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Marder im Haus - wie wird man sie los?

Egal ob in den eigenen vier Wänden oder unter der Motorhaube des Autos - hat man einen Marder zu Gast, kann das schnell auf die Laune und den Geldbeutel drücken.

Marder sind ungebetene Gäste

Kaum eine Leitung ist vor seinen Knabberattacken sicher, auf dem heimischen Dachboden nagt und buddelt er sich Tunnel und Eingänge in Dach und Isolierung und verschmutzt das Haus mit Urin, Kot oder Beuteresten. Damit der Quälgeist nicht zur Kostenfalle wird, sollte man auf einige Dinge achten und Maßnahmen ergreifen, ihm sein neues Zuhause gleich wieder madig zu machen.

Wie bemerkt man einen Marder?

Marder sind Allesfresser und aufgrund ihrer Flexibilität in der Ernährung sind sie auch schon in unseren Großstädten anzutreffen. Außerdem sind Marder sehr scheue und nachtaktive Tiere. Sie meiden das Licht und die Menschen und gehen sehr behutsam vor. Kaum einer wird den Allesfresser daher in flagranti erwischen können. Meist bekommt der Hausbesitzer oder Fahrzeughalter nur die späteren Schäden zu Gesicht, wie angenagte Leitungen, durchfressene Isolierungsschichten im Haus oder Urin- und Kotreste auf dem Dachboden. "Marder bevorzugen für ihren Bau die oberen Stockwerke, speziell den Dachboden, im Keller findet man sie so gut wie gar nicht", sagt Joachim Handke, Jäger und Seniorchef der Hamburger Nitor Schädlingsbekämpfung. Anzeichen für einen Marderbefall im Haus sind Krabbelgeräusche auf dem Dachboden morgens und abends. Auch Kot- und Urinspuren sowie Überreste von Aas deuten auf den vierbeinigen Quälgeist hin.

Bemerkt man den Marder über einen längeren Zeitraum nicht, kann das dazu führen, dass sich seine Urinspuren ausbreiten oder der Geruch nach Fäkalien und Verwesung irgendwann so penetrant wird, dass man ihn im ganzen Haus riecht. Da die Schäden dann meist schon richtig ans Geld gehen, ist es wichtig den Dachboden in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren. Denn ein Dauergast ist der Marder nicht. Er kommt eher immer mal wieder für eine Nacht. "Marder haben meist mehrere Verstecke in ihrem Revier, das rund einen halben Quadratkilometer groß ist", sagt Handke. Daher sollte man nie zu voreilig glauben, der Marder habe sich verzogen. Oft kommen diese Tiere längere Zeit nicht mehr in ihr Versteck, haben es aber dennoch nicht aufgegeben.

Marder kommen über das Dach ins Haus

Ein weiteres Indiz für einen Marderbefall sind Tunnelgänge in der Dachisolierung. Das scheue Tier hält sich gerne mehrere Optionen offen. Daher sollte der Hausbesitzer auch, sofern das ohne größere Gefahren möglich ist, das Dach nach möglichen Schlupflöchern absuchen oder gegebenenfalls einen Profi damit beauftragen. "Marder sind sehr vorsichtige Tiere, die sich immer mehrere Fluchtwege aus ihrem Versteck vorbereiten", weiß der Experte. Der Marder kann auch Dachziegel oder Bleiabdichtungen hochdrücken, um sich so Zugang zum Dachboden zu verschaffen. Wo genau er reinkommt, kann man eventuell an Kratzspuren an der Regenrinne oder an nahegelegenen Bäumen erkennen. "Marder können sehr gut klettern und bis zu zwei Meter weit springen", sagt Handke. Auch Fellfetzen, die am Eingang im Dach hängen bleiben, können Aufschluss liefern.

Beim Marderbefall am Auto sind ähnliche Spuren zu erkennen. Der Vierbeiner nagt die Schläuche und Kabel an und hinterlässt Fellfetzen, Kotspuren oder Essensreste. Ein Blick unter die Motorhaube genügt meist schon zur Feststellung des Marder-Problems. Dabei sollte man lieber einmal zu viel nachschauen, als dass der Schaden erst dann bemerkt wird, wenn es zu Komplikationen beim Autofahren kommt.

Marder verursachen Probleme und Kosten

Einen Marder in Haus oder Auto zu haben, bringt viele Probleme mit sich. Die Schäden, die er verursacht können ans Geld gehen und Geruchs- und Lärmbelästigungen können die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen. Frisst sich ein Marder durch die Isolierung des Daches, nagt er an Leitungen oder zerkratzt er die Fassade, werden Reparaturmaßnahmen fällig. Auch im Motorraum von Fahrzeugen können die Kosten wegen der Marderschäden schnell steigen. Schleppt der Marder Aas mit ins Haus oder ins Auto, bilden sich hier Maden und Fliegen, die zu einer richtigen Plage werden können. Der Marder richtet sich Klo-, Schlaf- und Fressplätze ein. Außerdem können Marder, ähnlich wie Füchse, Krankheiten wie Tollwut übertragen.

Was kann man gegen einen Marder tun und wo sollte man Profis einschalten?

Es gibt viele Gerüchte über Haushaltsmittel, die gegen Marderbefall helfen sollen. Der Fachmann Handke sagt aber: "Urin, Hundehaare, Pfeffer und Ultraschall zeigen keine langfristige Wirkung." Der Schlüssel liege darin, dem Marder die Ein- und Ausgänge zuzumachen und ihm sein neues Heim madig zu machen. Das Tier müsse sich so gestört fühlen, dass er von sich aus woanders sein Quartier aufschlägt. Dazu kann man als Hausbesitzer auch selbst beitragen. Etwa an die Decke zu klopfen, wenn man den Marder hört, oder mal auf den Dachboden zu gehen, zeigt dem Allesfresser, dass er hier nicht ungestört hausen kann.

Das Schließen der Schlupflöcher sollte man aber dem professionellen Kammerjäger überlassen. Diese sind nicht einfach zu entdecken.

Da Steinmarder in Deutschland dem Jagdrecht unterliegen, dürfen sie nur in der Jagdsaison von Herbst bis zum Frühjahr und nur von berechtigten Personen gejagt werden. Danach sucht sich der Marder ein Weibchen, um eine Zeit lang sesshaft zu werden und zwei bis drei Nachkommen zu zeugen. Auch Marderfallen unterliegen dem Jagdrecht und dürfen nicht von Laien aufgestellt werden. Außerdem sind Marder sehr schlaue und misstrauische Tiere. "Der Gang zum Fachmann ist unerlässlich", sagt Handke.

Am besten ist immer noch, alle Schlupflöcher zu schließen und dem Marder keine Chance zu geben, sich in Ihrem Haus oder Auto häuslich niederzulassen.

Weitere Informationen über Marder im Auto

Marderschaden im Auto vermeiden

Autor/in

Eva Blumenfeld

Jul. 2016

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