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Kauf und Bau von Immobilien: Wichtige Fachbegriffe und Abkürzungen

Wer erstmalig eine Immobilie erwerben möchte, wird mit zahlreichen, häufig unbekannten Fachbegriffen und unverständlichen Abkürzungen konfrontiert. In unserem Glossar erklären wir die wichtigsten Begriffe und Abkürzungen rund um Kauf und Bau von Immobilien.

ABKÜRZUNGEN IN IMMOBILIENANZEIGEN

„4 ZKBB in MFH, 93 m² Wfl., G-WC, TG-Pl., Ethzg., 650 EUR zzgl. NK, nur an NR.“ Viele Immobilienanzeigen bestehen fast nur aus Abkürzungen. Damit Sie bei der Suche nach einer neuen Wohnung im Abkürzungs-Dschungel nicht den Überblick verlieren, erklärt unser Glossar die häufigsten Abkürzungen aus Immobilienanzeigen.

Glossar: Abkürzungen in Immobilienanzeigen

ABSCHREIBUNG (AFA)

Ein vom Gesetzgeber festgelegter Prozentsatz der Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Hauses oder der Wohnung, der über einen festgelegten Zeitraum jährlich steuermindernd geltend gemacht werden kann (siehe zum Beispiel § 7 ff.,10 ff., 52 EStG). Die Abschreibung ist damit der jährliche steuerliche Wertverlust der Immobilie.

ANDERKONTO

Bankkonto, auf dem der vom Käufer gezahlte Kaufpreis vom Notar treuhänderisch verwaltet und nur nach vertraglich vereinbarter Gegenleistung des Verkäufers an diesen überwiesen wird.

ANNUITÄT

Jährlich gleichbleibende Summe für Zins und Tilgung. Die Tilgung erhöht sich jeweils um die ersparten Zinsen und führt somit nach der vereinbarten Laufzeit letztlich zur Rückzahlung des Darlehens.

AUFLASSUNG

Die zur Übertragung des Eigentums an einem Grundstück erforderliche Einigung des Veräußerers und des Erwerbers, die bei gleichzeitiger Anwesenheit beider Teile vor dem Notar erklärt werden muss.

AUFLASSUNGSVORMERKUNG

Sichert den schuldrechtlichen Anspruch des Erwerbers auf Übertragung des Eigentums an einem Kaufobjekt in Abteilung II des Grundbuches.

BAUERWARTUNGSLAND

Im Flächennutzungsplan als Wohngebiet ausgewiesenes Gelände, dessen Nutzung aber nicht durch einen Bebauungsplan verbindlich festgelegt ist.

BEBAUUNGSPLAN

Der Bebauungsplan legt fest, welches Gelände zur Bebauung freigegeben bzw. als Bauerwartungsland ausgewiesen ist.

Außerdem ist im Bebauungsplan festgelegt, wie gebaut werden darf (zum Beispiel Geschosszahl, Dacheindeckung, Dachneigung, Flächen für Garagen und Stellplätze.

BAUFINAN­ZIERUNG

Sind Sie auf der Suche nach einer zukunftsorientierten Finanzierungslösung für Ihre Wunschimmobilie? Das R+V-Vorsorgedarlehen FIX & FLEX bietet flexible Tilgungsmöglichkeiten und ermöglicht gleichzeitig eine attraktive Altersvorsorge. Möchten Sie mehr erfahren? Wir beraten Sie gerne im persönlichen Gespräch.

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BAUHERRENHAFT­PFLICHT­VERSICHERUNG

Bauherren müssen ihre Baustelle ordnungsgemäß absichern, damit sich dort niemand verletzen kann. Eine Baustelle sicher zu gestalten, ist aber nicht immer einfach. Trotzdem haften Sie als Bauherr, wenn etwa ein Kind in eine ungesicherte Baugrube stürzt. Die R+V-Bauherrenhaftpflichtversicherung schützt Sie vor den finanziellen Folgen. Neugierig geworden? Wir freuen uns auf ein persönliches Gespräch mit Ihnen.

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Wir beraten Sie gerne im persönlichen Gespräch.
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BONITÄT

Kreditwürdigkeit.

DINGLICHE ABSICHERUNG

Absicherung eines Kredites durch Grundpfandrechte.

DISAGIO

Das Disagio (auch Damnum genannt) ist die Differenz zwischen dem Nennwert der vereinbarten Darlehenssumme und der tatsächlichen Auszahlung. Dieser Auszahlungsverlust ist praktisch eine Zinsvorauszahlung: Im Gegenzug reduziert der Kreditgeber den Nominalzins entsprechend. Bei der Finanzierung einer vermieteten Immobilie kann der Eigentümer das Disagio steuerlich geltend machen.

EFFEKTIVZINS

Der Effektivzins stellt die Maßzahl für den Preis eines Kredites dar. In ihm sind nahezu alle Preisbestandteile eines Kredites (zum Beispiel Nominalzins, Festschreibungsdauer, Auszahlungskurs, Tilgung und Laufzeit) enthalten, nicht jedoch Schätzgebühren, Bereitstellungszinsen und Kontoführungsgebühren.

EINHEITSWERT

Der Einheitswert ist ein vom zuständigen Finanzamt festgesetzter Richtwert für Grundstücke und Gebäude, nach dem die Grundsteuer, der Grundsteuermessbetrag und die Gewerbesteuer ermittelt werden und ein besonderer Bescheid erteilt wird. Der Einheitswert ist ein bestimmter Prozentsatz des tatsächlichen Grundstückwertes.

EINKOMMENSTEUERGESETZ (ESTG)

Im Einkommensteuergesetz (EStG) ist die Besteuerung des Einkommens natürlicher Personen geregelt.

ENERGIEPOLICE

Die R+V-EnergiePolice vereint Haftpflicht-und Elektronikversicherung für Photovoltaikanlagen-Betreiber und kann bei Bedarf individuell zusammengestellt werden. Die Police gilt für Photovoltaikanlagen bis zu einer Nennleistung von 500 kWp. Möchten Sie mehr erfahren? Wir beraten Sie gerne im persönlichen Gespräch.

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ERBBAURECHT

Das Erbbaurecht ist ein dingliches Recht, das sowohl vererblich als auch veräußerbar ist. Nach dem Erbbaurecht ist der Begünstigte berechtigt, auf oder unter fremdem Grund und Boden ein Bauwerk zu errichten. Das Recht gilt für eine vorher bestimmte Zeit, zum Beispiel für 99 Jahre. Es kann nicht auf einen Teil, etwa eine Etage, beschränkt werden. Als Entgelt für die Überlassung wird ein Erbbauzins vereinbart, der über die gesamte Nutzungsdauer zu entrichten ist.

ERSCHLIESSUNG

Zur Erschließung zählen Maßnahmen zur Baureifmachung eines Grundstücks. Dazu gehören Arbeiten und Leistungen der Städte und Gemeinden für Straßen- und Kanalbau sowie der Versorgungsträger für Wasser- und Energieversorgung.

FERTIGHAUS

Ein Fertighaus besteht aus industriell vorgefertigten Bauteilen. Der Fertighaushersteller ist Ihr Vertragspartner, der die einzelnen Teile liefert und zu einem Haus zusammensetzt. Dabei handelt es sich aber keineswegs stets um Häuser „von der Stange“: Der Übergang vom Fertighaus zum Selbstbauhaus bzw. Bausatzhaus ist längst fließend geworden, individuell gewünschte Zwischenstufen sind damit durchaus möglich. Einen guten Überblick gibt der Ratgeberartikel Fertighaus oder Massivhaus: Vor- und Nachteile.

FREISTELLUNGS­ERKLÄRUNG

Beim Kauf vom Bauträger ist dies die Erklärung des für den Bauträger vorfinanzierenden Kreditinstitutes gegenüber dem Notar, den Käufer Zug um Zug aus der Haftung für das Gesamtobjekt zu entlassen. Beispiel: Ein Bauträger erstellt 30 gleiche Reihenhäuser, die mit 5.000.000 Euro vorfinanziert und als Globalbelastung ins Grundbuch eingetragen werden und für die jeder Käufer zunächst mit Eintragung ins Grundbuch haftet. Liegt die Freistellungserklärung vor, haftet der Käufer nur noch mit 1/30 der Gesamtschuld.

GEWÄSSERSCHADEN­HAFTPFLICHT­VERSICHERUNG

Was passiert, wenn aus Ihrem Heizöltank Öl austritt? Und wenn dieses Öl dann noch im Erdreich versickert? Dann sind Sie als Besitzer der Heizungsanlage haftbar. Ein gewaltiges Risiko, denn schon kleine Mengen Öl verursachen oft erhebliche Gewässerschäden. Durch regelmäßige Wartung des Öltanks lassen sich solche Schäden meistens vermeiden. Wenn es aber trotzdem einmal passiert, schützt Sie die Gewässerschadenhaftpflichtversicherung von R+V vor den finanziellen Folgen. Möchten Sie mehr erfahren? Wir freuen uns auf ein persönliches Gespräch mit Ihnen.

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GLOBALBELASTUNG

Jeder Käufer haftet mit seinem Objekt zunächst für die von der Bank des Bauträgers vorfinanzierte und ins Grundbuch eingetragene Summe, sofern keine Freistellungserklärung des Kreditinstitutes vorliegt.

GRUNDBUCHAMT (GRUNDBUCH)

Das Grundbuchamt hat seinen Sitz beim Amtsgericht und führt das Grundbuch. Das Grundbuch beinhaltet:

  • das Bestandsverzeichnis (Flurnummer, Lage, Größe etc.)
  • die erste Abteilung (Eigentümer, Eigentümerwechsel, Grund der Eintragung)
  • die zweite Abteilung (Lasten und Beschränkungen)
  • die dritte Abteilung (Eintragung von Hypotheken, Grund- und Rentenschulden)

GRUNDBUCHEINTRAG

Für den Grundbucheintrag benötigt der Käufer die notarielle Urkunde über die Auflassung und eine Steuerunbedenklichkeitserklärung des Finanzamtes. Für den Eintrag fallen noch einmal Gebühren beim Grundbuchamt an. Insgesamt sind für den Eintrag in das Grundbuch etwa 0,5 Prozent der Kaufsumme zu veranschlagen.

GRUNDERWERBSTEUER

Dies ist die Steuer auf den Erwerb von bebauten und unbebauten Grundstücken. Derzeit beträgt sie je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent. Steuerbemessungsgrundlage ist im Regelfall der Kaufpreis. Die Höhe der Nebenkosten inklusive Grunderwerbsteuer können Sie mit unserem praktischen Nebenkostenrechner ermitteln.

GRUNDPFANDRECHT

Durch die Eintragung eines Grundpfandrechtes (Grundschuld, Hypothek) erfolgt die Absicherung einer Forderung (Darlehen) auf dem Grundstück.

GRUNDSTEUER

Unbebaute und bebaute Grundstücke, Wohnungseigentum und Erbbaurechte fallen unter die Besteuerung von Grundbesitz. Die Grundsteuer wird nach einheitlichen Grundsätzen berechnet, aber in unterschiedlicher Höhe von den Gemeinden erhoben. Die Bemessungsgrundlage ist der Einheitswert des Grundstücks.

HAUSBAUPOLICE

Wo gehobelt wird, da fallen Späne – auch beim Hausbau. Die R+V-Hausbaupolice beinhaltet alle notwendigen Versicherungen für private Bauherren und schützt so vor unvorhergesehenen Kosten, wie zum Beispiel nach einem Brand, der durch Schweißarbeiten verursacht wurde.

HAUS- UND GRUNDBESITZER­HAFTPFLICHT­VERSICHERUNG

Schneeschippen und Co. – als Vermieter oder Besitzer eines Hauses sind Sie dafür verantwortlich. Eigentum verpflichtet. Was aber, wenn Sie einmal nicht dazu kommen? Was, wenn etwas passiert? Die R+V-Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung schützt Sie vor den finanziellen Folgen.

HAUSRATVERSICHERUNG

In Ihren vier Wänden steckt viel Arbeit, Mühe und vor allem Geld. Mit der R+V-Hausratversicherung sichern Sie Ihren Hausrat ab. Damit Ihnen zum Beispiel bei einem unvorhergesehenen Leitungswasserschaden keine finanziellen Verluste entstehen. Mit unserem Tarifrechner können Sie unkompliziert und schnell Ihren persönlichen Tarif berechnen und, wenn gewünscht, abschließen.

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Gerne beraten Sie auch unsere Ansprechpartner im persönlichen Gespräch.

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KATASTERAMT (KATASTER)

Das Katasteramt, auch als Vermessungsamt bezeichnet, führt das Kataster, ein Verzeichnis der Grundstücke, bestehend aus Flurkarte, Flurbüchern und Angaben zu Gebäuden und Eigentümern. Alle Liegenschaften eines Landesgebietes, also Flurstücke und Gebäude, sind im Kataster dargestellt und beschrieben.

MAKLERPROVISION

Viele potenzielle Käufer nehmen bei der Suche nach einer Immobilie die Dienste eines Maklers in Anspruch. Für dessen Vermittlungsdienste zwischen Käufer und Verkäufer wird bei einer erfolgreichen Vermittlung eine Maklerprovision, auch Courtage genannt, fällig. Die Höhe der Maklerprovision kann zwar grundsätzlich frei ausgehandelt werden, richtet sich in der Praxis aber nach den marktüblichen Konditionen und ist regional unterschiedlich. Bei privaten Immobilienverkäufen liegt die Maklerprovision in Deutschland in der Regel zwischen 5,95 Prozent und 7,14 Prozent des Kaufpreises (inklusive Umsatzsteuer).

MIETSCHUTZPOLICE

Auch wenn ein Mietvertrag rechtswirksam gekündigt wurde, kommen Vermieter privater Wohneinheiten oft nicht zu den noch ausstehenden Forderungen. Die R+V-MietschutzPolice schützt den Vermieter vor Mietrückständen und Sachschäden an der vermieteten Wohnung durch den Mieter. Möchten Sie mehr erfahren? Wir beraten Sie gerne im persönlichen Gespräch.

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NIEDRIGENERGIEHAUS

Niedrigenergiehäuser benötigen für die Raumheizung nur 40 bis 70 kWh pro m² und Jahr. Das entspricht vier bis sieben Liter Heizöl. Durch die Energieeinsparverordnung (EnEV) werden Niedrigenergiehäuser in Deutschland zum Standard. Weitere wichtige Merkmale eines Niedrigenergiehauses sind unter anderem: sehr gute Wärmedämmung der Außenwände, Fenster, Dächer, Kellerwände und Kellerdecken, die Reduzierung von Wärmebrücken und energiesparende Warmwasserbereitung.

RISIKO-UNFALLVERSICHERUNG FÜR BAUHERREN UND BAUHELFER

Ein falscher Schritt, einen Moment nicht aufgepasst: Passiert Ihnen auf dem Baugrundstück ein Unfall, haben Sie keinen ausreichenden gesetzlichen Unfallschutz. Die Risiko-Unfallversicherung für Bauherren und Bauhelfer schließt diese Lücke.

TEILUNGSERKLÄRUNG

Erklärung eines Grundstückseigentümers gegenüber dem Grundbuchamt gemäß § 8 Wohnungseigentumsgesetz (WEG), dass das Eigentum an dem Grundstück in „Miteigentumsanteile“ aufgeteilt und mit jedem Miteigentumsanteil das „Sondereigentum“ an bestimmten Räumlichkeiten des vorhandenen Gebäudes oder von noch zu errichtenden Gebäuden verbunden sein soll. Die Teilung wird wirksam mit der Anlegung von eigenen Wohnungsgrundbüchern. Dadurch ist es möglich, diese Miteigentumsanteile selbstständig zu belasten.

TILGUNGSAUSSETZUNG

Anstelle einer laufenden Tilgung wie bei einem Annuitätendarlehen wird ein tilgungsausgesetztes Darlehen über die gesamte Laufzeit tilgungsfrei gestellt. Es werden lediglich Zinszahlungen fällig. Als Tilgungsersatz schließt der Kunde zum Beispiel eine Rentenversicherung mit Kapitalwahlrecht ab. Somit zahlt er anstelle einer laufenden Tilgung die Beiträge zur Rentenversicherung. Mit Ablauf der Versicherung, der mit dem Ablauf des Darlehens in der Regel übereinstimmt, kann das Darlehen ganz oder teilweise durch die Leistungen aus der Versicherung zurückgeführt werden. Eine Tilgungsaussetzung ist vor allem für Finanzierungen von vermieteten Objekten empfehlenswert, da die über die gesamte Laufzeit anfallenden Schuldzinsen in voller Höhe steuerlich geltend gemacht werden können.

WOHNGEBÄUDEVERSICHERUNG

Die R+V-Wohngebäudeversicherung schützt Sie vor den finanziellen Folgen unvorhergesehener Gefahren, wie zum Beispiel bei einem Wasserschaden, Rohrbruch, Blitzeinschlag oder Sturm. So ist Ihr Eigenheim bestens abgesichert. Möchten Sie mehr erfahren? Gerne beraten Sie unsere Ansprechpartner im persönlichen Gespräch.

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VERGABE- UND VERTRAGSORDNUNG FÜR BAULEISTUNGEN (VOB)

Die VOB ist ein dreiteiliges Klauselwerk. Im Teil B regelt sie zum Beispiel Gewährleistungsansprüche und -fristen zwischen Käufer und Verkäufer (Bauträger) bzw. Bauherren und Handwerkern. Darüber hinaus beinhaltet sie allgemeine Vertragsbedingungen für die Ausführung von Bauleistungen. Die VOB ist kein Gesetz, sondern ist als allgemeine Geschäftsbedingung ausdrücklich im Bauvertrag zu vereinbaren.

Autor/in

K. Waldheim

Juni 2018

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