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Ein Mann installiert einen Feuerlöscher und liest die Bedienungsanleitung.
Rund ums Wohnen

Feuerlöscher benutzen: So löschen Sie Entstehungsbrände schnell und sicher

Inhalt:

Eine umgekippte Kerze oder ein Kurzschluss am Toaster – oft entscheiden Sekunden darüber, ob aus einem kleinen Malheur eine Katastrophe wird. Mit rund 200.000 Wohnungsbränden pro Jahr bleibt der Brandschutz in Deutschland ein wichtiges Thema. Doch die gute Nachricht ist: Viele Brände lassen sich bereits im Keim ersticken, wenn man weiß, wie man handeln muss. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles über den sicheren Umgang mit dem Feuerlöscher, damit Sie im Ernstfall ruhig bleiben und Schlimmeres verhindern können. Im Video zeigen unsere Experten, wie Sie Brandrisiken minimieren und Ihr Zuhause effektiv schützen.

AUF EINEN BLICK

Das Wichtigste zum Thema Feuerlöscher

  • Den richtigen Feuerlöscher-Typ wählen

    Für Wohnräume sind Schaumlöscher (Brandklasse A und B) die beste Wahl, da sie effektiv löschen, ohne durch Löschpulver massive Folgeschäden an Ihrer Einrichtung zu verursachen.

  • Wartung alle 2 Jahre sicherstellen

    Damit der Feuerlöscher im Ernstfall zuverlässig funktioniert, ist eine professionelle Prüfung alle 2 Jahre durch einen Fachbetrieb sowie ein Austausch nach spätestens 25 Jahren unerlässlich.

  • Erst alarmieren, dann löschen

    Im Brandfall gilt immer die Reihenfolge: Bringen Sie sich in Sicherheit und wählen Sie die Notrufnummer 112, bevor Sie versuchen, den Brandherd selbst mit dem Feuerlöscher zu bekämpfen.

Kleine Flamme kann schnell zum verheerenden Brand werden

Meist sind kleine Unachtsamkeiten im Alltag oder mangelnde Vorsicht die Ursache für einen Brand. Doch die Folgen sind oft tragisch: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verlieren in Deutschland jährlich rund 330 Menschen ihr Leben durch Brände.

Zudem entstehen jedes Jahr massive Sachschäden: Die deutschen Versicherer regulieren jährlich Feuerschäden an Hausrat und Gebäuden in Höhe von rund 2,5 Milliarden EUR (Quelle: GDV).

Video

Die korrekte Bedienung des Feuerlöschers

Ausschlaggebend dafür, dass ein Feuerlöscher im Ernstfall auch wirklich hilfreich ist, ist die korrekte Bedienung. Machen Sie sich damit vertraut, bevor ein Notfall überhaupt eintritt, und frischen Sie Ihr Wissen regelmäßig auf. So können Sie ruhig und überlegt handeln, sollte der Einsatz notwendig werden. Falls Sie im Ernstfall nervös werden: Auch auf den Löschern selbst ist übersichtlich erklärt, wie sie zu bedienen sind.

Wichtig ist vor allem der schnelle Zugriff. Daher empfiehlt es sich, den Feuerlöscher an zentraler Stelle zu deponieren – beispielsweise unweit der Küche. Für die Küche ist ein Fettbrandlöscher (Brandklasse F) oder eine Löschdecke ratsam. Auch der Flur ist ein passender Platz, da er üblicherweise von allen Räumen aus gut erreichbar ist. Im Idealfall steht auf jeder Etage ein Feuerlöscher.

In unserem Video erklären wir Ihnen Schritt für Schritt, wie ein Feuerlöscher im Ernstfall richtig zu bedienen ist und worauf Sie beim Kauf achten sollten:

 

Checkliste

Feuerlöscher im Ernstfall richtig bedienen

  • 1. Schritt

    Immer zuerst die 112 wählen und die Feuerwehr alarmieren. Dann den Feuerlöscher einsetzen.

  • 2. Schritt

    Sicherung entfernen.

  • 3. Schritt

    Schlagknopf oder Betätigungsgriff drücken.

  • 4. Schritt

    Löschstrahl auf den Brandherd richten. Im Freien sich mit dem Wind dem Brand nähern – so nah wie möglich an den Flammen, aber ohne sich selbst in Gefahr zu bringen.

Fast alle Brände kann man in der Entstehungsphase mit einem Feuerlöscher sinnvoll bekämpfen.
Olaf Schmitt
R+V-Analyst/Feuerwehrmann

Immer zuerst die Feuerwehr alarmieren

Als Erstes sollten Sie im Brandfall unbedingt die Feuerwehr unter 112 alarmieren, um schnell professionelle Hilfe zu bekommen. Erst danach sollten Sie den Feuerlöscher einsetzen, sofern Sie die gefährliche Situation beherrschen.

Als Grundsatz gilt: Nie sich selbst oder andere in Gefahr bringen!

Welche Arten von Feuerlöschern gibt es?

„Für den Hausgebrauch empfehlen wir Schaumlöscher der Brandklassen A und B.“

(Daniel Müller, R+V-Risikoexperte)

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen Dauerdrucklöschern und Aufladelöschern. Aufladelöscher sind zwar in der Anschaffung etwas teurer, dafür ist die Wartung unkomplizierter und daher günstiger. Ein weiterer Pluspunkt: Das Sicherheitsrisiko im Umgang und der Lagerung des Gerätes ist deutlich geringer.

In Deutschland sind Feuerlöscher mit dem „CE“ und dem „Geprüfte Sicherheit“-Symbol ausgezeichnet und nach Brandklassen eingeteilt. „Auf beides sollte man beim Kauf achten“, rät Daniel Müller, Risikoexperte bei der R+V Versicherung.

Welcher Feuerlöscher der richtige für einen Brand ist, hängt davon ab, welche Stoffe brennen. Je nachdem, ob zum Beispiel Holz oder Fett brennt, sind ganz unterschiedliche Löscher nötig. In Deutschland werden Feuerlöscher daher in sogenannte Brandklassen eingeteilt.

Welcher Feuerlöscher ist der richtige?

  • Das Feuer wird mit einer Wasser-Schaummittel-Lösung erstickt.
  • Zur Brandbekämpfung von brennbaren Flüssigkeiten wie Benzin, Petroleum, Ölen und festen Brandstoffen wie Holz, Papier, Stroh und Textilien geeignet.
  • 6 Liter Schaum sind eine passende Füllmenge für die erste Löschhilfe.

  • Für Innenräume ungeeignet, da sie eine dichte Pulverwolke ausstoßen und die Sicht behindern. Außerdem legt sich eine Pulverschicht über die gesamte Einrichtung.
  • Metallteile in elektrischen Geräten (z. B. Fernseher, PC) können dadurch sogar korrodieren und später unbrauchbar werden.

  • Eignen sich besonders zur Bekämpfung von Bränden in Elektroartikeln wie zum Beispiel Computern, Fernsehern und Haushaltsgeräten.
  • Verunreinigen die Umgebung nicht.
  • Da Kohlendioxid ein Stickgas ist, dürfen die Löscher nicht in tiefer gelegenen oder schlecht zu lüftenden Räumen verwendet werden.

  • Für die Bekämpfung von brennendem Speisefett in der Küche.
  • Ein derartiger Fettbrand darf niemals mit Wasser gelöscht werden, da das brennende Fett explosionsartig reagiert.

Zusätzlich zu herkömmlichen Feuerlöschern gibt es auch sogenannte Feuerlöschsprays. Sie lassen sich einfach und zielgerichtet einsetzen und bieten sich gerade für Senioren und körperlich eingeschränkte Menschen an, da sie nicht so schwer und unhandlich sind wie Feuerlöscher. Die Handhabung der Löschsprays ist so einfach wie bei einer Haarspraydose: aufreißen, kräftig schütteln und lossprühen. Sie sind in die gleichen Brandklassen eingeordnet wie Feuerlöscher.

Allerdings erzielen Löschsprays nicht die gleiche Wirkung: Die Menge an Löschmittel von vielleicht 400 ml ist deutlich geringer gegenüber einem beispielsweise 6-kg-Feuerlöscher. Die Spraydose ist in der Regel bereits nach 20 Sekunden leer. Unternehmen dürfen sie daher auch nicht als Ersatz für einen Feuerlöscher verwenden, sondern höchstens als zusätzliches Löschinstrument einsetzen. Im Gegensatz zu den Feuerlöschern ist auch keine Wartung möglich. Deshalb ist die maximale Lebensdauer auf 3 Jahre begrenzt.

Aufgepasst!

Feuerlöscher sind für Privathaushalte, anders als für Unternehmen, derzeit nicht gesetzlich vorgeschrieben.

Experten empfehlen jedoch, in jeder Wohnung oder jedem Haus mindestens einen Feuerlöscher zentral zu installieren.

Bei Brandschäden ist die passende Versicherung Gold wert

Mit der R+V-Hausratversicherung sind Sie auch bei Schäden durch Brand abgesichert: Bei korrekter Angabe der Wohnfläche gilt der Versicherungsschutz zum Neuwert des Hausrats ohne Begrenzung durch eine Versicherungssumme.

Zur R+V-Hausratversicherung

Mit der R+V-Wohngebäudeversicherung ersetzen wir Ihnen im Brandfall den ortsüblichen Neubauwert Ihres Wohnhauses und ermöglichen Ihnen somit den Wiederaufbau.

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Brandklassen hängen von Brandstoff und Erscheinungsbild ab

In Deutschland werden Brände in 5 sogenannte Brandklassen eingeteilt. Das jeweilige Symbol für die Brandklasse finden Sie auf Feuerlöschern und erkennen so auf den ersten Blick, für welche Brandklasse der Löscher geeignet ist.

Brandklasse Brandstoff Erscheinungsbild Beispiele
A feste, nicht schmelzende Stoffe Glut und Flammen Holz, Papier, Textilien, Kohle, nicht schmelzende Kunststoffe
B Flüssigkeiten, schmelzende feste Stoffe Flammen Lösungsmittel, Öle, Wachse, schmelzende Kunststoffe
C Gase Flammen Propan, Butan, Acetylen, Erdgas, Methan, Wasserstoff
D Metalle Glut Natrium, Magnesium, Aluminium
F Speisefette und -öle in Frittier- und Fettbackgeräten Flammen Speisefett, Speiseöl

 

Nach Gebrauch den Feuerlöscher auffüllen

Nach dem Einsatz müssen Sie den Feuerlöscher auf jeden Fall wieder auffüllen – auch wenn noch Löschmittel vorhanden ist. Für einen weiteren Einsatz würde der für den Ausstoß nötige Druck ansonsten nicht ausreichen. Das Wiederauffüllen übernehmen qualifizierte Brandschutzfachbetriebe. Sie sind auch die richtigen Ansprechpartner für die regelmäßige Kontrolle und Wartung.

Regelmäßige Wartung von Feuerlöschern ist unerlässlich

Die Prüfung nimmt pro Feuerlöscher etwa 15 Minuten in Anspruch und kostet zwischen 15 und 30 EUR. Einen qualifizierten Brandschutzbetrieb in Ihrer Nähe finden Sie auf der Website des Bundesverbands der Brandschutz-Fachbetriebe.

Alte Feuerlöscher fachgerecht entsorgen

Spätestens nach 25 Jahren – vorausgesetzt, die Wartung wurde regelmäßig durchgeführt – ist es Zeit für einen neuen Feuerlöscher. Den alten Feuerlöscher sollten Sie fachgerecht entsorgen, denn Feuerlöscher sind Druckgeräte, und mit zunehmendem Alter können Ermüdungserscheinungen am Material auftreten. Der Feuerlöscher kann dann eine akute Gefahr darstellen. Den alten Feuerlöscher nehmen Wertstoffhöfe entgegen. Auch einige Hersteller und Brandschutzfirmen bieten die Entsorgung an.

Rauchwarnmelder gehören in jedes Zuhause

Damit ein Brandherd überhaupt rechtzeitig entdeckt werden kann, sind Rauchwarnmelder unerlässlich. Mittlerweile besteht in allen Bundesländern die Pflicht, Rauchwarnmelder zumindest in Schlaf- und Kinderzimmern sowie in Fluren, die als Fluchtweg dienen, zu installieren. Die Regelung gilt für Neubauten und gilt seit 2024 ausnahmslos auch für Bestandsbauten in allen Bundesländern.

Wichtig: Regelmäßig die Batterie tauschen oder Rauchwarnmelder mit Langzeitbatterie (z. B. 10 Jahre) kaufen. Nach spätestens 10 Jahren sollte jeder Rauchwarnmelder ersetzt werden. Mehr Infos dazu finden Sie in unserem Ratgeberartikel:

Was tun, wenn es brennt?

Verständigen Sie die Feuerwehr unter 112

  • Wo ist es passiert? Geben Sie den Brandort mit Straße, Hausnummer und Etage bekannt.
  • Was ist passiert? Schildern Sie die Situation so genau wie möglich.
  • Wie viele Betroffene? Geben Sie an, ob und wie Menschen oder Tiere betroffen sind.
  • Wer spricht? Nennen Sie Ihren Namen.
  • Warten Sie auf Rückfragen und Anweisungen der Feuerwehrbeamten. Beenden Sie nie das Gespräch von sich aus – erst nach deutlicher Aufforderung.

Handeln Sie umsichtig

  • Informieren Sie gefährdete Personen und helfen Sie Kindern sowie mobilitätseingeschränkten oder schutzbedürftigen Personen.

  • Benutzen Sie Flucht- und Rettungswege.

  • Benutzen Sie niemals Aufzüge. Diese können zur Falle werden.

  • Umgehen Sie stark verrauchte und/oder brennende Räume. Falls dies nicht möglich ist, halten Sie sich ein Tuch vor Nase und Mund, gehen Sie geduckt unter den Rauchschwaden hindurch ins Freie. Wenn nötig, kriechen Sie. Kohlenmonoxid und andere Gase können in wenigen Minuten zur Bewusstlosigkeit führen.

  • Wenn keine Fluchtmöglichkeit besteht, versuchen Sie sich am Fenster bemerkbar zu machen. Bei Rauchentwicklung im Raum legen Sie sich auf den Boden und atmen Sie flach über dem Boden.

  • Laufen Sie nicht zurück, um Ihr Hab und Gut zu retten. Sie können sich damit in Lebensgefahr bringen!

Unterstützen Sie die Einsatzkräfte vor Ort

  • Erklären Sie, wo sich der Brandort befindet.

  • Erklären Sie, wo sich möglicherweise noch Personen in Gefahrenbereichen befinden.

  • Informieren Sie – sofern Sie Kenntnis darüber haben – welche Besonderheiten das Gebäude hat: Baustellen, weitere Zugänge, gefährliche, giftige oder explosive Stoffe, Gasleitungen.

  • Vermeiden Sie alle Behinderungen der Einsatzkräfte und befolgen Sie deren Anweisungen.

Checkliste „Was tun, wenn es brennt?“ zum Download

Was tun, wenn es brennt?

Das eigene Heim gut absichern

Die R+V-Hausratversicherung und die R+V-Wohngebäudeversicherung bieten Ihnen geeigneten Versicherungsschutz auch bei Schäden durch Brand.

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Bei weiteren Fragen zu unseren Versicherung für Mieter und Vermieter beraten unsere Experten Sie gerne persönlich.

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FAQs

Häufige Fragen und Antworten zum Thema Feuerlöscher

Für Wohnungen und Häuser werden meist Schaumlöscher (Brandklassen A und B) empfohlen. Sie löschen effektiv feste Stoffe und brennbare Flüssigkeiten, ohne dabei – im Gegensatz zu Pulverlöschern – die gesamte Einrichtung durch eine feine Staubschicht zu ruinieren. Für die Küche ist zusätzlich ein spezieller Fettbrandlöscher sinnvoll.

In Deutschland sollte ein Feuerlöscher alle 2 Jahre durch einen qualifizierten Brandschutzfachbetrieb geprüft werden. Nur so ist sichergestellt, dass das Löschmittel noch einsatzbereit ist und der Druck ausreicht.

Spätestens nach 25 Jahren muss das Gerät komplett ersetzt werden.

Nein, auf keinen Fall! Wenn Wasser auf brennendes Fett trifft, verdampft es schlagartig und reißt brennende Fettpartikel mit sich. Das führt zu einer massiven Stichflamme (Fettexplosion). Nutzen Sie hierfür ausschließlich einen Fettbrandlöscher der Brandklasse F oder eine Löschdecke.

Anders als Rauchwarnmelder sind Feuerlöscher in privaten Haushalten derzeit nicht gesetzlich vorgeschrieben. Dennoch empfehlen Brandschutzexperten und Versicherer dringend, mindestens einen Löscher pro Etage zentral bereitzustellen, um Entstehungsbrände sofort bekämpfen zu können.

Ein Aufladelöscher steht erst unter Druck, wenn man ihn aktiviert; er ist hochwertiger, langlebiger und wartungsfreundlicher. Ein Dauerdrucklöscher steht permanent unter Druck. Er ist in der Anschaffung günstiger, aber die Wartung ist oft aufwendiger.

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Zuletzt aktualisiert: März 2026

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