1. Bauen + Wohnen

Der Praktische Bauherrenratgeber: Bauen von A bis Z

In unserem praktischen Bauherrenratgeber finden sie alle wichtigen Begriffe der Baubranche erklärt:

Abschreibung (AfA)

Ein vom Gesetzgeber festgelegter Prozentsatz der Anschaffungsoder Herstellungskosten des Hauses oder der ohnung, der über einen festgelegten Zeitraum jährlich steuermindernd geltend gemacht werden kann (siehe z. B. § 7 ff., 10 ff., 52). Die Abschreibung ist damit der jährliche steuerliche Wertverlust der Immobilie.

Anderkonto

Bankkonten, auf denen der vom Käufer gezahlte Kaufpreis vom Notar treuhänderisch verwaltet und nur nach vertraglich vereinbarter Gegenleistung des Verkäufers an diesen überwiesen wird.

Annuität

Jährlich gleichbleibende Summe für Zins und Tilgung. Die Tilgung erhöht sich jeweils um die ersparten Zinsen und führt somit nach der vereinbarten Laufzeit letztlich zur Rückzahlung des Darlehens.

Auflassung

Darunter versteht man die zur Übertragung des Eigentums an einem Grundstück erforderliche Einigung des Veräußerers und des Erwerbers, die bei gleichzeitiger Anwesenheit beider Teile vor dem Notar erklärt werden muss.

Auflassungsvormerkung

Sie sichert den schuldrechtlichen Anspruch des Erwerbers auf Übertragung des Eigentums an einem Kaufobjekt in Abteilung II des Grundbuches.

Bauerwartungsland

Im Flächennutzungsplan als Wohngebiet ausgewiesenes Gelände, dessen Nutzung aber nicht durch einen Bebauungsplan verbindlich festgelegt ist.

Bebauungsplan

Er legt fest, welches Gelände zur Bebauung freigegeben bzw. als > Bauerwartungsland ausgewiesen ist, wie gebaut werden darf, zum Beispiel Geschosszahl, Dacheindeckung, Dachneigung, Flächen für Garagen und Stellplätze usw.

Bonität

Bonität bedeutet Kreditwürdigkeit.

Dingliche Absicherung

Absicherung eines Kredites durch > Grundpfandrechte.

Disagio

Das Disagio (auch Damnum genannt) ist die Differenz zwischen dem Nennwert der vereinbarten Darlehenssumme und der tatsächlichen Auszahlung. Dieser Auszahlungsverlust ist praktisch eine Zinsvorauszahlung: Im Gegenzug reduziert der Kreditgeber den Nominalzins entsprechend. Bei der Finanzierung einer vermieteten Immobilie kann der Eigentümer das Disagio steuerlich geltend machen.

Effektivzins

Der Effektivzins stellt die Maßzahl für den Preis eines Kredites dar. In ihm sind nahezu alle Preisbestandteile eines Kredites wie z. B. Nominalzins, Festschreibungsdauer, Auszahlungskurs, Tilgung und Laufzeit enthalten, nicht jedoch Schätzgebühren, Bereitstellungszinsen und Kontoführungsgebühren.

Einheitswert

Der Einheitswert ist ein vom zuständigen Finanzamt festgesetzter Richtwert für Grundstücke und Gebäude, nach dem die Grundsteuer, der Grundsteuermessbetrag und die Gewerbesteuer ermittelt werden und ein besonderer Bescheid erteilt wird. Der Einheitswert ist ein bestimmter Prozentsatz des tatsächlichen Grundstückswertes.

Erbbaurecht

Das Erbaurecht ist ein dingliches Recht, welches sowohl vererblich als auch veräußerbar ist. Nach diesem Erbbaurecht ist der Begünstigte berechtigt, auf oder unter fremden Grund und Boden ein Bauwerk zu errichten. Das Recht gilt für eine vorher bestimmte Zeit, z. B. für 99 Jahre. Es kann nicht auf einen Teil, wie z. B. eine Etage, beschränkt werden. Als Entgelt für die Überlassung wird ein Erbbauzins vereinbart, welcher über die gesamte Nutzungsdauer zu entrichten ist.

Erschließung

Zur Erschließung zählen Maßnahmen zur Baureifmachung eines Grundstücks. Dazu gehören Arbeiten und Leistungen der Städte und Gemeinden für Straßen- und Kanalbau sowie der Versorgungsträger für Wasser- und Energieversorgung.

Fertighaus

Beim Fertighaus handelt es sich um industriell vorgefertigte Bauteile. Der Fertighaushersteller ist Ihr Vertragspartner, der die einzelnen Teile liefert und zu einem Haus zusammensetzt. Dabei handelt es sich aber keineswegs stets um Häuser "von der Stange": Der Übergang vom Fertighaus zum Selbstbauhaus bzw. Bausatzhaus ist längst fließend geworden, individuell gewünschte Zwischenstufen sind damit durchaus möglich. Fertighäuser werden von zahlreichen Herstellern in unterschiedlichsten Varianten und Fertigstellungsgraden angeboten. Durch den Blick in Kataloge oder das Internet sowie persönliche Besuche in Fertighausausstellungen können Sie sich einen ersten Überblick über das Angebot verschaffen.

Freistellungserklärung

Beim Kauf vom Bauträger ist dies die Erklärung des für den Bauträger vorfinanzierenden Kreditinstitutes gegenüber dem Notar, den Käufer Zug um Zug aus der Haftung für das Gesamtobjekt zu entlassen. Beispiel: Ein Bauträger erstellt 30 gleiche Reihenhäuser, die mit 5.000.000 EUR vorfinanziert und als Globalbelastung ins Grundbuch eingetragen werden und für die jeder Käufer zunächst mit Eintragung ins Grundbuch haftet. Liegt die Freistellungserklärung vor, haftet der Käufer nur noch mit 1/30 der Gesamtschuld.

Globalbelastung

Jeder Käufer haftet mit seinem Objekt zunächst für die von der Bank des Bauträgers vorfinanzierte und ins Grundbuch eingetragene Summe, sofern keine > Freistellungserklärung des Kreditinstitutes vorliegt.

Grundbuchamt (Grundbuch)

Das Grundbuchamt hat seinen Sitz beim Amtsgericht und führt das Grundbuch. Das Grundbuch beinhaltet: das Bestandsverzeichnis (Flurnummer, Lage, Größe usw.); die erste Abteilung (Eigentümer, Eigentümerwechsel, Grund der Eintragung); die zweite Abteilung (Lasten und Beschränkungen); die dritte Abteilung (Eintragung von Hypotheken, Grund- und Rentenschulden).

Grunderwerbsteuer

Dies ist die Steuer auf den Erwerb von bebauten und unbebauten Grundstücken. Derzeit beträgt sie je nach Bundesland zwischen 3,5 % und 6,5 %. Steuerbemessungsgrundlage ist im Regelfall der Kaufpreis.

Grundpfandrecht

Durch die Eintragung eines Grundpfandrechtes (Grundschuld, Hypothek) erfolgt die Absicherung einer Forderung (Darlehen) auf dem Grundstück.

Grundsteuer

Unbebaute und bebaute Grundstücke, Wohnungseigentum und Erbbaurechte fallen unter die Besteuerung von Grundbesitz. Die Grundsteuer wird nach einheitlichen Grundsätzen berechnet, aber in unterschiedlicher Höhe von den Gemeinden erhoben. Die Bemessungsgrundlage ist der > Einheitswert des Grundstücks. Unter gewissen Voraussetzungen sind Grundsteuerbefreiungen bis zu 10 Jahren möglich; dann wird die Grundsteuer nur auf den niedrigeren Einheitswert von Grund und Boden erhoben.

Katasteramt (Kataster)

Das Katasteramt führt das Kataster, ein Verzeichnis der Grundstücke, bestehend aus Flurkarte, Flurbüchern und Angaben zu Gebäuden und Eigentümern.

Niedrigenergiehaus

Als Niedrigenergiehäuser werden Gebäude bezeichnet, die für die Raumheizung nur 30-70 kWh pro m2 und pro Jahr benötigen. Das entspricht 3-7 l Heizöl. Durch die Energieeinsparverordnung (EnEV) werden Niedrigenergiehäuser in Deutschland zum Standard. Weitere wichtige Merkmale eines Niedrigenergiehauses sind u.a.: sehr gute Wärmedämmung der Außenwände, Fenster, Dächer, Kellerwände und Kellerdecken, die Reduzierung von Wärmebrücken und energiesparende Warmwasserbereitung.

Teilungserklärung

Erklärung eines Grundstückeigentümers gegenüber dem Grundbuchamt gemäß § 8 Wohnungseigentumsgesetz (WEG), dass das Eigentum an dem Grundstück in "Miteigentumsanteile" aufgeteilt und mit jedem Miteigentumsanteil das "Sondereigentum" an bestimmten Räumlichkeiten des vorhandenen Gebäudes oder von noch zu errichtenden Gebäuden verbunden sein soll. Die Teilung wird wirksam mit der Anlegung von eigenen Wohnungsgrundbüchern. Dadurch ist es möglich, diese "Miteigentumsanteile" selbstständig zu belasten.

Tilgungsaussetzung

Anstelle einer laufenden Tilgung wie bei einem Annuitätendarlehen wird ein tilgungsausgesetztes Darlehen über die gesamte Laufzeit tilgungsfrei gestellt. Es werden lediglich Zinszahlungen fällig. Als Tilgungsersatz schließt der Kunde z. B. eine Kapital bildende Lebensversicherung ab. Somit zahlt er anstelle einer laufenden Tilgung die Beiträge zur Lebensversicherung. Zum Ablauf der Lebensversicherung, der mit dem Ablauf des Darlehens i.d.R. übereinstimmt, kann das Darlehen ganz oder teilweise durch die Leistungen aus der Lebensversicherung zurückgeführt werden. Eine Tilgungsaussetzung ist vor allem für Finanzierungen von vermieteten Objekten empfehlenswert, da die über die gesamte Laufzeit gleichbleibenden Schuldzinsen in voller Höhe steuerlich geltend gemacht werden können.

VOB (Verdingungsordnung für Bauleistungen)

Sie regelt Gewährleistungsansprüche und -fristen zwischen Käufer und Verkäufer (Bauträger) bzw. Bauherren und Handwerkern. Darüber hinaus beinhaltet sie allgemeine Vertragsbedingungen für die Ausführung von Bauleistungen, technische Vorschriften für Bauleistungen usw.

Autor/in

Eva Blumenfeld

März. 2011

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