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Eine junge Frau mit dunklen Haaren sitzt angeschnallt am Steuer und blickt konzentriert auf die Straße.
Rund ums Fahren

Tipps für Fahranfänger im Straßenverkehr

Inhalt:

Die Prüfung ist bestanden, Sie haben den Führerschein in der Tasche. Jetzt beginnt der Teil, den Ihnen keine Fahrschule abnehmen kann: der Alltag im Straßenverkehr. Genau in dieser Phase sind Fahranfänger am stärksten gefährdet. Mit 18 Jahren verunglücken in Deutschland mehr Menschen als in jedem anderen Lebensalter. Diese Tipps für Fahranfänger zeigen Ihnen, worauf es in den ersten Monaten ankommt und wie Sie schnell Routine aufbauen.

Auf einen Blick

Das Wichtigste zum Thema Fahranfänger

  • 2 Jahre Probezeit

    Ihre erste Fahrerlaubnis bekommen Sie auf Probe. Die Probezeit dauert 2 Jahre. In dieser Zeit gelten für Fahranfänger strengere Regeln. Ein schwerwiegender Verstoß (A-Verstoß oder 2 B-Verstöße) verlängert Ihre Probezeit auf 4 Jahre.

  • Am Anfang ist das Unfallrisiko am höchsten

    18- bis 24-Jährige verursachten im Jahr 2024 15 % aller Unfälle mit Personenschäden, obwohl sie nur 7,2 % der Bevölkerung ausmachen. Sie sind damit gut doppelt so oft beteiligt, wie es ihrem Bevölkerungsanteil entspricht.

  • Routine entsteht durch Vielfalt, nicht durch Kilometer

    Jede ungewohnte Situation bringt Sie weiter: Dunkelheit, Nässe, Autobahn, dichter Stadtverkehr. Fahren Sie immer dieselbe Strecke, sammeln Sie zwar Kilometer, aber wenig Erfahrung.

Fahranfänger brauchen Routine

Mit der bestandenen Prüfung endet die Begleitung durch den Fahrlehrer. Gefahren früh zu erkennen und richtig zu deuten, ist jedoch eine Fähigkeit, die sich erst mit Erfahrung entwickelt.

Die Deutsche Verkehrswacht führt das erhöhte Unfallrisiko junger Fahrer auf 2 Hauptursachen zurück, die häufig zusammentreffen:

  • Fahranfängerrisiko: Ihnen fehlt schlicht die Fahrpraxis.
  • Jugendlichkeitsrisiko: In jungen Jahren ist die Bereitschaft zum Risiko höher, vor allem bei Männern.

Eine feste Kilometergrenze, ab der Sie als routiniert gelten, gibt es nicht. Weder das Statistische Bundesamt noch das Kraftfahrt-Bundesamt definieren eine solche Schwelle. Entscheidend ist nicht der Kilometerstand auf dem Tacho Ihres Autos, sondern wie breit Ihre Fahrpraxis ist.

Machen Sie den Führerschein schon mit 17, bauen Sie früher Erfahrung im Straßenverkehr auf: Beim begleiteten Fahren sitzen Sie selbst am Steuer und haben trotzdem jemanden neben sich, der eingreifen kann.

Junge Fahranfänger sind die größte Risikogruppe im Straßenverkehr

  • 15 % der Autofahrer, die in Unfälle mit Personenschäden verwickelt sind, sind zwischen 18 und 24 Jahre alt (7,2 % ist der Anteil dieser Altersgruppe an der Bevölkerung).
  • In 65,9 % der Fälle weisen die Behörden ihnen die Hauptschuld am Unfall zu.

In welchem Alter passieren die meisten Unfälle im Straßenverkehr?

Das Statistische Bundesamt erfasst die bei Verkehrsunfällen Verunglückten nach einzelnen Altersjahren. Die Verteilung steigt ab 15 Jahren steil an, erreicht mit 18 ihren Höchststand und fällt von da an über die Jahre langsam ab.

Gezählt werden dabei alle Verletzten und Getöteten, unabhängig von der Schuldfrage, also auch Mitfahrer und Fußgänger. In keinem anderen Lebensalter verunglücken in Deutschland mehr Menschen im Straßenverkehr:

Bei Straßenverkehrsunfällen Verunglückte nach Altersjahren 2025

Bei Straßenverkehrsunfällen Verunglückte nach Altersjahren 2025 (Auszug). Quelle: Statistisches Bundesamt 2026

2773 10 Jahre
8175 17 Jahre
8864 18 Jahre
8295 19 Jahre
7885 20 Jahre
5597 30 Jahre
5055 40 Jahre
4375 50 Jahre
5610 60 Jahre
2809 70 Jahre

Was sind die häufigsten Unfallursachen bei jungen Fahrern?

Die Unfallursachenstatistik erfasst für jede Altersgruppe, welches Fehlverhalten bei Unfällen am häufigsten als Hauptursache gilt. Bei den 18- bis 24-Jährigen liegen dabei andere Fehler vorn als bei älteren Fahrern:

Fehlverhalten von 18- bis 24-jährigen Autofahrern und -fahrerinnen bei Straßenverkehrsunfällen 2024. Quelle: Statistisches Bundesamt 2025.

19,7 % Nicht angepasste Geschwindigkeit
19,2 % Abstand
14,5 % Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren
12,9 % Vorfahrt/Vorrang
4,0 % Falsche Straßenbenutzung
3,5 % Alkoholeinfluss
3,4 % Ablenkung
2,5 % Falsches Verhalten gegenüber Fußgängern
0,8 % Körperliche oder geistige Einschränkungen
19,5 % Sonstige Fehler

Bei nicht angepasster Geschwindigkeit lagen die 18- bis 24-Jährigen im Jahr 2024 mit 19,7 % doppelt so hoch wie die mittlere Altersgruppe. Dahinter steckt das Fahranfängerrisiko. Tempo ist keine Wissensfrage: Dass innerorts 50 gilt, weiß jeder frisch Geprüfte aus der Fahrschule. Schwierig ist die Einschätzung im konkreten Moment. Wie viel Tempo verträgt eine nasse Kurve und wie weit reicht der Bremsweg bei hoher Geschwindigkeit wirklich? Dafür braucht es viele gefahrene Situationen und damit Erfahrung, die Sie erst noch sammeln.

Wollen Sie als Fahranfänger etwas für Ihre Sicherheit tun, sollten Sie vor allem auf Ihr Tempo achten.

Was das höhere Risiko finanziell bedeutet

Das erhöhte Unfallrisiko bleibt nicht ohne Folgen für den Geldbeutel. Als Fahranfänger merken Sie das vor allem beim Beitrag für Ihre Autoversicherung.

Häufig entstehen teure Sachschäden bei den Unfällen, die junge Autofahrer verursachen. Mit diesen Statistiken kalkulieren auch die Versicherer: Je höher die anzunehmende Schadenquote, desto höher ist auch der Versicherungsbeitrag. Doch das muss nicht immer so sein, denn auch Führerschein-Neulinge können bei der Kfz-Versicherung sparen.

Mehr Infos dazu in unserem Ratgeberartikel:

Damit dies bei jungen Fahrern unter 23 nicht so teuer wird, gibt es in der R+V-Autoversicherung das Angebot „Zusatzfahrer“. Mit diesem Zusatzbaustein können Eltern junge Fahrer in ihren Vertrag einschließen – auch mehrere.

Der Zusatzfahrer darf nicht nur den einen Pkw (z. B. den des Vaters) fahren, sondern auch weitere bei der R+V und KRAVAG versicherte Fahrzeuge – sei es das Auto der Oma, des Bruders oder den Firmen-Pkw des Ausbildungsbetriebs. 

Wie können Sie sich versichern?

Um einen Pkw fahren zu dürfen, müssen Sie in Deutschland mindestens 18 Jahre alt sein (Ausnahme: Begleitetes Fahren mit 17) und einen Führerschein der Klasse B besitzen.

Haftpflicht, Teilkasko oder Vollkasko

Wenn Sie ein eigenes Auto haben, müssen Sie mindestens eine Kfz-Haftpflichtversicherung abschließen. Diese ist gesetzlich vorgeschrieben. Im nächsten Schritt können Sie über einen erweiterten Versicherungsschutz nachdenken. Hier gibt es verschiedene Optionen mit unterschiedlichen Leistungen.

Mehr Infos zu den Unterschieden finden Sie hier:

Haftpflicht, Teilkasko oder Vollkasko?

Besitzen Sie kein eigenes Auto, sondern nutzen das Auto der Familie?

Wenn Sie zwischen 18 und 23 Jahren alt sind, passt unsere Option „Zusatzfahrer“ perfekt zu Ihnen. Bis zu Ihrem 23. Geburtstag nehmen wir Sie in den bestehenden Pkw-Vertrag Ihrer Eltern bei der R+V oder KRAVAG auf.

Gerne beraten wir Sie hierzu persönlich:

Jetzt Beratungstermin vereinbaren

Wie lang ist man Fahranfänger und welche Regeln gelten?

Die Antwort hängt davon ab, wen man fragt:

  • Rechtlich: Die Probezeit dauert 2 Jahre ab Erteilung der Fahrerlaubnis. Wenn Sie in der Probezeit einen schwerwiegenden Verstoß (A-Verstoß) oder 2 weniger schwere Verstöße (B-Verstöße) begehen, verlängert sich die Probezeit automatisch um weitere 2 Jahre auf insgesamt 4 Jahre. Zusätzlich müssen Sie an einem Aufbauseminar (ASF) teilnehmen.
  • Bei der Versicherung: Wegen der Unfallstatistiken dehnen viele Versicherer den Begriff aus. Oft gelten Fahrer zwischen 18 und 25 Jahren als Fahranfänger. Bei der R+V gelten Fahrer bis zum vollendeten 23. Lebensjahr als Fahranfänger.
  • Fahrerisch: Eine feste Grenze existiert nicht. Routine hängt davon ab, wie viel und wie unterschiedlich Sie fahren.

Während der Probezeit gelten für Sie strengere Regeln als für erfahrene Fahrer. Eine betrifft beispielsweise den Konsum von Alkohol: In der Probezeit und generell unter 21 Jahren gilt beim Autofahren die Null-Promille-Grenze.

Mehr Infos dazu in unserem Ratgeber:

5 Tipps für Fahranfänger im Straßenverkehr

Fahren Sie so oft, wie Sie können, und fahren Sie bewusst unterschiedliche Strecken. 10 kurze Fahrten zum Supermarkt bringen Ihnen weniger als eine einzige Fahrt, bei der etwas Neues dazukommt:

  • Dunkelheit und Dämmerung
  • Regen, Nebel oder Schnee
  • Autobahn mit Auffahren und Spurwechseln
  • Dichter Stadtverkehr mit Ampeln und Radfahrern

Nehmen Sie am Anfang jemanden mit Erfahrung mit. Diese Person sagt Ihnen in unübersichtlichen Situationen direkt, worauf es ankommt.

Im Straßenverkehr kommt es ständig zu Situationen, die Sie aus der Ruhe bringen können: Schlechte Sicht, ungünstiges Wetter, jemand drängelt oder hupt. Lassen Sie sich davon nicht verunsichern. Wenn Sie besonnen reagieren und sich die Zeit nehmen, die Sie brauchen, senken Sie Ihr Unfallrisiko.

Bleibt die Anspannung auch nach Wochen bestehen, steckt meist mehr dahinter als Ungeübtheit. Angst vorm Autofahren können Sie gezielt angehen.

Nicht angepasste Geschwindigkeit und ein zu geringer Abstand stehen zusammen hinter fast 40 % der Unfälle, die die Behörden jungen Fahrern anlasten. Auch Kleinwagen haben heute Motorleistungen, die bei zu hohem Tempo schwer zu beherrschen sind, sobald etwas Unerwartetes passiert. Fahren Sie langsamer, als Sie dürfen, und halten Sie mehr Abstand, als sich richtig anfühlt. 

Wie groß der Abstand sein muss, sagt Ihnen die Faustregel für den Sicherheitsabstand. Wie weit Ihr Auto nach dem Tritt auf die Bremse noch rollt, zeigt die Bremsweg-Formel. Rechnen Sie beides einmal für Ihr übliches Tempo durch.

Alkohol, Marihuana, Drogen und manche Medikamente setzen Ihre Reaktionsfähigkeit erheblich herab. Bei 18- bis 24-jährigen Autofahrern, die 2024 an Unfällen mit Personenschäden beteiligt waren, wurde in 3,5 % der Fälle Alkoholeinfluss als Unfallursache erfasst. Auch rezeptfreie Medikamente können die Fahrtauglichkeit beeinträchtigen.

Wenn Sie feiern gehen, klären Sie vorher, wie Sie wieder nach Hause kommen, z. B.:

  • die letzte Bahn heraussuchen
  • ein Taxi einplanen
  • bei jemandem übernachten
  • ausmachen, wer an dem Abend nüchtern bleibt und fährt

In einem Fahrsicherheitstraining lernen Sie, wie sich Ihr Auto bei Nässe, auf Rollsplitt oder beim plötzlichen Ausweichen verhält. Die örtlichen Verkehrswachten bieten solche Trainings für Fahranfänger an.

Tipp: Viele Berufsgenossenschaften übernehmen die Kosten.

FAQs

Häufige Fragen und Antworten zum Thema Fahranfänger

  • Privates Üben auf öffentlichen Straßen ist ohne Fahrerlaubnis verboten. Auf öffentlichen Straßen ist das Fahren nur in einer Fahrschule oder im Rahmen des Begleiteten Fahrens ab 17 (BF17) mit eingetragener Begleitperson erlaubt.
  • Für privates Üben gibt es spezielle, abgegrenzte Verkehrsübungsplätze.

Durch Wiederholung in überschaubaren Situationen. Fahren Sie zuerst Strecken, die Sie kennen, zu Zeiten mit wenig Verkehr. Von Mal zu Mal nehmen Sie sich dann etwas Anspruchsvolleres vor, etwa eine Fahrt bei Dunkelheit oder die erste Autobahnetappe.

In der Probezeit und generell unter 21 Jahren dürfen Sie keinen Alkohol trinken, bevor Sie fahren. Ansonsten gelten für Sie dieselben Verkehrsregeln wie für alle anderen, nur die Folgen von Verstößen fallen strenger aus.

Ja, mit dem Führerschein der Klasse B dürfen Sie als Fahranfänger ohne Einschränkung auf der Autobahn fahren. Anders als in einigen Nachbarländern gibt es in Deutschland kein eigenes Tempolimit für Fahranfänger.

Beim Auffahren auf die Autobahn kommt es vor allem darauf an, dass Sie den Beschleunigungsstreifen wirklich ausnutzen und auf Reisegeschwindigkeit kommen.

Nein. In Deutschland gibt es keine Kennzeichnungspflicht für Fahranfänger. Ein Hinweisschild am Heck dürfen Sie anbringen, müssen Sie aber nicht.

  • Eine Möglichkeit ist, das Auto als Zweitwagen über die Eltern zu versichern, um von deren Schadenfreiheitsklasse zu profitieren.
  • Auch die Wahl eines Autos mit niedriger Typklasse, wie ein Kleinwagen oder ein älteres Modell, kann die Prämien verringern.
  • Beim begleiteten Fahren ab 17 Jahren können Sie als Fahranfänger Fahrpraxis sammeln, was sich positiv auf den Versicherungsbeitrag auswirkt, sofern Sie unfallfrei fahren.
  • Wenn Sie wenig fahren, lohnt sich ein Wenigfahrer-Rabatt.
  • Tarife mit Werkstattbindung bieten im Vergleich zu regulären Tarifen ebenfalls Ersparnisse.
  • Mit einer höheren Selbstbeteiligung im Schadensfall können Sie weiterhin die Kosten senken.
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Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026

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