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    NÜTZLICHE INFOS RUND UM DEN AUTOMARKT

    Test: der Mercedes-Benz X-Klasse im Fahrbericht!

    Spätestens seit Volkswagen den Amarok auf den Markt gebracht hat sind Pick-Ups auch hierzulande richtig cool. Warum sollte Mercedes also nicht auch auf diesen Zug aufspringen und einen richtig kantigen Allradler mit Pritsche produzieren? Gesagt, getan! Dank der Partnerschaft der Schwaben mit Renault-Nissan, die mit dem Nissan Navara einen beliebten Pick-Up im Programm haben, entstand die neue Mercedes-Benz X-Klasse. Und wer ganz genau hinsieht, erkennt die Partnerschaft sogar. Wir sind die X-Klasse in Chile gefahren. Den umfassenden Test zur Mercedes-Benz X-Klasse gibt’s im Folgenden.

    Mercedes-Benz X-Klasse Fahrbericht

    Mercedes-Benz X-Klasse Design-Test

    Spätestens seit dem Volkswagen Amarok wissen auch wir Deutschen: So ein Pick-Up kann ganz schön cool sein. Und für unsere Verhältnisse wirkt ein solches Fahrzeug schon recht groß. Gar nicht auszudenken, hierzulande mit einem amerikanischen Derivat vom Schlage eines Ford F150 vorzufahren. Wie soll man ein solches Schlachtschiff bloß in der Innenstadt parken? Mon dieu?!?

    Mercedes-Benz X-Klasse Design

    Wer sich zu dieser Gattung zählt, sollte einfach zum nächsten Fahrbericht weiter klicken. Nein, auch die neue Mercedes-Benz X-Klasse passt kaum in die Innenstadt. Mit ihren 5,34 m Außenlänge, 1,92 m Breite und stattlichen 1,81 m Höhe macht das Fahren in Ballungszentren wenig Spaß. Aber darum geht es auch gar nicht. Die Rede ist hier mehr von einem Nutzfahrzeug mit Premium-Charakter.

    Dass dieser Premium-Lastesel Mercedes-Optik trägt, unterstreicht nur den gehobenen Anspruch des Schwaben. Der breite Kühlergrill mit der doppelten Lamelle – ein klassischer Mercedes – besonders mit dem großen, integrierten Stern. Hinzu gesellen sich große Scheinwerfer, die optional in Voll-LED-Technik leuchten und der Front noch mehr Ausdruck verleihen. Dieser fehlt wiederum am Heck.

    Hier haben wir uns gefreut, dass die Studie der Mercedes-Benz X-Klasse nahezu unverändert auf die Straße rollen soll. Pustekuchen. Anstatt des rundum laufenden Leuchtenbands der Studie, kommen beim Serienmodell einfallslose, vertikale Rückleuchten zum Zuge. Außerdem installierte man einen massiven Stoßfänger und – nun – das war´s. Man erkennt aus dieser Sicht ganz klar den Nissan Navara. Und auch die nach hinten hin ansteigende Fensterlinie stammt direkt vom Japaner.

    Aber X-Klasse ist nicht gleich X-Klasse. Der Pick-Up ist in drei Ausstattungslinien erhältlich, die klar zeigen, ob man gutes Geld in die Hand genommen hat oder eben nicht. So zeigt sich die Mercedes-Benz X-Klasse in der Ausstattung „Pure“ mit vielen unlackierten Kunststoffteilen, während „Progressive“ schon etwas ansehnlicher daherkommt. Das Topmodell hört auf den Namen “Power” und bietet neben einem Unterfahrschutz in Chrom auch Lack an allen Teilen. Ob das im rauen Gelände tatsächlich von Vorteil ist, steht auf einem anderen Blatt Papier. Noch ein paar Offroad-Werte gefällig? 22° Rampenwinkel, 49° Kippwinkel, Wattiefe 60cm, 30° Böschungswinkel vorne, 25° Böschungswinkel hinten, 22,2 cm Bodenfreiheit.

    Mercedes-Benz X-Klasse Fotos zum Test

    Deutsche Schule in Chile - Deutsche Tugenden im Pickup!

    Mercedes-Benz X-Klasse - In Chile fahren viele Pickups!

    Mercedes-Benz X-Klasse Fahrbericht und Motoren-Test

    Die Auswahl bei den Aggregaten des neuen Pick-Ups aus Stuttgart ist zum Marktstart recht überschaubar – es gibt nur zwei an der Zahl. Beide verfügen sogar über denselben Hubraum von 2,3 Litern und vertrauen auf vier Brennräume. Los geht es mit dem X220d, der 120 kW/163 PS leistet und 403 Nm generiert. Der Allradantrieb ist optional, serienmäßig wird die Kraft an die Hinterräder über den Hinterradantrieb geleitet. So ausgerüstet soll sich ein Verbrauch von 7,4 Liter im Durchschnitt auf 100 km einstellen. Mit zügigen Fahrleistungen darf man indes nicht rechnen: Schaltet man die sechs Gänge der Handschaltung fleißig durch, spurtet man in 12,5 Sekunden auf 100 km/h. Ein Ende ist bei 172 km/h erreicht, während man mit dem optionalen Allradantrieb sogar noch etwas langsamer ist.

    Mercedes-Benz X-Klasse Motoren

    Mehr verspricht die Mercedes-Benz X-Klasse als 250d, kann die Mehrleistung aber kaum in zügigere Fahrleistungen ummünzen – sofern man zur aufpreispflichtigen 7-Gang-Automatik greift. Dann braucht der Vierzylinder mit 140 kW/190 PS und 450 Nm maximalem Drehmoment nämlich 11,8 Sekunden auf 100 km/h und findet ein Ende des Vorwärtsdrangs bei 175 km/h. Der Verbrauch soll bei durchschnittlich 7,9 Litern liegen. Entscheidet man sich für die Handschaltung mit sechs Gängen, ist man knapp eine Sekunde und zehn Stundenkilometer beim Topspeed schneller. Merke: Das Automatikgetriebe raubt Temperament. Zügiger dürfte es mit dem X350d gehen: Der Sechszylinder-Diesel mit knapp 260 PS kam 2019.

    Mercedes-Benz X-Klasse Innenraum-Test

    Wie man es von einem modernen Auto erwartet, fährt auch die Mercedes-Benz X-Klasse im Test mit einigen Assistenzsystemen vor. Darunter fallen beispielsweise die 360-Grad-Rundumsichtkamera, der Spurhalteassistent, die Verkehrszeichenerkennung oder das LED-Licht. Leider fehlt ein Assistent im Portfolio: Ein Totwinkel-Warner. Schade, wäre gerade dieser nützlich, da die Außenspiegel nicht riesig ausfallen.

    Mercedes-Benz X-Klasse Innenraum

    Kommen wir zu den Platzverhältnissen im Innenraum der Mercedes-Benz X-Klasse, die wir im Test unter die Lupe genommen haben. Vorn sitzt man herrschaftlich hoch im Pick-Up und kann alles gut überblicken – ein angenehmes Gefühl, das zudem Sicherheit impliziert. Hier kann man es sich gut gehen lassen und für kleine wie große Fahrer eine gute Sitzposition finden. Schade nur, dass sich das Lenkrad nicht in der Tiefe verstellen lässt – ein Detail, das man von einem Fahrzeug mit Stern im Kühlergrill nicht mehr kennt. In Reihe zwei wird es, wenn man größer ist, allerdings etwas enger über dem Scheitel und den fehlenden Einklemmschutz für die elektrischen Fensterheber möchten wir auch nicht verzeihen.

    Mercedes-Benz X-Klasse - Kein Einklemmschutz für die Kinderfinger!

    Dafür passt der Qualitätseindruck – wenn man eine der hochwertigen Ausstattungen ordert. Als Pure wird es etwas karg im X-Klasse-Cockpit, während die gehobenen Lines tatsächlich einen gewissen Premium-Eindruck zum Vorschein bringen. Verantwortlich dafür sind ein Lederbezug des Armaturenbretts sowie eine Mittelkonsole mit satter Aluminium-Spange.

    Mercedes-Benz X-Klasse - Die 360° Kamera macht Sinn!

    Mercedes-Benz X-Klasse Kaufberatung & Fahreindruck-Check

    Bevor ich euch nun erzähle wie er sich fährt, noch schnell ein paar Informationen über das Autofahren in Chile.

    Es gilt die 0,3 Promille Blutalkoholgrenze, Sicherheitsgurte vorne und hinten sind vorgeschrieben, die Warnweste obligatorisch! Wie bei uns ist das nutzen des Mobiltelefons nur via Freisprecheinrichtung erlaubt und Kopfhörer – also auch Headsets zum Telefonieren – sind während der Fahrt verboten! Raucher haben es auch schwer in Chile, denn auch das Rauchen hinterm Steuer ist nicht gestattet.

    Mercedes-Benz X-Klasse - In Chile fahren viele Pickups!

    In Santiago de Chile ändert sich die Fahrtrichtung auf einigen Straßen je nach Tageszeit. Darüber hinaus gibt es in Chile keine Verkehrszeichen für Einbahnstraßen. Aus dem Grund sollte man auf alle Hinweisschilder mit Richtungspfeilen achten, manchmal sind digitale Zeichen vorhanden, welche die tatsächliche Fahrtrichtung angeben.

    Auf Autobahnen darf man übrigens 120 km/h fahren in der Stadt 50 oder 60 und auf der Landstraße wie bei uns Tempo 100. Auf Hauptverkehrsstraßen muss die Maut in bar bezahlt werden, man sollte also immer ein paar chilenische Peso dabei haben. Die zieht man sich am besten vor Ort an einem Geldautomat. Niemals das Geld auf der Straße tauschen und auch die Wechselkurse am Flughafen sind nicht gerade günstig. So, genug von Chile, kommen wir zurück zum Mercedes-Benz-X-Klasse-Test!

    In Chile braucht man noch Bargeld!

    Wie fährt sich die Mercedes-Benz-X-Klasse denn nun im Test? Durchaus komfortabel! Auf den Straßen rund um Santiago de Chile zeigt er sich auch angenehm leise im Innenraum. Mercedes-Benz betont, dass sie für die komfortable Feder-Dämpfer-Abstimmung verantwortlich gewesen sind. Das Fahrzeug ist ausgestattet mit Schraubenfedern, innenbelüfteten Bremsscheiben an beiden Achsen und überzeugt mich durch seine gute Haptik. Im Innenraum entdeckt der Experte ein paar Anleihen vom Spenderfahrzeug, nicht alles ist typisch Mercedes, aber allgemein gesprochen präsentiert sich das Fahrzeug-Interieur aufgeräumt und intuitiv zu bedienen. Die hydraulische Zahnstangenservolenkung lässt diejenigen die eine direkte Lenkung schätzen nun nicht gerade Freudensprünge machen, arbeitet aber sehr souverän. Die Bremsanlage lässt sich sauber dosieren und man hat nicht das Gefühl, dass diese unterdimensioniert ist. Optional gibt es eine Rückfahrkamera oder sogar eine 360° Kamera. Würde ich definitiv empfehlen.

    Deutsche Schule in Chile - Deutsche Tugenden im Pickup!

    Die X-Klasse gibt es mit einem zuschaltbaren Allradantrieb, seit Mitte 2018 wird Fahrzeug optional auch mit einem permanenten Allradantrieb ausgeliefert. Dank der 4MATIC mit Low-Range-Untersetzung und optionaler Differenzialsperre an der Hinterachse gibt es vermutlich kaum Traktionsprobleme, selbst nicht auf schwierigem Untergrund.

    Der NEFZ-Verbrauch liegt beim kleineren Diesel bei kombinierten 7,3-7,7 Liter. Der Diesel mit etwas mehr Leistung soll sich 7,9 Liter genehmigen.

    Mercedes-Benz X-Klasse Preis-Test

    Wer eine Mercedes-Benz X-Klasse im Test fahren möchte, sollte sich im Klaren darüber sein, dass man auch einen Mercedes bezahlen muss. So startet die Mercedes-Benz X-Klasse als 220d bei knapp 37.300 Euro – ohne Allradantrieb wohlgemerkt. Greift man zum 250d mit 4MATIC, werden nicht ganz 41.800 Euro fällig. Das tut schon etwas weh. Vor allem, wenn man bedenkt, dass das Spenderfahrzeug, der Nissan Navara, bei rund 26.900 Euro für das Single-Cab beginnt.

    (Die Preise entsprechen dem Jahr 2018)

    Die X-Klasse gibt es in vielen Farben und Aufbauten!

    Mercedes-Benz X-Klasse Test-Fazit und Zielgruppen-Check

    Bei der Mercedes-Benz X-Klasse geht es vor allem um eines: Sehen und gesehen werden. Entsprechend gering sind die Chancen einzuschätzen den hübschen Stuttgarter in der Ausstattung „Pure“ auf einer Baustelle neben einem Lehmberg und einem Haufen Ziegelsteinen zu sehen. Nein, der Pick-Up eignet sich bestens um aufzufallen mit seiner breiten Front. Dennoch bringt er einen hohen Nutzen mit, schließlich verkraftet die Ladefläche 1,1 Tonnen Zuladung. Wer also gerne hoch sitzt, aber kein Fan der G-Klasse ist, der kann hier gerne zuschlagen. Vielleicht sollte man aber den Sechszylinder-Diesel wählen, damit die Fahrleistungen auch zum aufsehenerregenden Äußeren passen.

    Die Mercedes-Benz X-Klasse überzeugt im Test

    Als einer der ersten Pick-Ups in deutschen Breiten hat es die X-Klasse nicht leicht, doch uns konnte sie überzeugen. Mit Allradantrieb ist sie auch auf schwierigem Gelände einsatzfähig und vom allgemeinen Fahreindruck und Fahrverhalten her braucht sie sich definitiv nicht hinter amerikanischen Vorbildern zu verstecken.

    Mit der Endgeschwindigkeit von 173 km/h dürften Tempofreunde nicht zufrieden sein, doch für diese ist die X-Klasse schließlich auch nicht konzipiert.

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    Tipp

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    Zuletzt aktualisiert: Januar 2018

    Jens Stratmann

    Automobil-Journalist

    Baujahr 1979, technisch im einwandfreien Zustand! Nach einer Ausbildung und über elf Jahren Erfahrung im KFZ-Bereich, machte Jens seine Passion zu seinem Beruf. Jens schreibt Beiträge über Neu- und Gebrauchtwagen, die auf persönlichen Erfahrungen und Fahrtests zu dem jeweiligen Auto basieren.

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