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Rauchwarnmelder können Leben retten

Ein Kurzschluss, defekte Haushaltsgeräte, Unachtsamkeit im Umgang mit Kerzen und anderen Feuerquellen lösen schnell einen Brand aus. Pro Jahr kommen dabei etwa 400 Menschen in Deutschland ums Leben.

So wichtig sind Rauchwarnmelder

Tatsächlich sterben etwa zwei Drittel aller Brandopfer infolge einer Rauchvergiftung. Ein weit verbreiteter Irrtum ist es, dass Schlafende durch den beißenden Qualm aufwachen. Denn im Schlaf "schlafen" auch unsere Sinnesorgane. Brandrauch ist Gift für die Lunge. Wer ihn zwei Minuten lang einatmet, für den kommt oft jede Hilfe zu spät.

Um nicht Opfer einer lebensgefährlichen Rauchvergiftung zu werden, benötigen wir einen technischen Ersatz – einen Rauchwarnmelder, der bei Gefahr Alarm schlägt.

Ein Überblick über gesetzliche Vorgaben in den Bundesländern

In allen 16 Ländern der Bundesrepublik Deutschland besteht mittlerweile eine gesetzliche Rauchwarnmelderpflicht für privaten Wohnraum. Diese ist in den jeweiligen Landesbauordnungen geregelt. Eine Übersicht über den Stand der aktuellen Gesetzeslage in den einzelnen Bundesländern können Sie nachfolgender Tabelle entnehmen:

BundeslandEinbaupflicht für
Neu- und Umbauten
Übergangsfrist der
Einbaupflicht in Bestandsbauten
Baden-Württemberg abgelaufen seit 31. Dezember 2014
Bayern abgelaufen seit 31. Dezember 2017
Berlin voraussichtlich bis 31. Dezember 2020
Brandenburg voraussichtlich bis 31. Dezember 2020
Bremen abgelaufen seit 31. Dezember 2015
Hamburg abgelaufen seit 31. Dezember 2010
Hessen abgelaufen seit 31. Dezember 2014
Mecklenburg-Vorpommern abgelaufen seit 31. Dezember 2009
Niedersachsen abgelaufen seit 31. Dezember 2015
Nordrhein-Westfalen abgelaufen seit 31. Dezember 2016
Rheinland-Pfalz abgelaufen seit 12. Juli 2012
Saarland abgelaufen seit 31. Dezember 2016
Sachsen für Bestandsbauten besteht derzeit noch keine Nachrüstpflicht
Sachsen-Anhalt abgelaufen seit 31. Dezember 2015
Schleswig-Holstein abgelaufen seit 31. Dezember 2010
Thüringen bis 31. Dezember 2018

Hinweise zur Installation eines Rauchwarnmelders

Damit Rauchwarnmelder fehlerfrei funktionieren können, sind bei der Installation einige wichtige Regeln zu beachten. Als Mindestschutz sollten alle Schlafräume, die Kinderzimmer sowie die angrenzenden Flure und Treppenhäuser, die als Rettungswege dienen, mit Rauchwarnmeldern überwacht werden. Grundsätzlich reicht ein Rauchwarnmelder in einem Raum mit einer Fläche von ungefähr 60 m². Bei größeren Räumen sind entsprechend mehrere Melder anzubringen. Die Rauchwarnmelder sind immer an der Decke und möglichst in der Mitte des Raumes zu installieren. Der Abstand zu Wänden und Einrichtungsgegenständen sollte dabei mindestens einen halben Meter betragen. Standard-Rauchwarnmelder können aber immer nur in dem Raum, in dem sie installiert wurden, akustisch alarmieren. Daher sollten möglichst immer vernetzte Melder, beispielsweise auf Funkbasis, eingesetzt werden. Wenn z. B. ein Brand im Erdgeschoss eines Wohnhauses ausbricht und sich die Schlafzimmer im dritten Obergeschoss befinden, ist die Vernetzung der Rauchmelder für die Bewohner überlebenswichtig, denn nur dann wird gewährleistet, dass alle im Gebäude befindlichen Personen bei Ausbruch eines Brandes alarmiert werden. Die DIN 14676, 2012-09 (Rauchwarnmelder für Wohnhäuser, Wohnungen und Räume mit wohnungsähnlicher Nutzung) ist die gültige Anwendungsnorm für Rauchwarnmelder und gibt hierzu noch weitere Empfehlungen.

Um die volle Funktionsfähigkeit des Melders zu erhalten, sollte dieser mindestens im jährlichen Turnus überprüft werden. Bei dieser Überprüfung sollte zumindest untersucht werden, ob die Raucheindringöffnungen frei sind und nicht etwa durch Flusen verschmutzt, oder eine funktionsrelevante Beschädigung des Rauchwarnmelders vorliegt. Weiterhin ist es wichtig, dass die Umgebung des Rauchwarnmelders in einem Abstand von 0,5 m frei von Hindernissen (z. B. Schränken) ist, die das Eindringen von Brandrauch in den Rauchwarnmelder behindern könnten.

Wichtige Qualitätsmerkmale eines Rauchwarnmelders

Ein Rauchwarnmelder sollte den Qualitätsanforderungen der DIN-Norm EN 14604 entsprechen. Diese Norm hält grundlegende technische Kriterien fest, die ein Rauchwarnmelder erfüllen muss. Z. B. muss der Rauchwarnmelder eine Warnfunktion auslösen, wenn die Batterien nicht mehr genügend Leistung haben. Erkennbar ist eine solche Zertifizierung unter anderem am Prüfzeichen des VdS (Vertrauen durch Sicherheit).

Noch höheren Anforderungen entsprechen Rauchwarnmelder, die zusätzlich mit dem Qualitätskennzeichen "Q" ausgezeichnet sind. Dieses Zeichen bestätigt dem Verbraucher, dass das Produkt auch die Kriterien der Richtlinie 14-01 der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e. V. (vfdb) erfüllt. Hier werden unter anderem die Langlebigkeit sowie Maßnahmen zur Reduktion von Täuschungsalarmen des Produkts überprüft. Ein weiteres Qualitätskriterium ist eine fest eingebaute Batterie mit einer Lebensdauer von mindestens zehn Jahren.

Wie funktioniert ein Rauchwarnmelder?

Im Inneren eines Rauchwarnmelders befindet sich eine Messkammer. Im Normalzustand ist in dieser Messkammer kein Rauch. Eine Leuchtdiode sendet Lichtstrahlen in die Messkammer, ohne dass diese auf die gegenüber angebrachte Fotolinse treffen.

Bei Raucheintritt werden die Lichtstrahlen durch den Rauch reflektiert und so in die Fotolinse gelenkt. Die Elektronik des Rauchwarnmelders erkennt dies und steuert einen internen Alarmgeber, sowie eine Kontrolllampe an, die die Auslösung des Melders optisch anzeigt.

Neuere Rauchwarnmelder überwachen den Raum außerdem noch hinsichtlich eines plötzlichen Temperaturanstiegs, der ebenfalls auf die Entstehung eines Brandes schließen lässt.

Autor/in

R. Weber, K. Albrecht

Jan. 2018

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