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Implantat oder Brücke? Was bei Zahnersatz zu beachten ist

Jeder zweite Deutsche benötigt im Laufe seines Lebens Zahnersatz und setzt sich somit zwangsläufig mit der Frage nach der besten Alternative für seine fehlenden natürlichen Zähne auseinander. Sind Implantate immer die beste Lösung oder kommen auch die klassischen Versorgungsformen wie eine festsitzende Brücke oder eine Teilprothese in Frage?

Vertrauen zum Zahnarzt

Eine wesentliche Rolle spielen das Vertrauen in den Zahnarzt und sein Können. Da die Zahnheilkunde in den vergangenen Jahrzehnten enorme wissenschaftliche und technische Fortschritte gemacht hat, sind aktuelle Fachkenntnisse und eine ausreichende Expertise des Arztes in Sachen Zahnersatz wichtig.

Das Implantat gilt in vielen Fällen als die medizinisch nachhaltigste, aber auch die teuerste Lösung für Zahnersatz. Wenngleich ein Implantat einen verlorenen Zahn qualitativ nicht ersetzen kann, stellt es zumeist die beste Alternative dar. Dennoch sollte der Arzt auch weitere Zahnersatz-Alternativen in Betracht ziehen und dem Patienten die jeweiligen Behandlungsvarianten erläutern. Die Wahl der Behandlung sollte nach Möglichkeit medizinisch, ästhetisch und auch finanziell passend für den Patienten sein, damit es später nicht zu unangenehmen Überraschungen kommt.

Was sind Zahnimplantate?

Zahnimplantate ersetzen fehlende oder beschädigte Zähne. Ein Zahnimplantat ist eine künstliche Zahnwurzel, die durch einen meist ambulant durchgeführten operativen Eingriff in den Kieferknochen geschraubt wird. Da sich der Knochen mit dem Zahnimplantat fest verbindet, bildet es eine solide Basis für stabilen Zahnersatz bei gleichzeitiger Erhaltung der Knochensubstanz.

Zudem gehört zu einem Zahnimplantat auch der darauf befestigte Zahnersatz (Suprakonstruktion). Dabei kann es sich um eine Krone, Brücke oder auch um eine Prothese handeln.

Ein Implantat kann sowohl im Frontzahnbereich (beispielsweise ein Schneidezahn) als auch für den Seitenzahnbereich eingebracht werden. Für das Schließen größerer Lücken und bei stark verminderter Restbezahnung können mehrere Implantate gesetzt werden.

Aufgepasst!

Klären Sie mit Ihrem Zahnarzt, ob die zu behandelnde Lücke mit einem Implantat geschlossen werden sollte. Als Voraussetzung für ein Implantat muss der Kieferknochen nämlich genügend Substanz für die Verankerung des Implantats aufweisen. Falls dies nicht der Fall ist, muss der Knochen unter Umständen künstlich aufgebaut werden. Zudem sollte ausreichend Platz für den Zahnersatz vorhanden sein.

Damit die Kosten nicht zum Zähneknirschen führen

Implantate können sehr teuer werden. Sollte beispielsweise ein Knochenaufbau notwendig sein, um das Implantat einzusetzen, erhöhen sich die Kosten schnell erheblich.

Mit einer Zahnzusatzversicherung können Sie indes Ihren Eigenanteil in überschaubarem Rahmen halten.

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Bei Fragen zur Zahnzusatzversicherung sind unsere Ansprechpartner gerne für Sie da. Vereinbaren Sie ein persönliches Gespräch, um Ihre Versicherungssituation überprüfen zu lassen.

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Unser Tipp

Sollten Sie nicht nur einen Einzelzahn-Ersatz, sondern eine Vielzahl an Zähnen oder sogar einen Komplettersatz benötigen, muss nicht der gesamte Ober- oder Unterkiefer mit Implantaten bestückt werden.

Oft ist in diesem Fall eine Kombination aus Implantaten und eigenen Zähnen als festsitzende Brücke sinnvoll. Sind keine eigenen Zähne mehr vorhanden, reichen in der Regel für eine festsitzende Brücke vier bis sechs Implantate pro Kiefer aus.

Ablauf einer Implantat-Behandlung

Brücke als Alternative zum Zahnimplantat

Eine Brücke zählt zu den klassischen Versorgungsformen beim Zahnersatz. Zahntechnisch gefertigte Ersatzzähne werden an den noch verbliebenen Zähnen verankert. Bei einer Lücke von bis zu drei fehlenden Zähnen ist eine Brücke machbar, darüber hinaus kommen nur noch eine herausnehmbare Teilprothese, eine Vollprothese oder Implantate in Frage.

Die Brücke benötigt verbliebene Zähne als Brückenpfeiler, damit bei den starken Kräften, die auf das Gebiss wirken, genügend Stabilität gewährleistet ist. Um die Brücke an diesen Pfeilern zu fixieren, werden die Zähne neben der Lücke in eine verkleinerte Form gebracht. Dabei wird gesunde Zahnsubstanz abgeschliffen, um eine Verankerung und ausreichende Materialstärke des Brückenmaterials zu gewährleisten.

Dies ist neben dem Verlust der Zahnhartsubstanz ein wesentlicher Nachteil dieser Zahnersatzvariante. Allerdings sind Zeitaufwand und Kosten weniger hoch als bei einem Implantat.

Materialwahl bei Zahnbrücken

Zwischen den verschiedenen Materialien für Brücken kann ein erheblicher Unterschied liegen. Entscheiden Sie sich für eine Vollgussbrücke („Kassenbrücke“), können Sie von einer kostengünstigeren Zahnersatz-Variante mit geringerem Eigenanteil ausgehen. Allerdings werden die vom Zahntechniker angefertigten Brücken teilweise oder nicht verblendet: Das bedeutet, dass das Ergebnis zwar funktional nicht aber unbedingt optisch hohen Anforderungen entspricht.

Wählen Sie dagegen zum Beispiel eine vollverblendete Keramikbrücke, so zählt die Keramikverblendung nicht mehr zu der gesetzlichen Kassenleistung, sondern wird dem Patienten als Privatleistung abgerechnet und muss von ihm aus eigener Tasche beglichen werden. Lediglich den Festkostenzuschuss zur „Kassenbrücke“ erhält der Patient trotzdem.

Bei der vollverblendeten Keramikbrücke handelt es sich um die ästhetisch anspruchsvollere Lösung, denn Keramik lässt sich in Farbe und Form ideal an die vorhandenen Zähne anpassen und wirkt sehr natürlich.

Zahnzusatz­versicherung bei Zahnersatz

Zahnersatz ist teuer – besonders dann, wenn kein zusätzlicher, privater Versicherungsschutz besteht. Bei der Wahl des Tarifs sollten Sie deshalb stets darauf achten, wie viel die Versicherung für Zahnersatz zahlt.

Es gibt viele Möglichkeiten wie Sie sich im Fall des Zahnersatzes finanziell absichern können. Beachten Sie dabei, dass bei Implantaten prozentuale Zahlungsbegrenzungen bestehen können und auch die Anzahl begrenzt oder unterschiedlich gestaffelt sein kann.

Ebenfalls kann die oft aufwendige Behandlung zum Knochenaufbau, die bei der Implantat-Technik notwendig werden kann, als gesonderte Option aufgeführt sein. Achten Sie auch auf die Kostenübernahme der Funktionsanalyse, die einem Behandlungsplan meistens vorausgeht.

Unser Tipp

Eine Zahnzusatzversicherung sollte abgeschlossen werden, wenn die Zähne in Ordnung sind. Hat der Zahnarzt bereits eine Diagnose über einen kranken Zahn gestellt, greift eine Versicherung, die in der Folge abgeschlossen wird, für diese Behandlung in der Regel nicht.

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Überblick verschiedener Prothesen als Zahnersatz

Prothesen

Soll eine große Zahnlücke von vier oder mehr Zähnen geschlossen werden oder wird ein Komplettersatz des Gebisses benötigt, kommen außer Implantaten auch herausnehmbare Prothesen in Frage. Die Möglichkeiten reichen von einfachen Vollprothesen über Klammerteilprothesen bis hin zu hochwertigen Teleskopprothesen und Geschiebeprothesen.

Aufgepasst!

Teil- oder Vollprothesen können eine Lösung für den Übergang darstellen. Aus medizinischer Sicht sollte jedoch langfristig eine andere Form des Zahnersatzes gefunden werden, sofern dies in Bezug auf die Kosten für den Patienten machbar erscheint. Je früher die Prothese durch ein Implantat ersetzt wird, desto weniger hat sich der Kieferknochen bereits zurückgebildet.

Vollprothesen

Bei einer Vollprothese werden die Zahnreihen in einer kunststoffgefertigten, dem Kiefer angepassten Basis verankert. Bei einer Oberkieferprothese bedeckt die Basis den gesamten Gaumen und findet auf dem Kieferkamm ihren Halt. Etwas schwieriger gestaltet sich die Rekonstruktion beim Unterkiefer. Hier besteht die Vollprothese aus einer wesentlich kleineren Basis, die lediglich den Kieferkamm besetzt.

Die Beweglichkeit der Zungen- und Wangenmuskulatur ist oftmals zusätzlich für den unzureichenden Halt der Unterkieferprothese mitverantwortlich. Daher empfiehlt sich für den Unterkiefer eine implantatgetragene Prothese. Dabei werden zwei bis vier Implantate in den Unterkiefer eingebracht und die Prothese mittels Druckknöpfen, Teleskopkronen oder Steg mit den Implantaten verankert. Diese Form der Prothese ist relativ einfach herzustellen und im Vergleich auch sehr kostengünstig. Allerdings leidet die Lebensqualität häufig darunter. Besonders der einsetzende Abbau des Kieferknochens (Atrophie) ist eine negative Folgeerscheinung. Neben der verminderten Kaufähigkeit und veränderten Lautbildung belastet die Patienten oft die Tatsache, dass sie „zahnlos sind“ und ein herausnehmbares Gebiss tragen.

Klammerteilprothesen

Eine weitere Möglichkeit des Zahnersatzes sind sogenannte Klammerteilprothesen, auch Modellgussprothesen genannt. Mit Gussklammern aus Stahl werden die Prothesen an den verbliebenen Zähnen befestigt.

Diese Prothesenform stellt oft die kostengünstigste Variante des Zahnersatzes dar, hat aber langfristig negativen Einfluss auf die Zähne, an denen die Prothese befestigt ist. Vielfach werden diese Klammerzähne durch die Abzugskräfte der Klammern abgeschabt oder sogar gelockert und müssen in der Folge ebenfalls gezogen und ersetzt werden. Zudem sind die Stahlklammern in vielen Fällen sichtbar und aus optischer Sicht nicht die beste Wahl.

Doppelkronen- und Geschiebeprothesen

Bevor die Medizin den Einsatz von Implantaten entwickelte, galten Doppelkronen- und Geschiebeprothesen als die erste Wahl des Zahnersatzes. Durch eine Geschiebeverankerung ist es möglich, den herausnehmbaren Zahnersatz ohne Klammern zu befestigen. Die speziell bearbeiteten Kronen werden auf verbliebene, vorgeschliffene Zahnstümpfe fest einzementiert und mit dem zahnbestückten Geschiebe verbunden.

Während die Tragfähigkeit und auch die Festigkeit meistens einen guten Komfort bieten, müssen auch bei dieser Methode gesunde Zähne Substanz lassen. Darüber hinaus sind die fest miteinander verbundenen Kronen nicht gut zu reinigen und kariesanfällig.

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Autor/in

C. Hartmann

Sep. 2017

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