1. Auto

Gut gerüstet in den Winterurlaub

Wer mit seinem Auto durch Schnee und Eis in die Berge fahren will, muss sich auf die Ausrüstung des Fahrzeugs verlassen können. "Neben der richtigen Ausrüstung sollte auch die Fahrweise an die winterlichen Bedingungen angepasst werden", sagt Bernd Kulow vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR).

Winterreifen

Grundsätzlich gilt: Für Touren zum Skiurlaub und in die Berge muss das Auto mit Winterreifen ausgestattet sein, sonst droht ein Bußgeld. Außerdem bieten Winterreifen bei niedrigen Temperaturen einen besseren Halt und damit einen kürzeren Bremsweg als Sommerreifen.

Schneeketten

Schneeketten sind an vielen Bergstraßen trotz Allradantrieb oder Winterreifen bei Schneefall Pflicht. Wer sie dabei hat, spart sich oft unnötigen Ärger oder lästige Umwege. Die Ketten sollte man am besten zu Hause einmal probehalber aufziehen, so lassen sich im Bedarfsfall Probleme vor Ort vermeiden. Eine Taschen- oder Stirnlampe hilft, den Arbeitsplatz im Freien in der winterlichen Dunkelheit hell genug zu halten. Handschuhe schützen die Finger vor Verletzungen und Kälte, man sollte sie deshalb stets griffbereit halten. Eine Matte aus dem Fußraum schützt vor schneenassen Hosen. Die Ketten selbst packt man am besten so in den Kofferraum, dass sie schnell und ohne großes Umräumen greifbar sind. Bei Automobilclubs können Schneeketten auch geliehen werden.

Dachboxen

Dachboxen werden bei vielen Ski- und Snowboardfahrern immer beliebter. "Man sollte aber vor dem Beladen in die Betriebsanleitung schauen und sich über die zulässige Dachlast informieren", warnt DVR-Experte Kulow. Das Gewicht in der Dachbox sollte gleichmäßig verteilt, die Skier verzurrt werden, so dass in Kurven und bei Bremsmanövern keine Gegenstände herumfliegen können. "Zwar gibt es keine vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit für Dachboxen, man sollte aber nicht schneller als 100 oder 120 km/h fahren, weil sich durch die Dachbox die Fahreigenschaften des Wagen drastisch verändern können", sagt Kulow. Das merke man vor allem in Kurven und bei Seitenwind.

Dachgepäckträger

Nicht jeder Träger passt auf jedes Autodach. Die modernen, glatten Autodächer erfordern jeweils spezielle Montagevorrichtungen. Kritisch wird es immer, wenn etwas montiert wird, was nicht zueinander passt. Auf das Dach gehören nur leichte Gepäckstücke, sonst verschiebt sich der Schwerpunkt des Autos nach oben. Alle Gepäckstücke wie Skier und Stöcke müssen sicher verzurrt und gegen Herabfallen gesichert sein. Eine fehlerhafte Montage kann zu fatalen Folgen führen. Zu häufig löst sich Gepäck auf der Fahrt und gefährdet den folgenden Verkehr. Kommt es zu einem Unfall durch ungesicherte Ladung, wird der Autofahrer verantwortlich gemacht, der die Ladung verloren hat. Wird der Dachgepäckträger nicht mehr gebraucht, sollte er demontiert werden. Denn auch ein leerer Dachgepäckträger lässt wegen des Windwiderstands den Kraftstoffverbrauch ansteigen.

Stauraum im Wagen

Bei der Fahrt in den Skiurlaub wird oft auch viel Gepäck im Innenraum verstaut. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass keine Gegenstände im Falle eines Unfalls durch den Wagen fliegen können. "Der Atlas gehört nicht auf die Hutablage, auch die Wasserflasche nicht", sagt Kulow. "Diese Dinge entwickeln sich im Falle eines Unfalles zu gefährlichen Geschossen." Zudem sollte darauf geachtet werden, dass die Lüftungs- und Heizungsdüsen nicht von Kleidern bedeckt sind.

Ausrüstung für Fahrer und Mitfahrer

Jeder Mitfahrer sollte eine warme Jacke, eine Mütze und Handschuhe sowie solide Schuhe griffbereit dabei haben. Schließlich kann es bei einer Panne passieren, dass man länger in der Kälte herumstehen- oder gehen muss. Auch eine Thermoskanne mit warmen Getränken, eine Decke und etwas zu essen empfiehlt sich auf längeren Reisen. Schließlich kann es passieren, dass man ungewollt stundenlang im Stau stehen muss. Deshalb gilt auch: Stets voll getankt auf die Reise gehen, sonst geht einem womöglich der Sprit aus.

An was man noch denken sollte

In jedes Auto gehören spätestens ab Dezember Eiskratzer, Handschuhe, Starthilfekabel, Handbesen, Frostschutzmittel, Taschenlampe, Schleppseil und eventuell ein Klappspaten. Kühlwasser und Scheibenwaschwasser sollten Frostschutzmittel in ausreichender Konzentration enthalten. Schmierende Scheibenwischerblätter sollten rechtzeitig ausgetauscht werden. Auf Reisen Außenspiegel, Scheinwerfer und Scheiben immer wieder vollständig von Schnee und Eis befreien. Wer nur ein Guckloch lässt, gefährdet sich und andere. Unbedingt auch den Schnee von Dach und Motorhaube fegen, sonst kann er während der Fahrt auf Front- und Heckscheibe geweht werden.

Der Situation angepasst fahren

"Im Winter sollte man seine Fahrweise grundsätzlich umstellen", empfiehlt Kulow. Denn auch bei Temperaturen knapp über 0 Grad ist an manchen Stellen mit Glatteis zu rechnen. Vermeiden Sie abrupte Brems-, Schalt- und Lenkmanöver, und kalkulieren Sie das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer ein.

Vorsicht Streusalz

Wer sich auf einer gestreuten Straße sicher fühlt, kann sich täuschen. Nach Untersuchungen der Autohersteller kann sich Streusalz an den Bremsscheiben als schmieriger Belag festsetzen. Neuartige Salze wie Magnesiumchlorid beeinflussen dabei die Reibung zwischen Bremsscheibe und Bremsbelag. Wird bei Fahrten auf salzgestreuten Straßen längere Zeit nicht gebremst, kann die Bremswirkung verspätet einsetzen und sich der Bremsweg verdoppeln. Die Berufsgenossenschaften empfehlen deshalb, öfter vorsichtig zu bremsen, um eine eventuell anhaftende Salzschicht abzuschleifen. Dabei aber auf den nachfolgenden Verkehr achten und nur bremsen, wenn das gefahrlos möglich ist.

Weitere Themen, wie Sie mit Ihrem Auto gut durch den Winter kommen, finden Sie in unserem Winterspecial:

R+V-Winterspecial

Autor/in

J. Ollenik, E. Blumenfeld

Nov. 2015

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