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Tiere als Geschenk?

Ein niedliches Kätzchen, ein lustiges Häschen oder ein drolliger Welpe: Vor allembei Kindern stehen die kleinen Spielgefährten ganz oben auf dem Wunschzettel, als Freund, Tröster oder Begleiter. Man sollte sich jedoch keinesfalls zu einem unüberlegten Kauf hinreißen lassen, warnt der Deutsche Tierschutzbund.

Lebewesen nur mit Bedacht verschenken

"Viele der einst ersehnten und zunächst heiß geliebten Tiere landen später in den Tierheimen oder auf der Straße", beschreibt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, das traurige Ende des vierbeinigen oder gefiederten Familienzuwachses. Derzeit warten rund 300.000 Tiere in den Tierheimen der Mitgliedsvereine des Deutschen Tierschutzbundes auf ein neues Frauchen oder Herrchen. "Tiere sind kein x-beliebiges Geschenk. Sie sind Lebewesen, die Anspruch auf einen respektvollen und verantwortungsbewussten Umgang haben. Sie bedürfen der Pflege und der Fürsorge", erklärt Schröder.

Vor der Anschaffung zu klären

Die Anschaffung eines Tieres sollte gut überlegt sein, schließlich übernimmt man für ein ganzes Tierleben lang Verantwortung für den neuen Freund. "Tiere sind kein Überraschungsgeschenk", warnt Schröder. Damit Menschen und Tiere harmonisch miteinander leben, muss eine ganze Reihe von Punkten gemeinsam mit der Familie besprochen und geklärt werden, bevor man sich ein neues Familienmitglied ins Haus holt:

  • Über die Bedürfnisse der Tiere informieren: Vor allem Kinder können bei der täglichen Betreuung und Pflege des Haustieres viel über soziales Verhalten lernen. Norbert Holthenrich, Präsident des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (ZZF), warnt jedoch: "Wer ein Heimtier halten möchte, muss sich gut über seine grundlegenden Bedürfnisse informieren und sich vergewissern, dass die ganze Familie mit dem neuen Mitbewohner einverstanden ist."
  • Verantwortung und Pflichten klären: Bedacht werden sollte, dass ein Tier vor allem viel Zeit braucht. Tägliches Füttern, Spaziergänge mit dem Hund, das Säubern des Käfigs bei Kleintieren und das Spielen mit der Katze sind fortan Pflicht für alle Tierhalter. Zudem sollten sich die künftigen Herrchen und Frauchen darüber klar werden, was mit ihren Tieren im Urlaub passiert, empfiehlt der Deutsche Tierschutzbund. Hunde- und Katzenpensionen kosten Geld und nicht jeder kann seine Tiere bei der Verwandtschaft oder den Nachbarn lassen. Auch wer häufig am Wochenende unterwegs ist oder allein lebt, sollte sich die Anschaffung eines Tieres gut überlegen. Denn den ganzen Tag alleine in der Wohnung zu sein, ist für viele Tiere eine Qual. "Am besten bespricht daher die ganze Familie, ob sie den Anforderungen des Tieres gerecht werden kann", empfiehlt Schröder.
  • Kosten bedenken, Mietvertrag prüfen: Zugleich sollte überlegt werden, dass vor allem größere Tiere auch über die Anschaffung hinaus Geld kosten. Alleine das Futter für einen großen Hund ist nicht günstig und auch der Tierarzt will bei Hund und Katze bezahlt sein. Auch ein gesundes Tier muss jedes Jahr geimpft und regelmäßig entwurmt werden, braucht Floh- und Zeckenschutz und manchmal entstehen weitere Kosten für Zahnsteinentfernung oder Kastration. Informieren Sie sich bei Ihrem Tierarzt über die anfallenden Routinekosten. "Auch die vermeintlich günstigen Fische können ins Geld gehen. Das Aquarium, die technische Ausrüstung, Strom, Wasser und Futter kosten ein Vielfaches des Anschaffungspreises der Fische" sagt Schröder. Zudem ist ein Blick in den Mietvertrag vor der Anschaffung eines größeren Tieres ratsam. So erspart man sich späteren Ärger.

Wenn diese Punkte hinreichend geklärt sind, können Eltern und Kinder sich gemeinsam das neue Familienmitglied aussuchen. Hierbei sollten sich Eltern klar machen, dass sie die Hauptverantwortung für die Tiere ihrer Kinder tragen.

Welches Tier kommt in Frage?

Bei der Frage, welches Tier für Sie in Frage kommt, kann Ihnen der Tierarzt helfen. Er kann Ihnen schon vorab vieles über die jeweiligen Rassen erklären. Einen Tierarzt in Ihrer Nähe finden Sie beim Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V.

Tierarztsuche

Auf den eigenen Lebensstil achten

Auf den eigenen Lebensstil achten: Es ist wichtig, sein Leben an das des Tieres anzupassen und die Gewohnheiten aufeinander abzustimmen. So sind rein nachtaktive Tiere für Kinder wenig sinnvoll, tagaktive sind eher schlecht für außer Haus arbeitende und vielbeschäftigte Menschen. "Die jeweilige Lebenssituation ist ein wichtiger Stichpunkt. Man muss überlegen, dass man einen bestimmten Lebensrhythmus hat und den muss man auf das Tier ausrichten", sagt Schröder. Wer beispielsweise einen Hund haben möchte, sollte gerne bei Wind und, Wetter unterwegs sein.

Das Alter mit bedenken

Auch das eigene Alter und das zu erreichende Alter der Tiere sollte mitbedacht werden. "Es ist nicht selten, dass ein Kaninchen oder ein Meerschweinchen zehn Jahre alt wird", sagt Schröder. Deshalb sollte man diesen möglichen Zeitraum in die eigene Lebensgestaltung mit einplanen. Katzen erreichen in manchen Fällen sogar ein Alter von bis zu 18 Jahren und auch Vögel können bei richtiger Haltung sehr alt werden. Als Mindestalter für Kinder empfiehlt der Tierschutzbund sieben Jahre oder älter. "Kleine Kinder können nie allein die Verantwortung für ein Tier tragen, sondern brauchen hier unbedingt die Unterstützung eines Erwachsenen", sagt Schröder. Für ältere Leute, die sich mit dem Spazierengehen schwer tun, gelte umgekehrt, dass sich diese beispielsweise lieber einen ruhigeren Hund aus dem Tierheim als einen jungen, lauffreudigen Welpen anschaffen sollten.

Wenn Tiere, dann erst nach den Feiertagen

Wenn die Entscheidung für ein bestimmtes Haustier gefällt ist, sollten die Tiere wegen des Trubels erst nach den Feiertagen ins eigene Heim geholt werden. Verschenken Sie stattdessen lieber einen Gutschein oder Einsteigerliteratur für die kleinen zukünftigen Tierhalter. "Besuchen Sie gemeinsam das Tierheim in Ihrer Stadt. Gehen Sie mit den Hunden spazieren. Streicheln Sie die Katzen oder Meerschweinchen. Bauen Sie eine Beziehung zu Ihrem neuen Familienmitglied auf. Dann ist der Grundstein für ein harmonisches Miteinander gelegt", empfiehlt Schröder.

Woher bekommt man die Tiere?

Der erste Weg sollte immer ins Tierheim führen. Dort warten nicht nur Hunde und Katzen, sondern auch kleine Heimtiere wie Kaninchen und Meerschweinchen oder Ziervögel auf ein neues Zuhause. Sollte man hier kein passendes Tier finden, kann man sich auch bei einem verantwortungsvollen Züchter oder einem Fachhändler beraten lassen. Keinesfalls sollte man Tiere im Internet oder auf Tiermärkten kaufen.

Weitere Informationen zum Thema Haustier und Kindergeschenke

  • Einsteigertipps zur artgerechten Heimtierhaltung für Zierfische und alle anderen Heimtierfreunde - mit kostenloser Beratung, einer Online-Tierpraxis, Filmen, Podcasts etc.
  • Auch der Deutsche Tierschutzbund bietet umfangreiche Informationen zur artgerechten Haltung von Tieren an. Broschüren zur Haltung von Heimtieren können Sie herunterladen oder über die dort verlinkte Bestellliste kostenfrei anfordern - gegen Zusendung eines frankierten Rückumschlags oder einer kleinen Spende.
  • Tipps für ein passendes Kindergeschenk finden Sie in unserem Ratgeberartikel "Geschenke, die Kinder glücklich machen".

Autor/in

I. Kaiser

Jan. 2017

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