Zahngesundheit

Kreidezähne bei Kindern: Ursachen und Behandlung

Bei Kreidezähnen ist die Mineralisation der Zähne gestört. Der Zahnschmelz ist weich und die Zähne sind sehr schmerzempfindlich. Kreidezähne sind inzwischen eine Volkskrankheit. In Deutschland ist etwa jedes dritte Kind im Alter von zwölf Jahren davon betroffen. Wir zeigen, warum das passiert und was Sie dagegen tun können.

Was sind Kreidezähne

Kreidezähne haben einen sehr weichen Zahnschmelz, weil dessen Mineralisation gestört ist. Ihren Namen haben sie, weil sie so zerbrechlich sind wie Kreide. Im Fachjargon nennen Medizinerinnen und Mediziner die Krankheit Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation, kurz MIH.

Kreidezähne sind eine Erkrankung, die im Kindesalter auftreten kann und vorwiegend die bleibenden Backenzähne, manchmal auch die Schneidezähne betrifft.

So erkennen Sie Kreidezähne

Kreidezähne erkennen Sie an ein paar typischen Merkmalen. Dabei wird der Schweregrad der Erkrankung in drei Stufen eingeteilt:

  • Schweregrad A: Die Zähne weisen einzelne weiß-cremige bis gelb-braune Verfärbungen im Bereich der Kauflächen und Höcker auf. Die Zähne sind meist noch unempfindlich und die Struktur unbeschädigt. Kinder klagen kaum über Schmerzen.
  • Schweregrad B: Neben den Verfärbungen weisen die Backenzähne einen stark demineralisierten Zahnschmelz auf, Veränderungen in der Struktur sind sichtbar, die Oberflächen der Zähne sind rau und porös.
  • Schweregrad C: Der Zahnschmelz ist bereits enorm zerstört, die Zähne bröckeln und brechen teilweise ab. Die zerklüftete Oberfläche lässt sich nicht mehr richtig putzen, hier entsteht schnell Karies. Die Zähne sind extrem schmerzempfindlich.

Die Ursachen für Kreidezähne

Die Krankheit betrifft die bleibenden Zähne des Kindes, die mit etwa sechs Jahren durchbrechen. In Deutschland leiden inzwischen etwa 30 Prozent der 12-Jährigen unter Kreidezähnen. Als Auslöser für Kreidezähne sind inzwischen etliche Faktoren bekannt.

  • Bestimmte Erkrankungen der Mutter in der Schwangerschaft: Der Zahnschmelz der bleibende Zähne eines Kindes bildet sich bereits zwischen dem achten Schwangerschaftsmonat, wenn das Kind noch ein Embryo ist, und dem vierten Lebensjahr des Kindes. Wenn die Mutter in dieser Zeit häufig erkrankt, Antibiotika einnehmen muss oder es zum Beispiel bei der Geburt Komplikationen wie Sauerstoffmangel oder eine Frühgeburt gibt, kann dies die Mineralisation der Zähne negativ beeinflussen.
  • Weitere mögliche Auslöser sind Erkrankungen des Kindes wie Masern, Windpocken, häufiges Fieber oder auch genetische Faktoren, wobei letztere umstritten sind.
  • Zudem können sich Umweltgifte wie Weichmacher in Plastik negativ auf den Zahnschmelz auswirken.


Experten haben zudem festgestellt, dass selbst eine perfekte Mundhygiene bei den Milchzähnen Kreidezähne nicht verhindern kann. Trotzdem sollte die regelmäßige Zahnpflege selbstverständlich sein.

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Kreidezähne vorbeugen und behandeln

Die Bundeszahnärztekammer und die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde empfehlen folgende Maßnahmen, um Kreidezähnen vorzubeugen:

  • Ab dem ersten Milchzahn bis zum zweiten Geburtstag zweimal täglich mit einer Kinderzahnpasta mit 0,10 Prozent Fluorid in einer reiskorngroßen Menge die Zähne putzen.
  • Ab dem zweiten Geburtstag zweimal täglich mit einer erbsengroßen Menge Zahnpasta mit 0,10 Prozent (1.000 ppm) Fluorid die Zähne putzen.
  • Nach dem Durchbruch der bleibenden Zähne eine fluoridhaltige Junior- oder Erwachsenenzahnpasta (bis zu 0,15 Prozent Fluorid oder maximal 1.500 ppm) mindestens zweimal täglich anwenden.
  • Ab dem Schulalter regelmäßig ein Fluoridgel oder eine Fluoridspülung anwenden. 
  • Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt wahrnehmen, um Karies rechtzeitig zu erkennen.
  • Nach Möglichkeite nur Wasser trinken und keine Säfte oder gesüßten Tee.
  • Auf Süßigkeiten am besten verzichten oder diese direkt nach der Hauptmahlzeit essen.

Gut zu wissen: Wenn Sie fluoridhaltiges Speisesalz zum Kochen und Backen bevorzugen, können Sie auf Fluoridtabletten zur Kariesprophylaxe verzichten. 

Sind die Zähne bereits geschädigt, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten durch die Zahnärztin oder den Zahnarzt. Die Art der Behandlung richtet sich danach, wie stark die Zähne betroffen sind:

  • Bei Schweregrad A werden die Zähne meist fluoridiert und versiegelt.
  • Sind die Zähne sichtbar geschädigt, können Sie im günstigen Fall mit Kunststofffüllungen erhalten und überkront werden.
  • Bei starker Schädigung müssen Sie eventuell auch                                                                                                                                                   gezogen werden.

Wer übernimmt die Kosten?

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