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Ich kaufe mir ein Pferd

Pferdekauf: Schritt für Schritt zum eigenen Pferd

Ein eigenes Pferd bedeutet für viele: Ausritte, gemeinsame Stunden im Stall, ein echter Partner an der Seite. Damit aus dem Traum kein teurer Fehlkauf wird, lohnt sich eine gute Vorbereitung. Beim Pferdekauf zählen Gesundheit und Charakter des Tieres sowie die eigenen Kapazitäten. Genauso wichtig ist der Schutz danach: Er kann Sie vor hohen Kosten bewahren, wenn Ihr Pferd einen Schaden verursacht oder zum Tierarzt muss. Dieser Artikel führt Sie Schritt für Schritt zum passenden Pferd und zur richtigen Absicherung. 

So sichern Sie sich und Ihr Pferd nach dem Kauf ab

Wir beraten Sie gerne:

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Auf einen Blick

Das Wichtigste zum Thema Pferdekauf

  • Der Kauf will gut vorbereitet sein

    Überlegen Sie, welches Pferd zu Ihrem Können und Ihren Zielen passt. Planen Sie beim Pferdekauf neben den Anschaffungskosten auch die einmaligen Nebenkosten ein, beispielsweise für die Erstausstattung.

  • Erst prüfen, dann kaufen

    Mehrfaches Probereiten und die Ankaufsuntersuchung zeigen, ob das Pferd gesund und für Sie geeignet ist. Nehmen Sie sich dafür Zeit. 

  • Der Vertrag schützt beide Seiten

    Ein schriftlicher Kaufvertrag hält beim Pferdekauf fest, in welchem Zustand Sie das Tier übernehmen und was bei späteren Mängeln gilt. So belegen Sie im Streitfall leichter, was beide Parteien vereinbart haben. 

Welches Pferd passt zu Ihnen?

Ob ein Pferd zu Ihnen passt, entscheidet nicht nur das Aussehen. Bevor Sie mit der Suche starten, stellen Sie sich folgende Fragen:

Als Anfänger achten Sie vor allem auf eines: Gelassenheit. Wenn Sie ein Anfängerpferd kaufen, sollte es erfahren und nervenstark sein. Es verzeiht kleine Fehler und gibt Ihnen Sicherheit. Sehr temperamentvolle Pferde gehören dagegen in erfahrene Hände. Ein Blick auf das eigene Können schützt Sie vor einer Fehlentscheidung beim Pferdekauf. 

Um diese Frage zu beantworten, sollten Sie sich über Ihr Ziel klar werden. Ein Freizeitpferd ist vor allem im Gelände und im Alltag verlässlich. Ein Sportpferd ist für eine bestimmte Disziplin ausgebildet und geeignet, etwa Dressur oder Springen. Legen Sie Ihr Ziel früh fest, denn danach richten sich Auswahl und der Preis beim Pferdekauf. 

Für Einsteiger eignen sich vor allem ältere, erfahrene Pferde, die in Ausbildung und Charakter gefestigt sind. Manche Rassen gelten als besonders umgänglich, etwa Haflinger, Isländer oder Friesen. Entscheidend ist am Ende aber der Charakter, nicht die Rasse. Achten Sie deshalb vor allem auf Ausbildungsstand, Wesen und darauf, dass Größe und Temperament zu Ihnen passen. 

Wo kann ich ein Pferd kaufen?

Der Erwerb eines Pferdes ist an verschiedenen Orten möglich. Jeder Weg hat seine Stärken und seine Tücken:

  • Züchter: Herkunft und Aufzucht sind genau bekannt. Oft handelt es sich aber um Fohlen oder junge Pferde ohne fertige Ausbildung. 

  • Pferdehändler: Sie haben eine große Auswahl und können Pferde direkt vergleichen. Die Vorgeschichte der Tiere ist aber nicht immer lückenlos dokumentiert. 

  • Privatverkauf: Sie erfahren viel über das einzelne Pferd. Allerdings wird bei privaten Pferdekäufen bzw. -verkäufen häufig die Gewährleistung ausgeschlossen.

  • Online-Pferdemarkt: Sie filtern nach Rasse, Alter, Ausbildung und Region und bekommen einen guten Marktüberblick. Seien Sie wachsam bei geschönten Anzeigen und zahlen Sie nie im Voraus für ein ungesehenes Pferd. 

Egal, wofür Sie sich entscheiden, es gilt: Kaufen Sie nie ein Pferd, das Sie nicht selbst gesehen und geritten haben.

Das Probereiten: Passt das Pferd zu Ihnen?

Das Probereiten ist Ihr wichtigster Test vor dem Pferdekauf. Reiten Sie das Pferd am besten 2- bis 3-mal an verschiedenen Tagen. So erleben Sie es in unterschiedlichen Situationen. Achten Sie dabei nicht nur auf das Reitgefühl, sondern auf das Gesamtbild:

Frau in kariertem Hemd führt braunes Pferd an Zügeln über grüne Wiese spazieren
  • Beim Putzen und Satteln zusehen: Beobachten Sie, ob das Pferd dabei entspannt und umgänglich bleibt. 

  • Alle Gangarten reiten: Reiten Sie Schritt, Trab und Galopp und achten Sie auf klare Bewegungen ohne Anzeichen von Lahmheit. 

  • Einen Ausritt machen: Testen Sie, wie das Pferd außerhalb der gewohnten Halle reagiert.

  • Offen nachfragen: Sprechen Sie den Verkäufer direkt auf Auffälligkeiten wie Steigen oder Buckeln an. 

Nehmen Sie eine erfahrene Person mit, zum Beispiel Ihren Reitlehrer oder Trainer. Ein fachkundiger Blick bewahrt Sie vor einer Entscheidung aus dem Bauch heraus. 

Was kostet ein Pferd?

Mit dem Kaufpreis allein ist es nicht getan. Planen Sie auch einmalige Nebenkosten ein, zum Beispiel für die Ankaufsuntersuchung (AKU), bei der ein Tierarzt das Pferd vor dem Kauf gründlich untersucht. Hinzu kommen laufende Ausgaben für Stall, Futter, Hufschmied, Tierarzt und Versicherungen. 

 

  • Als marktübliche Orientierung zahlen Sie für ein Freizeitpferd je nach Ausbildung meist zwischen rund 4.000 und 15.000 EUR.

  • Ausgebildete Sportpferde auf hohem Niveau kosten deutlich mehr, oft über 100.000 EUR.

Ein sehr niedriger Preis ist nicht immer ein Schnäppchen, sondern kann auch ein Warnsignal für Gesundheits- oder Ausbildungsmängel sein.

  • Transport: Für die Fahrt ins neue Zuhause brauchen Sie einen geeigneten Pferdeanhänger.

  • Erstausstattung: Zur Erstausstattung für Ihr Pferd gehören Sattel, Trense, Halfter, Decken und Putzzeug. Ein guter Sattel kostet bis zu 5.000 EUR, eine passende Trense rund 200 bis 300 EUR.

Ein sehr niedriger Preis ist nicht immer ein Schnäppchen, sondern kann auch ein Warnsignal für Gesundheits- oder Ausbildungsmängel sein.

  • Kleine AKU: Der Tierarzt untersucht das Pferd klinisch, etwa Herz, Lunge, Augen und Bewegungsapparat. Die Kosten belaufen sich auf 150 bis 400 EUR.

  • Große AKU: Zusätzlich zu den Untersuchungen der kleinen AKU kommen Röntgenbilder und bei Bedarf Ultraschall oder Endoskopie dazu. Hier liegen die Kosten bei 400 bis 1.500 EUR.

In der Regel beauftragt und bezahlt der Käufer die AKU.

  • Unterbringung: Die Miete für Stall oder Weide ist meist der größte Posten. Je nach Haltungsform und Region zahlen Sie grob zwischen 200 und 700 EUR im Monat, im Offenstall meist weniger als bei einer Vollpension.

  • Futter: Für Heu, Kraft- und Mineralfutter kommen je nach Bedarf rund 30 bis 150 EUR im Monat dazu. Bei einer Vollpension ist das Grundfutter oft bereits enthalten.

  • Hufpflege: Der Hufschmied kommt alle 6 bis 8 Wochen. Für das Ausschneiden zahlen Sie rund 30 bis 80 EUR pro Termin, mit Beschlag entsprechend mehr.

  • Tierarzt und Vorsorge: Für Impfungen, Wurmkuren und die jährliche Zahnkontrolle planen Sie ein festes Jahresbudget ein. Dazu kommen unvorhergesehene Behandlungen.

  • Versicherungen: Eine Pferdehaftpflicht sichert Sie gegen Schäden ab, die Ihr Pferd verursacht. Ergänzend federt eine OP- Versicherung hohe Tierarztkosten ab und eine Tierlebenversicherung den finanziellen Wert Ihres Tieres.

Unterm Strich sollten Sie für die laufende Haltung mit mehreren Hundert Euro im Monat rechnen. Kalkulieren Sie diese Kosten realistisch, bevor Sie sich für ein Pferd entscheiden.

Der Kaufvertrag beim Pferdekauf: Ihre Rechte

Halten Sie den Kaufvertrag beim Pferd immer schriftlich fest. Das schafft für Verkäufer und Käufer Klarheit und ist im Streitfall Ihr wichtigster Nachweis.

 

Was gehört in den Vertrag beim Pferdekauf?

Ein Pferdekaufvertrag beschreibt das Tier und regelt die wichtigsten Punkte:

  • Angaben zum Pferd: Name, Lebensnummer, Abstammung und besondere Kennzeichen gehören hinein.
  • Zustand: Halten Sie Gesundheit, Ausbildung und bekannte Eigenheiten schriftlich fest. Das Ergebnis der AKU können Sie als Anlage beifügen.
  • Kaufpreis und Übergabe: Notieren Sie Preis, Zahlungsweise und wann Nutzen und Risiko auf Sie übergehen.
  • Unterlagen: Lassen Sie sich den Equidenpass und die Eigentumsurkunde aushändigen.

Wollen Sie sich ein Pferd bis zur AKU sichern, hilft ein Vorvertrag beim Pferdekauf. Regeln Sie darin, was mit einer Anzahlung passiert, falls der Kauf nicht zustande kommt.

Gewährleistung, Rückgabe und versteckte Mängel

Für den Pferdekauf gilt das normale Kaufrecht des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Weicht der Zustand des Pferdes von der vereinbarten Beschaffenheit ab, liegt nach § 434 BGB ein Sachmangel vor. Ihre Ansprüche verjähren grundsätzlich nach 2 Jahren ab Übergabe.
Ein wichtiger Unterschied betrifft den Verkäufer:

  • Kauf beim gewerblichen Verkäufer: Kaufen Sie als Privatperson bei einem gewerblichen Verkäufer, greift der Verbraucherschutz. Zeigt sich innerhalb von 6 Monaten ein Mangel, wird nach § 477 BGB vermutet, dass er schon beim Kauf bestand.
  • Kauf von privat: Beim privaten Pferdekauf dürfen Verkäufer die Gewährleistung ausschließen.

Ein gesetzliches Rückgaberecht wie im Onlinehandel besteht beim Pferdekauf nicht, weil Sie das Tier vorher persönlich besichtigen. Das gilt für den privaten wie für den gewerblichen Kauf. Aber: Ein versteckter Mangel, der bei der Übergabe schon vorhanden war, kann trotzdem Ansprüche auslösen. Verschweigt ein Verkäufer einen Mangel arglistig, haftet er länger. Bei größeren Käufen lohnt sich im Zweifel eine rechtliche Beratung.

Ihre Checkliste für den Pferdekauf

  • Ziele klären
    - Reitkönnen realistisch einschätzen
    - Verwendung festlegen: Freizeit oder Sport
    - Verfügbare Zeit einplanen

  • Budget planen
    - Kaufpreis
    - Ankaufsuntersuchung
    - Transport
    - Erstausstattung
    - Laufende Kosten (Stall, Futter, Hufschmied, Tierarzt, Versicherung)

  • Pferd besichtigen
    - Mehrfach probereiten
    - Verkäufer nach Vorgeschichte und Gesundheit fragen
    - Eine erfahrene Person mitnehmen

  • Ankaufsuntersuchung beauftragen
    - Umfang vorab festlegen: kleine oder große AKU
    - Beim Termin dabei sein

  • Vertrag schließen
    - Alles schriftlich festhalten
    - AKU-Ergebnis als Anlage beifügen
    - Unterlagen prüfen: Equidenpass und Eigentumsurkunde

  • Übergabe vorbereiten
    - Artgerechte Haltung einrichten: Stall und Weide
    - Versicherungsschutz rechtzeitig klären: Haftpflicht, OP- und Tierlebenversicherung

FAQs

Häufige Fragen und Antworten zum Thema „Pferdekauf“

Das Probehalten ist möglich, aber reine Verhandlungssache mit dem Verkäufer. Regeln Sie die Probezeit unbedingt schriftlich: Wer haftet für Schäden, wer trägt die Kosten für Unterbringung und Futter und bis wann können Sie das Pferd zurückgeben? Für Schäden in dieser Zeit ist eine Pferdehaftpflicht sinnvoll. 

Ja. Zeigt die AKU kleinere Befunde, ist das ein üblicher Anlass, noch einmal über den Preis zu sprechen. Halten Sie das Ergebnis der AKU im Kaufvertrag fest. 

Solange das Pferd noch dem Verkäufer gehört, haftet grundsätzlich er als Halter für Schäden, die das Pferd verursacht. Ihr eigenes Reitrisiko tragen aber Sie selbst. Klären Sie den Versicherungsschutz für den Proberitt daher vorab. 

Das hängt vom Vorvertrag ab. Halten Sie darin fest, in welchen Fällen Sie die Anzahlung zurückbekommen, etwa bei einer nicht bestandenen Ankaufsuntersuchung.  

Entscheidend ist, ob das Problem schon beim Kauf bestand, auch wenn es damals noch nicht auffiel. Ein Beispiel: Das Pferd hatte bei der Übergabe bereits Rückenprobleme. Werden diese erst Monate später zum echten Reithindernis, kann ein Sachmangel vorliegen. Lassen Sie das Pferd dann tierärztlich untersuchen, den Befund dokumentieren und wenden Sie sich an den Verkäufer. Eine erst nach dem Kauf neu entstandene Erkrankung tragen Sie hingegen in der Regel selbst.

Wir sind für Sie da. Online und persönlich.