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Ungebetene Gäste im Garten: Was tun gegen Maulwurf, Nacktschnecken & Co.?

Im häuslichen Garten tummeln sich eine Vielzahl von kleinen und großen Lebewesen. Doch nicht alle sind willkommen: Maulwürfe, Wühlmäuse und Schnecken können ebenso dazu gehören wie der Nachbarhund oder streunende Katzen.

Die chemische Keule vermeiden

Besonders Maulwurf, Wühlmaus und Schnecke werden von vielen als Schädlinge betrachtet und entsprechend bekämpft. Oft sind die Gartenbesitzer bei der Wahl der Mittel gegen sie nicht zimperlich und setzen auf chemische Gifte. „Theoretisch kann man alles wirkungsvoll bekämpfen, vor allem mit dem Einsatz der chemischen Keule“, sagt Daniel Philips, Diplom-Ingenieur für Landschaftsbau vom Hamburger Gartendienstleister Grünkonzept DP. Das ist allerdings nicht nur angesichts gesetzlicher Restriktionen für den Umweltschutz problematisch.

Philips verweist neben der akuten Bedrohung der Gesundheit auch auf die nicht absehbaren Folgen beim Einsatz von chemischen Mitteln, da die Gifte im Lauf der Zeit in das Grundwasser durchsickern. Die Langzeitfolgen für Mensch und Natur durch die Verunreinigung des Grundwassers sind weder abzuschätzen noch wissenschaftlich ausreichend erforscht. Gartenexperte Philips plädiert daher für ökologisch vertretbare Maßnahmen gegen unerwünschte Tiere im Garten.

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Wühlmäuse: Fallen aufstellen

Regelrechte Plagegeister können Wühlmäuse im Garten sein. Bevorzugt nagen sie Wurzeln von Gemüsepflanzen, Obstbäumen, Beerenobst und Rosen an. Sie vermehren sich schnell und sind das ganze Jahr über aktiv. Flach unter der Erdoberfläche graben sie ein weit verzweigtes Gängesystem. Dieses pflegen die Nager sorgfältig. Dank dieser Angewohnheit können Wühlmäuse allerdings mit Hilfe von Fallen zielgerichtete bekämpft werden: Wenn ein geöffneter Gang innerhalb von einer Stunde wieder von den Mäusen geschlossen wird, handelt es sich um einen bewohnten Gang, an dem die Fallen angebracht werden sollten, rät die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Im Fachhandel gibt es eine Vielzahl von Wühlmausfallen. Bei der Aufstellung der Fallen sollte der Gartenfreund sich möglichst präzise an die Gebrauchsanleitung des Herstellers halten.

Wichtig ist, die Falle nicht mit bloßen Händen anzufassen, da der menschliche Geruch auf die Nager abschreckend wirkt. Wenn eine Falle an einer Stelle erfolgreich ist, lohnt sich in der Regel auch immer ein weiterer Versuch. Wer Wühlmäuse in seinem Garten hat, sollte sich nicht nur auf die Bekämpfung konzentrieren sondern auch seine Pflanzen schützen. Gartenexperte Philips empfiehlt, die Beetkanten mit Bordsteinen zu umranden. Um wirkungsvollen Schutz gegen den Einfall der Nager zu erzielen, sollten diese mindestens 50 cm tief in den Boden eingelassen werden. Wer diesen bautechnischen Aufwand scheut, sollte zumindest Blumenzwiebeln, Gehölze und Rosen in Draht schützen. Dafür wird die Pflanzgrube mit Kaninchendraht ausgelegt.

Rehe und Wildschweine: Wirksamer Schutz nur durch Zäune

Wen Rehe im Garten besuchen, der sollte seine Baumstämme und Sträucher über der Erde bis zu einer ausreichenden Höhe mit Maschendraht oder Kunststoffmanschetten schützen. Eigentlich sind die scheuen Rehe eher seltenere Gäste im eigenen Garten. Doch gerade im Winter, wenn die Nahrung knapp ist, trauen sie sich nahe an die menschlichen Behausungen heran. Wer seine Bäume und Sträucher nicht mit hohen Maschendrahtbarrieren oder Kunststoffmanschetten verteidigt, dem bleibt laut Gartenexperte Philips nur der Bau einer entsprechenden Zaunanlage um den Garten. Um nicht viel Geld in unzureichenden Schutz zu stecken, empfiehlt Philips einen Experten zu Rate zu ziehen, der die Anlage fachgerecht errichten kann. Auch eine Gartenbeleuchtung mit Bewegungsmelder kann das Rotwild vertreiben.

Auch vor Wildschweinen schützt ein Zaun. Gerade im Frühjahr häufen sich die Berichte, nach denen Wildschweinhorden in der Nacht auf der Suche nach Nahrung ganze Gärten regelrecht verwüsten. Von Wildschweinbesuch sind im übrigen nicht nur ländliche Gegenden betroffen. Diese Tiere sind intelligent und passen sich ihrer Umgebung an. Die Berichte häufen sich, dass Wildschweine auf der Suche nach Nahrung immer weiter in die Großstädte eindringen und dort Friedhöfe und Gärten durchwühlen sowie Mülltonnen umkippen.

Nacktschnecken: Fleißig sammeln

Die äußerst gefräßigen Nacktschnecken treten in großer Vielzahl auf und können ganze Beete zerstören. Zwar gibt es unzählige Hausrezepte gegen die Schneckenplage, aber nur wenige helfen nachhaltig. Gartenexperte Philips empfiehlt, um die Beete herum trockenen Untergrund wie Torf oder Rindenmulch zu streuen. Sie bilden eine natürliche Barriere für die feuchtigkeitsliebenden Schnecken, die rauhe Oberflächen meiden. Auch eine breite Schicht aus einem Gemisch aus Sägemehl und Kalk um das Beet kann helfen. Nachteil: Bei Regen funktioniert diese Methode nicht mehr und der Schutz muss daher oft erneuert werden. Künstliche Schneckenbarrieren für bedrohte Beete gibt es im Fachhandel zu kaufen. Diese so genannten Schneckenzäune können von den Schädlingen nicht überklettert werden.

Natürliche Helfer sind Igel, zu deren Nahrung Schnecken gehören. Sie fühlen sich allerdings nur im Garten wohl, wenn man ihnen entsprechende Rückzugsmöglichkeiten wie Laubhaufen bietet.

Einen hundertprozentigen Schutz gibt es allerdings nicht. „Letztendlich ist der Kampf gegen Schnecken Fleißarbeit“, weiß Philips aus Erfahrung. „Denn das einzige was wirklich nachhaltig gegen Fraßschäden an Pflanzen hilft, ist Sammeln – am besten einmal morgens und einmal abends.“

Kaninchen und Hasen: Pflanzen durch Drahtkörbe schützen

Hasen und Kaninchen können durch Annagen der Stämme erhebliche Schäden an Bäumen verursachen. Besonders junge Bäume sind empfindlich. Wie auch bei der Wühlmaus sollten Pflanzen, Sträucher oder Bäume in Drahtkörben eingepflanzt werden, um unterirdische Bissschäden zu vermeiden. Allerdings sollten bei Kaninchen und Hasen im Garten auch die Baumstämme über der Erde mit Maschendraht oder Kunststoffmanschetten geschützt werden.

Bienen, Wespen, Hornissen und Hummeln: Die Entfernung von Nestern den Experten überlassen

Wespen, Bienen und Hummeln gehören im Sommer zur Gartenatmosphäre dazu – und sind dabei noch nützlich. Sie übernehmen die Bestäubung vieler Blumen und Pflanzen und sind zudem noch als Schädlingsvertilger aktiv. Auch wenn ihre Stiche sehr schmerzhaft sind, sind die Nutztiere alles andere als aggressiv. Sie greifen üblicherweise nur an, wenn sich bedroht fühlen oder eingeengt sind (z. B. in der Kleidung oder Arm- und Kniebeugen). Um ein friedliches Miteinander im Garten zu gewährleisten, sollte man daher stets aufpassen, wo man sich hinsetzt. Wenn eine Wespe, Biene oder Hornisse im Anflug ist, hastige Bewegungen vermeiden. Auf keinen Fall sollte nach den Tieren geschlagen werden, da das Aggressionen auslöst. Ruhig bleiben ist hier im doppelten Sinne hilfreich: Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass Angstschweiß die Angriffsbereitschaft der Insekten erhöht.

Essen und Trinken (vor allem Süßes) lockt Bienen und Wespen an. Speisen daher am besten abdecken und Getränke durch einen Strohhalm trinken. Denn ein Stich im Mundraum, Rachen oder Speiseröhre kann nicht nur bei Kindern lebensgefährlich werden. Kleinkindern sollte man beim Essen im Freien daher öfters Mund und Hände säubern, um Wespen nicht unnötig anzulocken. Auch verrottendes Fallobst von Obstbäumen wirkt wie ein Magnet auf Wespen und Bienen und sollte daher schnell aufgesammelt und entsorgt werden.

Gerade durch Nester von Bienen, Wespen oder Hornissen am Haus oder Garten fühlen sich viele Menschen bedroht. Die Nester der Insekten können sich im Boden, in Bäumen oder auch an oder in Gebäuden befinden. Wer allerdings einen Abstand von zwei bis drei Metern zum Nest einhält, hat üblicherweise keine Attacken zu befürchten. Sollte sich das Nest direkt am Haus befinden, verhindert ein Fliegengitter vor den betroffenen Fenstern, dass die Tiere in das Haus eindringen können. Nach einem Jahr sind die Tiere auch schon wieder verschwunden. Wespen und Hornissen bewohnen ihre Nester nur für diesen Zeitraum, bis sich die Königinnen einen neuen Platz suchen. Um das Ansiedeln von Wespen oder Hornissen am eigenen Haus zu verhindern, hilft es dem Naturschutzbund zufolge, Holzverschalungen regelmäßig zu pflegen und zu lackieren. Denn vor allem Wespen nisten sich vorzugsweise im morschen Holz ein.

Wer sich generell nicht mit Wespen- oder Hornissennestern auf dem eigenen Grundstück anfreunden kann, sollte auf keinen Fall auf eigene Faust aktiv werden. Die Entfernung der Nester sollte Experten überlassen werden. Auch hier gibt es in der Regel eine ökologische Methode als Alternative zur Ausrottung durch einen Schädlingsbekämpfer. Informationen und Kontakte vermittelt die zuständige Naturschutzbehörde des Bundeslandes. Für Notfälle ist ein Schädlingsbekämpfer im Branchenbuch zu finden.

Vögel: Obstbäume durch Netze schützen

Nicht alle Vögel sind gern gesehene Gäste im Garten. Vor allem Tauben können selten mit der Gastfreundschaft von Gartenbesitzern rechnen. Mit ihrem ätzenden Kot verunreinigen sie Haus, Terrasse, Auto und Gartenschuppen. Wirkliche Abhilfe gegen ein Problem mit Tauben im Garten schaffen nur Drahtgeflechte und Nägelbarrieren, wie man sie insbesondere in deutschen Großstädten auf öffentlichen Plätzen, an Nahverkehrshaltestellen und auch an Wohnhäusern sieht.

Viele Vögel nutzen zudem Obstbäume im Garten als bevorzugte Nahrungsquelle. Schutz bieten große Netze, die über die Obstbäume oder Sträucher gespannt werden. Sie sind in verschiedenen Größen im Fachhandel erhältlich. Beim Säen eines neuen Rasens sollte allerdings auf das Aufspannen von Netzen verzichtet werden. Gartenexperte Philips widerspricht der weitverbreiteten Meinung, dass Vögel wie beispielsweise die Drossel die Saat wegfressen. „Bei der Rasensaat ist der Verlust durch Vogelfraß zu vernachlässigen“, sagt Philips. Die Dosierungsangaben auf den Packungen der Hersteller seien in der Regel ohnehin zu hoch, so dass der Verlust durch Vögel alleine schon dadurch aufgefangen werde. Philips verweist zudem auf den ökologischen Nutzen durch Vögel, die bei der Jagd nach Regenwürmern in den Boden picken und diesen dadurch auflockern. Sie unterstützen so das Anwachsen eines gesunden Rasens.

Katzen: Kleine Zweige im Beet können helfen

Katzen kommen in der Regel aus der näheren Nachbarschaft auf das eigene Grundstück. Da sie sehr gute Kletterer sind, ist die Abwehr durch Zäune oder ähnliche Vorrichtungen äußerst schwierig, weiß Gartenbauexperte Philips aus Erfahrung. Auch gesetzlich hat der Gartenbesitzer gegen die streunende Nachbarskatze nur wenig Handhabe. So entschied das Landgericht Darmstadt, dass ein Gartenbesitzer streunende Katzen des Nachbarn in seinem Garten dulden muss. (Aktenzeichen 9 O 597/92) Dies ist jedoch nur auf zwei Katzen beschränkt. Besitzt ein Nachbar mehrere Katzen, muß er den Darmstädter Richtern zufolge die übrigen im Haus halten oder gegebenenfalls weggeben.

Schäden die durch Katzen verursacht werden (umgestürzte Blumenkübel, zerkratzte Gartenmöbel), müssen vom Halter des Tieres ersetzt werden. Ein Verschulden des Tierhalters ist dabei unerheblich. Das Problem: Der Geschädigte muss beweisen, dass der Schaden durch das betreffende Tier entstanden ist und dass dieses dem Halter auch gehört.

Ein häufiges Ärgernis für Gartenbesitzer ist, dass Katzen ihre Beete als Toiletten missbrauchen. Katzen bevorzugen dafür krümeligen Untergrund, bewachsene Stellen meiden sie. Das Problem tritt daher häufig im Frühjahr auf. Philips rät daher, in die noch unbewachsenen Beete kleine Zweige zu stecken, damit sich die Katze gar nicht erst im Beet wohl fühlt. Auch von stacheligen Gewächsen wie beispielsweise Rosen halten sich Katzen fern.

Der Maulwurf: geruchs- und hörempfindlich

Der Maulwurf – bekannt und gejagt wegen seiner braunen Erdhügel – steht unter Artenschutz. Wer einen Maulwurf tötet, verstößt gegen das Gesetz. Für das Ökosystem hat der Maulwurf eine wichtige Funktion. Gartenexperte Philips zufolge verbessern die Gänge des Maulwurfs die Struktur des Bodens und optimieren damit die Versorgung der Pflanzen mit Nährstoffen. Der Naturschutzbund (Nabu) verweist zudem darauf hin, dass der Maulwurf auch Schädlinge wie Schnecken, Schneckenlarven oder Engerlinge vertilgt.

Wer sich dennoch nicht mit den braunen Hügeln auf dem Rasengrün abfinden möchte, der sollte auf natürliche Mittel zurückgreifen. „Man darf den Maulwurf zwar nicht töten, aber man kann ihn vertreiben“, sagt Gartenexperte Philips. So habe der Maulwurf eine sehr sensible Nase. Ein Hausmittel ist, Sekt- Wein- oder Spirituosenflaschen umgedreht in die Maulwurfslöcher zu stecken. Der Alkoholgeruch wirkt abstoßend auf das Tier. Der Nabu empfiehlt eine übelriechende Brühe aus Zweigen vom Lebensbaum, Holunder oder Knoblauch, die in kleinen Mengen in die Gänge geschüttet wird. Wer selber geruchsempfindlich ist und auch keine Schnapsflaschen in seinem Garten haben will, dem rät der Nabu zu „mechanischen“ Methoden. Denn auch das Gehör des Maulwurfs ist sensibel. Eine Methode ist, Holzpfähle in die Hügel zu schlagen und so oft wie möglich dagegen zu klopfen. Wer sich selber das Klopfen ersparen will, dem empfiehlt der Nabu kleine Windräder, die mit dem Stab in die Haufen gesteckt werden. Im Fachhandel gibt es auch elektronische Geräte zu kaufen, die das Wohlbefinden des Maulwurfs mit Schwingungen stören.

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Autor/in

K. Waldheim

Apr. 2017

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