1. Schäden vorbeugen

Hitzewellen und Dürren: Welche Schäden verursachen diese Wetterextreme?

Wird aus willkommenem Sonnenschein eine anhaltende Hitze, leiden Natur und Mensch gleichermaßen. Missernten, Waldbrände und unterbrochene Nahrungsketten sind die Folge. Auch die direkten körperlichen Auswirkungen sind vielfältig – sie reichen von Erschöpfung bis zum Hitzetod. Doch was sind die Hintergründe solcher Wetterextreme und welche Gefahren bringen sie mit sich?

Was sind Hitzewellen?

Hitzewellen bringen einen richtig ins Schwitzen. Vor allem da es sich immer um lange Perioden mit ungewöhnlich hohen Temperaturen handelt. Doch wie lange muss die Hitze anhalten, damit man von einer Hitzewelle spricht? Die Definitionen variieren je nach Land, Region und Klima. Für Deutschland sprechen Meteorologen beispielsweise ab mindestens fünf Tagen anhaltender Wärme von einer Hitzewelle. Das durchschnittliche Tagesmaximum muss in dieser Zeit mindestens 30 Grad betragen. Dabei spielen mögliche Niederschläge keine Rolle für das Bestehen dieses extremen Wetterphänomens.

Die Dürre: mehr als eine Plage

Dürren und Hitzewellen gehen oft Hand in Hand – aber nicht immer. Dürre bedeutet, dass über einen längeren Zeitraum wenig oder kein Niederschlag fällt. Es muss dabei aber nicht zwangsläufig heiß sein: Zum Beispiel kam es 2011 in Bayern sogar im November zu einer starken Trockenheit, die als Dürre bezeichnet wurde. Hohe Temperaturen tragen jedoch zur erhöhten Verdunstung bei, wodurch der Regen ebenfalls ausbleibt. Aber auch Veränderungen in der Atmosphäre und die Temperatur der Meeresoberflächen können im Zusammenhang mit einer Dürre stehen.

Bei einer Hitzewelle droht Lebensgefahr

Wie gefährlich die anhaltenden Höchsttemperaturen sein können, zeigten große Hitzewellen wie die von 2003. In ganz Europa forderte das Extremwetter mehrere zehntausend Tote. Solche extremen Hitzewellen können schnell zu viel für den Körper sein – er schafft es dann nicht mehr, sich selbstständig an die Temperaturen anzupassen. Gefährdet sind vor allem Babys, Kleinkinder sowie geschwächte Menschen – etwa (chronisch) Kranke und Senioren ab 70 Jahren, besonders Frauen.

Bei den tödlichen Folgen der Hitze handelt es sich meist um

  • Lungenversagen,
  • Herzinfarkt,
  • Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Nieren oder der Atemwege
  • und
  • Stoffwechselstörungen.

Hitzewellen steigen zu Kopf

Auch Hitzekrampf, Sonnenstich und Hitzeschlag plagen viele Menschen bei hohen Temperaturen. Oft ist das auf die starke Sonneneinwirkung und den Flüssigkeitsmangel zurückzuführen. Die Anzeichen dafür reichen von Kreislaufbeschwerden über Kopfschmerzen bis zu Erschöpfung und einem trockenen Mund.

An der körperlichen Belastung kann auch der Sommersmog schuld sein. Unter dem Einfluss der Sonneneinstrahlung werden Auto- und Industrieabgase zu Ozon umgewandelt.

Vor besonderer Wärmebelastung, erhöhter Ozonkonzentration und anderen gefährlichen Wetterlagen warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach.

Die gesamte Umwelt leidet unter Hitzewellen

Während einer Hitzewelle oder einer Dürre sinkt meist auch das Grundwasser auf ein niedriges Niveau. Das Wasser wird knapp, und in den Gewässern steigt die Schadstoffkonzentration an. Überall vertrocknen Pflanzen, was sich auf Versorgungs- und Nahrungsketten auswirkt. Dazu kommen die gravierenden Folgen für die Wälder. Zum einen geht das Waldwachstum zurück, zum anderen steigt das Waldbrand-Risiko.

Hitzewellen: fatal für die Landwirtschaft

Nach der Hitzewelle 2003 betrugen die ökonomischen Verluste im europäischen Agrarsektor insgesamt circa 13 Milliarden Euro.

Extreme Hitze und lange Trockenheit zerstören Kulturen wie Mais und Reben. Raps und Weizen reifen vor der Zeit, was sich sowohl negativ auf den Ertrag als auch auf die Qualität auswirkt. Großen Schaden nehmen auch pflanzliche Futtermittel: Die Vorräte an Heu, Silage und Grünfutter gehen zur Neige und können nicht mehr angemessen aufgefüllt werden. Dadurch kommt es zu einem Mangel an Viehfutter, und Masttiere müssen zum Teil vorzeitig geschlachtet werden oder sie fallen der Hitzewelle wegen Schwäche zum Opfer.

Neben den Schäden für die Landwirtschaft hat dies auch für den Verbraucher zur Folge, dass die Lebensmittelpreise ansteigen.

Auswirkungen der Hitzewelle auf den Garten

Auch die Pflanzen im eigenen Garten lassen die Köpfe hängen. Der Rasen verfärbt sich gelblich, wenn er nicht genug Flüssigkeit erhält. Am besten bewässert man Rasen und Pflanzen nicht in der prallen Mittagssonne: Treffen kalte Tropfen auf das aufgeheizte Grün, kommt es zu einem schädlichen Temperaturschock. Außerdem bündeln Tropfen auf den Blättern die Energie der Sonne und können so zu Verbrennungen führen. Wer es mit dem Gießen im Garten zu gut meint, riskiert eine schädliche Schimmelbildung.

Hindernisse für den Sommerurlaub

Jeder freut sich über blendendes Urlaubswetter. Doch bei Hitzewellen mit Temperaturen über 35 Grad kann es zu Problemen kommen: Die Hitze führt zu Asphalt- und Betonschäden auf den Straßen und Autobahnen – und damit auch zu Behinderungen und Sperrungen.

In Zügen müssen defekte Klimaanlagen umgehend ausgetauscht werden. Mitarbeiter kontrollieren verstärkt die Gleisanlagen. Das führt zu Verspätungen oder sogar Zugausfällen.

Ist man mit dem eigenen Wagen unterwegs, sollte man auf genügend kühle und frische Luft achten.

Zukünftig mehr Wetterextreme?

Möglicherweise stehen uns solche extremen Wetterereignisse wie Hitzewellen und Dürren bald noch öfter bevor. Schuld ist laut Meinung vieler Forscher der Klimawandel. Durch die globale Erwärmung verdunsten größere Mengen an Wasser und werden in der Atmosphäre gespeichert. Der Weltklimarat der Uno (IPCC) rechnet daher zukünftig mit mehr Trockenperioden. Dadurch steigt gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit von Hitzegewittern, die oft auf die Hitzewelle folgen. Dann drohen Gefahren durch BlitzschlagHagel und Überschwemmungen.

Schutz bei extremer Hitze: Dos und Don'ts

Dos

  1. Trinken Sie mehr als gewöhnlich. Die normal empfohlenen 1,5 bis 2 Liter reichen bei Hitzewellen nicht aus. Am besten eignen sich Mineralwasser, ungesüßte Tees und Fruchtschorlen, aber kein Alkohol oder eiskalte Getränke. Bei zu kalter Flüssigkeit lässt das Durstgefühl nämlich schneller nach und die Trinkmenge bleibt geringer.
  2. Halten Sie sich nach Möglichkeit im Schatten und in kühlen Räumen auf. Meiden Sie vor allem die Mittagshitze im Freien. Und so sorgen Sie drinnen für erträgliche Temperaturen: Die Räume tagsüber mit Rollläden und Vorhängen abdunkeln und die Fenster geschlossen halten. Dafür früh morgens und spät abends die Fenster zum Lüften weit öffnen.
  3. Achten Sie auf angemessenen Sonnenschutz: geeignete Kleidung (aus Naturfasern, luftig und hell), Sonnenhut, Sonnenbrille sowie ausreichend Sonnencreme, die auf Ihren Hauttyp und die Verweildauer in der Sonne abgestimmt ist.

Don'ts

  1. Vermeiden Sie körperlich anstrengende Tätigkeiten oder auch Sport in der Mittagshitze. Sportliche Aktivitäten sollten Sie höchstens morgens und abends betreiben, wenn die Temperaturen nicht ganz so hoch sind.
  2. Nehmen Sie Übelkeit, Schwindel und Kreislaufprobleme nicht auf die leichte Schulter. Diese können Anzeichen einer Hitzeerschöpfung sein. Trinken Sie am besten natriumreiches Wasser, ruhen Sie sich in kühler Umgebung aus und nehmen Sie eine kalte Dusche. Das führt zu keiner Besserung? Suchen Sie vorsorglich einen Arzt auf.
  3. Lassen Sie Babys, Kinder, ältere, gesundheitlich geschwächte Menschen und Tiere niemals allein in einem geparkten Auto zurück. Der Innenraum heizt sich im Sommer schnell auf – bei praller Sonne innerhalb einer halben Stunde bis über 60 Grad.Übrigens: Die Fahrzeugfarbe spielt entgegen landläufiger Meinung hier keine Rolle - vielmehr sind Größe und Winkel der Scheiben sowie die Art des Glases ausschlaggebend.

Autor/in

K. Albrecht

Juli 2013

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