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Die erste eigene Wohnung mieten: Darauf kommt es an

Die erste eigene Wohnung – für viele ist das der ersehnte erste Schritt in die große Freiheit. Dabei müssen junge Haushaltsgründer den Aufwand und die Kosten im Blick behalten: Neben der Organisation des Umzugs, dem Kauf von neuen Möbeln und vielen Formalitäten wie Adresse um- und Strom anmelden ist der wichtigste Punkt der Mietpreis.

Die Wohnungssuche

Internetportale geben einen guten Überblick über den aktuellen Wohnungsmarkt. Mit einer großen Auswahl und meist reich bebilderten Wohnungsanzeigen vereinfachen sie die Wohnungssuche. Hier finden Sie eine gute Übersicht über Online-Immobilienportale

Die Maklerprovision zahlt nicht automatisch der Mieter

Seit dem 01.01.2015 gilt in Deutschland das sogenannte Bestellerprinzip: Dieses besagt, dass bei der Vermietung von Immobilien diejenige Person die Maklerprovision zahlt, die den Makler beauftragt hat (maximal zwei Monatsmieten ohne Nebenkosten, zuzüglich Mehrwertsteuer). Falls also der Vermieter den Makler beauftragt hat, muss dieser auch für die Maklerprovision aufkommen.

Unser Tipp: Werfen Sie auch einen Blick in die Tageszeitungen

Eine Alternative zur Wohnungssuche bietet die regionale Tageszeitung. Sie hat den Vorteil, mit viel weniger Mitbewerbern als im Internet zu konkurrieren. Gerade ältere Menschen, die weniger online-affin sind, stellen ihre Wohnungsanzeigen gerne in der regionale Tageszeitung ein. Daher kann sich ein Blick in den Immobilienteil der Tageszeitung durchaus lohnen.

Nicht mehr als ein Drittel des Nettolohns für Miete

Ob der geforderte Mietpreis einer Wohnung gerechtfertigt ist, hängt natürlich vom Einzelfall ab. Allerdings können sich Suchende vorab über das allgemeine Preisniveau informieren – den Mietspiegel stellt meist die jeweilige Kommune bereit. Im Zweifel hilft der Mieterbund vor Ort weiter.

Genauso muss die Miete aber zum eigenen Geldbeutel passen. Eine Faustregel: Die Warmmiete sollte nicht mehr als ein Drittel des monatlichen Haushaltseinkommens ausmachen.

Bevor Sie sich nach Ihrer ersten eigenen Wohnung umschauen, machen Sie sich klar, was Ihnen besonders wichtig ist, damit Sie sich in Ihrem neuen Zuhause auch wohl fühlen können. Die folgende Checkliste hilft Ihnen dabei.

Checkliste für die Wohnungssuche

Lage der Wohnung

Möchten Sie gerne zentral in der Stadt leben oder lieber auf dem Land, wo es schön ruhig ist? Diese Frage sollten Sie sich zuerst stellen.

Balkon/Terrasse

Wie wichtig ist Ihnen eine Terrasse oder ein Balkon? Möchten Sie gerne am Abend nach der Uni oder nach Feierabend noch im Freien sitzen und entspannen? Oder spielt das für Sie keine große Rolle? Auch diesen Aspekt sollten Sie bei der Wohnungssuche beachten.

Garage/Parkplatz

Benötigen Sie Ihnen einen privaten Stellplatz oder eine Garage für Ihr Auto? Haben Sie ein teures Fahrrad oder andere hochwertige Sportgeräte, die Sie gerne sicher aufbewahren möchten? Gibt es ausreichend Parkplätze in der Nähe der Wohnung? Auch das müssen Sie bei der Wohnungssuche mit angeben.

Badezimmer

Entspannen Sie sich nach einem anstrengenden Tag gerne in der Badewanne? Oder sind Sie eher der „Duschtyp“? Wie wichtig ist Ihnen ein Fenster im Badezimmer? Das alles sollten Sie bei Wohnungssuche beachten.

Haustiere

Viele Vermieter sehen Haustiere nicht gerne in der Wohnung. Kleine Haustiere wie Fische, Vögel oder Meerschweinchen sind immer erlaubt. Hunde und Katzen dürfen nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs ebenfalls nicht generell verboten werden. Wer vorab den Vermieter um eine Erlaubnis fragt, erspart sich jedoch Ärger.

Größe der Wohnfläche

Gerade wenn Sie nicht allein in die neue Wohnung ziehen, sollten Sie auf die Wohnfläche achten und sich gut überlegen, wie groß die Wohnung sein muss. Gibt es für jeden WG-Bewohner ein eigenes Zimmer? Steht Ihnen genügend Gemeinschaftsraum zur Verfügung.

Haben Sie schon an den Versicherungs­schutz für Ihr neues Zuhause gedacht?

In Ihre ersten vier Wänden stecken Sie viel Arbeit, Liebe und Mühe. Doch was ist, wenn es beispielsweise zu einem Leitungswasserschaden kommt? Damit Ihnen im Schadensfall keine finanziellen Verluste entstehen, sollten Sie Ihren Hausrat ausreichend absichern. Bei der R+V-Hausratversicherung gilt bei korrekter Angabe der Wohnfläche*:

  • Versicherungsschutz zum Neuwert des Hausrates ohne Begrenzung durch eine Versicherungssumme
  • Kein Abzug wegen Unterversicherung
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Gerne beraten Sie auch unsere Ansprechpartner im persönlichen Gespräch:

Ansprechpartner finden

* Die Grundlage zur Wohnflächenberechnung für die Hausratversicherung kann von der hier beschriebenen abweichen und ist in den Versicherungsbedingungen festgelegt.

So sparen Sie das Geld für die Mietkaution

Ein schickes neues Sofa, neue Küchenmöbel oder ein neuer Fernseher: Beim Einrichten der ersten eigenen Wohnung kann so einiges zusammenkommen. Machen Sie sich am besten im Vorfeld eine Aufstellung der voraussichtlichen Kosten, damit Sie den Überblick behalten.

In der Regel verlangt der Vermieter von Ihnen zusätzlich noch eine Mietkaution (maximal drei Monats-Kaltmieten). Zum Glück kann diese bei Einverständnis des Vermieters auch in Form einer Mietkautionsbürgschaft gestellt werden. Der Vorteil: Sie können ihre Ersparnisse für andere schöne Dinge verwenden, zum Beispiel für neue Möbel.

Apropos Bürgschaft: Studenten ohne festes eigenes Einkommen müssen damit rechnen, dass der Vermieter eine Bürgschaft als Absicherung gegen Mietausfälle verlangt.

Stressfrei umziehen

Ein großes Thema ist die Organisation des Umzugs. Einige goldene Tipps und eine Checkliste hat das Studentenmagazin „Unicum“ zusammengetragen. Wussten Sie außerdem, dass Sie mit Umzugskosten Steuern sparen können?

Die passende Wohngemeinschaft finden

Wer eine Wohngemeinschaft sucht oder gründen will, findet viele Angebote auf dem Portal www.wg-suche.de. Um mehr Interessenten zu erreichen, ist es ratsam, dort ein Gesuch aufzugeben und dieses nachher in sozialen Netzwerken zu teilen – meist gibt es auf Facebook dafür eigene, lokale Gruppen.

Große Unterschiede bei den Kosten für WG-Zimmer

Was kostet ein WG-Zimmer? Am teuersten wohnt es sich in München, am preiswertesten in Rothenburg/Oberlausitz. In der Grafik haben wir die zehn teuersten und die zehn günstigsten WG-Standorte in Deutschland zusammengestellt (Stand 2016).

Unser Tipp: Nehmen Sie einen Zeugen zur Besichtigung mit

Ein Zeuge kann später mündliche Vereinbarungen bestätigen und angeben, ob eventuelle Schäden in der Wohnung schon bei der Besichtigung vorhanden waren. Für die Dokumentation solcher Schäden ist zudem das Übergabeprotokoll gedacht.

Mit der Übergabe aller Schlüssel – der Vermieter darf keinen für sich behalten – ist die Wohnung dann definitiv Ihr eigene Reich. Die Wände dürfen bunt bemalt werden, allerdings verlangen die meisten Mietverträge, dass mit dem Auszug wieder neutrale Farben aufgetragen sind.

Checkliste: Wer muss bei einem Umzug benachrichtigt werden

  • Einwohnermeldeamt:: Zwei Wochen nach dem Einzug in die neue Wohnung müssen sich beim Einwohnmerledamt anmelden.
  • Banken und Versicherungen:: Auch Ihr Kreditinstitut und Ihre Versicherungen sollten von Ihrer neuen Anschrift erfahren.
  • Zulassungsstelle: Autobesitzer müssen, wenn sie in einen anderen Zulassungsbezirk wechseln, ihr Auto bei der neuen Zulassungsstelle anmelden.
  • Post: Für Briefe und Pakete können Sie bei der Post einen Nachsendeauftrag einrichten.
  • Strom- und Gasanbieter: Zu den Freiheiten des Mieters zählt auch die Wahl des Strom- und Gasanbieters. Weil viele Mieter zunächst beim Grundversorger angemeldet werden, können sie ohne Kündigungsfrist wechseln. Das kann bis zu mehrere hundert Euro im Jahr sparen. Beim Anbieterwechsel helfen Vergleichsportale.

Welche Versicherungen sind wirklich wichtig?

Mit dem Auszug aus der elterlichen Wohnung stehen Sie auch vor der Frage, ob Sie ausreichend versichert sind. Denn Kinder sind bei ihren Eltern nur bis zum Ende der ersten Ausbildung bzw. des ersten Studiums mitversichert, maximal aber nur bis zum Ende des 25. Lebensjahres (plus eventuell die Zeit des Freiwilligendienstes oder freiwilligen Wehrdienstes).

Eine Privathaftpflichtversicherung ist für jeden unverzichtbar. Sie zahlt für Schäden, die Dritten durch eigenes Verschulden zugefügt wurden. Eine Hausratversicherung sollten Sie vor allem dann erwägen, wenn Sie  teure Gegenstände besitzen, die Sie im Schadensfall nicht aus eigener Tasche ersetzen können oder wollen.

Autor/in

K. Waldheim

Dez. 2017

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