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Rauchwarnmelder können Leben retten

Ein Kurzschluss, defekte Haushaltsgeräte, Unachtsamkeit im Umgang mit Kerzen und anderen Feuerquellen ... Das sind nur einige von vielzähligen möglichen Ursachen für Brände. Pro Jahr kommen dabei etwa 400 Menschen in Deutschland ums Leben.

So wichtig sind Rauchwarnmelder

Tatsächlich sterben etwa zwei Drittel aller Brandopfer infolge einer Rauchvergiftung. Ein weit verbreiteter Irrtum ist es, dass Schlafende durch den beißenden Qualm aufwachen. Denn im Schlaf "schlafen" auch unsere Sinnesorgane. Brandrauch ist Gift für die Lunge. Wer ihn zwei bis drei Minuten lang einatmet, für den kommt oft jede Hilfe zu spät.

Um nicht Opfer einer lebensgefährlichen Rauchvergiftung zu werden, benötigen wir einen technischen Helfer – einen Rauchwarnmelder, der bei Gefahr Alarm schlägt.

Gut kombiniert: Rauchwarnmelder und passende Versicherung

Bricht ein Feuer im Haus aus, heißt es einen klaren Kopf zu bewahren. Doch auch vorher sollten Maßnahmen zum eigenen Schutz und zum Erhalt der materiellen Werte ergriffen werden.

Neben der Installation von Rauchwarnmeldern und Feuerlöschern, ist die Absicherung durch eine geeignete Versicherung unerlässlich.

Die R+V-Hausratversicherung und die R+V-Wohngebäudeversicherung bieten Ihnen Versicherungsschutz auch bei Schäden durch Brand.

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Bei weiteren Fragen zur Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung stehen Ihnen unsere Ansprechpartner vor Ort gerne zur Verfügung.

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Installation eines Rauchwarnmelders – worauf es ankommt

Damit Rauchwarnmelder fehlerfrei funktionieren können, sind bei der Installation einige wichtige Regeln zu beachten. Als Mindestschutz sollten alle Schlafräume, die Kinderzimmer sowie die angrenzenden Flure und Treppenhäuser, die als Rettungswege dienen, mit Rauchwarnmeldern überwacht werden.

Grundsätzlich reicht ein Rauchwarnmelder in einem Raum mit einer Fläche von ungefähr 60 m². Bei größeren Räumen sind entsprechend mehrere Melder anzubringen. Die Rauchwarnmelder sind immer an der Decke und möglichst in der Mitte des Raumes zu installieren. Der Abstand zu Wänden und Einrichtungsgegenständen sollte dabei mindestens einen halben Meter betragen.

Sicher alarmiert mit vernetzten Rauchwarnmeldern

Standard-Rauchwarnmelder können nur in dem Raum, in dem sie installiert wurden, akustisch alarmieren. Daher sollten möglichst immer vernetzte Melder, beispielsweise auf Funkbasis, eingesetzt werden. Wenn z. B. ein Brand im Erdgeschoss eines Wohnhauses ausbricht und sich die Schlafzimmer im dritten Obergeschoss befinden, ist die Vernetzung der Rauchmelder für die Bewohner überlebenswichtig, denn nur dann wird gewährleistet, dass alle im Gebäude befindlichen Personen bei Ausbruch eines Brandes alarmiert werden.

Die DIN 14676, 2012-09 (Rauchwarnmelder für Wohnhäuser, Wohnungen und Räume mit wohnungsähnlicher Nutzung) ist die gültige Anwendungsnorm für Rauchwarnmelder und gibt hierzu noch weitere Empfehlungen.

Mindestens ein Mal im Jahr ist eine Kontrolle der Melder sinnvoll.

Regelmäßige Wartung der Rauchwarnmelder

Um die volle Funktionsfähigkeit des Melders zu erhalten, sollte dieser mindestens im jährlichen Turnus überprüft werden. Bei dieser Überprüfung sollte untersucht werden, ob die Raucheindringöffnungen frei sind und nicht etwa durch Flusen verschmutzt, oder eine funktionsrelevante Beschädigung des Rauchwarnmelders vorliegt. Weiterhin ist es wichtig, dass die Umgebung des Rauchwarnmelders in einem Abstand von 0,5 Metern frei von Hindernissen (z. B. Schränken) ist, die das Eindringen von Brandrauch in den Rauchwarnmelder behindern könnten. Die Warnsignale sollten einer Funktionsprüfung unterzogen und alle Ergebnisse und Maßnahmen der Wartung dokumentiert werden.

Wichtige Qualitätsmerkmale eines Rauchwarnmelders

Ein Rauchwarnmelder sollte den Qualitätsanforderungen der DIN-Norm EN 14604 entsprechen. Diese Norm hält grundlegende technische Kriterien fest, die ein Rauchwarnmelder erfüllen muss. Zum Beispiel muss der Rauchwarnmelder eine Warnfunktion auslösen, wenn die Batterien nicht mehr genügend Leistung haben. Erkennbar ist eine solche Zertifizierung unter anderem am Prüfzeichen des VdS (Vertrauen durch Sicherheit).

Noch höheren Anforderungen entsprechen Rauchwarnmelder, die zusätzlich mit dem Qualitätskennzeichen „Q“ ausgezeichnet sind. Dieses Zeichen bestätigt dem Verbraucher, dass das Produkt auch die Kriterien der Richtlinie 14-01 der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e. V. (vfdb) erfüllt. Hier werden unter anderem die Langlebigkeit sowie Maßnahmen zur Reduktion von Täuschungsalarmen des Produkts überprüft.

Ein weiteres Qualitätskriterium ist eine fest eingebaute Batterie mit einer Lebensdauer von mindestens zehn Jahren.

Wie funktioniert ein Rauchwarnmelder im Normalzustand?

Im Inneren des Melders befindet sich eine Messkammer. Im Normalzustand ist in dieser Kammer kein Rauch. Eine Leuchtdiode sendet Lichtstrahlen in die Messkammer, ohne dass diese auf die gegenüber angebrachte Fotolinse treffen.

Was passiert im Rauchmelder bei Raucheintritt?

Bei Raucheintritt werden die Lichtstrahlen durch den Rauch reflektiert und so in die Fotolinse gelenkt. Die Elektronik des Melders erkennt dies und steuert einen internen Alarmgeber, sowie eine Kontrolllampe an, die die Auslösung des Melders optisch anzeigt.

Neuere Rauchwarnmelder überwachen den Raum außerdem noch hinsichtlich eines plötzlichen Temperaturanstiegs, der ebenfalls auf die Entstehung eines Brandes schließen lässt.

Ein Überblick über gesetzliche Vorgaben in den Bundesländern

In allen 16 Ländern der Bundesrepublik Deutschland besteht mittlerweile eine gesetzliche Rauchwarnmelderpflicht für privaten Wohnraum. Diese ist in den jeweiligen Landesbauordnungen geregelt. Eine Übersicht über den Stand der aktuellen Gesetzeslage in den einzelnen Bundesländern können Sie nachfolgender Tabelle entnehmen:

BundeslandEinbaupflicht für
Neu- und Umbauten
Übergangsfrist der
Einbaupflicht in Bestandsbauten
Baden-Württemberg abgelaufen seit 31. Dezember 2014
Bayern abgelaufen seit 31. Dezember 2017
Berlin voraussichtlich bis 31. Dezember 2020
Brandenburg voraussichtlich bis 31. Dezember 2020
Bremen abgelaufen seit 31. Dezember 2015
Hamburg abgelaufen seit 31. Dezember 2010
Hessen abgelaufen seit 31. Dezember 2014
Mecklenburg-Vorpommern abgelaufen seit 31. Dezember 2009
Niedersachsen abgelaufen seit 31. Dezember 2015
Nordrhein-Westfalen abgelaufen seit 31. Dezember 2016
Rheinland-Pfalz abgelaufen seit 12. Juli 2012
Saarland abgelaufen seit 31. Dezember 2016
Sachsen für Bestandsbauten besteht derzeit noch keine Nachrüstpflicht
Sachsen-Anhalt abgelaufen seit 31. Dezember 2015
Schleswig-Holstein abgelaufen seit 31. Dezember 2010
Thüringen bis 31. Dezember 2018

Was tun, wenn es brennt?

Verständigen Sie die Feuerwehr unter 112

Antworten Sie bitte auf folgende Fragen:

  • Wo ist etwas passiert? Geben Sie den Brandort mit Straße, Hausnummer und Etage bekannt.
  • Was ist passiert? Schildern Sie die Situation so genau wie möglich.
  • Wie viele Betroffene? Geben Sie an, ob und wie Menschen oder Tiere betroffen sind.
  • Wer spricht? Nennen Sie nun Ihren Namen.
  • Warten Sie auf Rückfragen und Anweisungen des Feuerwehrbeamten. Beenden Sie nie das Gespräch von sich aus – erst nach deutlicher Aufforderung.

Handeln Sie umsichtig

  • Gehen Sie kein Risiko ein! Jeder Brand ist gefährlich, weil er innerhalb von Sekunden unkontrollierbar werden kann. Große Gefahr geht insbesondere von den Rauchgasen aus – zwei bis drei Atemzüge können tödlich sein.
  • Überschätzen Sie nicht Ihre eigenen Fähigkeiten. Wenn möglich, bitten Sie andere um Hilfe.
  • Schalten Sie elektrische Geräte ab.
  • Schließen Sie eventuell vorhandene Gashähne.
  • Versuchen Sie kleinere Brandherde mit einer festen Stoffdecke zu ersticken.
  • Löschen Sie brennendes Fett und brennende Flüssigkeiten nie mit Wasser.
  • Verlassen Sie Räume, in denen es größere Brand- oder Rauchentwicklung gibt.
  • Schließen Sie, wenn möglich, Türen und Fenster. Zugluft fördert den Brand. Schließen Sie nicht ab!

Bringen Sie sich und andere in Sicherheit

  • Informieren Sie gefährdete Personen und helfen Sie Kindern, Menschen mit Einschränkungen und älteren Menschen.
  • Benutzen Sie Flucht- und Rettungswege.
  • Benutzen Sie niemals Aufzüge.
  • Umgehen Sie stark verrauchte und/oder brennende Räume. Falls dies nicht möglich ist, halten Sie sich ein Tuch vor Nase und Mund, gehen Sie geduckt unter den Rauchschwaden hindurch ins Freie. Wenn nötig, kriechen Sie. Kohlenmonoxid und andere Gase können in wenigen Minuten zur Bewusstlosigkeit führen.
  • Wenn keine Fluchtmöglichkeit besteht, versuchen Sie sich am Fenster bemerkbar zu machen. Bei Rauchentwicklung im Raum legen Sie sich auf den Boden und atmen Sie flach über dem Boden.
  • Laufen Sie nicht zurück, um Ihr Hab und Gut zu retten. Sie können sich damit in Lebensgefahr bringen!

Unterstützen Sie die Einsatzkräfte vor Ort

  • Erklären Sie, wo sich der Brandort befindet.
  • Erklären Sie, wo sich möglicherweise noch Personen in Gefahrenbereichen befinden.
  • Informieren Sie – sofern Sie Kenntnis darüber haben – welche Besonderheiten das Gebäude hat: Baustellen, weitere Zugänge, gefährliche, giftige oder explosive Stoffe, Gasleitungen.
  • Vermeiden Sie alle Behinderungen der Einsatzkräfte und befolgen Sie deren Anweisungen.

Checkliste zum Download

Was tun, wenn es brennt?

Informieren Sie Ihre Versicherung

  • Sie sind in Sicherheit und das Feuer ist gelöscht? Melden Sie den Schaden unverzüglich Ihrer Versicherung, wenn Sie eine Hausratversicherung oder Wohngebäudeversicherung abgeschlossen haben.
  • Sprechen Sie mit Ihrer Versicherung über mögliche Sanierungsmaßnahmen.
  • Sind Sie bei R+V versichert? Dann wenden Sie sich im Schadensfall direkt an die R+V-Schaden-Hotline 0800 533-1111* oder melden Sie den Schaden online.
  • Räumen Sie ohne Freigabe der Versicherung den Brandort nicht auf, sondern machen Sie Fotos und befolgen Sie die Weisungen Ihres Versicherers.

* Kostenfrei aus allen deutschen Fest- und Mobilfunknetzen.

    Autor/in

    K. Albrecht

    Apr. 2018

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