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Achtsamkeit

So entkommen Sie einer Winterdepression

Wenn sich der Sommer längst verabschiedet hat, die Tage kühler und dunkler werden und sich die Sonne immer öfter hinter den Wolken versteckt, kämpfen viele Menschen mit einer Winterdepression. Doch welche Anzeichen lassen erkennen, ob man bereits betroffen ist und welche Mittel verschaffen schnelle Abhilfe?
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Winterdepression erkennen

Wenn der Herbst Einzug hält, die Tage kürzer werden und der Körper viel weniger mit Sonnenlicht versorgt wird, schlägt das vielen Menschen aufs Gemüt. Es muss sich daraus aber nicht zwangsläufig eine Winterdepression entwickeln.

Dennoch leiden etwa ein bis drei Prozent der Europäer unter einer regelmäßig im Jahr wiederkehrenden depressiven Erkrankung. Man spricht dabei auch von einer saisonal auftretenden Störung des Gefühlslebens (SAD – saisonal abhängige Depression). Dazu gehört die Winterdepression. SAD kommt vor allem im Herbst und Winter vor, seltener im Sommer.

Betroffene haben z. B. ein erhöhtes Schlafbedürfnis, fühlen sich schlapp und traurig. Gleichzeitig steigt die Lust auf Essen, vorzugsweise auf süße Speisen. Nicht immer geht eine Winterdepression mit einer depressiven Verstimmung einher. Manche Menschen erleben auch manische Phasen. Das bedeutet, dass sie überaus euphorisch sind, sich selbst maßlos überschätzen und eine starke innere Unruhe empfinden.

Diese Symptome treten bei einer Winterdepression auf

Verwechseln Sie eine Winterdepression nicht mit dem sogenannten Winterblues. Letzterer zeichnet sich durch einen weit milderen und kürzeren Verlauf ab. Auch hier fühlen sich Betroffene lustlos und schlapp, eine echte depressive Verstimmung liegt allerdings nicht vor.

An folgenden Symptomen erkennen Sie eine Winterdepression:

  • Heißhungerattacken und damit verbunden oft auch eine Gewichtszunahme über die Wintermonate.

  • An manchen Tagen Appetitlosigkeit. Betroffene bekommen dann kaum einen Bissen herunter und fühlen sich extrem freudlos.

  • Erhöhtes Schlafbedürfnis bis hin zur Schlafsucht (Hypersomnie).

  • Lustlosigkeit und Erschöpfung.

  • Dauerhaft anhaltendes Stimmungstief.

  • Vernachlässigung sozialer Kontakte.

  • Vernachlässigung der eigenen Person.

Welche Rolle spielt Melatonin bei der Entstehung einer Winterdepression?

Vielleicht haben Sie es bereits geahnt: In südlichen Ländern tritt die Winterdepression deutlich weniger häufig auf als in nördlicheren Gebieten, wo die Nächte in dieser Jahreszeit länger sind und am Tag dementsprechend häufig weniger Sonnenlicht vorhanden ist. Der Lichtmangel führt dazu, dass das Schlafhormon Melatonin nun nicht mehr nur nachts, sondern auch am Tag ausgeschüttet wird.

Es kommt zu den bereits oben genannten Symptomen wie Antriebslosigkeit und Energiemangel. Weil Melatonin im Körper durch die Aminosäure Tryptophan hergestellt wird, kann diese weniger stark zur Bildung des Neurotransmitters (Nervenbotenstoff) Serotonin verwendet werden. Dieser ist aber verantwortlich für eine positive Stimmung. Wenn dem Gehirn Serotonin fehlt, versucht es diesen Mangel z. B. mittels Süßigkeiten wieder auszugleichen. Zucker und einige Inhaltsstoffe der Schokolade helfen bei der Bildung des Neurotransmitters.

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Was tun gegen eine Winterdepression?

Wenn Sie feststellen, dass Sie an einer Winterdepression leiden, weil die oben genannten Symptome bei Ihnen bereits über mehrere Tage bzw. Wochen andauern, sollten Sie handeln. Fassen Sie sich ein Herz und gehen Sie, trotz Kälte, an die frische Luft. Ein Spaziergang von etwa 30 Minuten hilft dabei, die Melatonin-Produktion zu stoppen, auch wenn die Lichtintensität nicht sehr stark ist. Wenn Sie sich im Freien auch noch körperlich betätigen, versorgt das Ihren Körper optimal mit Frischluft, Sie können nachts besser schlafen und fühlen sich vielleicht schon allein dadurch gestärkter.

Helfen diese Maßnahmen nicht, um Ihre Stimmung aufzuhellen, empfehlen Spezialistinnen und Spezialisten eine Kombination von Licht- Psycho- und Pharmakotherapie:

Neben dem sehr effizienten Tageslicht, werden bei der Therapie von SAD aber auch medizinische Lichttherapiegeräte eingesetzt, die je nach ärztlicher Verordnung in unterschiedlicher Intensität verwendet werden können. Betroffene setzen sich dafür täglich vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang vor ein Lichtgerät mit 2500 Lux (von lateinisch „Lux“ für „Licht“; physikalische Einheit zur Bestimmung der Beleuchtungsstärke von Licht) und das für maximal eine Stunde. Es gibt auch intensivere Geräte mit bis zu 10.000 Lux, hierbei reicht eine Anwendung von 30 Minuten am Tag aus. In der Regel kommt es bereits nach einigen Tagen zu ersten Besserungen. Anwendungen über den gesamten Zeitraum der dunklen Jahreszeit haben sich am meisten bewährt.

Zur Lichttherapie können auch Medikamente gegeben werden, die helfen, den Serotoninspiegel zu erhöhen.

Auch Johanniskraut erzielt große Erfolge bei der Behebung einer Winterdepression. Es darf allerdings nicht in Kombination mit einer Lichttherapie eingenommen werden, da die Pflanze die Haut lichtempfindlicher macht. Auch in Kombination mit der Anti-Baby-Pille besteht eine Wechselwirkung. Besprechen Sie eine mögliche Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Zusätzlich zur Licht- und medikamentösen Therapie kann auch die kognitive Verhaltenstherapie Betroffenen helfen.

Wenn Sie keinen Ausweg aus der Depression finden, holen Sie sich in jedem Fall professionelle Hilfe bei psychologischen oder ärztlichen Therapeuten. Diese können den Grad der Schwere Ihrer Depression erörtern und die für Sie passende Therapie zusammenstellen.

Wie stellt der Arzt eine Winterdepression fest?

Während eines Gesprächs erfragt die Ärztin oder der Arzt die vorliegenden Beschwerden (Anamnese). Welche Symptome liegen vor, wie lange dauern diese bereits an? Es werden auch mögliche Grunderkrankungen und die Einnahme von Medikamenten besprochen, da manche Arznei depressive Verstimmung auslösen bzw. verstärken kann.

Winterdepression vorbeugen

Wer einmal an einer Winterdepression gelitten hat, fürchtet sich möglicherweise im darauffolgenden Jahr vor einer Wiederkehr. Es gibt Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um vorzubeugen:

  • Auch wenn Sie das Wetter nicht nach draußen zieht, gilt: Halten Sie sich auch während Herbst und Winter viel an der frischen Luft auf und verkriechen Sie sich nicht drinnen.

  • Eine Lichttherapie kann bereits vor den grauen Monaten vorbeugend begonnen werden – sprechen Sie hierzu Ihre Ärztin oder Ihren Arzt rechtzeitig an.

  • Auch die Einnahme bestimmter Antidepressiva kann bereits im Vorfeld einer beginnenden Winterdepression hilfreich sein. Sie erfolgt dann in geringerer Dosierung. Diese erhalten Sie nach Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.

  • Achten Sie auf gesunde, ausgewogene und regelmäßige Speisen, so vermeiden Sie Heißhungerattacken.

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