Elektroauto: Innovation oder Kostenfalle?
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    Innovation oder Kostenfalle – lohnt sich ein Elektroauto?

    Umweltfreundlich, keine CO2-Emission, günstiger als ein Verbrenner und eine Förderprämie – die Vorteile eines E-Autos scheinen viele Menschen anzusprechen. Doch lohnt sich ein Elektroauto wirklich? Die R+V erklärt Ihnen, welche Faktoren bei der Klärung der Frage eine Rolle spielen sollten.

     

    Lohnt sich ein Elektroauto für die Umwelt?

    Wer sich näher mit dem Thema E-Auto beschäftigt, wird schnell auf den Begriff emissionsfrei stoßen. Die Bilanz ist auf den ersten Blick sehr vielversprechend, der CO2-Ausstoß der Autos liegt nämlich bei 0. Augenscheinlich lohnt sich ein Elektroauto. Aber: Nicht mitgerechnet wird meist die Stromproduktion. Das Fahrzeug will schließlich geladen werden. Um den „Kraftstoff“ bereitzustellen, wird unter anderem CO2 benötigt – im Übrigen fallen ebenfalls Schadstoffe für die Herstellung der einzelnen Batterien an. Dennoch lohnen sich Elektroautos langfristig, weil sie mit der Zeit die für die Herstellung und Nutzung verbrauchten Emissionen durch das saubere Fahren wieder ausgleichen.

     

    Die Herausforderung: Reichweite

    Die Frage nach der Reichweite und der Verfügbarkeit der Ladestellen ist für viele Fahrer weiterhin das entscheidende Kriterium neben den Kosten in Anschaffung und Unterhalt. Im Bezug auf die Reichweite hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Konnten sich Autofahrer 2017 beispielsweise über 300 km freuen, sind es heute schon über 500. Über Elektro-Kleinwagen mit großer Reichweite haben wir zum Beispiel bereits berichtet. Die Frage „Lohnt sich ein Elektroauto“ lässt sich dennoch nicht pauschal beantworten. Denn die Reichweite ist von verschiedenen Faktoren abhängig:

    • Fahrverhalten
    • Außentemperatur
    • Klimaanlage/Heizung

    Mittlerweile geben Hersteller aber sehr reale Zahlen. Berechnet wird die Elektroauto-Reichweite mit einem Prüf- und Testzyklus. Diese geben sehr genaue Angaben für Verbraucher. Zudem hat sich die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland deutlich gebessert.

     

    Lohnt sich der Umstieg auf ein Elektroauto finanziell?

    Betrachten wir zuerst die Kosten für ein Elektroauto.

    1. Förderprämien für E-Autos: Zunächst denken viele, dass ein solches günstiger als ein herkömmliches Auto ist, da Sie sich das Tanken sparen. Dies erscheint umso einsichtiger, nachdem die Bundesregierung eine Förderung von Elektroautos beschlossen hat. Gefördert werden allerdings nur reine Elektroautos und – mit einer etwas geringeren Prämie – auch Plug-in-Hybridmodelle. Klassische Hybridmodelle, die ihren Strom während der Fahrt beim Bremsvorgang produzieren, fallen dagegen aus der Förderung heraus. In Hinblick auf den Umweltbonus für E-Autos lohnt sich ein Elektroauto auf jeden Fall.
    2. Anschaffung: E-Autos sind wesentlich teurer in der Anschaffung als vergleichbare Benziner- und Dieselmodelle. Zwar sind Wartung, Inspektion, Steuer und Strom wiederum günstiger als bei „normalen“ Autos – dennoch: Auch bei längeren Laufzeiten lohnen sich E-Autos erst bei höherer Jahresfahrleistung und vor allem nur bei günstigem Ladestrom. Je nach Größe und Modell rentiert sich ein Elektroauto ungefähr nach spätestens 10 Jahren.
    3. Steuer: Diesen Punkt betreffend lohnt es sich, ein Elektroauto zu kaufen. Denn nach einem Kauf sind Sie bis zu zehn Jahre lang von der Steuer befreit.

     

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    E-Auto: Lohnt sich das im Hinblick auf die Ladedauer?

    Problematisch sehen viele Autofahrer die lange Ladedauer eines Elektroautos. Hierbei kommt es ganz darauf an, ob Sie eine normale Ladesäule oder eine Schnellladestation nutzen. Abhängig ist die Dauer ebenfalls von Ladekabel und Ladegerät sowie von der Außentemperatur. Je nach Art des Stroms und nach Stromquelle müssen Sie mit 30 Minuten bis zu 14 Stunden rechnen. Sie stellen sich daher zurecht die Frage „Lohnt sich ein Elektroauto für mich?“. Was die Zeit anbelangt, sind Sie mit einem Verbrenner schneller vollgetankt.

     

    Inspektion und Wartung: Lohnt sich ein Elektroauto?

    Mittlerweile gibt es sehr viele innovative Elektroautos auf dem Markt. Dennoch stellt sich oft die Frage, ob sich ein E-Auto im Hinblick auf die Wartungskosten wirklich lohnt. Zunächst müssen Sie berücksichtigen, dass die Inspektion geringer ausfällt, da viele Komponenten bei einem Elektrofahrzeug nicht vorhanden sind (beispielsweise Tank und Abgasanlage). Gleichzeitig kommen dafür andere Bauteile hinzu. Summa summarum lohnt sich ein Elektroauto dennoch:

    • Kosten für die Wartung von Zahnriemen, Ölfilter, Vergaser, Motorblock, Kühler, Auspuffanlage etc. fallen weg.
    • Eingebaute Elektrik ist wartungsfrei

    Dennoch empfiehlt es sich, regelmäßig eine Inspektion durchzuführen. Gerade die Elektronik geht häufig unvermittelt kaputt. Nichtsdestotrotz liegen die Wartungskosten im Vergleich zu Benziner- oder Dieselfahrzeugen lediglich bei 65 Prozent.

     

    Für Sie ist ein Elektroauto nicht wirklich geeignet. Auch wenn es in Deutschland mittlerweile mehrere tausend Ladestationen gibt, reicht das für Ihre Zwecke wahrscheinlich noch nicht aus. Abgesehen vom Schnellladen sind für Ihre Zwecke die Ladezeiten zu lang und zu unpraktisch. Sonst geraten Sie schnell in eine Situation, in denen der Geschäftspartner ungeduldig beim Termin wartet, während Sie noch Ihr Auto laden. Ob sich ein Elektroauto lohnt, lässt sich in diesem Fall nicht bejahen. Besser geeignet wären Plug-In-Hybride. Diese sind allerdings gerade auf langen Fahrten ohne Strombetrieb unwirtschaftlicher als Benziner und Diesel.

    Für Sie könnte die Anschaffung eines Elektroautos durchaus sinnvoll sein. Größter Vorteil: In der Stadt haben Sie ausreichend Zugriff auf Ladesäulen. Allerdings sollten Sie einige Fragen vorab klären. Bietet das Auto ausreichend Reichweite für den Hin- und Rückweg zum Büro? Am Arbeitsort aufladen zu müssen, könnte eher unpraktisch sein. Habe ich einen hügeligen Fahrweg oder fahre ich besonders viel im kalten Winter? Vorsicht – dann ist der Stromverbrauch deutlich höher! Daher lohnt sich ein Elektroauto bei einer Pendelstrecke zwischen 30 - 50 km. Ideal wäre es, wenn man auch die einheimische Garage „e-tauglich“ machen kann. Lassen Sie einen Fachmann prüfen, ob eine abgesicherte Ladeeinheit, die mit Starkstrom schnell lädt, installiert werden kann.

    Neben dem Umweltbonus für E-Autos dürften für Unternehmen die steuerlichen Vorteile interessant sein. Verwenden Arbeitnehmer ihren Dienstwagen auch privat, müssen sie lediglich 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises steuerlich abführen. Bei Verbrennermotoren tritt hingegen die 1-Prozent-Regelung in Kraft. Achtung: In diesem Fall lohnt sich ein Elektroauto jedoch nur, wenn der Kaufpreis maximal 60.000 € beträgt. Liegt der Bruttopreis darüber, ist ein Elektrofahrzeug dennoch günstiger, denn die Steuer beträgt trotzdem nur 0,5 Prozent.

    Bei der Entscheidung, ob sich ein gebrauchtes E-Auto lohnt, sollten Sie sich die Vor- und Nachteile vor Augen halten.

    Zum einen lassen sich diverse Aspekte aufführen, die gegen den Erwerb eines gebrauchten Elektrofahrzeugs sprechen:

    • Der Kaufpreis von einem gebrauchten bzw. einem neuen Elektrofahrzeug variiert oftmals nur zwischen wenigen Tausend Euro.
    • Bei gebrauchten Elektroautos handelt es sich inzwischen häufig um Vorgängermodelle. Neue Modelle verfügen jedoch über einen besseren Akku, was für eine höhere Reichweite, stärkere Leistung und kürzere Ladedauer spricht.
    • Die Förderung für Elektroautos soll bis 2025 weitergeführt werden und kann bis zu 9000 € betragen.
    • Beim Kauf eines neuen E-Autos erhalten Sie zudem vollständige Garantie – unter anderem auf die Batterie.

    Zum anderen gibt es auch verschiedene Argumente, die den Kauf eines gebrauchten E-Autos durchaus bestärken:

    • Aufgrund der langlebigen Technik und der überschaubaren Nutzung von E-Autos, erhalten Sie beim gebrauchten Fahrzeug ein Modell in einem fast neuen Zustand.
    • Beim Erwerb eines gebrauchten Elektroautos erhalten Sie ebenfalls die staatliche Förderung, in gleicher Höhe wie für einen neuen Stromer. Der Zuschuss durch den Staat beträgt maximal 6.000 €. Hierfür muss der gebrauchte E-Wagen einiges erfüllen:
      • Die Erstzulassung des Fahrzeugs darf maximal 12 Monate betragen.
      • Es dürfen maximal 15.000 Kilometer auf der Tachoanzeige stehen
      • Die Erstzulassung muss nach dem 4.11.2019 erfolgt sein.
      • Für das E-Auto hat es noch keinen Antrag auf Förderung gegeben.
    • Wenn Sie sich für ein gebrauchtes Elektrofahrzeug entscheiden, haben Sie den Pkw in kurzer Zeit in Ihrer Einfahrt stehen. Die durchschnittliche Wartezeit von bis zu 6 Monaten wie für Elektro-Neuwagen entfällt.
    • Machen Sie sich Ihre eignen Bedürfnisse klar: Wenn Sie täglich überschaubare Pendelstrecken in den nächsten Ort oder innerhalb der Stadt zurücklegen, ist ein gebrauchtes E-Auto sicherlich lohnend.
    • Der überzeugendste Aspekt, der für den Kauf eines gebrauchten E-Autos spricht, ist der „grüne“ Faktor bzw. die Perspektive der Wiederverwendung. Ein umweltbewusstes Handeln setzt voraus, dass Sie die Dinge nutzen, die bereits existieren, anstatt immer wieder auf die neue Produktion zu setzen. Mit dem Kauf eines gebrauchten E-Autos setzen Sie dies direkt um.

    Aus Kostengründen ist die Anschaffung eines Elektroautos nicht immer interessant. Wer jedoch eine innovative, umweltfreundliche Technik ausprobieren möchte, für den lohnt sich ein Elektroauto durchaus. Bei alltäglichen Fahrten liegen die Kosten im unteren Bereich, zudem ist die Ladeinfrastruktur adäquat ausgebaut. Bei langen Fahrten hingegen benötigt ein E-Auto eine entsprechende Vorausplanung.

    Frau und Mann unterwegs mit dem Campingauto.

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