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Notrufsystem eCall in allen Neuwagen Pflicht

Alle neu typengenehmigten Fahrzeugmodelle in der Europäischen Union müssen seit diesem Jahr mit dem Notrufsystem eCall ausgestattet sein. Mit Einführung des eCall-Systems sollen die Folgen von Unfällen minimiert werden. Wie funktioniert eCall und kann ich das System auch in meinen Gebrauchtwagen einbauen?  Wir liefern die wichtigsten Informationen zu eCall.

eCall: automatischer Notruf

Bei einem schweren Verkehrsunfall sendet das mit eCall ausgestattete Fahrzeug unmittelbar und automatisch einen Notruf ab. Ausgelöst wird der Notruf über Crash-Sensoren, die die Art und die Schwere des Unfalls erkennen.

Durch eCall werden die genauen Standortdaten, Unfallzeitpunkt, Insassen-Anzahl, Fahrzeugtyp und Art des Treibstoffs übermittelt. Auch eine manuelle Auslösung ist möglich. So können auch Insassen, die bei Bewusstsein sind, oder Ersthelfer, den Notruf absetzen. In beiden Fällen wird bei eCall eine Sprachverbindung zur Notrufstelle aufgebaut, so dass weitere Details zum Unfall direkt durchgegeben werden können.

Die Vollkasko­versicherung für Ihr neues Auto:

Das Notrufsystem eCall sorgt für Menschenleben, aber haben Sie auch an Ihr Auto gedacht? Die Vollkaskoversicherung kommt für alle Schäden auf. Vor allem bei neu- und hochwertigen Fahrzeugen ist die Kfz-Vollkaskoversicherung von R+V ratsam: Sie hilft auch bei selbstverschuldeten Unfallschäden und bewahrt Sie vor hohen Kosten.

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Reduzierung der Unfalltoten durch eCall

Im Jahr 2016 sind europaweit 25.500 Menschen bei Autounfällen ums Leben gekommen. Weitere 135.000 Personen wurden zudem schwer verletzt. Der im Falle eines Unfalls sofort automatisch abgesendete, europäisch einheitliche 112-Notruf garantiert schnellere Hilfe. Die Reaktionszeit der Rettungskräfte in ländlichen Gebieten kann um bis zu 50 Prozent, in städtischen bis zu 40 Prozent reduziert werden. Im Ergebnis können durch den Zeitgewinn, der mit eCall erzielt wird, jährlich europaweit bis zu 2.500 Menschenleben gerettet und die Zahl der Verletzten im Straßenverkehr deutlich reduziert werden.

Datenschutz gefährdet?

Nach den Regeln der EU müssen die Hersteller gewährleisten, dass die eCall-Technologie die vollständige und dauerhafte Löschung aller Daten erlaubt. Auch dürfen die Daten von den Notdiensten und ihren Dienstleistern, ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung der betroffenen Person, nicht an Dritte weitergegeben werden. So soll verhindert werden, dass Fahrzeuge aufgrund der eCall-Technologie ständig verfolgbar sind. Daher werden nur im Falle eines tatsächlichen Unfalls vom System Daten übermittelt. Diese dürfen nur Informationen zum Fahrzeugtyp, der Art des Treibstoffs, dem Unfallzeitpunkt, der Fahrzeugposition, der Fahrtrichtung und zur Anzahl der Insassen enthalten.

Bei neuwertigen Autos ratsam: Vollkasko­versicherung

Die Kfz-Vollkaskoversicherung von R+V ist besonders für neu- und hochwertige Fahrzeuge zu empfehlen. Schließlich fallen gerade bei Neuwagen selbstverschuldete Unfälle enorm ins Gewicht. Sichern Sie sich bestmöglich ab.

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Voraussetzungen für das Notrufsystem eCall

Die technische Ausstattung der neuen Kfz-Modelle mit eCall ist Sache der Automobilhersteller. Das neue Notrufsystem benötigt GPS-Empfänger, Antenne, Crash-Sensoren und Sprechanlage. Die Ortungsverfahren müssen allerdings den EU-Anforderungen entsprechen: So muss der Notruf mit den Navigationssystemen Galileo und Egnos kompatibel sein.

Welche eCall-Systeme bieten die Hersteller an?

Einige Automobilhersteller haben die eCall-Einführung bereits vor einigen Jahren erwartet und bieten deshalb bereits Fahrzeuge mit serienmäßig integriertem Notrufsystem an. Die Hersteller verwenden dabei unterschiedliche Systeme, die aber in der Regel als aufpreispflichtige Sonderausstattungen angeboten werden. Oftmals ist die eCall-Funktion Teil eines umfassenden Audio- und Navigationssystems.

Folgende Notrufsysteme enthalten bereits die eCall-Funktion:

Wie lässt sich das automatische Notrufsystem nachrüsten?

Für ältere Wagen, die noch nicht über den integrierten eCall verfügen, bietet die Versicherungswirtschaft seit April 2016 eine einfache Möglichkeit der Nachrüstung eines automatisches Notrufsystem an. Die dort zum Einsatz kommende Technik orientiert sich an der Funktionalität des eCall-Systems des EU-Parlaments, verfügt jedoch über kein eigenes Mobilfunkmodul. Das System der Versicherer besteht aus einem Unfallmeldestecker für den Zigarettenanzünder und wird per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden. Über eine Unfallmelder-App kontaktiert das Smartphone automatisch das Service-Center des Gesamtverbandes der deutschen Versicherer (GDV), das per Lautsprecher Kontakt mit den Insassen aufnimmt und alle notwendigen Notfallmaßnahmen, wie z. B. einen Rettungswagen, organisiert.

Komplettsysteme

Komplette Nachrüstsysteme sind auf dem Markt beispielsweise von Bornemann oder maxxcount erhältlich. Derartige Komplettsysteme eignen sich insbesondere für große Betriebe, die ihre Fahrzeuge (inkl. Waren oder Maschinen) jederzeit überwachen möchten. Allerdings belaufen sich die Kosten für das Gerät und den Einbau auf mehrere Hundert Euro. Neben der Notruffunktion fungiert diese Variante zeitgleich als Diebstahlschutz. Die GPS-Ortung kann von Mobiltelefonen abgefragt werden und so können Autobesitzer mithilfe ihres Smartphones überprüfen, wo sich ihr Fahrzeug befindet.

Autor/in

F. Dogan

März 2018

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