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Zecken: 7 Irrtümer und wie es wirklich ist

Sie sind winzig, können gefährliche Krankheiten übertragen und jeder kennt sie: die Zecken, auch bekannt als Gemeiner Holzbock. Doch rund um die Zecke kursieren viele Irrtümer. Wir räumen mit den größten Halbwahrheiten auf und zeigen, wie Sie sich vor den Blutsaugern schützen  können.

Hätten Sie es gewusst? Die sieben größten Zecken-Irrtümer.

Irrtum 1: FSME wird nur im Frühsommer übertragen

Falsch. Der Name der Krankheit Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) führt in die Irre. Denn Zecken, die FSME übertragen, sind schon ab sieben Grad Celsius aktiv. Liegt im Winter über einen längeren Zeitraum die Temperatur darüber, bleiben die Zecken aktiv und können auch in dieser Jahreszeit zustechen.

Irrtum 2: Zecken fallen von Bäumen herab

Falsch. Zecken lassen sich nicht von Bäumen fallen. Vielmehr verstecken sie sich im Unterholz, sitzen auf Grashalmen und lauern auf Buschzweigen.

Irrtum 3: Mit Öl und Klebstoff gegen die Zecken vorgehen.

Bloß nicht. Versuchen Sie auf keinen Fall, Zecken mit Öl, Klebstoff oder ähnlichem zu ersticken. Es kann sein, dass die Zecke erst durch ihren Todeskampf die gefährlichen Erreger in die Wunde abgibt.

Irrtum 4: Sofortiges Entfernen der Zecke reicht aus.

Jein. Bewahren Sie Ruhe, wenn Sie eine Zecke auf dem Körper gefunden haben, und entfernen Sie diese mit einer Zeckenzange oder einer geeignetenPinzette. Wichtig ist es aber auch, die Einstichstelle über einen längeren Zeitraum zu beobachten.

Irrtum 5: Richtige Kleidung bietet ausreichenden Schutz.

Jein. Zwar werden die Zecken durch die passende Kleidung aufgehalten, einen hundertprozentigen Schutz bietet diese aber nicht. Zecken können auf der Suche nach einer geeigneten Stichstelle eine ganze Weile herumkrabbeln.

Irrtum 6: Zecken sind nur in bestimmten Teilen Deutschlands aktiv.

Falsch. Im gesamten Bundesgebiet kann es zu Borrelien-Infektionen kommen. Lediglich die Zecken, die FSME übertragen, sind auf bestimmte Gebiete beschränkt. Eine aktuelle Übersicht über FSME-Risikogebiete finden Sie auf den Seiten des Robert Koch Instituts (RKI).

Irrtum 7: Zecken beißen.

Falsch. Zecken beißen nicht, sie stechen. Die Tiere haben einen Stechrüssel und ein scherenartiges Mundwerkzeug. Wenn sie eine geeignete Einstichstelle gefunden haben, schneiden sie die Haut auf, stechen mit ihrem Stechrüssel in das Gewebe und beginnen, Blut zu saugen.

Durch Zecken übertragbare Krankheiten: FSME und Lyme-Borreliose

In Deutschland können Zecken vor allem die Erreger von diesen beiden Krankheiten auf den Menschen übertragen:

  • FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis)
  • Lyme-Borreliose

Die Lyme-Borreliose kommt deutschlandweit vor, während sich FSME-Virus auf bestimmte Risikogebiete konzentriert. Eine Übersicht über FSME-Risikogebiete finden Sie auf den Seiten des Robert Koch Instituts (RKI).

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

  • FSME ist eine Virus-Infektion. Übertragen wird die Krankheit durch den Stich einer infizierten Zecke.
  • Ein Großteil der FSME-Infektionen verursacht keine Beschwerden, bei ca. 30 Prozent kommt es zu einer Erkrankung.
  • Bei einer Erkrankung treten circa ein bis zwei Wochen nach dem Zeckenstich grippeähnliche Symptome auf. Später kann es bei ca. zehn Prozent der Betroffenen zu einer Hirnhaut-, Gehirn- oder Rückenmarksentzündung kommen.
  • 2020 wurde mit 704 FSME-Erkrankungen die bislang höchste Anzahl Erkrankungen seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2001 gemeldet (Quelle: RKI).
  • Gegen FSME kann man sich impfen lassen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Impfung allen Personen, die sich ständig oder vorübergehend in FSME-Risikogebieten aufhalten.

Lyme-Borreliose

  • Die Lyme-Borreliose ist eine bakterielle Infektion. Übertragen wird die Krankheit durch den Stich einer infizierten Zecke. 10 bis 20 Prozent der Zecken tragen das Bakterium in sich.
  • Die Erkrankung tritt wesentlich häufiger auf als die FSME.
  • Frühzeichen einer Infektion mit Borrelien ist eine kreisförmige Rötung um die Einstichstelle, die meist nach einigen Tagen bis Wochen auftritt. Diese Rötung kann sich zentrifugal auf mehr als fünf Zentimeter im Durchmesser ausbreiten.
  • Kontrollieren Sie das Hautgebiet um die Einstichstelle etwa vier bis sechs Wochen lang. Suchen Sie einen Arzt auf, wenn eine Hautrötung um die Einstichstelle erscheint. Unerkannte Infektionen können weitere Erkrankungen hervorrufen, z. B. am Nervensystem, den Gelenken und der Haut.
  • Die Erkrankung kann mit Antibiotika gut behandelt werden, eine Impfung ist nicht möglich.

So schützen Sie sich vor Zeckenstichen

  • Passende Kleidung tragen: Tragen Sie lange Hosen, langärmlige Oberteile, Strümpfe und geschlossene Schuhe.
  • Insektenschutz verwenden: Reiben Sie unbekleidete Körperstellen mit geeigneten Insektenschutz-Mitteln ein (so genannte Repellents).
  • Dickicht vermeiden: Benutzen Sie im Wald Wanderwege und vermeiden Sie dichtes Gebüsch und Gras.
  • Körper untersuchen: Suchen Sie nach Ausflügen in die Natur Ihren Körper und Ihre Kleidung nach Zecken ab (die Kinder nicht vergessen). Besonders gerne siedeln sich Zecken an Körperstellen mit dünner Haut an, wie z. B.:
    • Haaransatz
    • Achselhöhlen
    • Kopfhaut
    • Ohren
    • Kniekehlen und Armbeugen
    • Hände und Füße
    • Schultern und Nacken
    • Bauchnabel
    • Lendenbereich

Zecken richtig entfernen

Wichtig ist es, Zecken schnell zu entdecken und sie richtig zu entfernen. Je länger eine infizierte Zecke saugt, desto wahrscheinlicher überträgt sie die Erreger. So entfernen Sie Zecken richtig:

  • Zeckenkarte: Die Zecke wird mit Hilfe einer Einkerbung in der Karte fixiert und dann aus der Haut geschoben, was die Möglichkeit des Austritts gefährlicher Bakterien verringert. Eine Zeckenkarte ist nicht größer als eine EC-Karte und Sie können Sie problemlos bei allen Aktivitäten im Freien mitnehmen.
  • Zeckenzangen: Sie können die Zecke ebenso vorsichtig mit einer speziellen Zeckenzange unter vorsichtigem Drehen entfernen. Achten Sie darauf, die Zecke damit nicht zu zerquetschen. Es kann sein, dass die Zecke in ihrem Todeskampf erst recht Erreger in die Wunde abgibt.

Gehen Sie im Zweifelsfall zum Arzt: Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie die Zecke richtig entfernt haben, oder Rötungen an der Bissstelle beobachten, sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen.

Zecken orten ihre Opfer mit ihrer „Nase“

Schon gewusst?

Zecken erkennen Duftstoffe, die Menschen ausdünsten, wie Milchsäure oder Ammoniak. Dies ist auch ein Hinweis dafür, dass manche Menschen häufiger gestochen werden als andere.

Finanzieller Schutz bei Infektionen durch Zeckenstiche: die R+V-Unfallversicherungen

Unsere Unfallversicherungen schützen Sie finanziell vor den Folgen der durch Zecken übertragenen Infektionen, z. B. FSME und Borreliose.

Unser Ansprechpartner vor Ort informiert Sie gerne persönlich zu den Leistungen der R+V-Unfallversicherung.

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Autor/in

K. Waldheim

April 2021

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