit würden wir nicht gehen, dennoch macht der Ford Tourneo Courier eine gute Figur. Dazu passen die scharf angeschnittenen Halogen-Scheinwerfer und die dynamischen Sicken auf der Motorhaube.

    Ford Tourneo Courier Review

    Weniger dynamisch sind da die 16-Zoll-Felgen, die die Radhäuser alles andere als ausfüllen. Dennoch bieten sie Vorteile: Zum einen haben sie einen hohen Querschnitt, kündigen somit den Grenzbereich gut spürbar an. Zum anderen bietet die hohe Schulter einen gesteigerten Komfort. Und – das ist vor allem für schmale Budgets wichtig – das Format kostet nicht die Welt. Aber zurück zum Design. Gerade seitlich beißt die Maus keinen Faden ab. Hier zeigt sich in voller Pracht, dass der Ford Tourneo Courier ein Hochdachkombi reinsten Wassers ist. Schiebetüren, eine Dachreling und die typische Formgebung zeugen zusammen mit dem großen Greenhouse davon, dass der Ford vor allem eines sein will: praktisch! Das wollen natürlich auch seine Mitstreiter vom Schlage eines Peugeot Rifter, VW Caddy oder Opel Combo – um nur einige zu nennen.

    Ford Tourneo Courier R+V Drive Check

    Gegenüber seinem Bruder, dem Ford Tourneo Connect, ist der Ford Tourneo Courier etwas sparsamer ausstaffiert. Erster bietet mehr Ausstattung und wirkt eher wie ein PKW, während der Courier Nutzfahrzeugcharakter verströmt. Das äußert sich natürlich im günstigeren Preis. Der Rotstift wurde hier und dort über Gebühr strapaziert. Beispiel: Der Tank lässt sich nicht abschließen – weder über die Zentralverriegelung, noch per Schlüssel.

    Ford Tourneo Courier Innenraum Check

    Ford Tourneo Courier Fahreindruck

    Und im Innenraum? Wurde hier auch gespart? Zumindest nicht, was das Ladevolumen anbelangt. Denn das schlägt mit 700 bis 1.658 Liter so ziemlich jeden Kombi. Die Heckklappe ist zudem groß und erleichtert das Beladen. Und wenn man nicht überdurchschnittlich groß ist, kann man unter ihr sogar einen Regenschauer überstehen, ohne nass zu werden. Praktisch ist überdies die 12V-Steckdose im Laderaum, während die Kofferraumbeleuchtung etwas mau ausfällt. An sinnvollen Details findet man außerdem Staufächer und Verzurrösen – so wie es sein soll.

    Im Innenraum erwartet die Passagiere eine Mischung aus allem: Die Sitzposition ist leicht erhöht, aber nicht SUV-like. Der Innenraum geräumig, wie bei einem Van, aber nicht so fein und die Übersicht gut, wie bei einer Box auf Rädern. Besonders die schmale A-Säule und die großzügige Verglasung ermöglichen gute Sicht. Nach hinten empfiehlt sich trotzdem die Einparkhilfe, da die C- und D-Säule die Sicht etwas einschränken.

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    Ansonsten findet man einen aufgeräumten Innenraum mit viele Ablagefächern vor. Die Bedienung erfolgt intuitiv, alles sitzt dort, wo man es erwartet. Dazu ist auch das Infotainment selbsterklärend und sitzt angenehm hoch. Leider sind die Grafiken recht pixelig und auch der DAB-Empfang fiel etwas mau aus. Dafür ist die Konnektivität durchweg gut: USB, Bluetooth, Apple CarPlay, Android Auto – alles da.

    Was fehlt, ist eine gute Sitzposition. Man sitzt einfach nicht optimal. Das ist zum einen der fehlenden Gurthöhenverstellung, wie auch – zum anderen – dem Fakt geschuldet, dass das Lenkrad nur in der Höhe verstellbar ist. Und auch der breite Mitteltunnel stört ein wenig das Raumgefühl im Ford Tourneo Courier. Was noch stört? Nun, empfindliche Naturen werden sich an den Heizdrähten der beheizten Frontscheibe stören.

    Ansonsten bietet der Tourneo Courier angenehm Platz, also genau der Grund, warum man sich für ihn entscheidet. Leider gibt es vorn keine Isofixverankerung auf dem Beifahrersitz. Diese ist hingegen für die äußeren Rücksitze vorgesehen. Überhaupt: gut reist man zu viert. Zu fünft wird es hinten eng – auch im Ford Tourneo Courier.

    Ford Tourneo Courier Motoren Check

    Ford Tourneo Courier Motor

    Als Antrieb stand ein 1.0 Liter Dreizylinder Benziner zur Verfügung. Gut, mit seinen 74 kW/100 PS reißt das Aggregat keine Bäume aus. Bei Bedarf sind aber 173 km/h Vmax drin – das geht doch in Ordnung, oder? Gleiches kann man zum Verbrauch sagen: Laut NEFZ soll sich der Ford Tourneo Courier mit 5,9 Litern auf 100 km begnügen, in der Realität ist es ein Liter mehr. Gekoppelt ist der Antrieb an eine Sechsgang-Handschaltung, die zwar nicht sonderlich kurze Schaltwege ins Rennen schickt, sich aber problemlos schalten lässt.

    Ford Tourneo Courier Fahreindruck

    Fahren wir los! Der erste Check vor dem Rangieren aus der Parklücke geht in Richtung des Außenspiegels, der schier riesig ausfällt. Ein echter Sicherheitsgewinn. Der zweite Check geht via Zeigefinger zur Mittelkonsole, doch anstatt eines Knöpfchens, wartet hier noch ein echter Handbremshebel – gut so! Nach dem Losfahren hört man zunächst die etwas knurrige Tonart des Dreizylinders, was durchaus angenehm ist. Der Antrieb reißt, wie bereits erwähnt, keine Bäume aus, reicht im Alltag aber allemal. Besonders, da die Kraftschlüsse des Getriebes passen. Nur der Drehzahlkeller ist nicht die Sache Ford Tourneo Courier – er möchte gedreht werden.

    Direkt zeigt sich die Lenkung: Der Hochdachkombi folgt angenehm dem Lenkimpuls, während die Rückmeldung eher etwas entfernt wirkt. Verbindlich, aber sehr komfortorientiert zeigt sich die Fahrwerks-Abstimmung. Nur wenige Stöße werden weitergegeben, die Rückmeldung ist aber weiterhin vorhanden – top! Überzeugt haben auch die Bremsen mit ihrem sauberen Druckpunkt. Natürlich ist der Ford Tourneo Courier kein Rennwagen. Schlecht fährt er aber wirklich nicht!

    Ford Tourneo Courier Preis Check

    Ford Tourneo Courier Fazit

    Zur Ausfahrt trat der Ford Tourneo Courier in der Titanium Ausstattung an. Das fesche Cranberry-Rot steht mit 416 Euro in der Optionsliste, während ein Audiosystem, ein Fahrersitz mit Höhenverstellung und Lendenwirbelstütze, ein klappbarer Beifahrersitz und ein Tempomat ohne Aufpreis kommen. Das gilt auch für die Klimaautomatik, den Regensensor sowie die Leichtmetallfelgen und den Lichtsensor. All das bekommt man für 18.860 Euro. Die Basis startet bei 15.380 Euro. Bestellt man einen Knieairbag, das bessere Audiosystem, den 12V-Anschluss im Gepäckraum für lächerliche 12 Euro (!) sowie die beheizbare Frontscheibe für 214 Euro und eine Einparkhilfe rundum mit Rückfahrkamera hinzu, summiert sich der Preis auf 21.661 Euro. Das kann man heute für einen Kleinwagen ausgeben. Oder man zahlt diesen Preis für einen Vollwert-Allrounder, wie den Ford Tourneo Courier.

    Ford Tourneo Courier Zielgruppencheck und Fazit

    Nein, er ist kein hipper, lifestyliger Schönling. Er ist nicht „premium“, nicht wirklich cool – obwohl er gar nicht schlecht aussieht, der Ford Tourneo Courier. Nein, er ist einfach sehr praktisch, bietet sich als optimales Familienauto an und verschlingt dabei kein Vermögen. Der Antrieb ist in Ordnung, die Platzverhältnisse großzügig und der Durst überschaubar. Und damit könnte er auch glatt als gute Alternative für junge Leute durchgehen, die viel Sportgepäck durch die Lande transportieren. Mehr braucht man doch wirklich nicht, oder?

    Ford Tourneo Courier Review

    Tipp

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    Zuletzt aktualisiert: Juni 2019

    Jens Stratmann

    Automobil-Journalist

    Baujahr 1979, technisch im einwandfreien Zustand! Nach einer Ausbildung und über elf Jahren Erfahrung im KFZ-Bereich, machte Jens seine Passion zu seinem Beruf. Jens schreibt Beiträge über Neu- und Gebrauchtwagen, die auf persönlichen Erfahrungen und Fahrtests zu dem jeweiligen Auto basieren.

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