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E-Bikes und Pedelecs - die Leichtigkeit des Radelns

Ob Wochenendausflug in die Region oder der schnelle Einkauf um die Ecke, das Auto können Sie jetzt beruhigt stehen lassen. Immer mehr Menschen möchten sich ohne große Anstrengungen, kostengünstig, aktiv und umweltbewusst fortbewegen. Hierbei kann Abhilfe geschaffen werden, denn E-Bikes oder auch Pedelecs, die genau diese Eigenschaften vereinen, sind auf dem Vormarsch.

Pedelecs - der Boom auf dem Fahrradmarkt

Vor rund 20 Jahren hat die Schweizer Firma Velocity unter dem Namen Dolphin die ersten marktreifen Pedelecs auf den Markt gebracht. Damit wurde der Weg frei für ein innovatives zukunftsträchtiges Fortbewegungsmittel. In Asien, sind Elektrofahrräder schon weit verbreitet. Laut Chinas Battery Association gab es in China 2010 bereits 120 Mio. Elektrofahrräder. Auf jedes Auto kommen dort 4 Elektrofahrräder. Nun zieht Europa nach.

Werden jedoch in China E-Bikes verkauft, weil sich Viele noch kein Auto leisten können, so ist hierzulande der Trend umgekehrt: Man will weg vom Auto und hin zu umweltfreundlicherer Fortbewegung. Zählte der Zweirad-Industrie-Verband(ZIV) im Jahr 2011 noch 330.000 verkaufte E-Bikes so stieg mit der Popularität auch der Absatz von E-Bikes bereits bis 2013 um 36% auf 410.000 Stück. Laut ZIV waren zu Beginn des Jahres 2014 bereits 1,8 Millionen motorisierte Fahrräder auf deutschen Straßen unterwegs. Und der Boom geht ungebrochen weiter.

Ein weiterer wichtiger Aspekt für die ansteigenden Verkaufszahlen, ist die optische Weiterentwicklung und das Design, weg von der Fortbewegungshilfe für ältere Menschen, hin zum Hightechmodell für jeden Anspruch.

Das Wichtigste am Pedelec - der Akku

Pedelecs verfügen über einen Akku, der bequem und schnell mit einem Netzteil über die Steckdose aufgeladen wird. Dadurch wird die Umwelt nur indirekt belastet.

Eine Akkuladung reicht für eine Strecke von ca. 35 - 140 km, je nachdem wie leistungsfähig der Akku ist und wie häufig und intensiv Motor und Akku beansprucht werden. Außerdem hängt die Reichweite von den äußeren Bedingungen ab, wie Geschwindigkeit, Steigung, Gewicht oder Witterung. Nach etwa drei bis fünf Jahren und 500 bis 1.000 Ladezyklen muss ein Akku ausgetauscht werden. Somit sollte man sich schon beim Kauf über eventuelle Folgekosten im Klaren sein, denn der Akku ist mit einem Preis von etwa 400 bis über 700 Euro der kostspieligste Bestandteil am Rad.

Hören Sie dazu unseren Podcast:

Viele unterschiedliche Zielgruppen - für jeden ist etwas dabei

Nutzten in der Vergangenheit meistens Senioren Fahrräder mit "Hilfsmotor", hat sich die Zielgruppe in den letzten Jahren gravierend geändert.

Heute ist es zunehmend die junge, lifestyle-orientierte Generation in urbanem Umfeld, die die Sparsamkeit und Schnelligkeit dieser Fortbewegungsmittel nutzt. Aber auch immer mehr Mountainbiker finden Gefallen an Motorunterstützung bei besonders knackigen Strecken. Egal ob sportlich oder doch lieber ein City-Bike, für jeden Anspruch gibt es das passende Elektrofahrrad: Familien in der Stadt nutzen das Pedelec, um den Nachwuchs schnell in die Kita zu bringen oder kurzfristig den Einkauf nach Feierabend zu besorgen. Man ist so oft schneller, als sich mit dem Auto durch den Feierabendverkehr zu kämpfen. Weniger sportliche Menschen, die was für ihre Gesundheit tun möchten, jedoch Probleme mit hügeliger Landschaft haben, sind ebenso begeistert vom Elektrofahrrad, wie Angestellte, die im Anzug oder Kostüm damit zur Arbeit fahren, ohne verschwitzt anzukommen.

Außerdem kann man auch bares Geld sparen. Nach einer statistischen Untersuchung der Stadt Basel, spart ein Elektro-Fahrrad im Jahr ca. 900 Autokilometer, was im Umkehrschluss 80 l Benzin einspart. Diese Einsparung unterstützt das Elektrofahrrad als eine umweltfreundliche Alternative zum Auto auf kurzen Strecken. Wie Hannes Neupert, Vorsitzender des Vereins ExtraEnergy berichtet, verbraucht ein Pedelec auf 50 km ungefähr eine Viertel Kilowattstunde, die Energie des Durchlaufs einer Kaffeemaschine. Die Energie zum Zubereiten einer Kaffeetasse, würde den Radfahrer etwa 10 km weit bringen.

Der Unterschied zwischen Pedelec und E-Bike

Elektrofahrräder werden in zwei Kategorien eingeteilt, in E-Bikes und Pedelecs. Pedelec ist die Abkürzung für Pedal Electric Cycle und E-Bikes sind Elektrobikes. Der Unterschied zwischen den beiden liegt in der Kraftunterstützung.

Beim E-Bike kommt diese aus einem Drehgriff am Lenkrad wie bei einem Mofa und ist dadurch leistungsstärker. Mit Betätigung des Drehgriffs schaltet sich der Motor hinzu. Die Motorleistung des E-Bikes kann aber auch unabhängig vom Treten des Fahrers eingeschaltet werden. Das E-Bike kann bis zu 45 km/h erreichen und ist daher zulassungs- und versicherungspflichtig.

Beim Pedelec kommt die Unterstützung des Motors nur zusätzlich zum Treten. Über eine Gangschaltung kann die Stärke der Motorunterstützung reguliert werden. Dadurch können ansteigende Strecken leichter bewältigt werden. Zusätzlich gibt es bei manchen Modellen eine Anfahrtshilfe, die mit bis zu 6 km/h auch ohne zu strampeln mit antreibt. Allerdings schaltet sich der Motor ab einer Geschwindigkeit von 25 km/h automatisch aus.

Weitere Vorteile von Pedelecs:

  • Keine Kfz-Steuer
  • Keine Versicherungspflicht
  • Keine Helmpflicht (aber dringend empfohlen)
  • Keine Zulassung nötig
  • Keine TÜV-Prüfung
  • Keinen Führerschein
  • Keine Altersbeschränkung

Leistungsstärkere Pedelecs benötigen wie E-Bikes zusätzlich noch ein Mofa-Versicherungskennzeichen und wenigstens einen Mofa-Führerschein.

Preise und worauf man beim Kauf achten sollte

Es gibt große Preisunterschiede bei E-Bikes und Pedelecs. Die Preise beginnen bei rund 700 EUR und reichen bis über 5.000 EUR. Entsprechend groß sind die Qualitätsunterschiede. Hier sollte man sich vorab überlegen, welche Ansprüche man an ein Elektrofahrrad stellt.

Fachleute raten, eine ausgiebige Probefahrt durchzuführen, um den eigenen Ansprüchen und Fähigkeiten gerecht zu werden.

Übrigens

Gegen einen geringen Mehrbeitrag kann auch ein teueres Pedelec in der Hausratversicherung der R+V gegen Diebstahl mitversichert werden.

Weitere Infos und den neuesten ausgiebigen Testbericht über Pedelecs finden Sie unter:

ExtraEnergy

Autor/in

C. Frei, E. Blumenfeld

Mai 2013

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