Mädchen schläft im Bett.
    Naturheilkunde

    Melatonin: Wirkung, Anwendungsgebiete, Gefahren

    Wer einen Mangel an Melatonin hat, dem fällt das Ein- bzw. Durchschlafen schwer. Da liegt der Griff zu melatoninhaltigen Präparaten nahe. Wie hilfreich sind diese Produkte und welche Nebenwirkungen haben sie? Können Schlafstörungen auch auf natürlichem Weg – ganz ohne Medikamente – behoben werden?

    Was ist Melatonin?

    Melatonin steuert den Schlaf-Wach-Rhythmus im Körper – das bedeutet, dass das Hormon beeinflusst, wann wir müde werden. Licht spielt dabei eine maßgebliche Rolle, denn es stimuliert die Netzhaut des Auges und wirkt dann auf die Zirbeldrüse im Gehirn, wo Melatonin aus dem Botenstoff Serotonin gebildet wird.

    Das bewirkt Licht in unserem Körper

    Liegt keine Störung oder Erkrankung im Körper vor, so sorgt der Einfall von Licht auf die Netzhaut dafür, dass weniger Melatonin produziert wird, und die Aufwachphase beginnt. Wird der Lichteinfall – beispielsweise am Abend – geringer, so produziert die Zirbeldrüse verstärkt Melatonin und wir werden müde. Am Tag ist der Melatoninspiegel circa fünf- bis zwölfmal niedriger als in der Nacht.

    Der natürliche Gegenspieler zum Melatonin ist das Stresshormon Cortisol. Es bildet sich verstärkt, je näher der Morgen kommt. Im Gegenzug nimmt die Melatonin-Produktion ab. Melatonin erhöht die Aktivität antioxidativer Enzyme wie Glutathion-Peroxidase und Superoxid-Dismutase. Diese nehmen wiederum positiven Einfluss auf das Immunsystem im Kampf gegen Krankheiten (vom einfachen Schnupfen bis hin zum Krebs).

    Cortisol: der natürliche Gegenspieler des Melatonin

    Der natürliche Gegenspieler zum Melatonin ist das Stresshormon Cortisol. Es bildet sich verstärkt, je näher der Morgen kommt. Im Gegenzug nimmt die Melatonin-Produktion ab. Melatonin erhöht die Aktivität antioxidativer Enzyme wie Glutathion-Peroxidase und Superoxid-Dismutase. Diese nehmen wiederum positiven Einfluss auf das Immunsystem im Kampf gegen Krankheiten (vom einfachen Schnupfen bis hin zum Krebs).

    Wie entsteht ein Melatoninmangel?

    Wenn Sie an einem Melatoninmangel leiden, kann das für den Körper schwerwiegende Folgen haben, zum Beispiel:

     

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    • Schlafstörungen oder Müdigkeit am Tag

    • Sodbrennen

    • Depression

    • Magengeschwüre

    • Demenz

    • Krebs

    Die möglichen Ursachen für einen Melatoninmangel sind vielschichtig: Dazu gehören die Einnahme bestimmter Arzneimittel (etwa Blutdruckmedikamente oder Blutverdünner), lange Sonneneinstrahlung im Sommer, Serotoninmangel (z. B. bei Depression), Koffein am Abend, Alkohol- und/oder Zigarettenkonsum, Sport kurz vor dem Schlafengehen, Stress oder zu viel künstliches Licht in den Abendstunden.

    Achtung: Wer bis spät in der Nacht vor dem Smartphone, Fernseher oder Laptop sitzt, beeinflusst die Ausschüttung des Hormons auf negative Weise.

    Erkrankungen mit Einfluss auf den Melatonin-Haushalt

    Untersuchungen zeigen, dass bei Menschen mit Depressionen oft eine niedrigere Aktivität bzw. ein Ungleichgewicht des Botenstoffes Serotonin vorliegt – unter anderem ein Faktor, der das Entstehen einer Depression begünstigen kann. Da es für die Melatonin-Bildung Serotonin braucht, kann der Melatoninmangel wiederum zu einer verlängerten Einschlafphase, Erregungszuständen in der Nacht, mehreren Wachphasen und einem erhöhten Bedarf an Schlaf führen.

    Ein australisches Forschungsteam prüfte in diesem Zusammenhang den Einfluss von Melatonin bzw. dem verwandten Stoff Agomelatin. Die Studie, die 2011 in der medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht wurde, zeigt: Unter Agomelatin hatten 24 Prozent der teilnehmenden Patientinnen und Patienten weniger Rückfälle und eine verbesserte Schlafqualität. Auch die Wachzustände gingen zurück. Im Vergleich zu anderen Antidepressiva waren die Nebenwirkungen geringer. Zurückzuführen ist dies wahrscheinlich auf die Bindungen an die Melatoninrezeptoren kombiniert mit der Hemmung von Serotoninrezeptoren im Gehirn – so die Wissenschaftler.

    Schlechter oder zu wenig Schlaf und der daraus resultierende Melatoninmangel begünstigen Migräne-Attacken. Ein Team von Forschern prüfte daher im Rahmen einer Studie den Einfluss von Melatonin auf die Anzahl der Schmerztage von Migränepatientinnen und -patienten. Den Vergleichsgruppen wurde Amitriptylin und ein Scheinmedikament (Placebo) gegeben. Der Wirkstoff Amitriptylin wird im Bereich der Neurologie und Psychiatrie oft gegen chronische Schmerzen und Depressionen eingesetzt.

    Melatonin senkte die Schmerztage nicht nur, sondern es wurde auch besser vertragen als Amitriptylin und wirkte sich positiv auf den Heilungsprozess von Gefäßschäden und Entzündungen aus. Die Einnahme von zusätzlichem Melatonin könnte bei Migräne hilfreich sein, dennoch reichen die Forschungsergebnisse für eine eindeutige Empfehlung noch nicht aus.

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    Melatonin als Medikament: Wirksamkeit und Nebenwirkungen

    2007 hat die Europäische Kommission Melatonin als Arzneimittel zur kurzfristigen Behandlung von Schlafstörungen zugelassen. In Deutschland sind in Apotheken und Drogerien mittlerweile rezeptfreie, niedrigdosierte Melatonin-Produkte als Sprays, Tabletten, Kapseln oder Pastillen erhältlich. Die Dosis von einem Milligramm (z. B. pro Tablette) darf aber nicht überschritten werden. Höher dosierte Präparate sind verschreibungspflichtig.
     

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    Melatonin-Präparate sollten nach dem letzten Essen und kurz vor dem Schlafengehen angewendet werden. Sie können sowohl die Schlafqualität als auch das Einschlafen verbessern. Allerdings sinkt der Melatonin-Spiegel nach kurzer Zeit wieder ab.

    Außerdem können mit solchen Hormonpräparaten zahlreiche Nebenwirkungen einhergehen. Eine Überdosierung oder falsche Einnahmezeit kann zu weiteren Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus führen. Möglicherweise fühlt man sich am nächsten Tag sehr schläfrig. Außerdem kann die Einnahme zu Alpträumen, Übelkeit, Kopfschmerzen, Reizbarkeit, Schwindel oder einer verminderten Libido führen.

    Melatonin-Präparate machen jedoch – anders als viele andere Schlafmittel – nicht abhängig.

    Für Schwangere fehlt bislang eine zulässige Datenlage, weshalb Melatonin-Präparate in diesem Fall nicht eingenommen werden sollten. Für Stillende empfiehlt sich die Einnahme nicht, weil Melatonin in die Muttermilch übergehen kann.

    Generell gilt die Wirksamkeit von Melatonin-Produkten nicht als eindeutig bewiesen. Aussagekräftige Langzeitstudien fehlen noch. Im Übrigen ist das in Deutschland bislang einzige hochdosierte Mittel (zwei Milligramm Melatonin pro Tablette) nur für Patientinnen und Patienten über 55 Jahren zugelassen.

    Bevor ein Melatonin-Präparat eingenommen wird, sollte man versuchen, den Melatoninspiegel auf natürliche Weise zu erhöhen. Wie das gelingen kann, erfahren Sie weiter unten.

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    Melatonin bei Kindern

    Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) rät bei Kindern mit Schlafproblemen nicht als Erstes zum Einsatz von Melatonin. Wie bei Erwachsenen, sollten auch Eltern bei Ihren Kindern zuerst auf eine richtige Schlafhygiene achten (mehr dazu im Abschnitt „Den Melatoninspiegel natürlich erhöhen“). Gegebenenfalls liegen psychische Belastungen vor, welche eine Behandlung benötigen. Erst, wenn der Kinderarzt oder die Kinderärztin diese Faktoren ausschließt, ist über eine Behandlung mit Melatonin nachzudenken.

    Den Melatoninspiegel natürlich erhöhen

    Um den Melatoninspiegel im Körper auf ganz natürliche Weise zu steigern, sollten Sie auf Ihre Schlafhygiene und Ernährung achten:

    • Schlafen Sie ausreichend lang (etwa sieben Stunden pro Nacht).

    • Nehmen Sie das Smartphone nicht mit ins Bett. Wer sich am Abend noch lange künstlichen Lichtquellen aussetzt (z. B. Handy, Laptop oder Fernseher), der vermindert die Ausschüttung des Schlafhormons. Der Tagesrhythmus ist gestört, man schläft später ein und ist am nächsten Tag gegebenenfalls schläfrig.

    • Je dunkler Ihr Zimmer ist, desto mehr Melatonin bildet sich.

    • Setzen Sie sich keinen extremen sportlichen Belastungen am Abend aus. Moderate Sportarten hingegen (entspanntes Joggen im aeroben Bereich) können das Einschlafen sogar positiv beeinflussen.

    • Sorgen Sie für ausreichend Frischluft während des Schlafens und überheizen Sie den Raum nicht.

    • Verzichten Sie auf koffein- und alkoholhaltige Getränke am Abend.

    • Finden Sie Ihre regelmäßige Schlafroutine. Hilfreich ist, wenn Sie so oft wie möglich um die gleiche Uhrzeit zu Bett gehen.

    • Welche Medikamente nehmen Sie ein? Klären Sie ärztlich ab, ob eines davon für Schlafprobleme sorgen könnte (z. B. Blutverdünner oder Cortison). Gegebenenfalls kann die Einnahmezeit angepasst werden.

    • Essen Sie gesund: Wer viel Gemüse isst, schläft besser. Warum das so ist, ist bislang noch nicht ganz klar. Möglicherweise unterstützen zahlreiche Vitalstoffe in natürlichen Lebensmitteln einen guten Schlaf. Wer ausgewogen isst, verzichtet außerdem öfter auf Speisen, die sich schlecht auf den Schlaf auswirken (wie z. B. Zucker, Zusatzstoffe in stark verarbeiteten Lebensmitteln usw.).

    • In einigen Lebensmitteln steckt Melatonin. Greifen Sie öfter zu Pistazien, Cranberrys, Kirschen oder einem Glas Milch vor dem Schlafengehen.

    • Da Melatonin aus Serotonin gebildet wird, bieten sich auch Lebensmittel an, deren Inhaltsstoffe den Serotonin-Spiegel steigern. Die essenzielle Aminosäure L-Tryptophan ist beispielsweise insbesondere in Fisch und Nüssen enthalten. Auch Vitamin B1, B3, B6, B12, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D, Magnesium, Zink und Folsäure sind zur Bildung von Serotonin wichtig.

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