Ein Hund zieht ins Leben ein und stellt vieles auf den Kopf: morgendliche Spaziergänge im Regen, das erste Mal allein zu Hause, die Frage nach der richtigen Ausstattung. Wenn Sie sich einen Hund anschaffen möchten, entscheiden Sie sich für viele Jahre für ein neues Familienmitglied. Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, worauf es bei der Anschaffung ankommt. Sie erfahren, ob ein Hund zu Ihnen passt, welche Kosten auf Sie zukommen und welche Pflichten Sie als Halter erwarten.
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Die Anschaffung gut vorbereiten
Prüfen Sie Ihre zeitlichen Ressourcen, Ihre Wohnsituation und die voraussichtlichen Kosten unbedingt, bevor der Hund einzieht. Eine Bestandsaufnahme erspart Ihnen und dem Tier später Stress.
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Kosten realistisch einplanen
Neben dem Anschaffungspreis kommen laufende Kosten für Futter, Tierarzt, Steuer und Versicherung dazu. Diese begleiten Sie das gesamte Hundeleben, planen Sie sie deshalb von Anfang an fest ein.
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Pflichten von Anfang an kennen
Als Halter melden Sie Ihren Vierbeiner zur Hundesteuer an, lassen ihn kennzeichnen und sichern sich gegen Haftungsrisiken ab. Die Hundesteuer fällt fast überall in Deutschland an, Kennzeichnung und Haftpflicht sind je nach Bundesland Pflicht.
Bevor Sie sich einen Hund anschaffen, lohnt sich ein Blick auf Ihren Alltag. Ein Hund begleitet Sie über viele Jahre, häufig mehr als ein Jahrzehnt. Diese Punkte helfen Ihnen bei der finalen Entscheidung:
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Zeit: Ein Hund braucht mehrmals täglich Spaziergänge, Beschäftigung und Zuwendung. Planen Sie diese Zeit fest ein.
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Wohnsituation: Bei einer Mietwohnung brauchen Sie die Erlaubnis Ihres Vermieters. Klären Sie das schriftlich.
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Kosten: Ein Hund kostet über sein Leben mehrere Tausend Euro. Prüfen Sie, ob Ihr Budget das dauerhaft trägt.
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Lebensplanung: Überlegen Sie, ob der Hund bei Umzug, Familienzuwachs oder einem neuen Job in den nächsten Jahren seinen festen Platz behalten kann.
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Familie: Alle im Haushalt, auch Kinder, sollten den Hund wollen und wissen, welche Aufgaben auf sie zukommen.
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Urlaub und Krankheit: Klären Sie früh, wer den Hund übernimmt, wenn Sie verreisen oder sich krankheitsbedingt nicht um ihn kümmern können.
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Geduld: Hundeerziehung und Eingewöhnung brauchen Geduld, besonders bei einem Welpen.
Ein Hund muss zu Ihrem Leben passen. Ob er das tut, hängt von Ihrer Wohnsituation, Ihrem Aktivitätslevel und Ihrer Erfahrung mit Hunden ab. Bei der Auswahl kommt es vor allem auf diese Kriterien an:
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Rasse: Jede Rasse bringt eigene Bedürfnisse mit. Ein Hütehund wie der Border Collie will täglich viel Bewegung und Beschäftigung, ein ruhiger Familienhund ist genügsamer.
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Größe: Große Hunde brauchen mehr Platz, Auslauf und Futter als kleine. Prüfen Sie, was zu Ihrer Wohnsituation und Ihrem Alltag passt.
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Alter: Ein erwachsener Hund bringt oft schon eine Grunderziehung mit. Ein Welpe hingegen braucht viel Zeit für Erziehung und Stubenreinheit. Worauf Sie beim Welpenkauf besonders achten sollten, haben wir in 6 Tipps für Sie zusammengefasst.
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Herkunft: Ob vom Züchter oder aus dem Tierheim, die Herkunft prägt Gesundheit und Wesen Ihres Hundes.
- Vom Züchter: Seriöse Züchter erkennen Sie an gesunden Elterntieren, an Papieren und daran, dass sie die Welpen nicht vor 8 Wochen abgeben.
- Aus dem Tierheim oder Tierschutz: Hier geben Sie einem Hund aus dem Tierheim ein neues Zuhause und bekommen eine ehrliche Einschätzung zu seinem Wesen. Viele Organisationen führen vorab eine Vorkontrolle bei Ihnen zu Hause durch.
Vermitteln Tierheime oder Tierschutz-Organisationen einen Hund, steht oft eine Vorkontrolle an. Dabei besuchen diese Ihr Zuhause und prüfen, ob Sie und Ihre Familie zum Hund passen. Mit dieser Checkliste sind Sie gut vorbereitet:
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Anschaffung: Im Tierheim fällt eine Schutzgebühr an, beim Züchter ein Kaufpreis, der je nach Herkunft und Rasse unterschiedlich ausfällt.
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Erstausstattung: Die Grundausstattung für Ihren Hund kaufen Sie einmalig.
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Anfängliche Tierarzttermine: Grundimmunisierung und Entwurmung fallen an, falls sie noch nicht erfolgt sind. Bei Hunden aus dem Tierheim ist das oft schon erledigt.
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Kastration: Falls sie für Ihren Hund notwendig ist, kommt dieser Eingriff einmalig hinzu.
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Futter: Die Kosten für Futter richten sich nach Größe und Qualität.
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Vorsorge beim Tierarzt: Für Impfungen, Wurmkuren und Zeckenschutz planen Sie jährlich ein festes Budget ein.
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Pflege: Fellpflege und Krallenschneiden gehören dazu, bei manchen Rassen auch der Hundesalon.
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Erziehung und Betreuung: Eine Hundeschule sowie ein Hundesitter oder eine Pension bei Abwesenheit verursachen weitere Kosten.
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Hundesteuer: Ihren Hund melden Sie bei der Gemeinde zur Hundesteuer an. Die Höhe legt Ihre Stadt oder Gemeinde fest, in Berlin sind es zum Beispiel 120 EUR im Jahr für den 1. Hund.
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Kennzeichnung und Registrierung: In vielen Bundesländern muss Ihr Hund einen Transponder-Chip tragen. Das Einsetzen übernimmt der Tierarzt gegen eine einmalige Gebühr. Die anschließende Eintragung in ein Haustierregister ist meist kostenlos. Das Register hilft, entlaufene Hunde ihren Besitzern zuzuordnen.
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Hundehaftpflicht: In mehreren Bundesländern ist sie Pflicht, unter anderem in Bremen, Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.
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Sachkundenachweis: Einige Bundesländer, beispielsweise Niedersachsen, verlangen einen Sachkundenachweis, für den eine Prüfungsgebühr anfällt.
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Freiwillige Vorsorge: Eine Hunde-OP- oder Krankenversicherung ist keine Pflicht, federt aber hohe Tierarztkosten ab.
Der Umzug in ein neues Zuhause bedeutet für Ihren Hund Stress. Geben Sie ihm Zeit. Als Orientierung hilft die 3-3-3-Regel:
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Die ersten 3 Tage: Ihr Hund kommt an und ist oft überfordert. Dass er sich zurückzieht oder unsicher wirkt, ist ganz normal.
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Die ersten 3 Wochen: Ihr Hund lernt Ihre Routinen kennen und zeigt langsam sein wahres Verhalten und seinen Charakter.
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Die ersten 3 Monate: Ihr Hund fühlt sich sicher und baut eine feste Bindung zu Ihnen auf.
Gewöhnen Sie Ihren Hund von Anfang an behutsam an Menschen, Artgenossen und Alltagsgeräusche. Diese Tipps helfen Ihnen dabei:
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Menschen: Machen Sie Ihren Hund mit unterschiedlichen Personengruppen vertraut, etwa mit Kindern, Radfahrern, Joggern oder Menschen mit Gehhilfe.
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Andere Tiere: Lassen Sie ihn verträgliche Artgenossen und Katzen in ruhigen Situationen kennenlernen.
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Umwelt und Geräusche: Gewöhnen Sie ihn an Verkehr, Bus und Bahn sowie an Alltagsgeräusche wie Staubsauger oder Türklingel.
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Alltag: Üben Sie das Alleinbleiben in kleinen Schritten und nehmen Sie ihn zu Autofahrten und Tierarztbesuchen mit.
Fällt Ihrem Hund die Sozialisierung trotz diesen Tipps schwer, hilft eine Hundeschule. Dort lernt er Grundkommandos wie Sitz, Platz und Rückruf, übt die Leinenführigkeit und trifft andere Hunde in sicherer Umgebung. Als Welpe lernt Ihr Hund dort auch die Beißhemmung und damit, im Spiel nicht zu fest zuzubeißen.
Ja, mit guter Organisation. Ein erwachsener Hund kann lernen, für eine gewisse Zeit allein zu bleiben. Ein Welpe braucht anfangs dagegen fast durchgehende Betreuung. Dauern Ihre Arbeitstage länger, sorgen eine Hundebetreuung oder ein Gassiservice für Auslauf und Gesellschaft.
Nicht pauschal. Ein generelles Hundeverbot im Mietvertrag ist unwirksam. Ihr Vermieter wägt im Einzelfall ab und darf die Haltung ablehnen, wenn seine Gründe überwiegen. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn die Belange der übrigen Hausbewohner dagegensprechen. Fragen Sie deshalb am besten vor der Anschaffung nach.
Frühestens mit 8 Wochen darf ein Welpe von der Mutter getrennt werden. Viele Züchter geben ihre Welpen erst mit 10 bis 12 Wochen ab, weil die Prägung durch Mutter und Wurfgeschwister wichtig ist.
Für den Anfang eignen sich Rassen, die als menschenbezogen und gut erziehbar gelten, oft mittelgroße Familienhunde. Wichtiger als die Rasse ist, dass Temperament und Bewegungsdrang zu Ihrem Alltag passen.